Hannah Arendt

 4.3 Sterne bei 159 Bewertungen
Autorin von Eichmann in Jerusalem, Die Freiheit, frei zu sein und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Hannah Arendt

Der lebenslange Kampf für Freiheit und Gleichheit: Hannah Arendt, geboren am 14. Oktober 1906 in Hannover, war eine jüdische Theoretikerin und Publizistin. Sie studierte Philosophie und Theologie an der Universität Marbug. Durch die Verfolgung der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus und ihre eigene Inhaftierung emigrierte sie 1933 nach Deutschland. Nachdem sie ausgebürgert worden war galt sie bis 1951 als staatenlos. Erst dann erhielt sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

 Dort war sie dann zunächst als Journalistin und Hochschullehrerin tätig. Sie veröffentlichte Beiträge zur politischen Philosophie und Theorie. Sie schrieb stets nach dem von ihr entwickelten Konzept der potentiellen Freiheit und Gleichheit in der Politik. So übernahm sie eine bedeutende Rolle in den Debatten ihrer Zeit. Ihren Durchbruch als Autorin schaffte sie es mit ihrem politischen Hauptwerk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“. 

Nach dem Kriegsende beschäftigte sie sich vor allem mit Existenzphilosophie und einer umfassenden Studie über den Nationalsozialismus. Außerdem engagierte sie sich nach wie vor für jüdische Organisationen. 1953 bekam sie dann eine Professur am Brooklyn College und war Mitbegründerin des Leo Beack Instituts. Am 4. Dezember 1975 starb sie dann schließlich in New York City.

Ihr Vermächtnis besteht vor allem in der Entwicklung des Totalitarismusbuchs, das bis heute zum Standard politischer Bildung gehört. Nach ihrem Tod wurde sie auch die verschiedensten Weisen geehrt. So unter anderem als der 1990 entdeckte Asteroid nach ihr benannt wurde. Außerdem wird seit 1995 der Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken vergeben. In ganz Deutschland sind zudem Gedenktafeln und Veranstaltungen zu finden. Darüber hinaus wurden zahlreiche Parks und Straßen nach ihr benannt.

Neue Bücher

Im Vertrauen

Erscheint am 31.08.2020 als Taschenbuch bei Piper.

Vita activa oder Vom tätigen Leben

 (17)
Erscheint am 12.10.2020 als Taschenbuch bei Piper.

Über die Revolution

 (2)
Erscheint am 12.10.2020 als Taschenbuch bei Piper.

Alle Bücher von Hannah Arendt

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Eichmann in Jerusalem (ISBN: 9783492264785)

Eichmann in Jerusalem

 (34)
Erschienen am 01.07.2011
Cover des Buches Die Freiheit, frei zu sein (ISBN: 9783423146517)

Die Freiheit, frei zu sein

 (21)
Erschienen am 12.01.2018
Cover des Buches Vita activa oder Vom tätigen Leben (ISBN: 9783492316910)

Vita activa oder Vom tätigen Leben

 (17)
Erscheint am 12.10.2020
Cover des Buches Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (ISBN: 9783492210324)

Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft

 (14)
Erschienen am 01.12.1991
Cover des Buches Über das Böse (ISBN: 9783492250634)

Über das Böse

 (11)
Erschienen am 01.09.2010
Cover des Buches Macht und Gewalt (ISBN: 9783492200011)

Macht und Gewalt

 (10)
Erschienen am 01.04.2011
Cover des Buches Wir Flüchtlinge (ISBN: 9783150193983)

Wir Flüchtlinge

 (6)
Erschienen am 13.07.2016
Cover des Buches Denken ohne Geländer (ISBN: 9783492248235)

Denken ohne Geländer

 (5)
Erschienen am 01.05.2010

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Hannah Arendt

Neu

Rezension zu "Die Freiheit, frei zu sein" von Hannah Arendt

Arendts Gedankengänge sind faszinierend
SternchenBlauvor einem Monat

Dieser Essay ist recht knapp (rund 40 Seiten), aber wie bei Arendt üblich, haben es die Zeilen in sich. Es geht hier um die politische und nicht individuelle Aspekte der Freiheit. Zentral dabei war für mich, dass es bei Revolutionen immer um die Freiheit VON etwas ging, aber nie darum, wozu diese Freiheit genutzt werden soll. 

Arendt zeichnet die historische Entwicklung des Freiheitsbegriffes nach. Kenntnisreich führt sie uns dabei durch die Geschichte, den Schwerpunkt legt sie auf den Vergleich die recht zeitgleich stattfindende französische und amerikanische Revolution. Arendt zieht die bittere Erkenntnis, dass der Erfolg der letzteren auf dem Rücken der Schwarzen Sklaven zustande kam.

