Menschenwerk

von Han Kang 
4,2 Sterne bei42 Bewertungen
Menschenwerk
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Die merkwürdigen Perspektiven unterstreichen den undurchdringlichen, düsteren Charakter dieses ungewöhnlichen Werks.

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Essays über das Massaker im Mai 1980 in Gwangju

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Inhaltsangabe zu "Menschenwerk"

"Ich kämpfe, jeden Tag. Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein. Ich kämpfe gegen die Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Und Sie, ebenso ein Mensch wie ich, welche Antworten können Sie mir geben?"

Ein Junge ist gestorben, und die Hinterbliebenen müssen weiterleben. Doch was ist ihnen ihr Leben noch wert? Han Kang beschreibt in ihrem neuen Roman, wie dehnbar die Grenzen menschlicher Leidensfähigkeit sind. Ein höchst mutiges Buch und ein brennender Aufruf gegen jede Art von Gewalt.

»Han Kang zu lesen ist wie in einen Strudel aus Brutalität und Zärtlichkeit geworfen zu werden, aus dem man durchgeschüttelt, perplex und tief bewegt wieder auftaucht.« Doris Dörrie

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351036836
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:222 Seiten
Verlag:Aufbau Verlag
Erscheinungsdatum:15.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    rallusvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Essays über das Massaker im Mai 1980 in Gwangju
    blutige Realität

    „Ich atme, wenn sie mir mit auf dem Rücken zusammengebundenen Händen, einen Knüppel zwischen die Schulterblätter strecken und diesen als Hebel benutzen, bis ich schreie: ‚Bitte, hören sie auf, bitte. Ich bitte um Gnade.‘ Wenn sie mir Metallstifte unter die Finger- und Fußnägel treiben, atme ich nach Luft ringend ein und aus, während unendlich langsam Sekunde um Sekunde verrinnt. ‚Bitte, hören Sie auf, bitte. Ich bitte um Gnade‘, stöhne ich, während die Zeit stillzustehen scheint. Dann ein erneuter Schrei, ein Flehen, mein Körper möge verschwinden, sich sofort in seine Einzelteile auflösen.“

    Wer nach diesen Zeilen schluckt und sich sträubt weiter zu lesen, den kann ich gut verstehen. Verpassen würde er ein eindringliches und erschütterndes Manifest über das Tier im Menschen, verpassen würde er auch die Hoffnung und die Menschlichkeit die diesem Tier entgegengesetzt wird.

    Das Massaker in der südkoreanischen Stadt Gwangju, resultierte aus einer studentischen Demonstration für mehr Demokratie, die brutal durch das Militär zurückgeworfen wurde. Vom 18. bis 27.Mai 1980, wurden über zweitausend Menschen, meist Zivilisten, wahllos durch das Militär regelrecht abgeschlachtet. Menschenwerk ist ein mit mehreren Erzählungen, die über einige Jahrzehnte entstanden, durchzogenes Buch, das, aus der Sicht der Betroffenen geschildert, ein erschütterndes Bild auf dieses Massaker wirft. Dabei geht es weniger um die Zeit während des Aufstandes, als um die Beschreibung des Grauens der Folter und Misshandlungen, die Unbeteiligte beliebig über sich ergehen lassen mussten.

    Das Massaker wird sehr krass dargestellt, Han Kang beschreibt aus der Sicht eines toten Opfers, wie es sich anfühlt auf einem Leichenberg zu liegen. Und von oben heraus sachlich und objektiv auf den eigenen zerstückelten Körper zu schauen.

    „Sie drangen in das Unterholz hinter dem leeren Platz vor. Auf den Befehl eines Mannes hin – offenbar der Anführer – stapelten sie dort unsere Körper wieder über Kreuz aufeinander. Meiner war der zweite von unten und wurde von den anderen ziemlich zerquetscht. Trotzdem floss kein Blut mehr aus mir heraus. Nach hinten gekippt, den Mund offen, schien mein Gesicht in der Dunkelheit des Waldes noch fahler als zuvor. Zum Schluss warfen sie einen Strohsack über den Turm aus Leichen, womit dieser wie ein riesiges Ungeheuer aussah, ein Ungeheuer mit einem Dutzend Klauen.“

    Dutzende von jungen Studenten sitzen mit Waffen in einem verbarrikadierten Haus und warten den Ansturm des Militärs ab. Sie haben etwas wofür sie kämpfen können. Sie kämpfen für mehr Demokratie, für Freiheit, für ein besseres Leben. Das Militär stürmt das Haus, doch die Studenten bringen es nicht fertig, zu schießen. Warum haben sie nicht geschossen?

