Han Kang The Vegetarian

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Inhaltsangabe zu „The Vegetarian“ von Han Kang

Before the nightmare, Yeong-hye and her husband lived an ordinary life. But when splintering, blood-soaked images start haunting her thoughts, Yeong-hye decides to purge her mind and renounce eating meat. In a country where societal mores are strictly obeyed, Yeong-hye's decision to embrace a more plant-like existence is a shocking act of subversion. And as her passive rebellion manifests in ever more extreme and frightening forms, scandal, abuse, and estrangement begin to send Yeong-hye spiraling deep into the spaces of her fantasy. In a complete metamorphosis of both mind and body, her now dangerous endeavor will take Yeong-hye impossibly, ecstatically, tragically far from her once-known self altogether. A disturbing, yet beautifully composed narrative told in three parts, "The Vegetarian" is an allegorical novel about modern day South Korea, but also a story of obsession, choice, and our faltering attempts to understand others, from one imprisoned body to another."

"I believe that humans should be plants." - Yi Sang

— Weila

Das beste Buch, das ich im Jahr 2017 gelesen habe!!!

— britsbookworld

Verstörendes Buch über menschliche Abgründe. Aufbau, Schreibstil und die Ausarbeitung der Charaktere haben mir sehr gefallen.

— BiggiBooks

Originell, einzigartig und anders!

— genihaku

Ganz interessantes Thema aber weiß nicht warum es so gehypted wurde...

— Luiline

Surreal, incredibly beautifunl and haunting - a masterpiece for fearless readers!

