Hanna L. Noack Strom des Himmels

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Inhaltsangabe zu „Strom des Himmels“ von Hanna L. Noack

Eine Einladung von ehemaligen Patienten verstößt eigentlich gegen ihre beruflichen Grundsätze – Alice Amberg reist trotzdem nach Tokio. Als Mitherausgeberin einer Zeitschrift will sie die Gelegenheit nutzen und die Reise mit Recherchen über die „Kinder von Hiroshima“ verknüpfen. Doch insgeheim verfolgt sie ein anderes Ziel: Sie will einen mysteriösen Freund aus dem Vorleben ihrer Mutter aufspüren, den berühmten Pressefotografen Tadashi Yamamoto, und das nicht nur, weil sie sich von ihm Unterstützung für ihre Nachforschungen erhofft. Auf ihrer Suche wird sie mit den Besonderheiten der japanischen Gesellschaft und den Machenschaften korrupter Politiker konfrontiert. Vor allem die seltsamen Spielregeln eines zensierten Pressesystems bringen sie in Schwierigkeiten. Immer tiefer gerät sie in einen Strudel von Intrigen und Verleumdung. Am Ende findet sie sich in einem persönlichen Inferno wieder, aus dem sie sich beinahe nicht mehr befreien kann. Hanna-Laura Noack zeichnet ein mitreißendes Porträt der so vertraut-fremden japanischen Gesellschaft vor dem Hintergrund der Folgen der Atombombenabwürfe und der in der Gegenwart weiterwirkenden feudalen Geschichte.

Lesevergnügen, Unterhaltung, Freude und Informativ. So lässt sich "Strom des Himmels" beschreiben.

— Jump
Jump

Am Anfang fand ich mich etwas schwer rein, aber das mag durchaus an mir gelegen haben. Dann wurde ich recht besessen und wollte eigentlich n

— goeppeka
goeppeka

Ein schönes Buch! Die Schwere des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und in Japan wird eingebettet in die Suche einer Frau nach sich selbst.

— Helga_Jursch
Helga_Jursch

Ein wahrlich lesenswerter Roman, der unterhaltend, spannend und lehrreich den/die LeserIn fesselt. Auf bemerkenswert detaillierte Weise ist

— juli49090
juli49090

ein wunderschönes Buch, ist sehr zu empfehlen, liest sich super gut, nur zu empfehlen !!

— Leony
Leony

ein wundervolles Buch, absolut zu empfehlen, sehr tiefgründig und außergewöhnlich....

— Millikanna
Millikanna

Ein wunderbares Buch, absolut lesenswert! Am meisten begeistert hat mich die wundervolle Sprache, ein sehr literarisches Werk. Kauftipp!

— MarcelR
MarcelR

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  • Ein gelungenes Debüt!

