Die Schuldigen

von Hanna Ziegert und Nora Ziegert
3,3 Sterne bei6 Bewertungen
Die Schuldigen
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Frau-Aragorns avatar

Ziemlich interessant

rumble-bees avatar

Es handelt sich um recht solide geschriebene Geschichten, bei denen ich nur die Fiktionalisierung und den Stil teilweise fragwürdig finde.

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Inhaltsangabe zu "Die Schuldigen"

Wenn eine Frau eine Fremde zusammenschlägt. Wenn eine Mutter ihr Kind verhungern lässt. Wenn ein Mann zum Brandstifter wird. Jedes Mal, wenn ein Verbrechen geschieht, muss man genau hinsehen, um zu verstehen, sagen Hanna und Nora Ziegert. Denn in jedem Täter steckt ein Mensch mit einer Vergangenheit. Ein Mensch, der einen Weg zum Täter gegangen ist. Begleitet von der Person, die er zuerst geliebt hat: seiner Mutter. In ihren packenden Kurzkrimis erzählen Hanna und Nora Ziegert von realen Verbrechen – und davon, wie es dazu kommen konnte. Sie erzählen von Opfern und von Schicksalen der Täter, die man nicht mehr vergisst.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783328101048
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Penguin
Erscheinungsdatum:13.06.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    rumble-bees avatar
    rumble-beevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Es handelt sich um recht solide geschriebene Geschichten, bei denen ich nur die Fiktionalisierung und den Stil teilweise fragwürdig finde.
    Aktenzeichen XY



    Ich stehe diesem Buch zwiespältig gegenüber. Eine professionelle Rezensentin hatte es in einem literarischen Magazin mit nur zwei Sternen bewertet. Das reizte meinen Widerspruchsgeist, und aufgrund dieser Tatsache, und meiner neu erwachten Liebe für das Genre „True Crime“, wollte ich es unbedingt lesen. Nun – auf zwei Sterne möchte ich mich nicht festlegen; auf wesentlich mehr aber auch nicht. Diverse Aspekte dieses Projektes erscheinen mir recht unausgegoren.

    Das Buch wurde von Mutter und Tochter verfasst – die Mutter forensische Psychiaterin, die Tochter Juristin. Beide sind allerdings bislang keine Autorinnen gewesen – und ich finde, das merkt man auch. Erzählt werden 8 wahre Fälle aus dem Berufsleben der Mutter. Laut Vorwort sollen die Mütter, die Frauen, im Fokus stehen, weil deren Rolle bei Verbrechen bislang unterschätzt werde. Die Autorin gibt dabei zu, den im Titel auftauchenden Begriff der „Schuld“ als Anreiz für den Leser gewählt zu haben.

    Hm! Die Geschichten sind an sich recht solide erzählt, und decken eine beeindruckende Vielfalt von Lebensumständen ab. Dennoch beschleicht mich bei dem Ganzen ein latentes Unbehagen. Das betrifft einfach die Erzählweise. Jeder Fall wird erzählt wie eine Episode aus „Aktenzeichen XY“. Es gibt eine einleitende Passage, in der das Verbrechen fiktionalisiert und „nacherzählt“ wird. Das jedoch auf sehr effekthascherische Weise. Hier tauchen Einzelheiten auf, die die Autorin unmöglich hat wissen können. Warum kaut die Mutter, die ihren Sohn jahrelang sexuell missbraucht hat, an langen, lackierten Fingernägeln, als sie ihn anzeigt? Warum kaut sie Kaugummi??  Warum sprechen etliche Figuren im (hessischen) Dialekt? (Das fand ich besonders schlimm; das hat sie in den Augen des Lesers meiner Meinung nach herabgewürdigt, hat den Tatbestand verniedlicht.) Woher will sie wissen, dass der Täter auf seiner Autofahrt laute Musik hörte? Und warum, zum Kuckuck, muss in einem Prolog ausgerechnet ein Kaninchen auftauchen, das tagelang kein Futter bekommen hat…? Motto: Tränendrüse, sage ich da.

    Es geht weiter. In einem zweiten Erzählschritt betritt Hanna Ziegert, die Psychiaterin, die Bühne. Sie besucht den Beschuldigten und führt mit ihm oder ihr erste Gespräche. Hier wird es etwas besser. Sie bemüht sich, eigene Zweifel zu schildern, und auch die Art und Weise, wie sie zu ihrer Einschätzung der Situation gelangt ist. Aber: ich fühlte mich als Leser auch oft veralbert und von oben herab behandelt. Ich muss nicht in aller Breite noch einmal erzählt bekommen, was ein Ödipus-Komplex ist – samt griechischer Legende! Und ich weiß auch, Dankeschön, was der Unterschied zwischen Jugend- und Erwachsenenstrafrecht ist. Und noch etliches mehr. Hier werden einfach etliche Seiten geschunden. 