— Queenelyza

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    The Vegetarian

    Weila

    08. May 2018 um 19:07

    Zum Cover Es ist wohl eines der schönsten Covers, die ich je gesehen habe ... und zwar ist es das Cover mit dem weissen Flügel und dem Dunkelrotem Blatt im Hintergrund. richtig aesthetic to look at!  Zum Plot Im Vordergrund steht Yeong-hye, die plötzlich entschieden hat, sich vegetarisch zu ernähren und als Pflanze zu leben. Jedoch wird im Buch mehrheitlich die Sicht von drei anderen Personen aus beschrieben und wie sie die Veränderung von Yeong-hye aufnehmen. Das Buch ist in drei Teilen getrennt. Im ersten wird es aus der Sicht von Kim Yeong-hye's Ehemann geschildert. Im zweiten von dem Ehemann ihrer Schwester In-hye, und im dritten aus der Sicht von In-hye.  Auch wenn der Titel dieses Buches "The Vegetarian" heisst, liegt der Schwerpunkt der Geschichte nicht nur um das Essensverhalten der Protagonistin, sondern eher um die Gesundheit und Mentalität der Person. Und wie sie sich sichtbar verschlechtert.  Mr. Cheong, der Ehemann von Yeong-hye, ist mir so unbeschreiblich unsympathisch wie es nur geht. Nur von der Art wie er seine Frau in den ersten paar Seiten beschreibt, merkt man, dass sie ihm tief in seinem Herzen eigentlich nichts bedeutet. Aber ich kann es ihm nicht übel nehmen, er wollte ein unkompliziertes Leben und dann kam plötzlich diese grosse Veränderung seiner Frau, das ihn überfordert hat. Er tut mir auf eine Weise Leid, doch bin ich froh, dass ich in den letzten 2/3 des Buches nicht mehr über in lesen musste, denn im zweiten Teil ging es um den Ehemann von Yeong-hye's Schwester, dessen Namen nicht genannt wurde. Er war jedoch auch nicht besser von der Persönlichkeit her als Mr. Cheong ... vielleicht sogar auch verrückter.  Er ist ein graphic artist und hegt um Yeong-hye sexuelle Fantasien. Welche mich nicht stören würden, wenn er nicht schon verheiratet wäre und ein Kind hat. Es ist sichtlich, dass er und seine Frau nicht mehr eine glückliche Ehe führen, dennoch bin ich nicht einverstanden damit, dass er seine Frau fremdgeht. Was ich toll fand waren aber seine Zeichnungen und die Art wie er so vernarrt damit war, sie in die Realität zu verwandeln. Das Ende des zweiten Teiles ist finde ich sehr überraschend ausgegangen (auf eine spannende Art).  Im dritten Teil geht es um In-hye, Schwester von Yeong-hye. Sie ist einer der wenigen Protagonisten die mir wirklich gefallen haben neben der Protagonistin. Ihre Situation in der sie war, tat mir wirklich leid und sie machte sich zu viele Sorgen und stand immer ihrer Schwester bei, die immer mehr und mehr in ihrer eigenen Welt versank. Sie und ihre Schwester sind einfach in die falsche Familie und falsche Umgebung hineingeboren.  Kurz gefasst sind alle drei Personen einfach unglücklich mit ihrem Leben. Mr. Cheong findet Yeong-hye unaustehlich, In-hye's Mann steht auf Yeong-hye, In-hye bleibt bei Yeong-hye's Seite und gibt sich schuld das Yeong-hye seelisch und geistig krank geworden ist.  Yeong-hye wiederum wird immer glücklicher mit ihrer eigenen Welt. Warum sie überhaupt zur Vegetarierin wurde, lag an ihren furchtbaren Albträumen, welche sie quälten. Um sie loszuwerden, dachte sie sie müsste aufhören Fleisch zu essen, was nicht funktionierte und so suchte sie immer mehr Möglichkeiten und schlussendlich kam sie auf die Idee ein Leben als Pflanze zu leben. Es werden Träume und Erinnerung aus ihrer Kindheit gezeigt, von denen man schätzen kann wieso sie überhaupt seelisch unstabil wurde. Sie erinnerte mich ein bisschen an Rei von dem Anime Neon Genesis Evangelion. Dinge, die für andere wichtig waren wurden für sie überflüssig.  Im zweiten Teil: Mongolian Mark auf der Seite 86, Zeilen 4 - 18 wurde das gut beschrieben:  "The whole situation was undeniably bizarre, yet she displayed an almost total lack of curiosity, and it seemed that this was what enabled her to mantain her composure no matter hat she was faced with. (...) perhaps it was simply that things were happening inside her, terrible things, which no one else could even guess at (...) impossible for her to engage in with everyday life at the same time. If so, she would naturally have no energy left (...) for any meaningful response to all the humdrum muntiae that went on on the surface." ~In-hye's Ehemann Obwohl mir zwei von vier Protagonisten, deren Charakter nicht gefallen hat mussten sie diese Persönlichkeiten haben, um diese Story auszumachen. Es ist nicht so als hätte die Autorin einen schlechten Job gemacht diese zwei Leute so zu erschaffen, sondern sie hat eben einen hervorragenden Job gemacht, diese zwei Ehemänner unsympathisch zu machen! Wenn Mr. Cheong und In-hye's Ehemann nicht so gewesen wären, dann wäre die Geschichte nicht so einzigartig geworden wie sie jetzt ist... Yeong-hye's Charakter und ihre Entwicklung von Anfang bis zum Ende der Erzählung ist sehr interessant. Mein Fazit Han Kang hat mit diesem Buch das Menschendasein hinterfragt und spannend erzählt. Es ist ein sehr aussergewöhnliches Buch meiner Meinung nach und auf jeden Fall lesenswert.