    Strom des Himmels
    KirstenKlein

    KirstenKlein

    31. December 2014 um 10:05

    Im Mittelpunkt von Hanna-Laura Noacks Erstling „Strom des Himmels“ stehen die 32jährige Psychologin Alice Amberg und ihre Mutter Teresa, die sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg als Krankenschwester in Hiroshima um Opfer des Atombombenabwurfs kümmert und dabei in den charismatischen, aber durch Kriegseinsätze in China schwer traumatisierten Pressefotografen Tadashi Yamamoto verliebt. Bevor Teresa, seit Jahrzehnten wieder in Deutschland und mit einem anderen Mann verheiratet, eine Gelegenheit findet, mit ihrer Tochter über ihre schmerzlichen Erinnerungen und die Gründe für die Trennung von Tadashi zu reden, verunglücken sie und ihr Mann tödlich. Zutiefst davon betroffen, nimmt Alice 1978 eine Einladung von in Tokio lebenden Freunden an, nicht zuletzt, um auf den Spuren ihrer Mutter zu wandeln, ehe die Zeit darüber hinweggehen und sie völlig verwischen kann. Dabei erfährt die junge Frau Aufschlussreiches über Teresa und wird darüber hinaus mit schockierenden Erkenntnissen über das Schicksal Yamamotos, dessen Schwester Etsuko und anderer Strahlenopfer konfrontiert. Der Prolog zeigt Einblicke in das Leben einiger Menschen in Hiroshima und endet kurz vor dem Abwurf der Atombombe, erzeugt Betroffenheit und Neugier. Nach einem Zeitsprung ins Deutschland des Jahres 1978 reist der Leser mit Alice Amberg nach Japan und infolgedessen in eine spannende und schicksalsreiche Vergangenheit. Damit einhergehende, zuweilen geradezu skurril anmutende Begegnungen und Ereignisse, mitbedingt durch die seinerzeit in Japan vorherrschende Mentalität, meistert Alice durch psychologisches Gespür und Einfühlungsvermögen sowie ihren ausgeprägten Sinn für Humor, selbst in unangenehmsten Situationen. All das, zudem eine Attacke Amors mitten in ihr Herz, macht Hanna-Laura Noacks Hauptprotagonistin zu einer überaus sympathischen „Reiseführerin“ und so manch aufgedecktes, erschütterndes Geheimnis für die „Mitreisenden“ erträglicher. Ebenso liebevoll wie glaubwürdig gezeichnet, kommen dem Leser auch die übrigen Figuren sehr nahe im weiteren Handlungsverlauf, der anschaulich geschildert wird und immer wieder in andere Zeiten und Perspektiven wechselt, gekonnt ineinander verwoben, mit teils überraschenden Wendungen. Alles in allem ist „Strom des Himmels“ ein gelungenes Debüt – lesenswert und darüber hinaus aufklärend und bildend.

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  • Ein unterhaltsames Lesevergnügen !

    Strom des Himmels
    Jump

    Jump

    28. April 2014 um 15:39

    Eigentlich so gar nicht mein Genre. Und eigentlich bin ich immer vorsichtig mit Debütromanen, in diesem Fall wurde ich eines Besseren belehrt. Ich wurde wirklich wunderbar unterhalten und habe viele neue Informationen über Hiroshima und den Umgang der japanischen Presse damit erhalten. Aufgrund der sehr angenehmen und wirklich schönen Sprache, war es mir ein Genuss, meine Zeit mit "Strom des Himmels" zu verbringen. Als einzigen Nachteil empfand ich, dass das Buch irgendwann zu Ende war. Ich bedanke mich für schöne Stunden und würde mich freuen, recht bald wieder, etwas von Hanna-Laura Noack lesen zu dürfen.

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  • Wird Vergangenheit je wirklich vergangen sein?

    Strom des Himmels
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    09. January 2014 um 21:54

