Die Vegetarierin

von Han Kang 
3,7 Sterne bei260 Bewertungen
Die Vegetarierin
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Positiv (170):
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Roman über Obsession, Rebellion gegen die Konformität, über Auswirkungen häuslicher Gewalt

Kritisch (34):
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Eine Geschichte über Rebellion, Verlangen, Hilflosigkeit und mehr. Meiner Meinung nach Geschmackssache.

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Inhaltsangabe zu "Die Vegetarierin"

Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist – bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen.

»Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.«
Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Die Vegetarierin ist eine kafkaeske Geschichte in drei Akten über Scham und Begierde, Macht und Obsession sowie unsere zum Scheitern verurteilten Versuche, den Anderen zu verstehen, der ja doch, wie man selbst, Gefangener im eigenen Leib ist. Der Roman wurde mit dem Man Booker International Prize 2016 ausgezeichnet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351036539
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:190 Seiten
Verlag:Aufbau Verlag
Erscheinungsdatum:15.08.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 09.12.2016 bei Finch&Zebra erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    kleinebuecherweltvor 2 Monaten
    Die Vegetarierin

    Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so ganz, was ich von dem Buch halten soll. Statt einer gesellschaftskritischen Geschichte, entpuppte sich "Die Vegetarierin" als eine Art Kunstwerk, das zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten liefert.
    Die Geschichte erschreckt und verstört einen und schon lange hatte ich nicht mehr ein so mulmiges Gefühl in mir, nach Beenden eines Buchs. Die Geschichte und vor allem das Ende lassen vieles offen, aber das ist gleichzeitig auch der Reiz an dem Werk. Es soll keine Lösung bieten, sondern zum Nachdenken anregen und vielleicht geht es hier auch mehr um die Wirkung, statt den Inhalt.
    Han Kang hat ihre Geschichte in drei Teile unterteilt und jeder wird aus einer anderen Sicht erzählt, was ich gut gelungen finde. Zunächst erzählt der Ehemann, dann der Schwager und schließlich die Schwester von den Veränderungen Yeong - Hyes. Jedoch erfährt man nie etwas aus der Sicht der Hauptperson. Die unterschiedlichen Sichtweisen zeigen deutlich wie anders eine Person wahrgenommen werden kann. Ihr Ehemann verabscheut ihre Veränderungen, ihr Schwager ist fasziniert und ihre Schwester besorgt.
    Dadurch, dass jeder ein anderes Bild von ihr hat, schafft man es nicht sich der Hauptperson anzunähern. Das muss man aber auch gar nicht. 
    Das Ende lässt den Leser mit einem beklemmenden Gefühl zurück.

    Fazit: Ein verstörendes Buch über eine Frau, die aufgrund einer eigentlich harmlosen Entscheidung auf Ablehnung trifft.

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    N
    Northlightvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Das Cover spiegelt den bizarren Inhalt wieder...
    Ein anderes Buch zum Nachdenken

    Ein anderes Buch zum Nachdenken, ich denke manchmal noch immer darüber nach. Es wird als "kafkaesk" beschrieben, aber es ist...einzigartig... 

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    thisishers avatar
    thisishervor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Bilderreich und kunstvoll!
    Lädt ein zu vielfältigen Interpretationen

    Im Mittelpunkt steht Yong-Hye, wir betrachten sie nacheinander aus drei verschiedenen Blickwinkeln: dem ihres Ehemannes, ihres Schwagers und schließlich ihrer älteren Schwester.
    Yong-Hye beginnt sich den gesellschaftlichen Konventionen und Erwartungen ihres Umfelds zu widersetzen, indem sie eines Tages beschließt auf Fleisch und andere tierische Produkte zu verzichten. Sie erklärt dies immer mit dem gleichen Satz: Ich hatte einen Traum.
    Durch den Fleischverzicht versucht sie ihre gewaltsamen Träume unter Kontrolle zu bringen. Ihr Umfeld reagiert mit Unverständnis und zunehmender Gewalt auf diese Veränderung in ihrem zuvor „durchschnittlichen“ Leben.

    Der Roman ist wie ein kleines Kunstwerk geschrieben und lädt durch seine klare, jedoch bilderreiche Sprache zu vielfältigen Interpretationen ein. Als Kritik einer starren Gesellschaft in Südkorea, dem ungleichen Machtverhältnis von Mann und Frau und der Ausbruch aus diesen, der nur durch die Autonomie über den eigenen Körper erreichbar scheint. In einer Gesellschaft in der so viel durch soziale Normen festgelegt ist, wirkt der kleine Akt des Fleischverzichts als eine Rebellion.

