Hannah Arendt Eichmann in Jerusalem

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Inhaltsangabe zu „Eichmann in Jerusalem“ von Hannah Arendt

Das Beunruhigende an der Person Eichmanns war doch gerade, daß er war wie viele und daß diese vielen weder pervers noch sadistisch, sondern schrecklich und erschreckend normal waren und sind. Vom Standpunkt unserer Rechtsinstitutionen und an unseren moralischen Urteilsmaßstäben gemessen, war diese Normalität viel erschreckender als all die Greuel zusammengenommen (Hannah Arendt).

Eine zuweilen schwierige Lektüre, aber es lohnt sich wirklich dieses Buch zu lesen!

— Hazel93

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  • Tatsachenwahrheit als (einziger?) Maßstab der Gerechtigkeit

    Eichmann in Jerusalem

    BrittaRoeder

    Hanna Arendt, Publizistin, Autorin, streitbare politische Theoretikerin, begleitete von April bis Dezember 1961 als Journalistin die Jerusalemer Eichmannprozesse und veröffentlichte dazu eine Berichtstrecke „Eichmann in Jerusalem - von der ‚Banalität des Bösen‘ in der Zeitschrift New Yorker. Dieser Veröffentlichung folgte eine große Debatte, in deren Rahmen Arendt heftig kritisiert, ja sogar angefeindet wurde. Denn – die deutsch-amerikanische Journalistin, selbst Jüdin, kritisierte in ihrem Text nicht nur offen den Prozessverlauf, ja sie stellte ihn sogar teilweise in Frage. Die öffentliche Empörung war riesig. Wie konnte sie es wagen, einen der schlimmsten Massenmörder des Dritten Reiches zu verteidigen? Wie die Schwere seiner Schuld zu relativieren? Die 2011 erschienene mit einem sehr aufschlussreichen Vorwort von Hans Mommsen versehene Ausgabe gibt der Berichterstattung eine dankenswert neutrale Plattform. Insgesamt sind die zusammengefassten Berichte von Arendt gut lesbar. Chronologisch folgt sie in ihrer Darstellung dem Prozessverlauf, weicht aber auch regelmäßig ab um ergänzende Fakten einzubringen. In diesem Sinne liefert Arendt auch heutigen Lesern noch immer eine fundierte Quelle über die Ereignisse rund um den Prozess. Man kann ihre Texte aber auch als eine große zusammenfassende historische Darstellung der Gräueltaten der Nationalsozialisten sehen. Arendts Berichtston bleibt dabei immer kühl und sachlich. Bittere Ironie ist das höchste Maß an Polemik, das sie sich als Berichterstatterin gestattet. Diese Nüchternheit, mit der sie das Grauen ungeschönt benennt, verleiht den zahllosen Opfern die verdiente Würde und weitet den Blick der Leserschaft auf das unfassbare Ausmaß dieses Verbrechens. Darüber hinaus sind Arendts Schriften noch in einem weiteren Kontext zu betrachten: Immer wieder kommt sie auf die Frage zurück, wie Eichmanns Anteil am Holocaust zu bewerten ist. Und immer wieder kommt sie dabei zu dem Schluss, dass er in Wahrheit lange nicht die tragende Rolle spielte, die man ihm anhängt. Um allen Missverständnissen vorzubeugen: sie nimmt ihn nicht in Schutz, sie zweifelt nicht an seiner Schuld, an seinem Beitrag am Morden. Aber sie stellt die Korrektheit des juristischen Verfahrens in Frage, kritisiert die Verhandlungsführung, die Auslegung der Beweise etc. Und sie sieht in den Verbrechen Eichmanns (und der Nationalsozialisten) nicht nur das Verbrechen am jüdischen Volk bzw. ein Verbrechen an der Menschlichkeit sondern das Verbrechen an der Menschheit begangen am jüdischen Volk, wodurch es im Grunde nur noch schwerer wiegt. Auch wehrt sie die These ab, das jüdische Volk historisch in einer Opferrolle zu sehen. Arendts Beharren auf eine neutrale Behandlung aller historischer Fakten, ihre Forderung nach Objektivität zu jeder Seite hin, hat viele Diskussionen aufgeworfen. Sie muss eine unbequeme Frau gewesen sein. Eine mutige Frau war sie in jedem Fall, denn mit ihrer kompromisslosen Art brachte eine breite Öffentlichkeit gegen sich auf. Alleine diese ihr eigene unbestechliche Art auf die Wahrheit der Tatsachen zu bestehen, macht dieses Buch zu einer lohnenden und hochaktuellen Lektüre.