    „Gerade noch zerrissen und blutend waren sie wieder geheilt. Ich war wie gebannt. Mein Herr, wissen Sie, wie stark es einen machen kann, wenn man überzeugt ist, ein anständiger und guter Mensch geworden zu sein? Kennen Sie das Gefühl, vom Glanz dieses makellosen Schatzes geblendet zu sein und sein Gewissen mitten auf der Stirn zu tragen?“

    Die Menschlichkeit, das Gewissen siegt über das Gefühl einen Kampf austragen zu müssen. Doch ein Gewissen zu haben bedeutet im besten Falle Tod, im schlimmsten Falle Folter. Das Kernstück des Buches bilden für mich allerdings nicht, die drastischen Beschreibungen des Krieges, das fast schon klinisch nüchtern beschriebene blutige Gemetzel, nein, Han Kang geht noch weiter. Schmerzlich und subtil erzählt Sie von den Leiden, die ein Mensch ertragen kann. Leiden, die sich abseits des Hauptschauplatzes ereignen. Menschen, die aufgrund des Aufstandes in anderen Städten, Gemeinden aufgegriffen werden. Die verhört und dabei geschlagen werden. Selbst sieben einfache Ohrfeigen benötigen sieben Tage um aufgearbeitet zu werden. Wie lange Zeit braucht es, um die anderen Leiden zu vergessen?

    „Wie schaffe ich es bloß, die erste Ohrfeige zu vergessen. […] Den ersten Schock, als sie das Gefühl hatte, ihr Hals säße nicht mehr auf ihren Schultern.“

    Die Zeit, sagt man, heilt alle Wunden. Doch die Wunden sitzen hier tief. Die Erzählungen sind im Buch chronologisch nach ihrem Entstehen angeordnet. Nach und nach bildet sich ein erschreckendes Bild des für mich bisher unbekannten Gemetzels ab. Selbst Jahre nach dem Vorfall sind die Wunden der Zurückgebliebenen noch nicht geschlossen. Wie lebe ich mit dem Leid das ich gesehen habe weiter? Wie vergesse ich den grausamen Tod meiner Liebsten? Ein erschütterndes Buch, das mir mal wieder klar gemacht hat, wie zufällig es doch ist, am richtigen Platz zur richtigen Zeit geboren worden zu sein. Uns heutigen westlichen Zivilisationsbürgern, die nie mit dem Krieg oder einer blutigen Gewalt konfrontiert wurden, fällt es schwer, diese blutige Realität ansatzweise zu begreifen. Ein Buch von einer schmerzenden atmosphärischen Dichte, das mich teils sprachlos zurückgelassen hat. Ich musste das Buch immer wieder zurücklegen. Was können Menschen nur für Werke anrichten.

    Ausnahmsweise passt hier doch mal ein Klappentext, mit dem ich schließen möchte:

    „Han Kang zu lesen ist wie in einen Strudel aus Brutalität und Zärtlichkeit geworfen zu werden, aus dem man durchgeschüttelt, perplex und tief bewegt wieder auftaucht.« Doris Dörrie

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    Cornelia_Ruoffs avatar
    Cornelia_Ruoffvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Traurig und böse in wunderschöner Sprache
    Homo homoni lupus

    „MENSCHENWERK“ VON HAN KANG„MENSCHENWERK“ VON HAN KANG

    1. KLAPPENTEXT

    „Ich kämpfe, jeden Tag. Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein. Ich kämpfe gegen die Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Und Sie, ebenso ein Mensch wie ich, welche Antworten können Sie mir geben?“
    Ein Junge ist gestorben, und die Hinterbliebenen müssen weiterleben. Doch was ist ihnen ihr Leben noch wert? Han Kang beschreibt in ihrem neuen Roman, wie dehnbar die Grenzen menschlicher Leidensfähigkeit sind. Ein höchst mutiges Buch und ein brennender Aufruf gegen jede Art von Gewalt.
    »Han Kang zu lesen ist wie in einen Strudel aus Brutalität und Zärtlichkeit geworfen zu werden, aus dem man durchgeschüttelt, perplex und tief bewegt wieder auftaucht.« Doris Dörrie

    2. ZUM HÖRBUCH

    Das Hörbuch ist eine ungekürzte Ausgabe und ist am 15. September 2017 bei Finch&Zebra erschienen. Es hat eine Spieldauer von 6 Stunden und 10 Minuten. Du findest es auf der Plattform bei Audible, in BookBeat und in Scribd. Natürlich ist das Hörbuch auch für 12,99 € im Handel erhältlich.