    Diesen Akt des Widerstands stellt die Autorin Han Kang vor allem durch die heftigen und teils brutalen Reaktionen des Umfelds von Yong-Hye dar. Die Hauptfigur wirkt meistens passiv und teilnahmslos, zieht sich immer weiter in sich selbst zurück und behält sich dabei doch ihr Recht über ihren eigenen Körper, auch wenn sie ihn dadurch zerstört.

    Trotz des geringen Umfangs (gerade einmal 189 Seiten) steckt dieses Buch voller Bilder, Metaphern und ungewöhnlichen neuen Ideen. Auch wenn sich mir nicht alles beim ersten Lesen erschlossen hat, finde ich es trotzdem empfehlenswert und sehr lesenswert! Es bleibt vieles ungesagt und wer Spaß daran hat, auch mal zwischen den Zeilen zu lesen und über das Gelesene auch nach dem Beenden der Lektüre nachzudenken, dem wird 'Die Vegetarierin' sicher gefallen. 

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    tlows avatar
    tlowvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Fesselnd
    Die Vegetarierin

    Yong-Hye lebt mit ihrem Mann in Südkorea und beschließt eines Tages Vegetarierin zu werden. Begründen kann sie dies nur mit den immer gleichen Worten: "Ich hatte einen Traum."
    Für ihren Mann und auch ihre Familie ist dies völlig unverständlich, doch Yong-Hye weigert sich fortan standhaft Fleisch zu essen.

    Was erst einmal harmlos klingt entwickelt sich zu einer wirklich tragischen Geschichte, da Yong-Hye nach und nach zeigt, dass Vegetarismus nicht das einzig ungewöhnliche an ihr ist. Sie beginnt keine BHs mehr zu tragen, isst viel zu wenig und schließlich eskalieren die Ereignisse.

    Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven: Aus der ihres Mannes, ihres Schwagers und ihrer Schwester. Diese Perspektiven betrachten Yong-Hye ganz unterschiedlich, mal mit mehr und mal mit weniger Verständnis, doch keine der Figuren schafft es zu ihr durchzudringen.

    Das Buch hat mich gefesselt. Es ist an vielen Stellen nicht vorhersehbar und es war spannend Yong-Hyes Entwicklung mit zu verfolgen. Teilweise war es für mich schwer auszuhalten, da sie auf so viel Unverständnis stößt und mir leid getan hat, ich selbst es aber auch nicht verstehen konnte. 
    Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, die ihren Bann langsam, aber stetig entfaltet und einen nicht los lässt, auch nach dem Lesen nicht.

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    Elizzys avatar
    Elizzyvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Schockierend, brisant, emotionslos und doch kraftvoll erzählt Han Kang das Schicksal einer Frau, die in jeder Hinsicht besonders ist.
    Die Vegetarierin

    Zusammengefasst

    Das Leben von Yong-Hye war bis anhin ruhig und beschaulich. Ihr Mann beschreibt sie als gewöhnlich und nicht sonderlich attraktiv.

    „Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie in jeder Hinsicht für völlig unscheinbar.“

    Die Geschichte beginnt harmlos, entwickelt sich aber rasant und wird immer bizarrer. In drei Akten wird hier aus der Sicht des Ehemanns, Schwagers und ihrer Schwester erzählt. Die Gedanken von Yong-Hye kommen dabei nur kurz am Anfang vor und so fällt es einem schwer während der Geschichte zu begreifen was mit ihr passiert. War es zu Anfangs nur der Verzicht auf Fleisch, so steigert sich dies schnell zu „keine tierischen Produkte mehr“ bis hin zu „Ich brauche nur Wasser“.

    Schockierend, brisant, emotionslos und doch kraftvoll erzählt Han Kang das Schicksal einer Frau, die in jeder Hinsicht besonders ist.

    Darüber Gedanken gemacht

    Bevor ich diese Rezension schreiben konnte, musste ich mir erstmal ein paar Tage Zeit nehmen, um meine Gedanken zu sortieren. Ich nahm mir ausserdem auch die Zeit, um andere Rezensionen vom Buch zu lesen und mir so ein umfangreiches Bild zu machen. Denn der erste Eindruck täuscht und hinter diesem seltsamen Buch steckt mehr, als man zu Anfangs erwartet.

