Hamed Abdel-Samad , Mouhanad Khorchide Ist der Islam noch zu retten?

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Inhaltsangabe zu „Ist der Islam noch zu retten?“ von Hamed Abdel-Samad

Die Angst vor dem Islam geht um in Europa. Zu Recht, sagt Hamed Abdel-Samad, denn er ist eine Religion, die zu Gewalt und Diskriminierung aufruft. Das ist nur eine Lesart des Koran, erwidert der Münsteraner Professor Mouhanad Khorchide und fordert für den Islam eine Reformation, denn er sei im Kern eine Religion der Barmherzigkeit. Vor dem Hintergrund der aktuellen Krise des Glaubens, der islamischen Staaten und der islamischen Gemeinschaften im Westen diskutieren Hamed Abdel-Samad und Mouhanad Khorchide kontrovers zentrale Fragen dieser Religion. Sie greifen brennende Themen auf wie Scharia, Gewalt, Dschihad, Meinungsfreiheit, Menschenrechte, die Rolle der Frau und der Religion in der Demokratie. Ist der Islam noch zu retten? ist eine Streitschrift, die zwei unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft des Islam in den westlichen Staaten ermöglicht.

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    Ist der Islam noch zu retten?
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    29. May 2017 um 12:03

    Kritische StreitgesprächBeide Autoren stehen je zunächst für eine kritische Haltung vor allem zur „weltlichen Seite“ des Islam (Abdel-Samad mit einer eher düsteren Prognose für eine Frage nach der Wandelbarkeit des Islam, Khorchide in anderer Weise für eine Bewahrung des Islam als „spirituelles Angebot“ mit mehr Optimismus) und beide sind in konservativen islamischen Kreisen bereits harsch kritisiert worden.Unbestritten aber ist, dass in einer globalisierten Welt, in einem zunehmenden Austausch der Kulturen, in offen vorliegenden und zu erkennenden Schwierigkeiten der Integration, die Frage nach der weiteren Entwicklung und der kulturellen Zukunft des Islam innerhalb westlicher Gesellschaften einerseits und als Gegenüber zu westlichen (und den anderen) Gesellschaften (der Welt) andererseits, eine hohe Gefahr dauerhafter Reibung und zunehmender Gewalt droht. Die durchaus auch von islamischer Seite deeskaliert werden müsste, um eine gemeinsame, friedlichen Zukunft zumindest denkbar zu machen.Anhand von 95 Thesen (in Reminiszenz an die protestantische Reformation) zeigt das Werk dabei die Unterschiede der Haltung beider Betrachter klar auf, ergibt jedoch ebenso eine gewisse Art der Teilmenge. Einigkeit herrscht, augenscheinlich, darin, den Islam (oder die Religion als solche, wie Khorchide betont) aus der weltlichen Verflechtung zu lösen und ausschließlich der inneren Spiritualität zur Verfügung zu stellen.Eine Richtung, die Khorchide ein um das andere Mal aus dem Koran heraus begründet und diese mögliche private und politisch liberale Form des Islam in konkreten Texten begründet.Was allerdings, ehrlich gesagt, wenig nutzt, wenn „die islamische Welt“ (in ihrer konservativen bis radikalen Ausprägung) solche Seiten des Koran in der Glaubenspraxis weitgehend ignoriert. Da neigt der Leser im Gesamten zwar durchaus dazu, Khorchide Recht zu geben, allein der Glaube an einen solchen „Rückzug aus dem Anspruch der Weltgestaltung“ fällt doch angesichts der konkreten, praktischen Lage nicht einfach.Abdel-Samad hat da die eher zur Realität passenden, wenn auch radikaleren Argumente, auf seiner Seite, indem er dem Islam von der grundsätzlichen Ausrichtung her bereits eine Reformationsfähigkeit abspricht.Im Kern bezieht sich Abdel-Samad dabei auf das allumfassende, auch die weltliche Herrschaft einbeziehende, Gottesbild des Islam, bei dem Widerspruch nicht gestattet, andere Lebensformen unrein und die Welt durch islamische geistliche Führer zu regieren ist.Natürlich ist es eine Zuspitzung, die Frage zwischen beiden Autoren zu legen, ob Allah nun ein barherziger Hirte oder ein grausamer Tyrann ist. Aber auch hier kann man zwar Khorchide folgen, der an vielfachen Texten das Barmherzige belegt, um am Ende doch vor der Frage zu stehen, ob diese Seite Gottes im Islam nur dem gläubigen Moslem gilt.Ähnliches ist bei der Diskussion um das Kopftuch zu finden. Die „gelehrte Haltung“ Khorchides sieht die Notwendigkeit einer „Revolution“ durchaus, beharrt aber auf der Religionsfreiheit und der „freien Entscheidung“, die das Kopftuch als Symbol überall ermöglichen müsste (wenn es in „rechter Haltung“ getragen wird“). Der „Praktiker“ Abdel-Samad sieht auf die Fakten der Geschichte und lehnt das Kopftuch „als Zeichen der Diskriminierung und Sexualisierung der Frauen“ grundlegend ab.„Das wäre, als ob man heute behaupten würde, die Nazi-Symbole hätten mit er NS-Zeit nichts zu tun, sie drückten nur die Verbundenheit……….zum Heimatland aus“.Man könnte am Ende die Positionen derart kennzeichnen, dass Abdel-Samad der „westlichen Kultur“ eingängigere Haltungen und Argumente anführt, während Khorchide eher „inner-religiöser“ sich ausrichtet. Wobei wahrscheinlich, wenn man es offen und rein praktisch betrachtet, genau diese Position eher zum Austausch, zur Diskussion, zum Gespräch, zu einem gewissen Fortschritt führen würde und könnte.Wenn ein solcher zunächst gewollt und dann auch möglich ist (worauf Abdel-Samad sein Vertrauen nicht setzten würde).Im Gesamten aber eine hoch lesenswerte Lektüre, denn nicht nur zwei verschiedene Positionen kommen hier zu Wort, sondern viel Hintergrundwissen für den interessierten Leser wird ebenfalls durch das Buch vermittelt. So steht am Ende der Lektüre eine gewichtige Zahl an fundierten Argumenten vor dem Leser und ein durchaus tieferes Verständnis des Islam als solchem mit seinen „beiden Seiten“.Die eben, je nach Lesart, verschiedenen Gruppierungen jeweils handfeste Argumente liefern. Was am Ende das praktische Problem war, ist und zunächst bleiben wird.

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