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  • Mein Buch-Highlight im Jahr 2017 ! Ein grandioses Buch

    The Vegetarian

    britsbookworld

    26. October 2017 um 16:50

    Für mich ist es in diesem Jahr das beste Buch, das ich bisher gelesen habe und somit bekommt es von mir ganz klar 5 von 5 Sterne"The Vegetarian" oder "Die Vegetariern" von Han Kang erschien in Südkorea bereits im Jahr 2007 und doch sollte es zehn Jahre dauern, bis das Buch übersetzt wurde und auch in Deutschland erschien und der Autorin zu wahrem Erfolg verhalf. Und das hat sie mehr als verdient.Für mich ist "The Vegetarian" ein unglaublich intelligentes, sensibles, einfühlsames, groteskes, realistisches Werk, das für mich als Geisteswissenschaftlerin literarisch so viel hergibt, dass ich gar nicht weiß, wie ich anfangen soll über dieses Buch zu berichten.Ich will es zumindest versuchen. Auf gerade einmal 188 Seiten beschreibt Han Kang die Geschichte, das Leben von Yeong-hye und ihrem Mann. Ein Ehepaar die in der Hauptstadt Südkoreas, in Seoul leben. Eines Tages beschließt Yeong-hye einfach kein Fleisch mehr zu essen. Ihr Mann ist zunächst irritiert und kann nicht glauben, warum seine Frau beschließt damit aufzuhören. Die Antwort, die sie ihm gibt ist klar und einfach:" Ich hatte einen Traum".Mit diesen vier Worten beginnt der Wandel von Yeong-hye, die für sich festgestellt und begriffen hat, dass Gewalt allgegenwärtig ist - dass der Mensch das schlimmste von allen Tieren ist und sie selbst kein Tier mehr sein will. Oberflächlich betrachtet beginnt es zunächst mit dem Verzicht auf Fleisch und tierischen Produkten und das ihre neue Lebenseinstellungen innerhalb ihrer Familie und auch im Umfeld für Aufsehen sorgt und für Zweifel an ihrem Verstand mag für einen Europäer zunächst merkwürdig klingen. Fakt ist jedoch, dass gerade in Korea der Genuss von Fleisch normal und der Verzicht als subversiv, als eine Art Schande und geistige Umnachtung aufgefasst wird. Vegetarismus ist eine Lebensform, eine Einstellung die den Mönchen zugeschrieben wird, die sich in ihrem Glauben bestärkt darin sehen kein Fleisch, keine Tiere zu essen, da es gegen ihre Ethik, ihren Glauben verstößt."Ich übe mich darin, keine fühlenden Wesen zu schädigen oder zu töten", lautet die erste der fünf buddhistischen Ethikregeln. Denn dieser Religion liegt primär ein Ziel zugrunde: bestehendes Leid aufzulösen und Entstehen von neuem Leid zu verhindern."Doch Yeong-hye ist kein Mönch, sie ist eine ganz gewöhnliche Frau. Laut ihrem Mann sogar so gewöhnlich, dass er sie nur deshalb geheiratet hat, weil es an ihr sowieso nichts besonderes zu entdecken gab.Das Buch ist in drei Akte, ähnlich eines Theaterstücks unterteilt und jeder Akt schildert eine andere Erzählperspektive. Teil eins schildert die Geschichte aus der Sicht ihres Ehemannes, während Teil zwei die Sicht ihres Schwagers und Teil drei die Sicht ihrer Schwester darstellt und wie Yeong-hye sich über Tage, Wochen, Monate und Jahre verändert. Aus der Sicht von Yeong-hye erfährt man nicht viel, man bekommt Einblicke, kleine, zarte Schnipsel, die einem entgegen geworfen werden und die eins verdeutlichen sollen: Das Yeong-hye selbst unvollständig ist, wenn nicht gar leer. Der Leser bekommt hier die Chance sich seine eigenen Theorien zu erschaffen und über den Aspekt des Vegetarismus weiter zu blicken. Denn darum geht es in diesem Buch. Es geht um die sozialen Strukturen in Korea, es geht um das Familienbild, die Hierarchie innerhalb einer Familie und auch innerhalb einer Ehe.Es geht um häusliche Gewalt, Ängste, Verlust des eigenen Ichs, der eigenen Identität - es geht um Themen wie: Vergewaltigung, Brutalität, künstlerische Freiheiten, Zwänge, Aufopferung, sich selbst neu zu erfinden, sich selbst neu zu entdecken, Sexualität, Begehren und so so vieles mehr, weshalb sich dieses Buch mehr als gut für ein Seminar eignen würde, da auf diesen knappen 188 Seiten so viel Inhalt geschrieben steht, so viele Interpretationen möglich werden, dass ich wahrlich einen ganzen Roman darüber schreiben könnte."The Vegetarian" ist ein Buch, das Nachhaltigkeit mit sich bringt. Wer dieses Buch, weil es ja so dünn ist, in wenigen Stunden ausgelesen hat und sagt: Fertig, aber war ja langweilig, hat das Buch, finde ich nicht richtig gelesen. Ich habe mir damit Zeit gelassen, die Zeit, die ich wirklich brauchte um über das Gelesene auch nachdenken zu können. Als ich Rezensionen las in denen stand: "Das Buch müsste aber Die Veganerin heißen, denn sie verzichtet ja auch auf alle tierischen Produkte", da musste ich nur mit dem Kopf schütteln und denken: ja, du genau DU hast das Buch nicht verstanden, denn es geht um alles, aber nicht primär darum, ob jemand nun Vegetarier ist. Diese Entscheidung, diese eine Entscheidung bringt oder setzt etwas in Bewegung - eine ganze Kette aus Steinen wird ins Rollen gebracht und zeigt, dass Brutalität mehr als nur eine Seite hat....Für mich mein Lesehighlight im Jahr 2017 und ich glaube dies wird nur schwer zu toppen sein ...