    *** ab hier folgen Spoiler ***

    Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit der Entscheidung von Yong-Hye, die plötzlich beschliesst Vegetarierin zu werden. Auf die Fragen Ihres Mannes antwortet sie immer nur mit „Ich hatte einen Traum.“ Dieser Traum, der wirklich abstossend ist, verursacht eine Kettenreaktion und die Gedanken von Yong-Hye werden immer wirrer. Sie nimmt rasant ab und wird immer schweigsamer. Bei einem Geschäftsessen wird sie von den Arbeitskollegen ihres Mannes beinahe bemitleidet und die Entscheidung zum Vegetarismus, kann beinahe niemand so recht begreifen. Ihre Träume werden immer schlimmer und blutiger und mittlerweile, kann sie nicht einmal mehr ihren Mann ertragen, denn dieser riecht ihrer Meinung nach aus allen Poren nach Fleisch.

    „Es ist mein Herz, das schmerzt, und in meiner Magengrube spüre ich einen undefinierbaren Druck. Er ist immer da. Im Moment sogar, wenn ich keinen BH trage. Auch ein tiefer Atemzug bring keine Erleichterung. Was sich dort angesammelt und festgesetzt hat, das sind Schreie und Gebrüll. Und die kommen vom Fleisch. Ich habe zu viel davon gegessen. All die Seelen sind dort eingeklemmt, da bin ich sicher. Blut und Fleisch werden verdaut […] Der Rest wird ausgeschieden. Aber die Seelen klammern sich hartnäckig in meinem Magen fest…“

    Sie verliert weiterhin viel an Gewicht und ihr Mann zieht ihre Familie zur Hilfe, diese reagieren leider kaum verständnisvoll und bei einem Essen entsteht eine schreckliche Szene, in der ihr Vater sie schlägt und ihr tatsächlich Fleisch in den Mund stopft. Dieses spuckt sie sogleich aus, greift nach einem Messer und schneidet sich, vor den Augen der ganzen Familie, den Arm auf.

    Sie landet in der Psychiatrie und auch dort versucht sie niemand zu verstehen, sondern weist immer wieder darauf hin, wie abartig sie nun ist und das dies alles dem Verzicht von Fleisch zuzuschreiben ist. Am schlimmsten fand ich aber die Reaktionen ihres Mannes.

    „Aber am Tag darauf sollte Yong-Hye entlassen werden, was bedeutete, dass ich wieder mit dieser seltsamen und angsteinflössenden Frau zu Hause sein würde.“

    In mehreren Szenen konnte man lesen, wie er sich vor allem über sich selbst und seinen Ruf sorgen machte. Er verstand nicht, wieso er nun ebenfalls kein Fleisch mehr zu Hause essen durfte und fühlte sich von seiner Frau zurückgewiesen. Anstatt zu versuchen ihr zu helfen vergewaltigte er sie stattdessen und dachte während der ganzen Zeit nur an sich und seine Bedürfnisse.

    Im zweiten Akt erfährt man das nun einige Jahre vergangen sind und die Geschichte wird aus der Sicht des Schwagers geschildert. Dieser ist Künstler und mit der Schwester von Yong-Hye verheiratet. Als er erfährt, dass Yong-Hye einen Mongolenfleck auf ihrem Körper hat, beginnt er Fantasien zu entwickeln. Diese sind vor allem sexuell gesteuert und schnell entwickelt sich daraus ein Projekt.

    Auch hier war wieder zu spüren, dass ein Protagonist sich nicht so gab, wie er eigentlich war und Dinge tat oder dachte, die von der Gesellschaft nicht akzeptiert wurden. So überredete er nämlich Yong-Hye, die mittlerweile die Psychiatrie verlassen durfte, führ ihn Nacktmodell zu stehen. Er bemalte ihren Körper mit lauter Blumen und plötzlich erwachte in ihr der Gedanke „Ich bin eine Blume.“ Bereits in der Psychiatrie zog sie sich öfters nackt aus und setzte sich so in die Sonne, sie hatte also kaum ein Problem damit, sich vor ihrem Schwager auszuziehen. Dieser verlor sich immer mehr in seinen Fantasien, die letzten Endes dann auch wahr wurden. Als seine Frau, die Schwester von Yong-Hye, die beiden dann erwischte, rief sie sofort den Notarzt, da sie überzeugt war, dass beide in die Psychiatrie gehören.

    Im dritten Akt, kommt noch einmal alles zusammen und die Tragik wird einem noch bewusster. Yong-Hye hat nun endgültig das Gefühl eine Pflanze zu sein und lebt in ihrer eigenen Welt. Der letzte Abschnitt wird aus der Sicht der Schwester erzählt und lässt auch hier erblicken, dass auch sie kein Verständnis für sie hat und sich am liebsten wünschen würde, alles einfach zu vergessen. Auch hier wird noch einmal thematisiert, dass höchstwahrscheinlich das nicht essen von Fleisch, die Ursache allen Übels ist. Doch ganz am Ende wandelt sich die Sicht der Schwester und sie gibt dem ganzen noch einmal einen anderen Blickwinkel.