    Die Übersetzungen sind beide von Ki-Hyang Lee, dennoch sind sie nicht identisch. Ich glaube, die kleinen Änderungen wurden gemacht, damit es melodischer klingt. Ich höre gerne beim Lesen zu und dabei fiel es mir gleich auf. Inhaltlich unterscheidet es sich eher nicht.

    Gesprochen von Rike Schmidt
    Einige kennen Rike Schmidt als Schauspielerin. Sie spielte an der Seite von Maximilian Schell die Hauptrolle in der ZDF-Serie „Der Fürst und das Mädchen“.

    3. ZUR AUTORIN

    Die koreanische Autorin Han Kang war zu der Zeit des Massakers neun Jahre. Jahre später hat sie ein Fotobuch über den Aufstand bei ihrenth Eltern gefunden.Nähere Angaben zur Autorin findest du hier.

    4. ZUM INHALT

    Han Kang beschreibt Geschehnisse des Gwangju-Aufstandes vom 18. Mai bis 27. Mai 1980, der mit einem Studentenaufstand gegen die herrschende Militärtjunta begann.

    Die Tatsache, dass Krieg verroht, ist wohl wahr. Dennoch beschreibt „Menschenwerk“ Folterszenen, die von Männern an Frauen begangen wurden, die jenseits der Vorstellungskraft liegen. Leichen werden wie Abfall entsorgt. Unbewaffnete Menschen werden von Scharfschützen getötet. Manche sind noch halbe Kinder. Empathie auf militärischer Seite ist nicht vorhanden.

    Das Buch ist grausam. Nein! Das Buch schildert wie grausam Menschen sein können und auch sind. Die Brutalität versteckt in schönen Worten ist kaum zu ertragen. Die Sätze und die Bilder im Kopfkino lassen dich nicht mehr los.

    Aber es gibt eben auch die anderen Opfer, die Verfolgten, die sich untereinander verbünden, einander trösten, an einander Anteil nehmen und wieder und wieder bereit sind, für die Freiheit ihr Leben zu riskieren.

    5/5 Punkten

    5. PROTAGONISTEN

    Dong-Ho kümmert sich um Opfer, um Leichenberge. Militärs überschütten sie und entzünden sie. Die Autorin beschreibt genau, wie der menschliche Körper reagiert. Sie lässt auch Seelen der Toten sprechen. Warum ist der Mensch dazu fähig, seinem Nächsten solche Gräueltaten anzutun?

    Im zweiten Kapitel versucht die Seele des Getöteten, das Geschehen zu verstehen.

    Ein Junge sucht die Leiche seines Freundes. Man spürt Trauer, Fassungslosigkeit. Wie soll man weiterleben? Warum ist der Freund tot? Warum wurde man selbst verschont!

    Warum tut Keiner was dagegen?

    Han Kang erzählt die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkel und dennoch ist ihnen gemeinsam, dass es immer die Blickwinkel der Opfer sind. Die Episoden sind aus unterschiedlichen Zeiten und zeigen, dass dieses Massaker noch bis heute in den Menschen nachwirkt.

    5/5 Punkten

    6. SPRACHLICHE GESTALTUNG

    Die Sprache von Han Kang ist ein Gemälde der Ästhetik. Ich habe das Gefühl, dass die Autorin die Gewalttaten mit der Schönheit der Sprache bekämpft.

    Die Seele, die mit dem Jungen spricht, ist sicherlich eine ungewöhnliche Art des Erzählens. Die Seele, die den Jungen mit du anspricht. Han Kang präsentiert die einzelnen Episoden in sich voneinander unterscheidenden Schreibstilen und aus mehreren Opferperspektiven.

    5/5 Punkten

    7. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUN

    „Menschenwerk“ von Han Kang, übersetzt von Ki-Hyang Lee, hat 224 Seiten, einen festen Einband und ist am 15.09.2017 unter der ISBN 9783351036836 bei Aufbau Verlag im Genre Romane erschienen und kostet 20 €.

    Auf dem zartgelben Cover ist eine Elster, die auf dem Skelett eines menschlichen Torsos sitzt, zu sehen und darüber wurden Blätter eines Ginkgobaumes gestreut.

    Der Titel Menschenwerk sagt den Inhalt aus. Das ist das Werk von Menschen. Unglaublich aber wahr!

    5/5 Punkten

    8. FAZIT

    Das Buch und der Schreibstil haben mich tief beeindruckt. Sicherlich keine leichte Kost!

    Große Leseempfehlung!