    Es geschah an einem Montagmorgen mit strahlend schönem Wetter im August 1945: plötzlich erfüllte... eine alles durchdringende Stille die japanische Stadt Hiroshima – und dann hielt der Tod Einzug. Tadashi Yamamoto, ein Pressefotograf, beobachtet die Szenerie zunächst aus einiger Entfernung von einem Hügel aus. Doch dann entschließt er sich, der geheimnisvollen Explosion auf den Grund zu gehen. Er kann an diesem Tag seinen schon vorhandenen Albtraumbildern des Massakers von Nanking noch zahlreiche verstörende Eindrücke hinzufügen. Etwa ein Jahr später trifft er auf Teresa, eine deutsche Krankenschwester. In der von Not und Elend beherrschten Nachkriegszeit erleben die beiden ungleichen Menschen die sprichwörtliche Liebe auf den ersten Blick – leider ohne Happy End, doch mit lebenslangen Folgen. 32 Jahre später treffen wir auf die Psychologin Alice Amberg. Sie betreibt eine eigene kleine Praxis, kämpft gegen Ungerechtigkeiten im Gesundheitssystem und verbringt ihre Freizeit als Taucherin und Hobbyautorin. Als sie den Auftrag erhält, über die 'Kinder von Hiroshima' zu schreiben und gleichzeitig von ehemaligen Patienten nach Tokio eingeladen wird, hält sie das für einen Wink des Schicksals. Schon lange nämlich hegt sie den Plan, Nachforschungen über die Vergangenheit ihrer Mutter Teresa anzustellen. Seit ihrer Kindheit weiß Alice, dass ein geheimnisumwobener Mann namens 'Tadashi' darin eine wichtige Rolle gespielt hat. Die Reise nach Japan wird Alices Leben verändern, denn die Wahrheit verbirgt sich hinter einem dichten Schleier aus Intrigen, Korruption und Verschwörungen ... Hanna-Laura Noack entführt uns in ihrem Debütroman 'Strom des Himmels' in das Hiroshima der Nachkriegszeit. Ihr klarer, zuweilen etwas poetischer Schreibstil liest sich sehr angenehm. Ausschweifende Schachtelsätze wird man hier nicht finden, sondern eher eine prägnante Ausdrucksweise, die gut zur Geschichte passt. Die Autorin versteht es, den Leser zu fesseln und mitzunehmen auf eine abenteuerliche Reise. Sowohl fremde Orte, die durch ihre detaillierten Beschreibungen eindrucksvoll visuelle Gestalt erlangen, als auch die handelnden Personen wirken lebendig und real. Dieses Buch ist so vielschichtig und vermittelt nicht nur viele Eigenarten der japanischen Kultur. Es zeigt auf, wie unsere Vergangenheit, unsere Entscheidungen und so mancher Schicksalsschlag unser Leben nachhaltig verändern können – und oft sogar noch das Leben unserer Nachkommen. Was können wir aus Vergangenem lernen, was sollten wir lieber dem Vergessen überlassen? 'Strom des Himmels' ist ein Buch, das dem Leser eine sehr gelungene Mischung aus Information, Spannung, Emotionen, Geschichte und etwas Humor bietet – beste Unterhaltung für Jung und Alt.

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  • Danke Hanna-Laura Noack für den wunderbaren Roman Roman "Strom des Himmels".

    Strom des Himmels
    Seidel

    Seidel

    11. December 2013 um 19:51

    Dieser Roman ist ist wunderbar zu lesen, ich habe immer sehr ungern das Buch aus der Hand gelegt. Die Beschreibung über das Leben in Japan ist sehr authentisch. Als größtes Kompliment zu sehen ist, dass ich gerne einfach "weitergelesen" hätte. Wann kommt eine Fortsetzung? Ein tolles Buch,  kann nur empfehlen unbedingt lesen und einige Exemplare an Freune zu Weihnachten schenken; die sind mit Sicherheit dankbar dafür! Sabina Seidel

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  • Empfehlenswert!

    Strom des Himmels
    MLIE

    MLIE

    25. November 2013 um 08:52

    Bei den Neuerscheinungen die ich in diesem Jahr gelesen habe gehört der „Strom des Himmels“ von Hanna-Laura Noack zu den Büchern, die man empfehlen muss. Das Geschriebene, interessant, aufklärend, ausdrucksstark und hervorragend eingebunden, ist ein Lesevergnügen. Es ist Ihr erster Roman Hanna-Laura Noack! – Ich hoffe Sie schreiben weiter!

     