    Gefiel mir sehr

    Das Buch setzt keine Tabus und Han Kang nimmt kein Blatt vor dem Mund. Egal bei welchem Thema, sie wagt Dinge anzusprechen, die oft verschwiegen werden und so findet man in ihrem Buch nicht nur Themen wie Vegetarismus sondern auch Gewalt, Unterdrückung, Sexualität, Kunst und Freiheit wieder. Dies alles mischt sie auf eine bizarre Art und Weise miteinander und gibt dem Ganzen mit ihrem kühlen und beinahe abstossendem Schreibstil das gewisse Etwas.

    Am Ende war ich zugleich schockiert und beeindruckt von dieser Geschichte. Es steckte so viel mehr darin, als man vermutet und umso länger ich über das ganze nachdenke umso klarer werden manche Szenen und die Tragik wird einem von einmal viel klarer.

    Gefiel mir nicht

    Der Stil der Geschichte war an manchen Stellen meiner Meinung nach zu krass und so war ich teilweise so abgestossen, dass ich mich zum weiterlesen zwingen musste.

    Schreibstil & Cover

    Den Schreibstil habe ich so bis anhin noch nicht gelesen. Sie schreibt auf eine Art kühl und distanziert und im nächsten Moment holt sie einen ganz nah an sich heran. Es ist wirklich nur schwer zu umschreiben. Das Cover ist wunderschön und versteckt aber auch die Botschaft des Buches darin.

    Fazit

    Ein sehr aufwühlendes Buch, dass einen schockiert, begeistert, abstosst sowie auch anzieht. Von mir gibt es deshalb eine bedingte Leseempfehlung, da ich finde, dass vielleicht nicht jeder mit diesem Thema umgehen kann und zugleich finde ich die Themen darin wichtig. Niemand sollte sich in seinem Leben unterdrücken lassen. Man sollte so sein können wie man möchte und vor allem auch das Essen dürfen, was man möchte.

    Bewertung
    Buchlänge ♥♥♥♥♥ (5/5)
    Schreibstil ♥♥♥♥ (4/5)
    Botschaft ♥♥♥♥ (4/5)
    Lesevergnügen ♥♥♥♥ (4/5)

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    Kerstin_Westerbecks avatar
    Kerstin_Westerbeckvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Es geht um mehr als Fleischlosigkeit
    Ich bin eine Pflanze, eine Blume, ein Baum - ich bin wertvoll

    Yong-Hye ist der eher unauffällige Typ Frau. Durchschnittlich attraktiv, "einfaches" Wesen ohne charakterliche Extravaganzen, was ihrem Mann gerade ganz recht ist, weil es ihm ein gleichmäßiges, unaufregendes Leben garantiert.


    Dann kommt der Tag, an dem sie entscheidet Vegetarierin zu werden – mit der simplen Erklärung: „Ich hatte einen Traum“. Und ab jetzt schlägt das Eheleben eine Richtung ein, die, man ahnt es, dem Ehemann ganz und gar nicht schmeckt. Yong-Hye treibt es allerdings auch auf die Spitze, verweigert nach und nach alles Tierische, wird dabei immer dünner. Sie möchte eine Pflanze sein. Nicht nur der Ehemann, auch die Familie stehen vor einem Rätsel, mit der für sie offensichtlich einzig relevanten Frage: Wie bringt man sie wieder zur Vernunft? Auf einem Familienfest dann eskaliert die Situation, als der Vater gewaltsam versucht die Tochter zum Fleisch essen zu zwingen ...


    Mein erster Eindruck von Han Kangs "Die Vegetarierin": Zwischen den Zeilen herrscht ganz viel Schweigen.


    Protagonistin Yong-Hye wird aus drei unterschiedlichen Ich-Perspektiven reflektiert. Wobei mit jeder neuen Perspektive zwar unter der Oberfläche etwas passiert. Dies aber nicht tief genug greift, um sie von ihrem Weg, den sie einmal eingeschlagen hat, abzubringen.


    Die erste Perspektive ist die des Ehemannes, der mit seiner inneren Haltung den Eindruck vermittelt: das Leben plätschert vor sich hin und man geht ganz einfach mit. Dass derjenige, mit dem man das Bett teilt eigentlich nicht der- oder diejenige ist, der mit den eigenen Wünschen korrespondiert, ist ein Nebeneffekt, der zwar (in der Tiefe des Herzens) nicht wirklich erwünscht ist, aber man opfert es dem bequemen Leben. Fragen über Gefühle, Bedürfnisse des anderen werden auch nicht gestellt, weshalb Yong-Hyes Versuch emotional auszubrechen zum tragischen Solo wird, werden muss.