    @NetGalley und Aufbau Verlag
    Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

    Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

     

     

    WDR3 Podcast

    Deutschlandfunk Kultur Podcast

    Connie’s Schreibblogg https://schreibblogg.de

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    Fortivor 9 Monaten
    Die Niederschlagung eines Aufstandes und die Folgen

    Han Kan schreibt in "Menschenwerk" über den Aufstand von Gwangju in Südkorea 1980, bei dem für mehr Demokratie demonstriert wurde, und das anschließende Massaker durch das Militär.

    Eindringlich wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Obwohl sie alle Opfer sind, haben die verschiedenen Ich-Erzähler den Aufstand, das Massaker und die Zeit danach ganz unterschiedlich erlebt. Somit bekommt man tiefe Einblicke in die komplexen Auswirkungen eines solchen Ereignisses. Die Perspektive der Täter hat mir hierbei nicht gefehlt - ich denke, sie hätte das Buch überfrachtet.

    Keine leichte Lektüre, aber durchaus gut lesbar und definitiv lohnend!

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    Zen-Colavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Aufwühlend, brutal, die Aufarbeitung eines totgeschwiegenen Massakers.
    Eine schonungslose Aufarbeitung

    Han Kang ist mir vor einiger Zeit als Autorin durch ihren Roman »Die Vegetarierin« begegnet und wusste mich gleich für sich zu gewinnen. Der neue Roman, »Menschenwerk«, ist ebenfalls sehr stark und wuchtig und behandelt ein noch unbequemeres Thema: das Gwangju-Massaker, das sich 1980 in Korea ereignet hat. Während bspw. das chinesische Tian'anmen-Massaker an Studenten weltweit in aller Munde ist, so ist mir das hier behandelte Thema, obwohl ich viel Interesse an Ostasien aufbringe, bisher unbekannt gewesen.

    Han Kang schildert die Geschehnisse in ihrem Roman aus verschiedenen Blickwinkeln – jeder weist auch stilistisch leichte Eigenheiten auf. Zu Beginn folgt man dem Geschehen aus dem Blickwinkel eines Jungen, der während des Aufstandes und des Massakers einen Freund sucht, für den er sich verantwortlich fühlt. Erzählt werden diese Szenen aus der ungewöhnlichen »Du-Form« aus der Sicht einer Seele, die über dem Jungen schwebt. Anschließend folgt man dem Geschehen unter anderem, indem eine Angestellte sich an die Tage des Aufstands erinnert - wie sie Teil der Protestbewegung wurde und was sie im Gefängnis (teilweise sehr harte Foltermethoden) über sich ergehen lassen musste. Diese Geschichte wird aus der »Sie-Form« geschildert. Aber anders als erwartet. Die Angestellte wird – ebenfalls von einer Seele? - in der Höflichkeitsform, also der dritten Person Singular angesprochen. Das liest sich sehr ungewöhnlich, aber der Stil funktioniert sehr gut.

    Die geschilderten Geschehnisse sind von Beginn an fesselnd (wenn man das bei einem solchen Thema so sagen darf), sodass der Roman sowohl dramaturgisch als auch stilistisch sehr gelungen ist. Allerdings sollte man sich als Leser darauf einstellen, dass die Autorin das Thema schonungslos aus- und aufarbeitet. Neben dem lobenswerten literarischen Geschick bekommt man als Leser darüber hinaus, logischerweise, einen Einblick in ein wichtiges (und leider kaum präsentes) historisches Ereignis.

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    Buchraettinvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ich finde diese Autorin schafft eine unheimliche Atmosphäre, Emotionen ... anspruchsvoll, fesselnd, atemstockend und Gänsehaut erzeugend
    Das Buch wühlt den Leser auf, nimmt einen mit und lässt ihn auch nach dem Lesen noch nicht los.

