Hamed Abdel-Samad Mein Abschied vom Himmel

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Inhaltsangabe zu „Mein Abschied vom Himmel“ von Hamed Abdel-Samad

»Drei große Tabus der islamischen Welt breche ich in diesem Buch: Religion, Sexualität, Politik.« Hamed Abdel-Samads Kindheit in Ägypten ist geprägt von tiefer Religiosität und von brutaler Gewalt. Je älter er wird, desto weniger kann er den Widerspruch zwischen diesen Extremen ertragen. Halt erhofft er sich im radikalen Islam, findet darin aber auch keine Antworten auf seine Fragen und entschließt sich, Ägypten zu verlassen. Erst in Deutschland kann er sich von seiner Vergangenheit lösen und beginnt, sich kritisch mit der menschenverachtenden islamischen Doppelmoral auseinanderzusetzen. »Hamed Abdel-Samad gewährt einen intensiven Einblick in die schizophrene Welt einer unaufgeklärten Gesellschaft. Ein mitreißendes Buch.« taz

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  • eBook Kommentar zu Mein Abschied vom Himmel von Hamed Abdel-Samad

    Mein Abschied vom Himmel
    d. popowa-novotny

    d. popowa-novotny

    via eBook 'Mein Abschied vom Himmel'

    ein grossartiger mensch, ein brillantes buch, informativ, zum nachdenken anregend, bereichernd.

    • 4
  • Der dankbare Sklave Gottes

    Mein Abschied vom Himmel
    fwieflorian

    fwieflorian

    21. March 2013 um 20:13

    ‚Der dankbare Sklave Gottes‘, so heiß übersetzt ‚Hamed Abdel-Samad‘, der Ägypter, der das Buch ‚Mein Abschied vom Himmel‘ geschrieben hat. In diesem Buch schildert er einerseits die menschenverachtende islamische Tradition, nach der in Ägypten, vorwiegend auf den Dörfern, immer noch das Leben geformt wird, die Missachtung der Frauen und die brutale Gewalt gegen sie, die mittelalterlich anmutende Religiosität, nach der zum Beispiel Mädchen ganz selbst verständlich beschnitten werden, andererseits beschreibt er seine eigenen Empfindungen angesichts dieser Zustände. Spannend und gut zu lesen ist das Buch immer dann, wenn er über das heutige Ägypten, dessen unaufgeklärte und rückständige Gesellschaft sich nur langsam einer moderneren Lebensweise öffnet, berichtet. Problematisch wird es, wenn er seine eigene Befindlichkeit in aller Breite und sehr detailliert darstellt. Er erkennt, klug, wie er ist, die islamische Doppelmoral, will ihr entfliehen, wird aber immer wieder durch die Tradition, zum Beispiel die Verehrung des Vaters, der im Dorf ein angesehener Imam ist, gefesselt. Mit Hilfe anderer Kulturen, etwa der japanischen, versucht er, seine Zerrissenheit zu überwinden und innere Stabilität zu erreichen. Er scheitert regelmäßig und der Leser erfährt ein weiteres Mal, wie unglücklich, wie verstört der ‚dankbare Sklave Gottes‘, der sich von seinem Gott lösen möchte, ist. Dass sein Buch in Ägypten für Aufregung sorgte ist selbstverständlich. Religiöse Gruppierungen warfen ihm Apostasie und Gotteslästerung vor und bedrohten ihn massiv. Hier in Deutschland wurde er für längere Zeit unter Polizeischutz gestellt. Dem interessierten Leser ist das Buch sehr zu empfehlen, für den Entspannung suchenden Vergnügungsleser eher ungeeignet. Ich habe es mit Interesse gelesen.

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  • Rezension zu "Mein Abschied vom Himmel" von Hamed Abdel-Samad

    Mein Abschied vom Himmel
    HBCityGirl89

    HBCityGirl89

    20. March 2013 um 12:20

    Dieses Buch ist sicherlich keine leichte Lektüre. Man muss sich Zeit nehmen für dieses Buch, aber es ist auf jeden Fall lesenswert. Es ist interessant auch mal so ein Buch zu lesen, das aus männlicher Perspektive geschrieben ist. Man lernt sehr viel über die islamische Welt und erfährt vieles vom Leben des Autors. Absolut zu empfehlen!