    Ich-Perspektive zwei ist die des Schwagers. Ein Künstler, der in seiner Kunst eigene erotische Fantasien auslebt, die ihm sein Eheleben nicht ermöglicht. Seine Frau ist Yong-Hyes große Schwester. Diese führt ein gesellschaftlich "durchgenormtes" Leben: Mann, Kind und eigener Laden, alles hübsch geordnet. Ähnlich wie im Fall der anderen Ehe, weiß man auch hier nichts voneinander. Makel der Beziehung ist jedoch augenscheinlich er: seine Außenseiterrolle als Künstler, seine bizarr-erotischen Filmprojekte und seine (ebenfalls unausgesprochenen) Bedürfnisse in der Beziehung – in erotischer Hinsicht. Yong-Hye ist für ihn der Schluck Wasser auf einer völlig ausgetrockneten Zunge. Sie inspiriert ihn: ihre kantig-spröde Urwüchsigkeit. Ihre Teilnahmslosigkeit, womit sie in seinen Händen zu einem leicht formbaren Kunstobjekt wird. Sie spielt sein erotisches Spiel mit. Leise. Und man möchte die Szene gerne so stehen lassen, sie nicht interpretieren. Nicht denken: hier nutzt jemand die Schwäche des anderen aus. Es ist nicht so, denn jeder spielt ganz für sich – mit seinen eigenen, tief im Inneren verborgenen Bedürfnissen – ein einsames (erotisches) Spiel.


    Bis die Ehefrau dazwischen funkt. Und hier beginnt Ich-Perspektive drei. Yong-Hye landet in der Psychiatrie. Ihre Schwester bringt sie dorthin. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem man gerade dachte, fast hat sie etwas gefunden. Etwas, das sie zwar (aus Sicht ihrer Umwelt) als "anders" oder "speziell" hinstellt, sie aber dennoch ein Stückchen näher zu sich selbst bringt … bringen könnte. Das aber will die Umwelt nicht. Der Blick auf den Menschen kommt stets von außen. Auch das, was im Inneren der Personen vor sich geht, folgt diesem "äußeren" Zwang Anderssein möglichst zu unterdrücken. So geschieht es auch in der Psychiatrie. Oder auch in den Versuchen der Schwester die Jüngere zurück ins Leben zu holen. Das Problem ist: Die Schwester weiß für sich selbst nicht, was Leben ist, wo sie steht und was der Sinn dessen ist. Über die eigene Unfähigkeit sich diese Fragen zu beantworten, klammert sie sich an ihre krampfhaften Versuche der Schwester weiterhin das Essen einzuflößen, das sie so vehement verweigert, und verfällt damit – in letzter Konsequenz – auch noch in Selbstmitleid. Sie wirft sich Versagen in Lebensdingen vor, aufgrund einer verpfuschten Kindheit …


    Als Leser hat man schnell begriffen, worum es in "Die Vegetariern" geht. Yong-Hyes Botschaft: Ich bin eine Pflanze, eine Blume, ein Baum. Ich bin wertvoll. Für mich. Für das Leben. Ich will aus mir selbst heraus wachsen dürfen, meine Blätter und Blüten frei entfalten ... wird nicht gehört.


    Das Thema ist nicht neu. Aus koreanischer Perspektive – Han Kang lebt in Seoul – bringt es sicherlich auch sozio-kulturelle Merkmale der koreanischen Gesellschaft zum Ausdruck. Ich musste über die beiden Koreas nachdenken, die bereits länger voneinander getrennt sind, als wir es mit BRD und DDR je erlebt haben. Familien wurden damals auseinandergerissen. Geschwister haben sich nie wieder gesehen, und stehen jetzt mit zunehmendem Alter auch vor der Frage, ob sie es jemals werden. Das tut weh, wenn man nur einmal darüber nachdenkt.


    Das ging mir durch den Kopf. Vielleicht passiert es unbewusst in diesem Roman, aber es klingt ein bisschen Hoffnungslosigkeit durch...

    Vielleicht ist es aber auch ganz anders, das komplette Gegenteil. Ein paar Fragen bleiben offen und das ist gut so. 

     

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    BrittaRoeders avatar
    BrittaRoedervor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Klare Sprache, hypnotisch starke Bilder , große Themen - eine Komplexität, die in Atem hält.
    Über die tragische Flucht nach Innen

    Drei Episoden hat die südkoreanische Autorin Han Kang um die Hauptfigur Yong-Hye herum angesiedelt, jede lässt den Leser einen Blick aus anderer Perspektive auf die Frau werfen, deren Geschichte der rote Faden ist, der die komplette Handlung zusammenhält.