    Ich habe den Klappentext erst nicht gelesen und wunderte mich so anfangs über die Erzählperspektive. Wer sollte mit dieser Ansprache gemeint sein? Du? Der Leser? Eine andere Person? Doch wer erzählt dann die Beobachtungen?
    Das Buch beginnt 1980. Südkorea. Während einer Demonstration, einem Studentenaufstand, kommt es zu einer Schießerei. Ein Junge stirbt und seine Seele berichtet nun. Die Erzählweise und seine Beobachtungen sind schon heftig und lassen den Leser mit einem Kloß im Hals zurück. Ich finde die gewählte Erzählweise mit dem Du sehr gelungen, weil ich das Gefühl hatte, als spreche er mit mir als Leser.
    Der Angriff, die Beobachtungen, das Zurücklassen des Freundes. Das sind durchaus Gänsehautmomente, Gefühle wie Angst, Gefahr. Die Autorin schafft hier wieder eine wahre Gefühlsflut für den Leser. Es ist eine besondere Atmosphäre. Wie lebt dieser Protagonist nun? Was wird ihm durch den Kopf gehen?
    Mir hat das andere Buch der Autorin schon gefallen „ Die Vegetarierin“. Auch hier spielt sie wieder mit ungewöhnlichen Protagonisten und diesem Stil mit Wörtern Bilder und Emotionen beim Leser auszulösen. Es sind Bilder aus Worten, Emotionen ausgelöst durch eine klare Sprache. Es ist ein ganz eigener Stil mit ungewöhnlichen Protagonisten.
    Dann tauchen Erinnerungen, Eigenschaften auf, die den Erzähler lebendig werden lassen im Kopfkino.
    Die Erzählweise wechselt mit den Figuren, die auftauchen. Es ist eine Geschichte in der auch Gewalt und Tod Thema sind. Es ist schon erdrückend das Buch, weil ich finde, die Geschichte transportiert vor allem die Emotionen der Figuren, aber auch die Grausamkeit von Menschen. Da stockt einem als Leser schon der Atem.
    Ich finde auch besonders die Ich- Erzähler nehmen den Leser so hautnah mit an die Geschichte und hier war das ganz besonders heftig zu lesen. Es gab schon Sätze, die will ich als Leser nicht lesen.
    Es tauchen auch wieder diese Sätze auf, die wirklich die Bilder entstehen lassen. Wörter, die dann sich zu einem Bild zusammenfügen, das ist für mich ein wirklich gelungenes Merkmal dieser Autorin. Die Figuren, die Wörterbilder und die Vermittlung der Emotionen. Aber sie ist auch gnadenlos mit der Darstellung von Szenen, die den Leser erschüttern.
    Ein Buch, das den Leser packt, das aber auch verstört und einen schlucken lässt. Diese Autorin ist schon intensiv in ihren Geschichten und lässt den Leser verstört zurück.
    Das Buch wühlt den Leser auf, nimmt einen mit und lässt ihn auch nach dem Lesen noch nicht los.

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    miss_mesmerizedvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Einmal mehr beeindruckt die südkoreanische Autorin - und erspart dem Leser wieder nichts.
    Han Kang - Menschenwerk

    Dass Studentenbewegungen selten friedlich enden und die jungen Menschen auch meist ihre Ziele nicht erreichen, ist bekannt. Die Autorin Han Kang, weltweit 2016 mit dem Gewinn des Man Booker Prize International für ihren Roman „The Vegetarian“ bekannt geworden, greift in ihrem nunmehr 13. Roman die eskalierenden Studentendemonstrationen ihrer Heimatstadt Gwangju in Südkorea auf. Entstanden aus Protest gegen die herrschende Militärdiktatur fanden die Tage der Eskalation im Mai 1980 mit dem Massaker in Gwangju ihren traurigen Höhepunkt. Die Zahl der Toten schwankt je nach Quelle zwischen 150 und 2000, die der Verletzten geht bis an die 4000. Die Verhaftungen sind vielfach nicht nachvollziehbar, auch über 25 Jahre später vermissten viele Familien immer noch angehörige.

    Hat man Han Kang schon einmal gelesen, weiß man, dass man auf vieles gefasst sein muss und dass die Autorin dem Leser nur wenig erspart. Wir erfahren vom Schicksal verschiedener Figuren, die alle irgendwie in die Tumulte geraten sind. Zuerst der junge Dong-Ho, der die Aufbahrung unzähliger Toter bestaunt und bald selbst dabei hilft, diese zu waschen und für die Identifizierung vorzubereiten. Auch Jeong-Dae berichtet von seinem Schicksal, ebenso Eun-Suk, die Verlagsmitarbeiterin, deren Folter sogar noch schlimmere seelische Wunden hinterlassen hat, als die physischen, die viele ihrer Mitbürger in dieser Zeit und auch in den Jahren danach noch erleiden mussten. Auch die Berichte der anderen sind voller Brutalität des Regimes – viel mehr als man oftmals als Leser ertragen kann.

    Es sind vor allem die Gedanken der Figuren, die sich beim Lesen einbrennen, vor allem jene von Eun-Suk, die einstmals große Pläne für ein Studium hatte. Das Leben jedoch hatte einen anderen Plan für sie:
    Sie jedoch will nur so schnell wie möglich alt werden. Sie wünschte, dieses verdammte Leben würde keine Sekunde länger dauern als nötig.

    Den Lebenswillen hat sie längst verloren, was kann ihr dieses Dasein auch bieten?

    Von Anfang an war es nicht ihre Absicht gewesen, alles zu tun, um zu überleben.

    Schon während der Proteste konnten viele sehr realistisch ihre Lage einschätzen, aber was hatten sie faktisch zu verlieren?