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    • 6
  • Rezension zu "Eichmann in Jerusalem" von Hannah Arendt

    Eichmann in Jerusalem

    rd19779

    01. September 2010 um 13:19

    (Karl) Adolf Eichmann (1906 – 1962) war während der Nazi-Diktatur verantwortlich für den Transport der Juden aus allen Teilen Europas in die Konzentrationslager – um sie dort vernichten zu können. Er selbst hat keinen Menschen getötet und auch jener Schauprozess in Jerusalem (1961), den dieses Buch als Thema hat, konnte ihm nicht das Gegenteil beweisen. Hannah Arendt – selbst angehörige des betroffenen Volkes – beschreibt als Reporterin die Ereignisse vor Ort und pendelt dabei zwischen den Rollen als Anklägerin, Verteidigerin und Richterin. Sie lehnt das Verfahren ab, weil sie ein internationales Tribunal bevorzugt hätte und fertig dabei einen »Bericht von der Banalität des Böses«, indem sie den Angeklagten als unfähige, selbstgefällige Marionette seiner Eitelkeiten zeigt, der selbst gar nicht Antisemit ist und nur der Karriere wegen, Millionen Menschen in den Tod schickt! Die Autorin philosophiert über diverse rechtstheoretische Fragen: von der Legitimität der Entführung des Angeklagten über Rechtsgrundlagen für das Verfahren und seinen Ablauf bis hin zur Urteilsbegründung und dem Strafmaß. Das ist einerseits sehr interessant und aufschlussreich, andrerseits aber extrem schwierig zu lesen, da sie ihre scheinbar unendlichen Gedankengänge in ebensolche Sätze fassen will. Dabei vergisst man leider manchmal am Ende bereits, worum es am Anfang ging. Das Werk verlangt sehr viel Konzentration und eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte, ist aber dennoch sehr empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Eichmann in Jerusalem" von Hannah Arendt

    Eichmann in Jerusalem

    nickido

    07. May 2009 um 21:14

    Hannah Arendt ist ohne Frage eine der intelligentesten Frauen des 19. Jahrhunderts, noch dazu über die Maßen couragiert, eine politische Philosophin die ihresgleichen sucht

  • Rezension zu "Eichmann in Jerusalem" von Hannah Arendt

    Eichmann in Jerusalem

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. November 2008 um 07:35

    Otto Adolf Eichmann ist ein höchst dankbares Thema. wenige naziverbrecher gaben freiwillig so umfassend über sich selbst Auskunft. Erschreckend ist das völlige Fehlen eines Unrechtsbewußtseins. Eichmann begreift sich als Bürokraten (der er war), dem himmelschreiendes Unrecht geschieht. Er repräsentiert etwas sehr "deutsches" vorbildliche Pflichterfüllung, ohne den Sinn seiner handlungen zu hinterfragen. Hannah Arendt beleuchtet seine Person näher und stellt damit die Frage nach der "Banalität des Bösen". Sicher nicht banal für die Opfer, wohl aber für Eichmann... Es ist die Frage nach der Mitschuld des Einzelnen, des kleinen Rädchens, des Beamten, der seine Anweisungen befolgt... Ein wirklich spannendes Sachbuch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der sich mit Täterprofilen nicht nur aus NS-Zeiten auseinander setzt.

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