  • Strom des Himmels

    Strom des Himmels
    primadonna12

    primadonna12

    20. November 2013 um 18:57

    Alice Amberg ist Psychologische Psychotherapeutin. Ihr anstrengendes Leben läuft gleichförmig ab. Sie fühlt sich genervt durch Auseinandersetzungen mit Behörden, ist verärgert über die Zwei-Klassen-Medizin und ungerechte berufspolitische Bedingungen. Sie braucht dringend Urlaub. Zur Entspannung plant sie Tauchreisen und verfasst Artikel für eine Zeitschrift für Kindheit. Als sie einige Zeit nach dem belastenden Unfalltod ihrer Eltern eine Einladung nach Japan erhält, will sie diese zunächst nicht annehmen, doch dann bittet sie der Herausgeber der Zeitschrift um eine ganz besondere Recherche. Sie soll das Angebot nutzen, um einen Artikel über die aktuelle Situation der ehemaligen Kinder von Hiroshima zu verfassen, denn bald jährt sich die Atombombenkatastrophe in Hiroshima und Nagasaki zum fünfunddreißigsten Mal. Man schreibt das Jahr 1978, der Tod ihrer Eltern gibt Alice immer noch Rätsel auf. Sie akzeptiert Einladung nach Japan vor allem deshalb, um einen vermeintlichen ehemaligen Liebhaber ihrer Mutter, die 1946 als Rotkreuz-Helferin in Hiroshima war, aufzuspüren. Sie hofft, durch ihn Informationen aus dem Vorleben ihrer Mutter zu gewinnen, deren großen Liebe er, der Teresa vor Alices Geburt verlassen hat, einst gewesen ist. Angekommen in Japan nimmt Alices Leben ganz plötzlich Fahrt auf und zwar nicht nur durch das Aufeinanderprallen zweier völlig unterschiedlicher Kulturen, was dem Leser manche vergnügliche Lesestunde mit "allerlei kleinen, humorigen Skurrilitäten" (Chris Inken Soppa) verspricht. Mehr möchte ich nun aber nicht mehr verraten, das sollte jeder schon selber lesen, sich mit der Autorin auf die Reise begeben und getrost von ihr führen lassen. Sie ist eine, die das Leben zu kennen scheint, wie es ist. Der historisch und (sozial-)politisch gut recherchierte Roman lässt darauf schließen, dass die Autorin genügend eigene Erfahrungen in Japan gemacht hat. Ich habe keine Beziehung zu Japan und gestehe, dass ich das Buch deshalb zunächst gar nicht lesen wollte, doch ich fand meine Entscheidung am Ende bestätigt. Ich lese gern vor dem Schlafen gehen und das Buch hat mich seltsam bewegt und beruhigt. Das hing mit der Sprache der Autorin zusammen mit ihrem situationsabhängig warmherzigen, oder respektlos scharfzüngigen oder sehr einfühlsamen Zugang zu ihren Figuren. In diesem Buch steht das Leben . Manchmal kann man kaum Atem holen, so viel Geschwindigkeit nimmt es auf, dann ist es wieder weich und traurig und ließ mich besinnlich werden. Ich habe dieses Buch geliebt und möchte es jedem empfehlen! Magda RadovicMainz --

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  • Ein wunderbares Buch, absolut lesenswert!

    Strom des Himmels
    MarcelR

    MarcelR

    08. November 2013 um 18:15

    Ein wunderbares Buch! Am meisten begeistert hat mich die wundervolle Sprache, ein sehr literarisches Werk, an vielen Stellen sehr berührend. Natürlich ist das Thema, der Atombombenabwurf auf Hiroshima und dessen Folgen, ein sehr ernstes Thema, die Autorin verknüpft das aber geschickt mit leichteren und auch komischen Wendungen. Überhaupt ist die Handlungsabfolge nicht vorhersehbar, das Buch zieht einen in den Bann und man kann es gar nicht mehr loslassen, man will immer wissen, wie es weitergeht. So steigert sich die Spannung bis zum Schluß. Ein echter Tipp! Man wundert sich nach Lesen des Buchs auch nicht, dass sich an Informationspolitik der Presse bis ins heutige Japan nichts geändert hat, Skandale werden vertuscht und die Öffentlichkeit desinformiert, siehe Fukushima.