    Rückblickend war es ein idiotisches Unterfangen, aber wir wollten daran glauben. Unsere Chancen zu sterben waren ebenso hoch wie die zu überleben. Entweder wir hielten uns oder wir gingen unter.

    Das Gewissen verleiht ihnen Kraft und Macht, das Gefühl keine Angst mehr zu haben, verleiht ihnen Flügel. Zum Scheitern verurteilt, können sie nicht aufgeben. Und wer überlebt, wird Zeuge der Absurdität und Willkür des Regimes.

    Inwieweit der Roman faktisch korrekt ist bzw. das Geschilderte exakt so hätte geschehen können, kann ich nicht einschätzen. Aber es wirkt authentisch und glaubwürdig, keine Sekunde zweifelt man daran, dass sich alles genau so zugetragen haben könnte. Schließlich ist ein grausames Zeitzeugnis entstanden, das hoffentlich diejenigen trifft, die daran mitgearbeitet haben.

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    pardens avatar
    pardenvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Insgesamt ist dieser Roman ein Werk von ungeheurer atmosphärischer Dichte, das einen gnadenlosen Blick auf das Wesen 'Mensch' gewährt.
    Was ist Menschlichkeit und wie lässt sie sich bewahren?

    WAS IST MENSCHLICHKEIT UND WIE LÄSST SIE SICH BEWAHREN?

    In ihrem neuen Roman führt die südkoreanische Schriftstellerin ("Die Vegetarierin") den Leser zurück in die jüngere Vergangenheit Koreas. Im Jahr 1980 kam es in der Stadt Gwangju zu friedlichen Studentenprotesten gegen die Militärdiktatur. Diese Proteste wurden von der Militärregierung mit einem brutalen Massaker zerschlagen: der damalige südkoreanische Militärmachthaber Chun Doo-Hwan ließ seine Truppen wahllos in die Menge schießen. Als sich in den darauf folgenden Tagen die Bevölkerung der Stadt mit den Studenten solidarisierte, wurde die Mehrzahl der Demonstranten ermordet.

    Im Mittelpunkt der Erzählung steht der der 15-jährige Schüler Dong Ho, der mit einem gleichaltrigen Freund in einen Demonstrationszug gerät, wobei dieser erschossen wird. Dong Ho hilft später, die Getöteten zu bergen und in eine Schule zu bringen, wo sie von Verwandten identifiziert werden können. Schließlich stirbt auch Dong Ho, als die Soldaten die Schule stürmen. In Rückblicken wird von den Überlebenden des Massakers berichtet, von den Erlebnissen während der brutalen Ereignisse, aber auch von den Folgejahren. Traumatisierungen durch Haft und Folter, soziale Entfremdung und Einsamkeit, Depression und Schuldgefühle ziehen sich durch die Generationen. Eine Dokumentation der Gewalt und der Unmöglichkeit, normal weiterzuleben.


    "Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein. Ich kämpfe gegen die Tatsache, dass ich ein Mensch bin."


    In jedem Kapitel kommen andere Menschen zu Wort, die dieses Massaker miterlebten. Jeder Zeitzeuge erzählt seine Geschichte - sachlich oft im Stil, die Sätze meist kurz gehalten. Hinzu kommt, dass die Erzählenden oft mit jemandem sprechen, den sie als 'Du' bezeichnen: einem Toten, einem Überlebenden, einem Vermissten. Dadurch schafft Han Kang für den Leser eine Distanz zum Geschehen, die durch die akribische und detaillierte Art der Schilderung der Gewalttaten und ihrer Folgen jedoch aufgeweicht wird. Hier wird die existenzielle Gewalterfahrung auf eine derart eindringliche Weise vermittelt, dass man meint, unmittelbar am Schauplatz unmenschlichen Geschehens, nahezu Augenzeuge der Vorgänge zu sein. Die einzelnen Geschichten greifen zunehmend ineinander und verdichten sich zu einem Ganzen, das den Leser an den Rand des Erträglichen führt. Doch Han Kang schafft auch sinnliche, stille, poetische und zeitweise surreale Bilder wie beispielsweise den Monolog einer Seele, die sich vergeblich bemüht, sich von ihrem verwesenden Körper auf einem Leichenhaufen zu lösen.


    Der Epilog verrät, dass die Autorin selbst aus Gwangju stammt, und dass  ihre Eltern vor dem Umzug nach Seoul ihr Haus an die Familie von Dong Ho verkauft haben. Der Hauptcharakter des Buches ist also eine reale Figur, die zum Auslöser für den Roman wurde. Dabei schaut Han Kang in ihrem Resümee nicht nur nach Südkorea, sondern auch über den Tellerrand, und auch dem Leser dürfte klar sein, dass derlei Geschehnisse in der Weltgeschichte kein Einzelfall sind. Insofern gewinnt der Titel 'Menschenwerk' tatsächlich eine übergreifende Bedeutung.