„die Freiheit, frei zu sein, zuallererst bedeutete, nicht nur von der Furcht, sondern auch von der Not frei zu sein. Und die verzweifelte Armut der Massen, die zum ersten Mal offen sichtbar wurden, als sie auf die Straßen von Paris strömten, ließ sich nicht mit politischen Mitteln überwinden; (…) Die Amerikanische Revolution hatte das Glück, nicht mit diesem Freiheitshindernis konfrontiert zu sein, und verdankte ihren Erfolg zu einem Gutteil dem Fehlen verzweifelter Armut unter den Freien und der Unsichtbarkeit der Sklaven in den Kolonien der Neuen Welt.“

Hier hätte ich gerne noch mehr dazu erfahren, nicht nur, aber auch gerade in den Protesten für #BlackLivesMatter. Arendt geht darauf aber leider nicht weiter ein. Da sie u.a. in Bezug auf die Bürgerrechtsbewegung durchaus rassistische Argumente zu deren Verteidigung aufgefahren hat, hätte ich vermutlich auch gerne auch an dieser Stelle etwas Progressives von ihr lesen wollen – da ich sie als Denkerin sonst sehr schätze.

Spannend fand ich auch den Gedanken:

„die Befreiung von der Armut (ist) etwas anderes als die Befreiung von politischer Unterdrückung“

Gerade in Bezug auf das heutige China lässt sich dieser Unterschied sehr deutlich erkennen.

Auch, wenn die letzten Sätze sehr pessimistisch daherkommen, formuliert sie doch die Hoffnung, dass mit der Geburt jedes neuen Menschen ein Neuanfang und damit die Chance zur Freiheit möglich sind. 

Es ist faszinierend, in Arendts Texten ihren Gedankengängen zu folgen, die sich so kundig aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen speist. Das macht die Lektüre auch dieses Essays nicht ganz einfach, aber auf alle Fälle sehr lohnend. Hilfreich und spannend ist dabei auch die Einordnung und Kontextualisierung von Thomas Meyer im Nachwort.

Kommentare: 20
54
Teilen

Rezension zu "Was heißt persönliche Verantwortung in einer Diktatur?" von Hannah Arendt

Entwicklung der "Banalität des Bösen"
Seralina1989vor 5 Monaten

Es war wirklich interessant, Hannah Arendt in ihren Gedanken zu folgen, die bei ihr auf die Reaktionen zu ihrem Buch "Der Eichmann-Prozess". Dabei setzt sie sich auch noch einmal damit auseinander, was nach ihrer Auffassung Verantwortung - moralisch wie juristisch - bedeutet und wie man über eines der Rädchen aus dem Getriebe urteilen sollte. Welche Fallstricke sich dann auch für die Urteilenden ergeben...

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "«Ich bin Dir halt ein bißchen zu revolutionär»" von Hannah Arendt

Ein bereicherndes Buch von Zeitzeugen!
Cornelia_Ruoffvor 8 Monaten


„Ich bin dir halt ein bißchen zu revolutionär“

Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Dolf Sternberger


Rezension «Ich bin Dir halt ein bißchen zu revolutionär»


„Ich bin Dir halt ein bißchen zu revolutionär“  ist der dokumentierte Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Dolf Sternberger, der in Buchform von Udo Bermbach herausgegeben wurde.

Da dieser Artikel immer mehr Raum, Seiten und Wörter einnahm, habe ich daraus nun eine Kurzrezension und einen längeren Artikel zum Buch geschrieben. Der längere Artikel unterscheidet sich insofern, dass er zusätzlich einen Überblick über die Lebensläufe von Hannah Arendt, Dolf Sternberger und Udo Bermbach beinhaltet, kurz auf die Essays eingeht und Zitate enthält.


Zurück zur Rezension „Ich bin dir halt ein bißchen zu revolutionär“

Das Buch ist in folgende Teile gegliedert. 

Hannah Arendt und Dolf Sternberger: Eine Freundschaft
Briefwechsel 1946 – 1975
„Organisierte Schuld“ von Hannah Arendt
„Konzentrationsläger“ von Hannah Arendt
„Rede an die Freunde“ von Dolf Sternberger
Anhang (Personenregister, Lebenslauf Hannah Arendt und Dolf Sternberger, Bildnachweis)

Bevor ich näher auf den Inhalt eingehe, möchte ich die Lebensläufe von Hannah Arendt, Dolf Sternberger und Udo Bermbach ein wenig näher betrachten und die Gemeinsamkeiten herausfiltern. Im Anschluß werde ich zwei oder drei wichtige Punkte des Briefwechsels versuchen, herauszuarbeiten.

Hannah Arendt (1906-1975)

Hannah Arendt gehört zu den wichtigsten Philosophinnen des 20. Jahrhunderts. Gerade in der heutigen Zeit werden ihre Werke zur Theorie der totalen Herrschaft viel gelesen.


Dolf Sternberger (1907-1989)

Dolf Sternberger wurde als Adolf Sternberger geboren, legte das A aber schon vor der Machtergreifung der Nazis ab. 