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  • Ein kleiner SCHATZ

    Strom des Himmels
    leviola1

    leviola1

    04. November 2013 um 22:49

    Mehrfach verschenken werde ich diesen interessanten, poetischen, kritischen, sinnlichen, humorvollen und philosophischen Roman! Und, das möchte ich nicht unerwähnt lassen, das Buch schmeichelt dem Auge und die Seiten schmeicheln der Haut. -) Man hat die letzte Seite des Buches gelesen, schlägt es langsam zu und hat ihn erfahren, den Wechsel der Gezeiten, der die Steine formt und sie sprechen lässt, wenn man ihnen zuhört… Und man sieht ihn, den „Strom des Himmels, im Loch der Tür aus Papier, wie wunderschön doch“. … Der Beginn eines Sommertages unter einem alles Weltliche umfassenden Himmel. Unter diesem Himmel plante man ursprünglich zu einem früheren Zeitpunkt des Krieges, die Atombombe von Hiroshima über der Stadt Dresden abzuwerfen, wenn sie denn schon fertig gewesen wäre… HIROSHIMA. 6. AUGUST 1945. „Mit schweren Lidern trat Yamamoto in die Helligkeit der Veranda. Unter ihm lag die Stadt in flirrendem Dunst nach der Hitze der Nacht. Über ihr dehnte sich der Himmel, wolkenlos und von einem leuchtenden Blau.“ (Tadashi Yamamoto, Pressefotograf)  „Die im Asphalt gespeicherte Hitze brannte sich durch ihre Strohsandalen. Sie ignorierte es, wie die meisten lästigen Gegebenheiten dieser Tage. Weder das Wetter noch der Krieg sollten ein Mädchen wie sie entmutigen.“ (Etsuko, Schwester von Tadashi)  HIROSHIMA. 1946. „Ein Jahr später betrachtete Teresa, eine junge deutsche Krankenschwester, den Himmel über Hiroshima. Grauschwarze, schnell vorbeifliegende Wolkenfetzen gaben flüchtige Einblicke frei, begrenzt und von seltsamer Farbe. Gucklöcher entstanden, die sich sogleich wieder schlossen, um sich an anderer Stelle wieder zu öffnen. Die Ströme des Himmels, dachte Teresa. Zerrissen, wie ihre Gefühle, die mit dem Mann auf dem Hügel untrennbar verwoben waren.“ DEUTSCHLAND. 1978. „Rückzüge sind es, doch nur ein Ersatz für die Orte, von denen sie träumt. In Wirklichkeit zieht es sie, gleich einem Küstenfahrer, zu entlegenen Gestaden, unter die Spiegel der Meere der Welt, wo sie sich beim Tauchen so leicht wie auf Wolken fühlt.“ (Alice, Tochter von Teresa) HIROSHIMA.1978.  „Zwei unter rabenschwarzen Haarschöpfen plötzlich emporschießende Oberkörper, blitzend gebleckte Zähne und vorgeschobene Unterkiefer: Gierig nach Beute sichtende Barrakudas spähen zu ihr herüber. ‚Frau Ambelg ist Psychologin’, stellt Eisgrau-san sie ihnen vor. Typische Aufreißer, noch frei von grauen Strähnen an den Schläfen, knapp unter fünfzig, schätzt Alice. Na super, ein Abendessen im Schneidersitz, mit Raubfischen auf Beutezug! So bekommt Frau also hier etwas zu essen, zwangsrekrutiert zum Begleitservice für solche Typen. (…) Beiläufig führt sie das begonnene Gespräch fort: ‚Was halten Sie eigentlich von der Angelegenheit Yamamoto Tadashi?’ Dabei lässt sie ihre Stimme so gelangweilt klingen, als spräche sie über das Wetter. Erst danach blickt sie auf, bekommt gerade noch einen schnellen Blickaustausch zwischen den Männern mit. Tamiki zupft seine locker sitzende Krawatte zurecht. ‚Sie meinen’, erwidert er misstrauisch, ‚den Chefredakteur der Hiroshima-Post?’ (…) (...) Später, im Shinkansen, denkt Alice, dass sie ja einfach hätte aufstehen und gehen können. Vielleicht wäre das sogar besser gewesen, als sich immer tiefer in dieses Labyrinth von Spekulationen zu verstricken. Aber möglicherweise wusste Etsuko tatsächlich nicht mehr über Teresa und Tadashi zu berichten, als sie preisgab. (…) Die Zeit drängt. Nur eine letzte Frage will Alice Etsuko noch stellen, ohne zu ahnen, wohin sie damit trifft: ‚Was genau’, fragt sie, ‚was genau ist eigentlich in Nanking passiert?’ (…)“