    Insgesamt ist dieser Roman ein Werk von ungeheurer atmosphärischer Dichte, das einen gnadenlosen Blick auf das Wesen 'Mensch' gewährt. Er verdeutlicht, dass der Mensch sowohl zu der ihm innewohnenden Gutherzigkeit als auch zu der ihm ebenso innewohnenden Gewaltbereitschaft getrieben werden kann und bietet damit auch eine nahezu philosophische Auseinandersetzung mit der Frage nach dem 'Menschsein' und der 'Menschlichkeit'.


    Wieder einmal ein beeindruckender Roman der Südkoreanerin!


    © Parden

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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Was bleibt, wenn die Menschlichkeit abhanden kommt?Schmerzhaft und grausam, eindringliche Lektüre.
    Was bleibt den Menschen ohne Menschlichkeit?

    1980, Gwangju in Südkorea. Ein studentischer Aufstand eskaliert. Ein junger Bursche sucht zwischen all den Toten und Verletzten nach seinem verschwundenem Freund. Jahre später leiden Frauen und Männer immer noch wegen der physischen und psychischen Folter und Inhaftierung, Mütter weinen auch noch nach dreißig Jahren um ihr4e toten Kinder.

    Die Autorin Han Kang lässt Menschen, denen Schreckliches widerfahren ist, eindringlich zu Wort kommen. Die Grausamkeit ist fast unerträglich, das Leiden der damaligen Akteure schier unfassbar.

    Das Buch spricht trotz all seiner Grausamkeit eine Sprache voller Mitgefühl und seltsam poetisch anmutend. Es wird von Haft, Folter, Schuldgefühlen und Trauer der Überlebenden berichtet. Lebende so wie die Toten erhalten eine Stimme. Am intensivsten beeindruckt hat mich der Bericht der Seele eines Verstorbenen, der zwischen den verwesenden Leichenbergen sich vom Körper lösen und Ruhe finden will.

    Was bleibt, wenn Menschen die Menschlichkeit abhandenkommt, wie lässt sie sich bewahren? Manchmal frage ich mich, warum ich mir immer wieder solche Bücher wie Menschenwerk antue. Ich kann es nicht ganz einfach beantworten, aber meistens ist es die Mahnung und der intensive Wunsch, dass die Menschen irgendwann doch aus der Geschichte lernen.

    Menschenwerk ist ein Buch das verstört, eine Anklage und ein Plädoyer für die Menschlichkeit. Es wird mich noch lange beschäftigen.

     

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    BeaSwissgirls avatar
    BeaSwissgirlvor einem Jahr
    Menschenwerk


    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)


    Erst vor kurzem habe ich den ersten Roman " die Vegetarierin" gelesen und war auf besondere Weise beeindruckt, weshalb ich unbedingt auch dieses Buch hier lesen wollte.


    Ich habe übrigens die Hörbuchvariante gewählt, würde aber doch eher die Printvariante empfehlen. Nicht weil ich die Sprecherin nicht mochte, im Gegenteil sie hat das Ganze wirklich gut interpretiert, sondern weil es vom Stil her sehr schwierig war der Geschichte in dieser Version zu folgen.
    Erzählt wird nämlich aus mehreren Perspektiven in verschiedenen Formen ( Ich- Sicht, Du- Anrede, allwissender Erzähler usw..) zusätzlich kriegen wir es auch noch mit Zeitsprüngen zu tun.
    Für mich persönlich war es recht schwierig alles korrekt kombinieren zu können und immer zu wissen wer da jetzt spricht und wie die Personen alle untereinander verbunden sind.
    Öfters habe ich zur Printversion gegriffen um den ein oder anderen Abschnitt nochmals in aller Ruhe durchlesen zu können.
    An sich mochte ich zwar dieses Stilmittel echt gerne und irgendwie hat es ja auch was ganz Besonderes, aber wie gesagt es führt auch zu Verwirrungen.....
    Der Schreibstil ist übrigens eine einzigartige Kombination aus nüchternen, sachlichen Sätzen und poetisch angehauchten Worten.
    Weshalb mich die Autorin doch auf eine ganz spezielle Weise berühren, schockieren und aufwühlen konnte.


    Zwar konnte mich die Geschichte insgesamt emotional erreichen, dennoch war es nicht so, dass ich mich mit den Charakteren verbunden fühlte. Es waren einfach zu viele Personen und die Ausarbeitung war entsprechend auch nichts so intensiv und ins Detail gehend.


