Hanna Poddig

 4.1 Sterne bei 9 Bewertungen

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Radikal mutig

Radikal mutig

 (9)
Erschienen am 18.09.2009

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Rezension zu "Radikal mutig" von Hanna Poddig

Poddig wie Pudding
Holdenvor 10 Monaten

Frau Poddig schreibt über ihr widerspenstiges, freies Leben und es ist eine Freude, alles mitzuerleben. Ich wußte zB bisher nicht, wie sich Castorgegner fühlen und daß es (angeblich) so ist, daß die eingesetzten Polizisten nur so lange freundlich bleiben, soweit die Kameras vor Ort sind. Und wie fühlt man sich, wenn man an ein Schienenstück zwecks Blockade gebunden ist? Informative Einblicke neben einem flammendem Appell zu einem bewußteren und gesünderen leben. Und zusätzlich bietet das Buch an einigen Stellen die Möglichkeit, sich selbst zu hinterfragen, ob man im eigenen voll durchkalkulierten Tagesablauf nicht doch Möglichkeiten hätte, das Richtige zu tun und dagegen zu sein? Angesichts von Trump Gauland usw wünscht man sich natürlich eine Neuauflage, bis dahin sei das Buch allen allen empfohlen.

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Sokratess avatar

Rezension zu "Radikal mutig" von Hanna Poddig

Rezension zu "Radikal mutig" von Hanna Poddig
Sokratesvor 8 Jahren

Hanna Poddig engagiert sich aktiv gegen Gentechnik, die Atomkraft und v.a.m. In der heutigen (linken) Protestkultur (sie ist Jahrgang 1985) ist sie insoweit keine Ausnahme; ihr z.T. aktiver Widerstand gegen Atomkraft und ähnliches brachte sie auch schon des Öfteren mit der Polizei in Kontakt. Nun hat auch sie ein Buch geschrieben.
Zum Inhalt sei gesagt, dass das Themenrepertoire dem aller sonstigen linken Strömungen gleicht. Die gleichen/ähnlichen Forderungen, zum Teil auch ähnliche Vorschläge, wie Missstände beseitigt werden sollen. Insgesamt gut gemeint, aber für die gesamtdeutsche Gesellschaft umsetzbar? Sie selbst kann guten Gewissens feststellen, dass sie nach ihren Maximen glücklich und zufrieden lebt. Problematisch bleibt jedoch, wie gesamtgesellschaftlich eine Änderung erzielt werden soll, wenn die zu beeinflussenden Verhältnisse und Zustände sich dem nationalen Einfluss entziehen, die hiesige Politik entweder nicht will oder ebenfalls diesen überregional agierenden Großkonzernen folgt (muss?). Selbst derjenige, der im heimatlichen Bio-Laden einkaufen geht, wird feststellen, dass auch hier wieder an einer Reihe von Produkten Unilever und Co. verdienen, da selbst diese den Biomarkt als gewinnbringend entdeckt haben. Und gleich wie die Autorin zum Veganer zu werden, ist m.E. auch nicht die richtige Lösung: nicht jeder kann ohne tierische Produkte (insbes. beim Essen) auskommen, die Natur des Menschen sieht hier auch etwas anderes vor... Vielmehr erscheint mir eine offene, aufgeklärte, maßvolle (Konsum-)Kultur angebracht, die ihren Verzehr/Verbrauch reflektiert, reduziert, hinterfragt, wo alles herkommt, wie es hergestellt wird, im Zweifel ausweicht, verzichtet.
Fazit: Hanna Poddigs Kritik ist angebracht, ihre Vorschläge zur Lösung sind teilweise mutig, teilweise aussichtslos, allenfalls im kleinen privaten Kreis praktikabel. Wer Anleitung und Ideen zum gedanklichen Einstieg braucht, der lese ihr Buch; alle anderen rate ich zu einem weltoffenen, das eigene Dasein reflektierenden Leben. Und nur wenn das viele - alle - machen, kann man (vielleicht?) etwas ändern in dieser Gesellschaft (Welt?).

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