Ann kommt nach Kriegsende zurück nach Berlin, genauer gesagt Potsdam. Offiziell um die britischen Teilnehmer der Potsdamer Konferenz mitzubetreuen, aber eigentlich, um ihre Cousine zu suchen, die in Potsdam den Krieg hoffentlich überstanden hat. Und niemand darf dabei merken, dass sie eigentlich eine Deutsche ist.
Ann ist mit ihrer Familie in den dreißiger Jahren aus Deutschland geflohen und musste in England oft darunter leiden, dass sei deutscher Herkunft ist. Daher hat sie als sie die Chance bekam ihre Nationalität immer verschwiegen und hat sich so britisch wie möglich gegeben. Nun ist sie zurück in ihrer Heimat als Teil des ATS, dem Auxiliary Territorial Service. Doch niemand dort kennt ihre Herkunft und niemand soll wissen, dass sie auf der Suche nach ihrer Verwandtschaft ist. Und da kommt die immer intensiver werdende Beziehung zum Amerikaner Jackson Powers zwar einerseits recht aber die Gefühle, die kommen ihr eher dazwischen.
Hanna Caspian nimmt uns mit mitten in die direkte Nachkriegszeit, als die drei Großen sich in Potsdam trafen, um dort das Schicksal des besiegten Deutschlands zu besprechen. Wir begleiten dabei vor allem die Besatzer, die der Meinung sind, dass die „Hunnen“ alle Monster sind und keine Gnade verdient haben. Hier gelingt es der Autorin zu zeigen, dass die Realitäten manchmal eben doch anders aussahen. Gerade Jackson, der nach dem D-Day nicht nur die Grausamkeiten der Deutschen, sondern eben auch der Alliierten erlebt hat, ist bereit nicht alles Schwarz oder Weiß zu sehen. Auch Anns Schicksal macht deutlich, dass man es als deutscher Flüchtling auch nicht immer einfach hatte, weil man per se verdächtigt wurde etwas mit dem Regime, vor dem man geflüchtet war, zu tun zu haben.
Ich mochte das Buch gerne. Es lies sich gut lesen und man konnte gut mit Ann mitfühlen. Auch Jackson hat mir gut gefallen. Ein wenig schade fand ich es, dass die Freundinnen vom ATS meist als doch recht einfach gezeichnet blieben. Man hatte die Stadt Potsdam und die Zerstörungen sehr gut vor Augen und gerade die Kontraste zwischen den noblen Unterkünften der Besatzer und der Situation der deutschen Bevölkerung war sehr gut geschildert.
Ich kann das Buch sehr empfehlen. Es zeigt, dass es immer wert ist Menschen nicht in Schubladen zu stecken und dass eine persönliche Geschichte mehr über einen Menschen aussagt als die bloße Zugehörigkeit zu einer Gruppe.
Von mir daher eine Leseempfehlung





























