Hanjo Lehmann I killed Norma Jeane

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Inhaltsangabe zu „I killed Norma Jeane“ von Hanjo Lehmann

Es wird für einen Schriftsteller doch wohl erlaubt sein, seiner Männerfantasie auch mal etwas Zucker geben zu dürfen. War ja auch nicht wenig Arbeit, all die Marilyn- und Billy-Wilder-Biografien durchzuackern, allseits bekannte Lebensdaten mit gängigen Versatzstücken zu verrühren (knospende Brüste unter engen Pullovern, gleißende Lippen, Marilyns Stottern, ihr Körpergeruch, etc.). Schnell noch einmal nachgeschlagen, auf welche Highschool Norma Jeane gleich noch ging -- und ab in den Transporterraum. Derart gut gerüstet, beamt sich unser Austauschschüler Hanjo Lehmann unversehens auf die Schulbank gleich neben die nichtsahnende Norma Jeane Baker.<P> Zu viele Gewichte aufgelegt und -- literarisch verhoben. Verrenkt sogar. Schwerste Brocken lagen im Weg, die wuchtigen Fantasien eines Norman Mailer, oder Joyce Carol Oates' erst kürzlich erschienener, grandioser Marilyn-Egotrip <i>Blond</i>, sind kaum schlagbar. Seine nicht zu leugnende Anziehungskraft bezieht <I>I killed Norma Jeane</I> einzig aus pennälerhaften Zeitreise-Phantasmagorien: Einmal Hitler-Attentäter, einmal unsichtbar sein können -- und eben einmal an Marilyn herumfingern zu dürfen. Endlich mal der Welt zeigen, wen die hätte haben können!<P> Lehmanns Alter Ego Timothy Haskins -- Waisenkind wie Norma Jeane und von deutschstämmigen Tanten großgezogen -- ist dazu verdammt, die Liebe zu seiner Banknachbarin ein Leben lang heimlich im Herzen zu tragen. Er zieht in den Krieg nach Deutschland -- und siehe da, im heimatlichen Berlin der Nachkriegszeit bekommt des Berliners Erzählung Schwung. Wannsee, Trümmerfrauen, Kaugummi, alles höchst lebendig. Kenntnisarm und farblos dagegen wirken Lehmanns US-Milieuschilderungen. Aus der Ferne wird Timothy Zeuge, wie seine Norma Jeane vom Pinup-Girl zum Star heranwächst, heiratet. Seine bittere Ferndiagnose: Der Frau geht es nicht gut.<P> Nach jahrelanger Irrfahrt endlich, darf Lehmann/Haskins in das von Arthur Miller noch angewärmte Bett. Aber ach -- all seine geballte Manneskraft reicht nicht aus, Marilyns Schicksal noch einmal abzuwenden. Ein etwas bescheidenerer Plot, ein weniger öffentliches Objekt der Begierde, hätte Wunder gewirkt. Stattdessen weiß nun alle Welt: Lehmann hat es also auch nicht gebracht! <I>--Ravi Unger</I>

Fazit: sie war schon immer ein wenig anders, ein wenig zu traurig, ein wenig zu allein!

— dieFlo
dieFlo
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