    Spannend wurde es dann wieder in den letzten Abschnitten. Denn nicht immer ist das Gericht der Einschätzung von Hanna Ziegert gefolgt. Sie erläutert durchaus nachvollziehbar, welcher Ausgang möglich und wahrscheinlich gewesen wäre. Und manchmal gibt sie auch einen Einblick in das Leben des Täters nach dem Urteil. Das war alles nicht ohne Reiz.

    Ich pendle mich auf einer mittleren Bewertung von drei Sternen ein. Insgesamt finde ich einfach, dass der Stil etwas hölzern und leblos war. Eben ganz offensichtlich „literarisch ungeübt“. Und fragwürdig finde ich, dass die Sympathien des Lesers manchmal sehr eindeutig gelenkt werden sollen. Obwohl er ja, laut Vorwort, eigentlich zum selbständigen Denken angeregt werden soll. Es steht zu hoffen, dass das Autorinnen-Duo hinzulernt, und in möglichen weiteren Bänden „wächst“.


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    Frau-Aragorns avatar
    Frau-Aragornvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ziemlich interessant
    Nicht Fisch, nicht Fleisch

    Dieses Buch basiert auf den wahren Ereignissen, die Autorin Hanna Ziegert während ihrer Tätigkeit als psychiatrische Gutachterin erlebt hat. 


    Sie hat natürlich nur einen Ausschnitt ihrer über 30 Jahre hinweg gesammelten Fälle präsentiert und sich dabei auf die Fälle beschränkt, bei denen Frauen eine unmittelbare Rolle gespielt haben, sei es als Täter selbst, oder als die Taten begünstigendes Medium. 


    Die acht Fälle, die sie dabei erwähnt, sind sehr interessant und detailliert geschildert. Dabei bleibt der für Fachpersonen unwertende Ton bestehen. Als Psychologe oder auch Psychiater hält man sich nicht mit der Schuldfrage auf, sondern beschäftigt sich mit Ursachen und Prognosen. Ich fand den Einblick in die psychiatrische Arbeit sehr interessant geschildert. 


    Da dies ein Tatsachenbericht ist, kann man als Leser nicht bemängeln, dass die Darstellungen unrealistisch oder nicht nachvollziehbar waren. 


    Allerdings schien mir beim Lesen das Buch weder rein nüchterner Tatsachenbericht, noch unterhaltsam aufbereitete fiktive Geschichte zu sein, sondern irgendetwas dazwischen. Durch Stilmittel und Spannungsbogen aufbereitete Geschichten sind mir nicht mehr neutral genug. Um unterhaltend zu sein fehlt mir komplett der Anteil der emotionalen Einbindung der Erzählerin.  

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    Federzaubers avatar
    Federzaubervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Hat mich sehr skeptisch gestimmt. War mir zu einseitig.So wie die Geschichten geschildert wurden, ist die Mutter immer schuld. Kann nicht re...
    Sehr einseitige Sicht, nicht fundiert und belegt

    Die forensische Psychiaterin Hanna Ziegert (und ihre Tochter Nora Ziegert)  beschreibt in diesem Buch wie Gewalttaten und Verbrechen entstehen.  Ihre Annahme ist,  dass der Ursprung in der Vergangenheit liegt und die erste Bezugsperson in der frühen Kindheit ausschlaggebend ist: die Mutter. 
    Gleich zu Anfang kommt die Autorin in einem Vorwort zu Wort, indem sie dem Leser den Begriff "Schuld" verharmlosen möchte, dass schon so schwer im  Buchtitel steht.  Aber in dem Moment wo sie es anspricht und das Gewicht versucht zu nehmen, umso mehr wird darauf das Augenmerk gelegt. So als würde man sagen " Denk nicht an rosa Elefanten" und das Gehirn denkt automatisch an rosa Elefanten. So wird der Leser schon von Anfang an dazu gezwungen in jeder Geschichte den Schuldigen zu suchen und die unterschwellige Botschaft  kristallisiert sich schnell heraus,  dass immer, aber auch immer die Mutter schuldig ist. 
    Wäre diese Hypothese, begründet,  bewiesen, aus vielen Blickwinkel beleuchtet und wissenschaftlich belegt gewesen,  dann hätte ich diese Theorie auch verstehen und annehmen können.  Aber alle Geschichten waren sehr einseitig geschildert,  nicht objektiv genug betrachtet. DIe Gespräche zwischen Täter und Psychiaterin hatten für mein Geschmack viel zu sehr das Augenmerk auf die Mutter und viel zu wenig auf den Vater und/ oder andere Angehörige.  Sichtlich ist das Verhalten eines Vaters,  der sein erwachsenen Sohn nicht ausziehen lassen möchte, weniger auffällig,  als eine Mutter,  die sein Kind beim Duschen wäscht... 
    Natürlich spielt die Vergangenheit eine große Rolle, zu dem was der Mensch wird und im Erwachsenenalter tut, aber nicht nur. Dabei spielen deutlich mehr Komponente als das was die Mutter gesagt oder getan hat. Doch andere Faktoren wurden komplett aussen vor gelassen.Der Schreibstil war gut und sehr angenehm zu lesen, aber mich konnte nichts von ihren Schilderungen überzeugen. Mir missfiel ganz extrem dieses permanente unterschwellige ausgestreckte Zeigefinger auf die Mutter. In ein-zwei Geschichten hatte die Mutter auch eindeutig ihr Päckchen beigetragen,  dass es zu Auffälligkeiten gekommen ist. Aber  wieviele Kinder erleben genauso schreckliche, traumatische Erlebnisse durch die Mutter oder andere und werden im Erwachsenenalter nicht auffällig,  nicht gewalttätig,  kriminell oder Psychopath?
    Ich kann das Buch definitiv nicht empfehlen.  Mich hat das Buch schlussendlich sehr erzürnt.  Dass man Menschen für schuldig erklärt ohne Beweise und Belege und sich nur an Theorien festhält,  die überhaupt nicht fundiert sind. Hier wurde nur im Schubladensystem gedacht. Ich musste mich im Laufe des Buches immer wieder fragen, was die Autorin mit ihrer Mutter erlebt haben  muss,  um solche Äußerungen in einem Buch wiedergeben zu müssen, mit der Verantwortung für gerichtliche Beschlüsse echte Menschen zu begutachten mit dieser Annahme. 
    Note:2/5

