Han Kang

 3.8 Sterne bei 369 Bewertungen
Autorin von Die Vegetarierin, Menschenwerk und weiteren Büchern.
Han Kang

Lebenslauf von Han Kang

Han Kang studierte koreanische Literatur an der Yonsei Universität. Ihre Karriere als Schriftstellerin begann mit einem Gedicht, das 1993 in der Vierteljahrsschrift “Literatur und Gesellschaft” erschien. Ein Jahr später erschien ihre erste Kurzgeschichte, „Rotes Segel“, die den Literaturpreis der Zeitung „Seoul Shinmun“ gewann. Seitdem arbeitet sie als Schriftstellerin und wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Ihr Roman „The Vegetarian“ von 2007 erhielt 2016 dem Man Booker International Prize und erschien im gleichen Jahr auch auf Deutsch unter dem Titel „Die Vegetarierin“. Neben ihrer Arbeit als Schriftstellerin unterrichtet sie seit 2013 Kreatives Schreiben am Kulturinstitut in Seoul.

Neue Bücher

Deine kalten Hände

Erscheint am 15.02.2019 als Hardcover bei Aufbau Verlag.

Deine kalten Hände

Erscheint am 27.02.2019 als Hörbuch bei Argon.

Alle Bücher von Han Kang

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Die Vegetarierin

Die Vegetarierin

 (276)
Erschienen am 15.09.2017
Menschenwerk

Menschenwerk

 (43)
Erschienen am 15.09.2017
Deine kalten Hände

Deine kalten Hände

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Erschienen am 15.02.2019
Menschenwerk

Menschenwerk

 (0)
Erschienen am 15.03.2019
Die Vegetarierin

Die Vegetarierin

 (28)
Erschienen am 09.12.2016
Deine kalten Hände

Deine kalten Hände

 (0)
Erschienen am 27.02.2019
The Vegetarian

The Vegetarian

 (18)
Erschienen am 02.02.2016
The Vegetarian: A Novel

The Vegetarian: A Novel

 (3)
Erschienen am 01.01.2015

Neue Rezensionen zu Han Kang

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StefanieFreigerichts avatar

Rezension zu "Die Vegetarierin" von Han Kang

Es gibt wenige Bücher, die so "anders" sind, wie dieses
StefanieFreigerichtvor einem Monat

Warnung vorab für Sensible: Schilderung von sexueller und körperlicher Gewalt, Psychiatrie, Suizid, Selbstverletzung, Sex (für nicht-Sensible zu diesen Themen: für mich passte das alles genau so)

5 Sterne. Klar. Aber wofür – was war das gerade eben??? Das Buch hat drei Teile, jeweils aus der Perspektive eines anderen Ich-Erzählers, jeweils geht es um die Frau, die hier titelgebend ist. Ich habe gebraucht für dieses dünne Büchlein, das 2016 in deutscher Sprache erschienen ist. Schließlich habe ich die drei Teile an je einem Tag gelesen, konnte so besser nachsinnen, nachspüren.

Ja, klar, sie, Yong-Ho, isst kein Fleisch, das allerdings plötzlich. Und damit fängt es an, wobei man das bezweifeln darf nach dem, was man im dritten Abschnitt über ihre Kindheit erfährt. Und worum geht es denn nun? Vielleicht um das, was passiert, wenn man die Erwartungen nicht mehr erfüllt, vielleicht um Patriarchat, um familiären Druck, gesellschaftliche Erwartungen, Gewalt in der Ehe, die Freiheiten derer, die anders sind, um Sprachlosigkeit zwischen Generationen, Ehepartnern, Menschen generell. Es geht um Abweichungen und wie wir als Mitmenschen diesen begegnen.

Mal ernsthaft – es geht nicht um Vegetarismus, aber der wäre auch hier in Deutschland ein gutes Beispiel, ein guter „Aufhänger“. Ich bin Fleischesser, habe mich aber einst aus einer Art Wette („das kann man nicht, das schmeckt nicht, das hält keiner durch“) für über ein halbes Jahr vegan ernährt, inklusive mehrgängigem Familien-Weihnachtsmahl, an dessen Ende man mich fragte, wann denn nun „mein (seltsames?) veganes“ Essen käme…(der Trick war wohl, nach Suppe und Salat mit Gemüsesülze und einem „ganz falschen“ Hasen einfach einen Nachtisch mit ausreichend Cognac in der Soße zu servieren). Fast jeder kennt das, etwas, für das man sich quasi immer in Gesellschaft erklären muss, warum man etwas bestimmtes (nicht) isst, an etwas (nicht) glaubt, wählt, etwas (nicht) tut, anzieht, jemanden liebt … Und immer, wie hier, sind die anderen die „Norm“, gibt es die Nötigung zur Rechtfertigung. Der Stoff ist also nicht nur „koreanisch“. Auch das Familienbild ist ebensowenig nicht nur koreanisch: ich habe einige der anderen Texte von Lesern hier gelesen, da wird durchaus auch Yong-Ho die Schuld an der Eskalation zugeschoben. Also: Schuld an der sexuellen Gewalt? Schuld daran, nur als Objekt gesehen zu werden, Schuld an der Missachtung, der Kälte, daran, dass niemand wirklich mit ihr spricht?

Wichtig: jeder liest hier SEIN Buch, hat SEINE Interpretation der Geschichte, das ist selten so wahr wie bei diesem Buch.

Autorin Han Kang wechselt in der Geschichte geschickt zwischen der Realität, wie sie je einer ihrer Protagonisten sieht, mit den Träumen, die erlebt werden. Sie bietet damit zwar die Möglichkeit einer außerhalb des Realistischen stehenden Deutung, liefert aber eben diese selbst definitiv nicht. In der Psychiatrie finden sich dann auch alle wieder, deren Realitäten sich verschieben: Süchtige auf Entzug, Patienten mit Alzheimer, Menschen mit Wahnvorstellungen. Ihre Schwester ist ganz klar, sagt man Yong-Hos Schwester, logisch, deshalb lässt man sie ja nicht gehen. Diese Frau will erst nur Pflanzliches essen und um sich haben, dann wie eine Blume sein, dann wohl ein Baum. Nur Wurzeln schlagen und wachsen, das lässt man sie nicht.

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black_horses avatar

Rezension zu "Die Vegetarierin" von Han Kang

Die Metamorphose
black_horsevor 2 Monaten

Als Yeong-hye eines Tages beschließt, Vegetarierin zu werden, ist ihr Ehemann nicht gerade begeistert. Doch das ist nur der Anfang einer Verwandlung. Denn Yeong-hye hat bald das Gefühl, eine Pflanze zu sein und verweigert immer mehr Nahrung.

Diese Geschichte ist gleichzeitig sehr skurril und sehr nachdenklich. Sie beschäftigt sich v.a. mit dem Blick von außen auf die junge Frau, die immer fremder wird. Die Familie sieht fassungslos auf ihre Wandlung. Ihr Schwager nutzt diese auch noch für ein "Kunstprojekt" (aus).

Es ist schon faszinierend dieser Metamorphose als Zuschauer beizuwohnen. Es gibt kurze Stellen aus Sicht Yeong-hyes, aber es überwiegen die Beschreibungen der Angehörigen, die auch Erinnerungen an die Kindheit enthalten. Die Sprecher lesen sehr gefühlvoll. Ihre Interpretation passt sehr gut zum Inhalt.

Das Buch wirft viele Fragen auf, v.a. auch, wie man damit umgeht, wenn ein Mensch nicht mehr in Konvetionen leben will und damit auch bewusst den eigenen Tod in Kauf nimmt. Darf man das zulassen oder muss man ihn "retten"?

Insgesamt ein eindrückliches Hörerlebnis, das nachhallt.


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K

Rezension zu "Die Vegetarierin" von Han Kang

Die Vegetarierin
kleinebuecherweltvor 4 Monaten

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so ganz, was ich von dem Buch halten soll. Statt einer gesellschaftskritischen Geschichte, entpuppte sich "Die Vegetarierin" als eine Art Kunstwerk, das zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten liefert.
Die Geschichte erschreckt und verstört einen und schon lange hatte ich nicht mehr ein so mulmiges Gefühl in mir, nach Beenden eines Buchs. Die Geschichte und vor allem das Ende lassen vieles offen, aber das ist gleichzeitig auch der Reiz an dem Werk. Es soll keine Lösung bieten, sondern zum Nachdenken anregen und vielleicht geht es hier auch mehr um die Wirkung, statt den Inhalt.
Han Kang hat ihre Geschichte in drei Teile unterteilt und jeder wird aus einer anderen Sicht erzählt, was ich gut gelungen finde. Zunächst erzählt der Ehemann, dann der Schwager und schließlich die Schwester von den Veränderungen Yeong - Hyes. Jedoch erfährt man nie etwas aus der Sicht der Hauptperson. Die unterschiedlichen Sichtweisen zeigen deutlich wie anders eine Person wahrgenommen werden kann. Ihr Ehemann verabscheut ihre Veränderungen, ihr Schwager ist fasziniert und ihre Schwester besorgt.
Dadurch, dass jeder ein anderes Bild von ihr hat, schafft man es nicht sich der Hauptperson anzunähern. Das muss man aber auch gar nicht. 
Das Ende lässt den Leser mit einem beklemmenden Gefühl zurück.

Fazit: Ein verstörendes Buch über eine Frau, die aufgrund einer eigentlich harmlosen Entscheidung auf Ablehnung trifft.

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Gespräche aus der Community

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aufbauverlags avatar

Wir laden zur ersten Leserunde von #jungwildaufbau ein!



Lest schon vor dem Erscheinungstermin den in der Originalfassung preisgekrönten Roman "Die Vegetarierin" von Han Kang!

»Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.«

Yeong-hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die, laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist – bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen. 

Über Han Kang

Han Kang wurde in Gwangju, Südkorea, geboren. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für ihr literarisches Schreiben wurde sie mit dem Yi- Sang-Literaturpreis, den Today’s Young Artist Award, dem Manhae Literaturpreis und für "The Vegetarian" mit dem Man Booker International Prize 2016 ausgezeichnet. Derzeit lehrt sie kreatives Schreiben am Kulturinstitut Seoul. Mehr Informationen zur Autorin: www.writerhankang.com

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Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Han Kang wurde am 27. November 1970 in Gwangju (Südkorea) geboren.

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von 9 Lesern aktuell gelesen

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