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  • Ein verstörendes Kunstwerk

    The Vegetarian

    Yuyun

    20. May 2017 um 17:44

    Before the nightmares began, Yeong-hye and her husband lived an ordinary, controlled life. But the dreams—invasive images of blood and brutality—torture her, driving Yeong-hye to purge her mind and renounce eating meat altogether. It’s a small act of independence, but it interrupts her marriage and sets into motion an increasingly grotesque chain of events at home. As her husband, her brother-in-law and sister each fight to reassert their control, Yeong-hye obsessively defends the choice that’s become sacred to her. Soon their attempts turn desperate, subjecting first her mind, and then her body, to ever more intrusive and perverse violations, sending Yeong-hye spiraling into a dangerous, bizarre estrangement, not only from those closest to her, but also from herself. Celebrated by critics around the world, The Vegetarian is a darkly allegorical, Kafka-esque tale of power, obsession, and one woman’s struggle to break free from the violence both without and within her.Der Vergleich mit Kafka gefällt mir sehr gut, denn genau wie bei Kafka erkenne ich das Kunstwerk und die Arbeit, die in dem Roman steckt. Wie die Autorin sehr sorgfältig eine Leinwand aus Abgründen zu Papier bringt. Aber ich kann dem einfach nichts abgewinnen. Diese Art der Bücher scheint einfach nicht mein Genre zu sein.Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Der Erste dreht sich um eine psychisch kranke Frau, die kein Fleisch mehr essen kann, aus Sicht ihres Mannes. Der zweite um Ihren Schwager, einen mehr oder minder gestörten Künstler. Und der dritte um ihre Schwester. Die Frau des Künstlers. Die ersten zwei Teile sind Schläge in die Magengrube, sie beschönigen wenig. Sie zeigen Abgründe auf und verstören. So weit kann ich Folgen. Und dann dachte ich, dass der Dritte Teil eine Art Kontrapunkt setzen würde. Die Stimme des Unverständnisses von draußen. Und zu Beginn war es das auch. Bis auch hier der Wahnsinn einsetzt. Das Buch ist zwar irgendwie in sich abgeschlossen. Und ja natürlich ist es gut, Fragen aufzuwerfen. Aber ich denke, ein bisschen weniger "Echtheit" hätte dem Buch gut getan. Schriftstellerisch und erzählerisch ist wirklich nichts auszusetzen. Für Menschen, die diese Art von Tragödien gerne lesen, wird spreche ich eine definitive Empfehlung aus. Aber ich finde diese vermeintliche "Echheit" - deswegen auch in "" - einfach nur anstrengend. Um besonders "nah an der Realität" zu sein sollte nichts beschönigt werden. Aber was ich immer wieder feststelle, ist das - für mich - die Autoren und auch bei diesem Roman die Autorin fast zu sehr über das Ziel hinausschießt. Mit dem Ziel zu schockieren, wird es fast vorhersehbar. Es schockt mich nicht wirklich. Wäre das ein Tatsachenbericht oder ein plötzlicher Twist in der Geschichte. Das ist schockend. Aber so wirkt es auf mich einfach sehr erzwungen "Neu" oder "Real" (bitte auf Englisch lesen^^). Ich kann diesem Roman einfach nicht viel abgewinnen. Und ich denke auch, dass ein stärkeres Ende geholfen hätte.

