Hanna Dietz.

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Hanna Dietz.Das Haus der verrückten Kinder
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Das Haus der verrückten Kinder
Das Haus der verrückten Kinder
 (7)
Erschienen am 01.08.1990

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Rezension zu "Das Haus der verrückten Kinder" von Hanna Dietz.

Rezension zu "Das Haus der verrückten Kinder" von Valerie Valere
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Kann es sein, dass es Menschen gibt, die für das Leben nicht geschaffen sind? Menschen, die sich nichts als den Tod wünschen? Im Falle der französischen Schriftstellerin Valérie Valère scheint sich dieses zu manifestieren. Es ist ein Jammer, dass dieser menschlichen Tragödie niemand Einhalt gebieten konnte. Weder Ärzte noch Freunde konnten helfen und die sog. Eltern schon gar nicht ...

1961 wurde sie in Paris als zweites Kind einer "ganz normalen" Familie geboren. "Ganz normal" bedeutete in ihrem Fall, dass sie stark vernachlässigt wurde. Was für jedes Kind ein Drama bedeutet, traf sie umso härter, da sie von Natur aus ein eher verschlossenes Kind war. Die Eltern verstanden sich nicht besonders gut, und heftigen Streit trugen sie vor den Kindern aus. Für diese gänzlich unbegreiflich war die Flucht der Eltern in andere Partnerschaften. Aber auch das mussten die Kinder ertragen, und Valérie traf es am schlimmsten. Einmal fuhr sie mit ihrem Vater in Urlaub - gemeinsam mit der Geliebten! Dabei soll es sich zugetragen haben, dass Valérie mit ihrem Vater und der Geliebten in einem Bett übernachtet hat. Sie bekam zwangsläufig "einiges" mit, doch verstehen konnte sie es natürlich nicht. Bereits zwölf Jahre alt, verwandelte sie das Unverständnis in negative Energie ...

Der Hass in ihr wuchs in unermessliche Höhen. Doch sie richtete ihn nicht nur gegen die Eltern, sondern nahm sich schließlich selbst ins Visier, und so begann ein fürchterlicher Teufelskreis. Mit dreizehn Jahren hörte sie auf zu essen! Als sie nur noch 31 Kilo wog, entschloss sich die Mutter, sie in eine psychiatrische Klinik einzuweisen, und lieferte ein hochsensibles Kind dem Regime eines unbarmherzigen Systems aus. Erbarmungslose Schwestern und abgestumpfte Ärzte sahen Valérie ... aber sie erkannten ihr Wesen nicht.

Valérie verweigerte allerdings nicht nur das Essen, sondern auch jede Art von Erklärung oder Mitteilung. Die Ärzte konnten somit keine gezielte Therapie anwenden, zumal ihnen auch noch die häuslichen Verhältnisse des Kindes vorenthalten wurden. Das geschundene Kind steigerte sich mit einer unglaublichen Präzision in seine Einsamkeit und Isolation. Sie entwickelte aber auch schmale Wege zu einer Selbsterkenntnis, welcher aber eine gnadenlose Beobachtungsgabe im Weg stand...! Sie kann Dialoge im Voraus formulieren und klagt die ganze Verlogenheit des Systems schonungslos an. Leider spielt sich das alles in ihrem Kopf ab, so dass niemand wirklich angemessen reagieren kann, und somit steigert sie sich immer weiter in die Aussichtslosigkeit.

Sie beginnt wieder zu essen, doch ihre selbstzerstörerischen Mechanismen ("Ich wünsche das Nichts") haben längst die Oberhand gewonnen. Sie möchte aus der menschenunwürdigen Anstalt heraus, und nur aus diesem Grund nimmt sie wieder zu. Diese Bedingung erfüllt sie, ohne aber die Notwendigkeit tatsächlich zu begreifen. Es kommt leider, wie es kommen muss, denn auch "draußen" kann sie nicht mehr existieren. Nichts macht einen Sinn ... bis sie das Schreiben entdeckt! Leider bleibt ihr nicht viel Zeit ...