    Zunächst lässt die Autorin den Ehemann zu Wort kommen, einen Unsympath ersten Ranges, einen durchschnittlichen Kleingeist, dessen Gefühlskälte den Leser erschaudern lässt. Keine Frage, dass die beginnende immer heftiger werdende psychische Krise der Titelfigur in direktem Zusammenhang mit der offenen Empathielosigkeit dieses Mannes steht, der eine ganze Klasse von Männern repräsentiert, deren traditionelles Frauenbild vielerorts noch immer gesellschaftlich prägend ist.

    Quasi ein Gegenentwurf zu diesem „Durchschnittsmann“ ist Yong-Hyes Schwager, ein Videokünstler, der sich zu der jungen Frau hingezogen fühlt. Kurzfristig hofft man auf einen Seelenverwandten und dadurch auf einen Ausweg für die Titelfigur. Doch die Beziehung scheitert, nicht zuletzt an den gesellschaftlichen Konventionen.

    Mit der Schwester In-Hye, die in der dritten und letzten Episode den Blick auf Yong-Hye prägt, endet der Roman, der konsequent auf sein tragisches Ende zusteuert. 

     

    Im Bemühen sich diesem kraftvollen Buch zu nähern wird von vielen Rezensenten der Vergleich mit Kafka herangezogen. Das Buch habe kafkaeske Züge, heißt es immer wieder. Was den Grad der menschlichen Verzweiflung in diesem Roman betrifft, mag das zutreffen  – stilistisch betrachtet muss man dem aber widersprechen.

    Han Kangs Stil ist extrem klar. Absolut gradlinig beschreibt sie alle Entwicklungen, die die Charaktere und auch die Handlung nehmen. Gut lesbar ist der Roman von der ersten bis zur letzten Zeile. Verwirrend ist eher die intensive ja geradezu bedrohliche Atmosphäre, die die Autorin dabei erzeugt.

    Schon früh ahnt man, dass sich hinter dieser Geschichte kein gutes Ende verbirgt.  

    Auch die Vokabel „verstörend“ wird oft bemüht, um den Leseeindruck zu beschreiben. Verstörend ist hier vor allem das, was Kang zwischen den Zeilen mitteilt – es entsteht ein Blick auf eine Welt ohne echten Ausweg, in der den Protagonisten nur die Flucht nach innen bleibt.

     

    Viel ließe sich über die Symbolik philosophieren, die Kang durch ihre hypnotisch intensiven Bilder transportiert.

    Der Fleischverzicht als Auflehnung gegen tradierte zur Selbstverständlichkeit erstarrte Grausamkeit in der Gesellschaft, die Hinwendung zum Pflanzlichen als Rückkehr zur Natürlichkeit, als Besinnung auf die eigene Identität und die eigenen Bedürfnisse – oder aber auch als totale Selbstaufgabe des eigenen Ichs, als Todessehnsucht.

    Es ist ein großer Gewinn mit Kang auf eine Autorin zu treffen, die ihren Lesern so viel Spielraum dabei lässt, eine eigene Interpretation zu finden. Eine Freiheit, die den Lesegenuss enorm verlängert. Denn auch wenn man diesen Roman zur Seite gelegt hat, ist man als Leser noch lange nicht fertig mit der Geschichte. Man mag kaum glauben, dass sich auf kaum 200 Seiten eine solche Komplexität entfalten kann. ‚Die Vegetarierin‘ ist ein Roman, der seine Leser reich beschenkt.

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    Nicole_Rodvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Großes Leseerlebnis
    Großes Leseerlebnis

    Offensichtlich ist dies ein Buch, das polarisiert. Bevor ich es las, hörte ich immer nur entweder es sei ausgezeichnet oder es sei eben schwierig.  Daher war ich sehr gespannt darauf, wie es mir gefallen würde.Die Geschichte der Vegetarierin wird aus drei Perspektiven erzählt, die des Ehemanns, des Schwagers und ihrer Schwester. Ihre eigene Stimme hören wir nur selten durch ihre bizarren Träume und Gedanken. Durch die verschiedenen Perspektiven erhalten wir sehr unterschiedliche Bilder der Vegetarierin. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Der Stil ist flüssig und einnehmend. Die Sprache ist zugänglich und erlaubt dem Leser, sich leicht in die verschiedenen Erzählperspektiven einzufinden. Zum Inhalt möchte ich wenig sagen, denn wie dieser sich dieser im Verlaufe des Buchs entwickelt ist wesentlich für das Erleben dieser ungewöhnlichen Lektüre.Ich weiß noch nicht, ob ich vier oder fünf Sterne vergeben werde, denn das Leseerlebnis muss erst noch sacken. Ein Buch, was bei einem bleibt. Ich werde die Autorin definitiv weiter verfolgen.