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  • The Vegeterian

    The Vegetarian

    ErinaSchnabu

    30. March 2017 um 14:24

    Vor ein paar Wochen ging ich durch die Bücherei und entdeckte „Die Vegetarierin“ auf Englisch. Dieser Roman stand auf meiner Wunschliste und ein englisches Buch wollte ich ohnehin mal wieder lesen, also nahm ich die englische Übersetzung des Bestseller-Romans kurzerhand mit und begann zu lesen.InhaltDie laut ihrem Ehemann völlig unscheinbare und durchschnittliche junge Frau Yeong-Hye beschließt plötzlich, kein Fleisch mehr zu essen und verbannt alle tierischen Lebensmittel aus dem ehelichen Haushalt. Dabei stößt sie auf völliges Unverständnis. Zuerst bei ihrem Mann, dann bei ihrem Umfeld und vor allem bei ihrer Familie. Ihr Mann holt Yeong-Hyes Familie dazu, um ihm dabei zu helfen, seine Frau wieder zur Vernunft zu bringen. Dies endet jedoch in einer Katastrophe und im Laufe des Romans erfahren wir aus der Perspektive von zwei weiteren Familienmitgliedern, wie sich Yeong-Hye verändert.MeinungDie Handlung des Romans kam anders als gedacht und lieferte einiges, was sehr unerwartet kam. Bevor ich das Buch las, dachte ich, „Die Vegetarierin“ ist ein emanzipatorischer Roman. Ich erwartete, dass es in diesem Roman darum geht, dass eine Frau sich, aufgrund gesellschaftlichen Drucks, in eine nicht wirklich berauschende Ehe begeben hat und dort ein unbefriedigendes Leben als Hausfrau führt und deshalb mit dem Fleischverzicht versucht, zu rebellieren.Vielleicht ist dem ja auch so. Vielleicht macht es einen Teil des Romans aus, denn es werden schon die gesellschaftlichen Umstände Koreas angeprangert, eine Gesellschaft, die einerseits modern, andererseits ziemlich konservativ zu sein scheint. Vegetarismus wird, zumindest im Roman, als aufmüpfiges Verhalten betrachtet, sofern man kein buddhistischer Mönch ist. Yeong-Hye verweigert ihrem Mann auch das Kochen von Gerichten mit Fleisch, weshalb sie sich meiner Meinung nach auch von der hausfräulichen Rolle entfernt, ihren Pflichten nicht mehr nach kommt. In einer solchen Gesellschaft, in der nicht nur der Mann, sondern auch die Familie und das Umfeld Sanktionen verhängt, wenn man seine Rolle nicht mehr erfüllt, hat man nicht viele Mittel, um aufzubegehren. Das Verbannen tierischer Produkte aus ihrer Küche, ihrem Reich als Hausfrau ist aber eines.Yeong-Hye hat außerdem eine Abneigung gegen BHs und trägt deshalb nie einen, was ihrem Mann überhaupt nicht gefällt. Sie sagt, sie könne darin nicht richtig atmen und fühle sich unwohl. Ihm hingegen ist es unangenehm, wenn er mit ihr in der Öffentlichkeit auftritt, da man ihre Brustwarzen durch die Bluse sehen kann.Auch dies ist ein Symbol von Freiheit und Rebellion, denke man bloß an die BH-Verbrennungen der 60er-Jahre.Jedoch ist der Roman „Die Vegetarierin“ nicht nur emanzipatorisch angelegt. Es handelt sich hierbei auch um die Geschichte einer Frau, deren mentaler Zustand sich verschlechtert und keiner um sie herum weiß, wieso. Als Leser kann man mutmaßen, dass es vielleicht daran liegt, dass Yeong-Hye in vielen Gefängnissen sitzt, aus denen sie kaum ausbrechen kann oder aus denen der Ausbruch nicht ohne Schmerzen erfolgt: In dem ehelichen, in dem patriarchischem, in dem sexistischen, in dem familiären, in dem gesellschaftlichen, was bestimmt, was psychische Gesundheit ist und was nicht.Die englische Übersetzung war relativ leicht zu lesen. Vor allem der erste Teil der Geschichte, erzählt aus der Sicht von Yeong-Hyes Ehemann, war ziemlich minimalistisch und nüchtern. Von Abschnitt zu Abschnitt wurde die Geschichte immer ausgeschmückter, der Schreibstil immer poetischer, was auch zu den einzelnen Personen passt, aus deren Sichtweise die Teile erzählt werden. Die drei Teile sind durch die Personenkonstellation miteinander verwoben und chronologisch aber keineswegs verwirrend. Jede der drei Personen erzählt zwar Yeong-Hyes Geschichte, aber auch die eigene. Jede der drei erzählenden Personen hat ihren eigenen "Struggle" im Leben und der momentanen Situation, mit Einsamkeit und dem Gefühl, nicht verstanden zu werden. Han Kang hat ein interessantes, bedrückendes -und wie viele sagen- kafkaeskes Werk geschaffen, das Lust auf mehr von dieser Autorin macht. Die Melancholie im Roman und die Art und Weise wie Sexualität dargestellt wird, erinnerte mich oftmals an japanische Literatur. Inwieweit da ein kultureller Zusammenhang zwischen japanischer und koreanischer Literatur (und Mentalität) besteht, kann ich aber leider nicht beurteilen.Ich bin mir aber sicher, dass das Buch nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter ist und für Menschen, die heitere oder leichte Unterhaltung suchen.

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  • Mal etwas komplett Neues!

    The Vegetarian

    genihaku

    15. December 2016 um 00:20

    Yeong Hye beschließt wegen eines Traumes, kein Fleisch mehr zu essen. Die Geschichte ist sehr gelungen in drei Teile eingeteilt, die jeweils von dem Ehemann, dem Schwager und der Schwester Yeong Hyes erzählt wird. Die Sprache ist klar und auf den Punkt gebracht. Die Handlung ist überraschend und faszinierend. Wenn man sich auf dieses Leseerlebnis einlässt, hat der Roman eine große Sogwirkung. Es lässt sich an einem Stück durchlesen und lässt den Leser mit einigen Fragen stehen. Das Besondere hierbei ist, dass jede Person aus diesem Buch andere Schlussfolgerungen ziehen und ganz eigene Gedanken weiterspinnen kann. Die Geschichte bietet sehr viel Gesprächsstoff und sollte bestenfalls zusammen mit jemandem durchgelesen werden. So wird dieses dünne, originelle Büchlein zu einem kleinen Schatz. 