"Das Haus der verrückten Kinder" ist ihr erstes Buch. Den Bericht über die vier Monate Klinikaufenthalt schrieb sie mit fünfzehn Jahren! Das Buch ist ein erschütterndes Zeugnis von Ignoranz, welches nicht nur aufreibt, sondern unendlich wütend macht. Valérie Valère hatte die falschen Eltern. Doch die haben viele ... ! Offenbar hatte sie aber generell (fast) immer die falschen Leute um sich! Ich frage mich, wieviel Pech dazu gehört, ständig gegen Wände laufen zu müssen, ohne die Aussicht, jemals auch nur annähernd verstanden zu werden.

Schließlich ist sie auch noch ein Opfer ihrer eigenen Fähigkeiten geworden. Getötet haben sie ihre scharfsinnige Gesellschaftskritik in Verbindung mit ihrer verzweifelten Suche nach dem Sinn ihrer Existenz, aber auch ihre Sturheit und ihre destruktive Intelligenz. Wäre sie "blöd" gewesen, wie die "verrückten Kinder", hätte sie wohl alles ertragen. Doch wenn man die Freiheit als "Mythos" definiert und die Welt außerhalb der Klinikmauern als "anderes Gefängnis", dann ist die Katastrophe vorprogrammiert. Die Welt ist ein verlogenes Chaos, die Menschen sind "Kolonnen von verrückten, besessenen Ameisen", die nichts besseres zu tun haben, als ständig "in ihre Zellen mit den angestrichenen Wänden heimzukehren. Sie eilen ihren Hirngespinsten von seidigen Stoffen und von Zwängen bedingter Liebe entgegen." Mit beängstigendem Scharfsinn karikiert eine 15-jährige die sog. Normalität und landet einen Volltreffer nach dem anderen. Das Schlimme daran ist, dass sie oftmals gar nicht mal so unrecht hat ...

1982 war ihr Weg dann zu Ende. Sie starb mit 21 Jahren. Zurück bleiben ein paar Bücher, unvollendete Werke und jede Menge Fragen. Am meisten beschäftigt mich die Frage, was wohl aus ihr geworden wäre, wenn sie jemand an die Hand genommen und nie mehr losgelassen hätte ...

Fazit: Bitterböse Karikatur des Lebens.

© Thomas Lawall - www.querblatt.com

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Gespräche aus der Community

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HannaDietzs avatar
Ihr Lieben,

welche Freude gleich schon wieder eine Leserunde hier zu starten! Mit der Leserunde zu "Schatz, brennt da grad was an?" vor ein paar Wochen hatte ich Riesenspaß! Da wurde eifrig geplaudert, gelacht und rezensiert. Ich hoffe, das wird bei "Fußballmütter" genauso.

In meinem neuen Roman geht es um... Überraschung... Fußballmütter! Genauer gesagt darum:

Mit den anderen Müttern und einem Kaffeebecher am Spielfeldrand stehen und zusehen, wie die Kleinen kicken – so stellt sich Carolin ihr neues Leben als Fußballmutter vor. Also meldet sie ihren Sohn Luis in der F2-Jugend des 1. FC Reschheim an, der Gurkentruppe des Vereins. Aber der Kampf auf dem Rasen ist nichts gegen das, was sich am Rand abspielt: Da wird intrigiert, gemobbt, gepöbelt. Schwer zu ertragen für Carolin, die nach ihrer traumatischen Scheidung nur ihre Ruhe will. Doch da taucht ihr Scheidungsgrund nebst fußballbegeistertem und leider talentiertem Sohn auf, und in Carolin erwacht ein lange vergessenes Gefühl: Kampfgeist. Wäre doch gelacht, wenn Luis’ Mannschaft nicht die angeberische Vorzeigemannschaft des Vereins besiegt! Dazu ist Carolin jedes Mittel recht, sogar die Hilfe von Georg, diesem Schnösel, in dessen Gegenwart sie immer so ein Kribbeln in der Magengrube spürt...