  • Rezension zu "Mein Abschied vom Himmel" von Hamed Abdel-Samad

    Mein Abschied vom Himmel
    Kaivai

    Kaivai

    19. February 2011 um 18:15

    "Ich bin ein Kind von Gewalt und Liebe". Geboren 1972 in einem Dorf nah bei Kairo. Sohn des dörflichen Imams und einer Kairoer Abiturientin, die sich wie ein Schmetterling mit gebrochenen Flügeln fühlte und voll Verzweiflung war, nachdem sie zwei Kleinkinder zu Grabe tragen mußte. Nun gebar sie Hamed und gab ihm den Namen seines toten Bruders. Hamed heißt "dankbar" und dankbar bin ich als Leser, wenn ich solch ein Buch lesen darf. Ein Fesselbuch. Extrem Intim. Vor langer Zeit hab ich schonmal solch ein Buch gelesen: "Die Bekenntnisse" von Jean-Jacques Rosseau. Als dies Buch erschien, 1782, war es aufgrund seiner radikalen Nabelschau eine Offenbarung. Ein Mensch, der mit sich selbst kämpft. Mit seinen dunklen Emotionen. Darum gehts auch hier, aber noch viel dichter am und unterm Nabel, als es Rosseau möglich gewesen wäre. Ganz erstaunlich, was Hamed Abdel-Samad alles von sich erzählt. Und wie er es schafft, dass ich mitfühle, mitlebe, nahe bin. Ganz erstaunlich auch, wie er es vermag seine Kultur in Scherben zu schlagen, auch die in den Ländern, die ihm Exil sind, Deutschland und Japan, und wie es ihm gelingt, mit den vielen Scherben sein Ich zu fügen. Die Hoffnung auf Ganzheit verliert er nie. Das ist eng verknüpft mit der Hoffnung, das Trauma zu überwinden, das er als vierjähriger in Kairo erlitt. Im Nachwort schildert Hamed Abdel-Samad, was geschah, nachdem er das Buch in Ägypten veröffentlicht hatte. Spannend. Und anrührend, wie sein Vater, der Imam, reagierte: "Ich habe das Buch oft genug gelesen. Ich finde es sehr gut. Ich kenne niemanden, der sich selbst mit soviel Ehrlichkeit und Mut begegnet. Du bist wirklich ein richtiger Mann. Und mir gefällt, dass du trotz allem deinen Humor nicht verloren hast. Mehr kann ich über das Buch nicht sagen!" Den Humor von Hamed Abdel-Samad hab ich schon bewundert, bevor ich dies Buch kannte. Bei "Entweder Broder". Tolle Serie! (gibst auch bei YouTube, also marschmarsch gucken)

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  • Rezension zu "Mein Abschied vom Himmel" von Hamed Abdel-Samad

    Mein Abschied vom Himmel
    Clari

    Clari

    07. July 2010 um 19:37

    Die Suche nach dem richtigen Gott und damit dem Halt in der Welt. Als der junge Ägypter Hamed Abdel-Samad 1985 auf dem Flughafen in Franfurt / M landet, ist er voller Hoffnung und Zuversicht auf sein Leben in Deutschland. Bald aber muss er feststellen, dass einem auch in Deutschland die gebratenen Tauben nicht in den Mund fliegen. In einer recht depressiven, wenig zukunftsfreudigen Haltung berichtet Hamed Abdel-Samad über seine ersten Eindrücke und sein Leben in Deutschland, das ihn in eine wenig Erfolg versprechende Ehe mit einer viel älteren Frau führt. Daneben versucht er sich mit einem Studium und verdient sein Geld in einer Kraftfahrzeugwaschanlage. In der Gegenüberstellung seines Heimatlandes, dessen Sitten, Gebräuche und Lebensformen mit den von ihm erwarteten Fortschritten des Landes, das er sich zum Gastland auserkoren hat, kann man bald schon erkennen, dass er weder dem einen Land noch dem anderen viel Gutes abgewinnen kann. Der Bericht ist einem an sich selber zweifelnden und aus allen Bezügen heraus gefallenen Mannes geschuldet, der alle Orientierung verloren zu haben scheint. So sind seine Bilder eher schwarz gefärbt, denn hoffnungsfroh. Er studiert eher nebenbei, fühlt sich nirgendwo glücklich und zu Hause und startet eine Abrechnung mit seiner Kindheit, in der ihm mehrfach Gewalt angetan wurde. Die eigene willkürlich und unverständlich erlebte Beschneidung und die seiner Schwester lösten Widerstand und Abwehr in ihm aus. Nachdem er schon einige Zeit in Deutschland gelebt hat, scheitert seine Ehe und er hat wiederholt Angstzustände zu bewältigen. Sexuelle Not ist einer der Gründe für seine Ängste. Als gestörte Persönlichkeit landet er zu Zeiten in einer psychiatrischen Klinik, in der er zwar Medikamente aber keine seelischen Hilfen finden kann. Er reist nach Japan, immer auf der Suche nach der richtigen Lebensform und einem Glauben, der ihn erlösen könnte. Eine neue Frau und neues Glück bei einer Halbjapanerin befreien ihn vorübergehend aus seinen Nöten.Am Ende entschließt er sich zu einer weiteren Behandlung und dem Schreiben seiner Autobiographie. Bemerkenswert ist die Suche eines Moslems, der in seinem Glauben den Halt verloren hat und keinen neuen finden kann. Als hoch begabter, sehr sensibler und feinfühliger Charakter ist er früh mit dem System der Familienordnung in Ägypten in Konflikt geraten und konnte sich in der Welt keinen Platz sichern. Vorgesehen war für ihn vom Vater die Berufung zum Imam. Er schwankt zwischen verschiedenen Lebensformen und Welten hin und her und leidet doch zutiefst innerlich an einem eigenen Mangel an Standortbestimmung. Er bezeichnet sich selber als Teil eines Konflikts zwischen "Ambivalenz, Dogmen und Vernunft; Monokultur und Vielfalt."_ Er sieht diesen Konflikt nicht alleine als Problem des Islams. Seine Autobiographie bietet Einblicke in die tiefen Schichten seiner Psyche bei gleichzeitig hoher Fähigkeit, die kulturellen und religiösen Konflikte auszumachen und als Zeit- und Gegenwartsprobleme zur Diskussion zu stellen. Heute arbeitet er am Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität in München und steht unter Polizeischutz, da er mit seiner kritischen Haltung dem Islam gegenüber gefährdet ist.

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