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  • Ganz okay

    The Vegetarian

    Luiline

    09. October 2016 um 11:04

    Heute gibt es eine Rezension zu dem englischen Roman "The Vegetarian" von Han Kang. Die Autorin hat 2016 den "Man Booker Preis" gewonnen. 180 Seiten / Verlag: Portobello Books / Erscheinungsjahr: 2015 (Original: 2007) / Übersetzung: Deborah Smith / Deutsch: "Die Vegetarierin" Inhalt: Before the nightmares began, Yeong-hye and her husband lived an ordinary, controlled life. But the dreams—invasive images of blood and brutality—torture her, driving Yeong-hye to purge her mind and renounce eating meat altogether. It’s a small act of independence, but it interrupts her marriage and sets into motion an increasingly grotesque chain of events at home. As her husband, her brother-in-law and sister each fight to reassert their control, Yeong-hye obsessively defends the choice that’s become sacred to her. Soon their attempts turn desperate, subjecting first her mind, and then her body, to ever more intrusive and perverse violations, sending Yeong-hye spiraling into a dangerous, bizarre estrangement, not only from those closest to her, but also from herself. Meine Meinung: Das Buch besteht aus drei Teilen, die jeweils aus der Sicht einer anderen Person erzählt werden.Im ersten Teil erzählt der Ehemann von unserer Protagonistin Yeong-hye, wie seine Frau von heute auf morgen beschließt kein Fleisch mehr zu essen. Sie entleert den kompletten Kühlschrank und serviert zu Hause nur noch vegetarische Kost, sehr zum Leidwesen ihres Mannes. In Südkorea gehört Fleisch ganz selbstverständlich auf den Tisch. Mit ihrem Verhalten bringt sie ihren Mann sehr in Verlegenheit und auch ihr Verhalten allgemein ändert sich. Im zweiten Teil berichtet ihr Schwager, der Mann ihrer Schwester. Er hat einen „Fetisch“ für bemalte Körper und versucht sich selbst als Künstler. Yeong-hye hat sich zu dem Zeitpunkt schon so verändert, dass er sie für die Richtige Person für sein neues Projekt hält. Außerdem hegt er erotische Gefühle für sie. Der dritte und letzte Teil wird aus der Sicht von Yeong-hye Schwester erzählt. Um nicht zu viel vorwegzunehmen spare ich hier die kurze Beschreibung aus. Ganz genau habe ich nicht verstanden, was die Autorin mit diesem Buch vermitteln möchte. Die Geschichte ist auf der einen Seite einfach sehr schockierend, auf der anderen Seite aber auch verstörend und absurd. Der Schreibstil und die Sprache sind nicht ganz einfach. Das Buch wurde aus dem Koreanischen ins Englische übersetzt. Ich würde das Buch auf Englisch schon als etwas anspruchsvoller beschreiben, daher empfehle ich es eher auf Deutsch zu lesen. Manche Szenen sind schon recht verstörend beschrieben und wirken abschreckend. Trotzdem bleibt die Autorin bei ihrer Beschreibung sehr direkt. Besonders gut hat mir der Aspekt gefallen, dass das Buch aus der Sicht von drei verschiedenen Personen erzählt wurde und nicht aus der Sicht der Protagonistin selbst. So bekommt man einen guten Eindruck von der Situation der Protagonistin und man erlebt direkt wie sie auf andere wirkt. Fazit: Das Buch hat ja einen großen Hype ausgelöst und so ganz kann ich diesen nicht nachvollziehen. Es hat aber etwas an sich, was einen auch fasziniert, daher bin ich bei meiner Bewertung auch etwas zwiegespalten. Daher gibt es von mir 3 Sterne!