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    BlueSirens avatar
    BlueSirenvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Verstörend, sprachlich ansprechend und fesselnd, aber sehr speziell.
    Verstörend schön

    Dieses Buch ist einzigartig, verwirrend, aber gleichzeitg fesselnd und malerisch. Wie ein kafkaesker Traum. Ganze Rezi auf meinem Blog!

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    awogflis avatar
    awogflivor 9 Monaten
    Großartige Geschichte der gescheiterten Selbstbestimmung einer Frau

    Dieses Buch hat mich überhaupt nicht verstört, sondern restlos begeistert. Auch finde ich gar nicht, dass der Roman Veganismus thematisert, und wohin ein solches Verhalten führen kann. Für mich ist es die Geschichte einer Frau, die verzweifelt um ein kleines bisschen persönliche Autonomie in einer komplett übergriffigen Umgebung kämpft und permanent von der gesamten Familie mit Gewalt und mit Hilfe des Systems wieder auf "Linie" gebracht wird.

    Der erste Versuch eines Befreiungsschlages passiert tatsächlich über die Ernährung und den Veganismus, ein kleiner, sehr eng gezogener Teilbereich in dem die Protagonistin bis zum Start der Geschichte zumindest ein Fünkchen selbstbestimmt leben konnte.
    Ich setze auch in dieser Rezension eine Spoilerwarnung, denn ich möchte die Aussage und meine Interpretation des Buches genauer analysieren, weil es mir so gut gefallen hat.

    Yeong-Hye führt ein völlig fremdbestimmtes furchtbares Leben. Ihr Vater hat sie sich in ihrer Kindheit im Gegensatz zu ihren Geschwistern als fast ausschließliches Opfer seiner Gewaltorgien ausgesucht, weil sie erstens so duldsam war und weniger aufmuckte, und als jüngeres Kind zu wenig Nutzen in die Famile einbrachte. Der Bruder war ja scho seit Geburt per se als zukünftiges Familienoberhaupt unentbehrlich und die ältere Schwester war auch nützlich, da sie den besoffenen Vater bedienen konnte. Auch ihre Ehe ist furchtbar sie hat sich am Rollenbild des Vaters orientiert und einen gefühlskalten Mann gefunden, der sie nicht liebt, sie als Dienstbotin und Fickfetzn missbraucht. Er sagt selbst, dass er sich eine unscheinbare duldende graue Maus zur Ehefrau genommen hat, weil er meint, sich deshalb in der Beziehung nicht anstrengen zu müssen und glaubt, sich komplett gehenlassen zu dürfen.

    Nun nimmt sie sich auf Grund eines Traumes ein kleines Fünkchen Automomie entgegen der üblichen gesellschaftlichen Konventionen heraus, obwohl im Roman auch mehrmals betont wird, dass es bereits einige Vegetarier in Korea gibt. Und wie reagiert ihre Umgebung darauf, dass sie sich ein bisschen anders ernährt? Ich war sehr fassungslos, wieviel menschenverachtende übergriffige Gewaltakte hier von den Männern ihrer Familie stattfanden: Der Ehemann ist zuerst konsterniert, da sie es wagt, ihm zum Frühstück kein Fleisch zuzubereiten, stachelt dann ihre ganze Familie auf, die sie zwingen soll, so zu essen wie er will und vergewaltigt sie auch noch weil sie sich ihm im Bett verweigert, da er nach Fleisch riechen soll. Der Vater prügelt sie und versucht, ihr mit Gewalt, Fleisch in den Mund zu schieben, die restliche Familie schaut zu, alle finden nichts dabei und keiner schreitet bei diesen Übergriffen ein. Im Gegenteil unter dem Deckmantel der "Sorge"  in unbedingter Anpassung an die Norm der Familie und das patriachalische System werden diese Schandtaten sogar noch als Akte der Liebe schöngeredet. Im Prinzip geht es hier nicht um Veganismus, sondern um die Abwehr von permanenter Vergewaltigung von Frauen, sexuell, geistig, und emotional. Eine Art von Emanzipation in einem patriachalischen System, das auf dem Brechen von weiblichen Seelen beruht. Der erste eigentlich sehr harmlose Ausbruch der Emanzipation scheitert an der gesamten Umgebung und ihrer Gewalttätigkeit und endet mit einem Selbstmordversuch und einem kurzen Aufenthalt in der Psychiatrie.