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  • Strom des Himmel

    Strom des Himmels
    Inge1015

    Inge1015

    01. November 2013 um 12:18

    In ihrem neuen Roman „Strom des Himmels“ geht die Autorin mit ihren Protagonisten und Lesern auf Erlebnistour, reich an interessanten und unterschiedlichen Perspektiven, ins ferne Japan. Sie beschreibt das Leben und die japanische Kultur dabei so präzise und lebensecht, dass der Leser sich bildlich in das Land versetzen kann und benutzt stimmige Bilder. Eindrucksstark und gefühlvoll geht die Autorin mit dem noch bis vor kurzem fast verdrängten, durch Fukushima erneut aktuellen Thema, der Atombombenkatastrophe von Hiroshima und dessen Folgen für die Bevölkerung um. Aber dieser hochspannende Roman hat noch mehr zu bieten, leidenschaftlich Liebe und Seelenqual, Schmerz und hintergründigen Humor, ein pralles, mitreißendes Werk. , Der Autorin ist es gelungen, alle Themen zu einem Lesevergnügen zusammen zu fassen, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Meine Bewertung: ein großartiger Roman dem ich das Prädikat „wirklich lesenswert“ verleihe. Inge Millich, Bensheim

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  • Ein schönes Buch voller Zärtlichkeit, Traurigkeit und voller Leben

    Strom des Himmels
    Heidi1015

    Heidi1015

    01. November 2013 um 10:56

    33 Jahre nach dem Abwurf der amerikanischen Atombombe auf Hiroshima reist die Psychologin und Journalisten Alice Amberg 1978, auf Einladung eines ehemaligen Patienten, nach Japan. In Rückblenden wird zugleich die Geschichte von Alice Ambergs Mutter und eines berühmten japanischen Pressefotografen in Hiroshima des Jahres 1946 erzählt, die Geschichte einer großen tragischen Liebe. In Japan erlebt Alice Amberg die dort ganz alltägliche Diskriminierung als Frau. Es bestehen uralte geschriebene und ungeschriebene Regeln im Alltag der Japaner, die für Fremde undurchschaubar sind. Erzählt wird auf welche Weise die japanische Gesellschaft versucht das Trauma der Atombomben-Abwürfe zu verarbeiten. Japaner sind der Überzeugung, dass sich niemand gegen das Schicksal wehren kann: "Man hat die Pflicht, es geduldig zu ertragen." Die Überlebende der Katastrophe galten lange Zeit als Aussätzige. Viele verheimlichten ihre Leiden, aus Sorge ausgegrenzt zu werden. Die Auswirkungen der Atombomben-Abwürfe auf Japan und in diesem Zusammenhang das ungeheuerliche Versagen der Politiker werden eindrucksvoll geschildert. Es wird hierbei klar, wie sehr die Vergangenheit Auswirkungen auf die Gegenwart hat. Sie prägt nicht nur Familienbiographien, sondern auch die Biographie einer Gesellschaft. Bei einem Theaterbesuch lernt Alice Amberg einen Mann kennen. Sie verlieben sich ineinander. Das ist der Beginn einer wunderbaren Liebesgeschichte. In diesem bewegenden und erzählerisch mit großem Können geschriebenen Roman wird uns die japanische Kultur und Denkweise näher gebracht. Ein schönes Buch voller Zärtlichkeit, Traurigkeit und voller Leben. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Bücher der Autorin.

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