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  • Leserunde zu "Die Vegetarierin " von Han Kang

    Die Vegetarierin

    aufbauverlag

    Wir laden zur ersten Leserunde von #jungwildaufbau ein! Lest schon vor dem Erscheinungstermin den in der Originalfassung preisgekrönten Roman "Die Vegetarierin" von Han Kang!»Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.«Yeong-hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die, laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist – bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen.  Über Han Kang Han Kang wurde in Gwangju, Südkorea, geboren. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für ihr literarisches Schreiben wurde sie mit dem Yi- Sang-Literaturpreis, den Today’s Young Artist Award, dem Manhae Literaturpreis und für "The Vegetarian" mit dem Man Booker International Prize 2016 ausgezeichnet. Derzeit lehrt sie kreatives Schreiben am Kulturinstitut Seoul. Mehr Informationen zur Autorin: www.writerhankang.com Jetzt bewerben! Bewerbt euch im Unterthema "Bewerbung/Ich möchte mitlesen", indem ihr folgende Frage beantwortet: Warum möchtet ihr "Die Vegetarierin" lesen? Wir freuen uns auf euch und einen regen Austausch!Euer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlich haben.

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    • 545
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1703
  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Han Kang - The Vegetarian

    The Vegetarian

    miss_mesmerized

    31. July 2016 um 13:31

    Yeong-hye und ihr Mann leben ein bescheidenes und unauffälliges Leben in Seoul. Sie haben sich wenig zu sagen und arrangieren sich mit den Gegebenheiten des Alltags. Ein Alptraum veranlasst Yeoung-hye, Vegetarierin zu werden. Ihren Mann irritiert dies zunächst, bei einem wichtigen Geschäftsessen blamiert ihn dies auch, aber viel stärker reagiert Yeong-hyes Familie auf diese Entscheidung. Bei einem Familienessen kommt es zum Eklat. Ihr Schwanger indessen ist fasziniert von dieser Frau, die sich nach dem einschneidenden Erlebnis immer mehr zurückzieht und an Gewicht verliert. Der Künstler sieht in ihr das perfekte Motiv, doch ist seine Kunst sehr avantgardistisch für die Zeit und den Ort, weshalb auch hier nur kurze Zeit die Illusion von Perfektion herrscht. Im abschließenden Teil des Buches erleben wir Yeong-hyes Schwester, die über die Entwicklung der jungen Frau nachdenkt und die Ursachen in der Familie findet. In der Psychiatrie, in der sie wegen akuter Gefährdung und völliger Nahrungsverweigerung untergebracht ist, unternimmt sie einen letzten Versuch, zu ihr vorzudringen.Auch wenn es einen roten Faden gibt, so besteht das Buch doch aus drei gänzlich verschiedenen Geschichten mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Gemeinsam haben sie die Einsamkeit, die die Figuren spüren, das nicht verstanden werden von ihrer Umwelt und den Eindruck, das falsche Leben zu leben und an einem Punkt zu sein, an dem sie alles hinterfragen. Das Buch ist außergewöhnlich, die Sprache unglaublich stark in ihrer oftmals reduzierten, fast unpoetischen Art. Dies steht dann wieder im Kontrast zur inspirierten künstlerischen Kraft des Schwagers, der in der Welt mehr als die Oberfläche erkennen und hervorbringen kann. Dafür hat das Buch völlig zurecht den International Man Booker Prize erhalten. Auch erhält man einen Einblick in eine doch sehr fremde Kultur und die dort vorherrschenden Konventionen, die die Menschen sehr stark in ihrem Leben leiten und auch beschränken.Was mich jedoch beim Lesen gänzlich überfahren hat, war die Brutalität in diesem Buch. Die Autorin beschönigt nicht und wenn ihre Figuren Gewalt ausgesetzt sind, setzt sie auch den Leser dieser aus. Physisch wie auch psychisch müssen alle drei Protagonisten leiden und oftmals trifft es einem eher unvermittelt und dafür umso härter. Psychische Erkrankungen fast bis zum Suizid, explizite Sexszenen, unverhohlene Gewalt – drei Dinge, die mich etwas überrascht haben, aber durchaus im Kontext des Buches stimmig sind.

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