Bewerbt Euch um ein Exemplar, wenn Ihr das Buch lesen und anschließend rezensieren möchtet - und zwar am liebsten mit einer Anekdote aus der Welt des Fußballs. Das kann ein eigenes Erlebnis von der Seitenlinie sein oder auch eine Beobachtung aus der Familie, wenn Fußball läuft... (wo bei uns zu Hause übrigens jede Kommunikation untereinander abgebrochen und nur noch der Fernseher angeschrien wird ;)

Ich freue mich auf Euch!
Liebe Grüße
Hanna


abetterways avatar
Letzter Beitrag von  abetterwayvor einem Jahr
Hallo, hier ist meine Rezi: https://www.lovelybooks.de/autor/Hanna-Dietz/Fu%C3%9Fballm%C3%BCtter-1442079730-w/rezension/1505715495/ Vielen Dank das ich das Buch lesen durfte. Leider war für mich das buch so lala. Trotzdem danke dafür.
Zur Leserunde
HannaDietzs avatar
Ihr Lieben,

endlich mal wieder eine Leserunde auf Lovelybooks. Freue mich riesig! Besonders, weil es um so ein schönes Thema geht:

Das seltsame Verhalten grillreifer Männer im Reihenhaus...

Es ist doch immer wieder das Gleiche: Kaum ist der Winter vorbei, entwickelt der Mann unbändige Lust auf rauchgeschwängertes Fleisch. Doch während früher einfach ein paar Würstchen auf den Rost geschmissen wurden, ist Grillen heute Lifestyle und Selbstverwirklichung. Pech also, wenn der eigene Mann plötzlich zum King of Kotelett mutiert und die ganze Familie mit Diskussionen um exotische Marinaden, Grills zum Preis eines Kleinwagens und Kohle mit Whiskyaroma in den Wahnsinn treibt. Und was macht die Frau, während ihr Mann mit seinen Kumpels das teure Lendenfilet bewacht? Den ganzen schmutzigen Rest natürlich ...

"Schatz, brennt da grad was an? Mein Mann, seine Grillzange und ich" ist eine unentbehrliche Lektüre. Erstmals werden so wichtige Fragen beantwortet wie: Warum werden Männer sofort sanft, wenn ihnen Rauchschwaden in die Nase steigen? Wie macht man aus einem Finger ein Fleischthermometer? Darf man Kinder mit Bratwurst abspeisen, während man selbst das sauteure Steak verputzt? Und wieso um alles in der Welt ist der Drang, im Freien auf jegliche Tischmanieren zu verzichten so groß? Dazu eine Einführung ins Grillchinesisch, ein Bericht über den Beziehungsbelastungstest „Mein Mann baut einen Gasgrill alleine auf“ – und natürlich das Neueste vom Grillseelsorgentelefon für grillgeplagte Ehefrauen.

Wenn Ihr Lust habt, eines von fünfzehn Büchern zu gewinnen, die der Goldmannverlag zur Verfügung stellt, sie auch zu lesen und anschließend zu rezensieren (gerne auch auf anderen Plattformen), dann macht mit - indem Ihr mir schreibt, was Eurer Meinung nach die lustigste/kurioseste/seltsamste Angewohnheit von grillenden Männern ist...

In diesem Sinne: Ran an die Buletten!
Liebe Grüße
Eure Hanna









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Arena_Verlags avatar

Plötzlich selbstbewusst und beliebt - seit Stella die rätselhafte Liv kennengelernt und von ihr die neue Lieblingstasche geliehen bekommen hat, läuft in Stellas Leben alles bestens. Zunächst.

Wickwood, eine Kleinstadt in den USA. Ein rabenschwarzes Geheimnis, das seit Generationen ganz Wickwood im Bann hält. Eine Tasche, so böse wie ein Pakt mit dem Teufel. Und ein Mädchen, dessen Wünsche eine zerstörerische Kraft entfachen.

Geheimnisvoll, mysteriös und mit einem feinen, schleichenden Grusel durchzogen ist "Das Geheimnis von Wickwood" die perfekte Sommerlektüre, wenn man die Worte "Strand" und "Sonne" nicht mehr hören kann.

Bitte bewerbt euch bis Montag, den 17.8. mit der Antwort auf die Frage:

Welchen geheimen Gedanken würde die grüne Tasche euch verwirklichen?

Wir freuen uns auf eure Bewerbungen und die Runde, die Hanna Dietz begleitet.

Liebe Grüße

Hanna & Daniela (Arena)

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