    In Teil zwei versucht Yeong-hHe wieder in einem ganz beschränkten Autonomiebereich auszubrechen, nämlich ihre sexuelle Selbstbestimmung auszuleben. Ihr Mann hat sie verlassen und sie schläft - selbstverständlich wieder mal gegen alle gesellschaftlichen Konventionen, die so in Korea herrschen - mit ihrem Schwager, was zwar nicht nett aber sicher nicht kriminell und verrückt ist, so wie es die Familie darstellt. Die geschilderten Szenen im Roman waren wundervoll und sehr erotisch wie die beiden als bodygepaintede Pflanzen sowohl ein Kunstwerk kreieren als auch den Akt vollziehen. Leider werden sie wieder erwischt und die Familie versucht erneut mit staatlicher Gewalt, Verhalten etwas abseits der strengen Normen völlig unverhältnismäßig zu bestrafen. Der Schwager wird angezeigt und muss vor der Polizei flüchten Yeong-hye wird wieder in die Psychiatrie gesteckt.

    Im letzten Teil bleibt Yeong-Hye permanent eingesperrt und von der Familie und Schwester abgeschoben, kein Fünkchen Selbstbestimmung mehr. Als sie aus der Anstalt rauswill, wird ihr das verweigert, also hört sie konsequenterweise irgendwann ganz mit dem Essen auf und wird zwangsernährt. Das gruseligste ist, dass sogar ihre Schwester, die ihr natürlich auch grollt, weil sie mit ihrem Mann geschlafen hat, aber dennoch ein Mensch mit ein bisschen Gefühlen ist, nicht nachvollziehen kann und will, dass nicht die Familie auf Yeong-hye mit mehreren moralisch nicht ganz so korrekten Aktionen reagiert hat, sondern ihr Verhalten immer eine Folge der vorausgehenden Gewaltakte der Familie war. Hier wird permanent die Täter-Opfer-Umkehr betrieben.

    Lediglich das Ende gefällt mir nicht so gut, ich hätte mir gerne einen Abschluss gewünscht. Entweder die letzte Konsequenz den Tod von Yeong-hye oder dass wenigstens ihre Schwester irgendeine Entwicklung durchmacht. Aber dass ist eine Petitesse, die die 5 Sterne-Bewertung des Werkes absolut nicht trüben kann.


    Fazit: Großartig! Für mich eines der drei besten Bücher, die ich heuer bisher gelesen habe zusammen mit  Report der Magd von Margaret Atwood und Eine allgemeine Theorie des Vergessens von Jose Eduardo Agualusa. Jetzt muss ich grad schmunzeln, denn alle drei haben irgendwann mal den  Man Booker Prize oder  den Man Booker Interntational Prize gewonnen.

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    3. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.
    4. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind!
    Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    Nimmst du die Herausforderung an?

    Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.
    Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.


    Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

    Teilnehmer:

    19angelika63
    AgnesM
    AmayaRose
    anushka
    Arizona
    aspecialkate
    ban-aislingeach
    Barbara62
    Blaetterwind
    blauerklaus
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    BookfantasyXY
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    Buchgespenst
    Buchina
    Buchraettin
    Cara_Elea
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    dia78
    DieBerta
    digra
    Eeyorele
    erinrosewell
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    Federfee
    Fornika
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    FrauJott
    freiegedanken
    frlfrohsinn
    gefluegeltermond
    Gela_HK
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    Girl56
    Gruenente
    Gwendolina
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    Insider2199
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    Literatur
    maria1
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    zeki35
    Zum Thema
    aufbauverlags avatar

    Wir laden zur ersten Leserunde von #jungwildaufbau ein!



    Lest schon vor dem Erscheinungstermin den in der Originalfassung preisgekrönten Roman "Die Vegetarierin" von Han Kang!

    »Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.«

    Yeong-hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

    Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die, laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist – bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen. 

    Über Han Kang

    Han Kang wurde in Gwangju, Südkorea, geboren. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für ihr literarisches Schreiben wurde sie mit dem Yi- Sang-Literaturpreis, den Today’s Young Artist Award, dem Manhae Literaturpreis und für "The Vegetarian" mit dem Man Booker International Prize 2016 ausgezeichnet. Derzeit lehrt sie kreatives Schreiben am Kulturinstitut Seoul. Mehr Informationen zur Autorin: www.writerhankang.com

    Jetzt bewerben!

    Bewerbt euch im Unterthema "Bewerbung/Ich möchte mitlesen", indem ihr folgende Frage beantwortet: Warum möchtet ihr "Die Vegetarierin" lesen? 

    Wir freuen uns auf euch und einen regen Austausch!

    Euer Team vom Aufbau Verlag

    * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlich haben.
    Zur Leserunde

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