    Die Atmosphäre des Buches ist sehr beklemmend, erschütternd und hat mich mehrere Male leer schlucken lassen.
    Eine Geschichte, die auf einem wahren Ereignis basiert und noch lange in mir nachhallen wird.


    4,5 Sterne

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    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein grausames, schmerzhaftes und vor allem sehr wichtiges Buch über die Grauen, die wir hier in der westlichen Welt nicht vernommen haben.
    Rezension: Menschenwerk

    Nachdem ich im Januar die englische Ausgabe der „Vegetarierin“ von Han Kang gelesen habe, war mir klar, dass ich auch ihre nächsten Werke lesen würde. Und so musste doch direkt bei Erscheinen Kangs neues Buch „Menschenwerk“ her. Es geht um das Gwangju-Massaker, das 1980 in Korea stattgefunden hat. Ich muss sagen, ich hatte noch nie etwas darüber gehört und war geschockt, dass so etwas meinen Wissenshorizont scheinbar verfehlt hat. Nicht, dass ich zu der Zeit schon gelebt hätte, aber in keiner Geschichtsstunde, an die ich mich erinnere, wurde sich außerordentlich mit Korea beschäftigt. Jedenfalls versucht Han Kang hier nicht, eine detailgetreue Wiedergabe von außerhalb und oberhalb vorzunehmen, sondern sie berichtet aus verschiedenen Perspektiven und auch aus verschiedenen Zeiten, wie dieses Massaker sich aus Studentenprotesten ergeben hat und welche Grausamkeit verübt wurde. Aus Sicht der verschiedenen Protagonisten bekommt der Leser aus erster Hand mit, wie Menschen gefoltert werden, was für ein Leid sie sehen, was für ein Elend sie erfahren müssen. „Menschenwerk“ ist kein Buch für zarte Mägen und Wesen. Es beschreibt die Erlebnisse, die selbst Kindern widerfahren sind, und nimmt kein Blatt vor den Mund, nicht, um zwingend zu schockieren, sondern um wiederzugeben, was geschehen ist.

    Der Leser verfolgt verschiedene Charaktere, vom Schüler Dong-Ho, seiner Familie bis zu Menschen, deren Wege er kreuzt. Was mir in der „Vegetarierin“ gar nicht so aufgefallen ist und auch vielleicht an der deutschen Übersetzung liegen mag, ist die eigenartige Erzählweise. Von oben herab wird teilweise erzählt, aber nicht als allwissender Erzähler, sondern viel mehr als eine Seele, die den Protagonisten begleitet und fühlt, was er fühlt, aber nicht mehr weiß als er und auch vielmehr seine Taten und Gedanken in Worte fasst:

    Du fragst dich, wohin die Seele wandert, wenn der Körper stirbt. Wie lange bleibt sie noch in der Nähe ihrer sterblichen Hülle? […] Wenn ein Trauernder einen Verstorbenen betrachtet, steht dann dessen Seele daneben und betrachtet das Gesicht seiner irdischen Hülle?

    Han Kangs Erzählweise ist zunächst ungewohnt, man benötigt einige Seiten, um sich einzufinden. Dann tritt sofort die Sogwirkung des Buches ein und man kann sich nur noch schwer losreißen, auch, wenn man gar kein Zeuge dieses Grauens werden möchte. Wir verfolgen auch einen gefangenen Protestanten während seiner Folter. Diese Kapitel sind definitiv nichts für zarte Gemüter. Wessen Magen sich bei plastischen Beschreibungen in diesem Szenario umdrehen könnte, überfliegt vielleicht lieber einige Seiten, wobei dann natürlich auch ein Teil der Wirkung des Buchs verpufft.

    Die Frage nach dem Weiterleben der Seele nach dem Tod der menschlichen Hülle ist eine grundlegende in diesem Werk. Diverse Seelen begleiten uns in „Menschenwerk“ und wir erhaschen Einblicke in das, was möglicherweise geschieht nach dem Tod. Ein weiteres zentrales Thema ist der Wert eines Lebens, besonders nach einer Tragödie. Warum überlebt der Eine, während der Andere sterben muss? Und was ist das Leben noch wert, wenn man erst dieses Grauen gesehen hat, das einen bis ans Lebensende verfolgt? Wie könnte man nur eine Sekunde dieses Lebens noch genießen, wenn man überlebt hat, während tausende andere gestorben sind? Mit diesen Fragen setzt Han Kang sich kritisch auseinander, lässt uns die Schicksale ihrer Figuren erfahren und mit ihnen leiden.

    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.de

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