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    Zanks avatar
    Zankvor einem Jahr
    Schuldige Frauen

    „Die Schuldigen“ widmet sich Frauen als Tätern, ob direkt oder indirekt. Die forensische Gutachterin Dr. Hanna Ziegert erzählt hier zusammen mit ihrer Tochter, einer Juristin, von acht wahren Fällen aus ihrem Berufsleben.

    Ziegert wird vom Gericht oder einem Anwalt beauftragt, sich mit Tätern zu unterhalten, um mehr über deren Leben und die Schuldfrage herauszufinden. Sie beurteilt, ob eine Person zum Tatzeitpunkt schuldfähig war oder ob eventuell eine psychische Erkrankung oder Störung vorlag. Interessant und innovativ finde ich vor allem, dass sie sich in ihrem Buch auf die weiblichen Täter konzentriert hat, obwohl sie selbst im Vorwort schildert, dass 95% ihrer Gespräche mit Männern stattfinden. Auch davon handelt die Hälfte der dargestellten Fälle, bei denen sich dann jedoch herausstellt, dass eine Frau (häufig die eigene Mutter) sie entsprechend geprägt und beeinflusst hat.

    Grundsätzlich lässt sich fast jede Geschichte in dem Buch auf ein simples „die Mutter ist schuld“ reduzieren, was mir fast etwas zu einfach und klischeehaft erscheint. „Schuld“ ist übrigens ein Begriff, den Ziegert nicht gerne verwendet, da sie nur die juristische, nicht aber die moralische Schuld beurteilt. Insofern passt der Titel jedoch wieder zum Buch, denn viele der Frauen sind zwar vor dem Gesetz unschuldig, aber dennoch der Auslöser für schlimme Taten.

    Ihr Vorhaben, mit dem Buch nicht „nur an der Oberfläche“ zu kratzen, sondern tiefer zu gehen, scheitert leider etwas an der Kürze. Bei acht Geschichten auf unter 300 Seiten bekommt man zwar einen kleinen Einblick in die Psyche der Täter, aber Ziegert muss bei einigen Fällen selbst zugeben, dass ihre Möglichkeiten, mehr über die Hintergründe herauszufinden, dadurch begrenzt sind, dass sie sich nur mit dem Täter, aber eben häufig nicht mit dessen Mutter oder Umfeld unterhalten kann.

    Ich hätte es gut gefunden, wenn die einzelnen Fälle in einen größeren Kontext eingeordnet und eventuell mit Statistiken oder ähnlichem untermauert worden wären (ähnlich z.B. Toskos Buch „Deutschland misshandelt seine Kinder“). Eventuell ist das bei diesem Thema aber auch nur schwer möglich, da die Frauen oft im Hintergrund bleiben.

    Die Fälle handeln von Vergewaltigung, seelischen und körperlichen Verletzungen oder Vernachlässigung und sind sicher nichts für schwache Nerven. Wer aber gerne True-Crime-Geschichten liest, dem kann ich trotz seiner Kürze das Buch weiterempfehlen.

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    K
    Kikibeevor einem Jahr
    nics avatar
    nicvor einem Jahr

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