Er lernte Hannah Arendt kennen, als er 1927 von der Universität Kiel, über Frankfurt zu Karl Jaspers nach Heidelberg wechselte.

Die „Die Wandlung“

Die Zeitschrift Die Wandlung erschien von November 1945 bis Herbst 1949 monatlich. Sie wurde Karl Jaspers, Dolf Sternberger, Werner Krauss und Alfred Weber gegründet. 

In „Die Wandlung“publizierten Berthold Brecht, Thomas Mann, Martin Buber, Carl Zuckmayer, T. S. Elliot, N. H. Anden, Jean Paul Sartre, Albert Camus und viele weitere.


Udo Bermbach (geb. 1938)

Udo Bermbach war Assistent bei Dolf Sternberger. Von 1971 bis 2001  war er Professor für Politische Theorie an der Universität Hamburg. 


Der Briefwechsel „Ich bin dir halt ein bißchen zu revolutionär“
Was verbindet Hannah Arendt mit Dolf Sternberger

Dolf Starnberger schrieb nach dem Krieg am 31.05.1946 den ersten dokumentierten Brief an Hannah Arendt.

In der Zeit von 1948 bis 1975 trafen sich die Beiden mehrfach, entweder in Deutschland oder in den USA.

In beider Werke spielen Aristoteles, Heinrich Heine, Niccolo Machiavelli und Augustinus eine große Rolle.

Keineswegs einig waren sich die beiden Freunde in der Beurteilung Heideggers und seiner Philosophie. Sicherlich lag das auch daran, dass Dolf Sternberger nicht darüber hinwegsehen mochte, dass sich Heidegger zum Nationalsozialismus bekannt hatte und Dolf Sternberger seine jüdische Frau nur mit großer Mühe, Glück und der Hilfe Alexander Mitscherlichs vor der Deportation retten konnte.

Hannah Arendt hatte die Größe die Person Heidegger und seine Philosophie getrennt betrachten und bewerten zu können.

Aus den Briefen ist auch zu entnehmen, dass das Ehepaar Sternberger einige Pakete mit begehrten Waren nicht nur für sich selbst, sondern auch für Freunde auf postalischem Weg überreicht bekam.

Sicherlich mag es zwischen Hannah Arendt und Dolf Sternberger Freundschaft, aber doch ein wenig eine ungleiche Beziehung, gewesen sein. Beim Lesen der Briefe fällt auf, dass Dolf Sternberger, der Forderndere war. Er wollte, dass Hannah Arendt mehr Artikel für „Die Wandlung“ schriebe und eine redaktionelle Rolle bei „Der Wandlung“ einnähme. Hannah Arendt lehnt das ab.


„Ich bin dir halt ein bißchen zu revolutionär“
Zu den Essays von Hannah Arendt und der Rede von Dolf Sternberger

Von Hannah Arendt wurden insgesamt sechs Essays in „Die Wandlung“ veröffentlicht, die 1948 vom Springer Verlag unter dem Titel „Sechs Essays“ veröffentlicht wurde.

In „Ich bin dir halt ein bißchen zu revolutionär“ wurden die Essays „Organisierte Schuld“ und „Konzentrationsläger“ und eine Rede Dolf Sternbergers aufgenommen.

Ausführlicher Beitrag zu „Ich bin dir halt ein bißchen zu revolutionär“


Meine Schlußgedanken „Ich bin dir halt ein bißchen zu revolutionär“

Die Herausgabe dieses Briefwechsels zwischen Hannah Arendt ist  eine Ergänzung des bisherigen Materials über die großartige Philosophin und ihre freundschaftlichen Beziehungen.

Für jeden, der an der Nachkriegszeit, Hannah Arendt, Dolf Sternberger oder an Philosophie überhaupt interessiert ist, ist dieser Briefwechsel lesenswert. Vor allem lässt sich aus diesen Briefen herauslesen, welch große Bedeutung Hannah Arendt schon damals hatte.

Bemerkenswert ist sicherlich auch, dass man in den Briefen vergeblich nach einem „Gespräch“ über die Zeit im dritten Reich sucht. Wahrscheinlich wollten beide dieser Zeit nicht noch mehr Raum zugestehen.

Udo Bermbach ist es gelungen, diesen Briefwechsel in Buchform mit ausführlichem Zusatzmaterial, wie den Essays, den Lebensläufen und einer lesenswerten Einleitung herauszugeben. Das Schönste sind die zahlreichen Bilder! Es handelt sich um ein bereicherndes Dokument der Zeitzeugen!

Vielen Dank!


Kommentieren0
4
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Hannah Arendt wurde am 14. Oktober 1906 in Hannover (Deutschland) geboren.

Hannah Arendt im Netz:

Community-Statistik

in 260 Bibliotheken

auf 54 Wunschzettel

von 11 Lesern aktuell gelesen

von 7 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks