Cambridge 5 - Zeit der Verräter

von Hannah Coler 
3,8 Sterne bei12 Bewertungen
Cambridge 5 - Zeit der Verräter
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Positiv (8):
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Spannender und gut recherchierter Roman über die Cambridge 5 und Kim Philby! Fast schon ein Thriller, so spannend geschrieben!

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Leider zäh und trotz des spannenden Themas mit vielen Längen. Verfilmt oder als Sachbuch wäre die Idee gewesen.

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Inhaltsangabe zu "Cambridge 5 - Zeit der Verräter"

Das faszinierende Debüt einer deutschen Autorin, die u.a. von der BBC und dem ZDF als historische Expertin gefragt ist.

Cambridge ist ein Ort der Spione. Hier werden Freundschaften geschlossen und verraten. Der charismatische Geschichtsprofessor Hunt weiß das nur zu gut, seine Freunde von einst sind schon lange keine mehr. Vielleicht interessiert er sich deshalb so für die Promotion der deutschen Studentin Wera, die fasziniert ist von der Spionagegruppe der »Cambridge 5«: Fünf Studenten, die sich in den 1930er Jahren vom russischen Geheimdienst anheuern ließen und jahrzehntelang erfolgreich Informationen weitergaben. Diese Zeiten scheinen lange vergangen. Doch dann wird Hunt in einen Mordfall verwickelt. Hat er etwas zu verbergen, oder will man ihm die Schuld zuschieben? Und welche Rolle spielt Wera wirklich? Die Zeit der Spione ist anscheinend noch lange nicht vorbei ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783809026822
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Limes
Erscheinungsdatum:06.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Bücherfüllhorn-Blogvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Leider zäh und trotz des spannenden Themas mit vielen Längen. Verfilmt oder als Sachbuch wäre die Idee gewesen.
    Zäh trotz des spannenden Themas mit vielen Längen. Verfilmt oder als Sachbuch wäre die Idee gewesen!

    Die Geschichte lässt sich eher zäh lesen. Selbst die eigentlich hochspannende und wahre Geschichte über den Doppelagenten Kim Philby und den unfassbaren Verrat, den er an seinem Land begann, konnte nicht über die Längen hinweghelfen. Dieses Setting, das zudem an der Universität in Cambridge spielt, hätte ich mir spannender vorgestellt. Vor allem, da mehrere Generationen beteiligt sind und sich die Geschichte in ähnlicher Weise wiederholt.

    So gibt es die echten und ersten bekannten Spione rund um Kim Philby, dann in den 70iger Jahren gruppiert sich alles um Professor Blunt um schließlich in der Gegenwart, als Wera mit ihren Nachforschungen für die Doktorarbeit beginnt. Zudem spricht ein unbekannter weiblicher Spion, und als Leser rätselt man unweigerlich, wer es wohl sein wird. Jemand den man bereits kennt, oder jemand ganz neues?

    Ich habe das Buch vor einigen Wochen gelesen, mir nur wenige Notizen gemacht und weiß jetzt eigentlich gar nicht mehr, was ich darüber schreiben kann, weil ich mich nicht mehr so genau erinnern kann. Das besagt eigentlich nur, dass mich das Buch nicht so ganz erreichen konnte.

    Dabei hatte die Geschichte alles um richtig gut zu werden, eine Mischung aus Krimi, Agententhriller und Verschwörungstheorie. Dazu noch an der Elite-Uni Cambridge. Aber durch die drei Zeitebenen und die Konzentration auf Kim Philby blieben alle anderen Charaktere und Handlungen auf der Strecke.

    Angeblich beruht die Geschichte der ersten „Cambridge 5“ um Kim Philby auf wahren Ereignissen und neuesten Forschungsergebnissen. Das wiederum macht das ganze Thema schon interessant, denn ich lese gerne Bücher, die einen wahren Hintergrund haben. Am besten ist es natürlich, wenn sie spannend verpackt sind, so dass man sich auch noch längere Zeit gut an sie erinnern kann, weil auch die Rahmenhandlung gestimmt hat. Dies war hier leider nicht Fall.

    Alles in allem: Leider zäh und trotz des spannenden Themas mit vielen Längen.

    Sterne: Ich vergebe zwei von fünf Sternen. Die Geschichte konnte mich leider nicht fesseln. Interessant war das Thema Kim Philby auf alle Fälle, nur die Umsetzung hätte spannender sein können. Verfilmt würde sich sicherlich mehr daraus machen lassen. Auf alle Fälle erschien mir die Geschichte gut recherchiert worden zu sein. Vielleicht wäre ein Sachbuch darüber die Idee gewesen.

     

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    Haverss avatar
    Haversvor einem Jahr
    So wird Geschichte lebendig!

    Hannah Coler ist das Pseudonym einer renommierten deutschen Historikerin, die in Cambridge studiert und gelehrt hat. Aber offenbar wurde sie nicht nur durch ihren Aufenthalt an der englischen Eliteuniversität zum Schreiben ihres ersten Romans „Cambridge 5 – Zeit der Verräter“ (erschienen bei Limes) inspiriert. Es könnte auch die eigene Familiengeschichte gewesen sein, hat doch ihr Vater, wie die Autorin im Nachwort schreibt, seit dem Zweiten Weltkrieg als Nachrichtenoffizier für das amerikanische Counter Intelligence Corps, die Spionage-Abwehrabteilung, gearbeitet.

    Cambridge und Spione, das hat eine lange Tradition. Sowohl die britischen als auch die sowjetischen Geheimdienste, mittlerweile wahrscheinlich auch die Chinesen, streckten und strecken dort ihre Fühler nach jungen und begabten Studenten aus, um sie als Spione zu rekrutieren.

    So auch die titelgebenden Cambridge Five, eine fünfköpfige Gruppe von Maulwürfen um Kim Philby, die steile Karrieren im MI6 machen und alles, was sie dort erfahren, postwendend an den sowjetischen GPU weiterleiten. Diese Thematik ist bereits in zahlreichen Spionageromanen (John le Carré, Graham Greene, Robert Littell, Frederick Forsyth, Charles Cumming etc.) und Filmen (u.a. Dame, König, As, Spion) verarbeitet worden. Alles bereits gesagt, oder etwa nicht? Umso gespannter war ich auf die Sichtweise einer Historikerin auf diese Gruppierung.

    Hannah Coler hat mit „Cambridge 5 – Zeit der Verräter“ einen wenn auch dokumentarisch, so doch äußerst spannenden Roman geschrieben, der sich an den neuesten Forschungsergebnissen orientiert und auch die ehemals unter Verschluss gehaltenen Mitrochin-Papiere (Freigabe erst 2014) des KGB berücksichtigt. Die Rahmenhandlung spielt 2014/15. Wera, eine deutsche Doktorandin, schreibt in Cambridge ihre Promotionsarbeit über Kim Philby. Ihr Doktorvater ist Hunt, ein exzentrischer Historiker mit Vergangenheit, war er doch während seiner Studienzeit ein Linker und Anfang 1970 an der Garden-House-Revolte beteiligt. Seine damaligen Freunde, deren Leben er mit zunehmender Skepsis beäugt, sind noch immer in Cambridge zugange, lehren, forschen, geben Gesellschaften oder veröffentlichen triviale Publikationen. Von seinen Doktoranden fordert er immens viel, vor allem neue Erkenntnisse. Und so muss Wera immer wieder den aktuellen Stand ihrer Forschungen rapportieren. Und genau das sind die interessanten Passagen des Romans, in denen uns Coler durch Weras Augen mit den verschiedenen Aspekten des Lebens und Wirkens Philbys bekannt macht. Sie verweilt aber nicht nur in der Vergangenheit sondern bringt auch noch durch einen Mord eine aktuelle Komponente ins Spiel. Diesen Handlungsstrang hätte ich zwar nicht unbedingt benötigt, aber es zeigt, dass Cambridge auch heute noch, gerade unter dem Aspekt der neuen Technologien, ein lohnenswerter Spielplatz für Geheimdienste und deren Agenten ist.

    Ein interessanter Handlungsort, hier und da sarkastische Kommentare zum akademischen Leben, Charaktere mit Ecken und Kanten, ein spannender und gut recherchierter historischer Hintergrund – so wird Geschichte lebendig!

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    DunklesSchafs avatar
    DunklesSchafvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein spannender Roman um die Cambridge 5, aber auch um die immer noch anhaltende Verwicklung von Cambridge in die Geschichte der Geheimdienst
    Paranoia: Cambridge 5 - Zeit der Verräter von Hannah Coler

    Es mag ein spannendes Thema sein, doch bisher konnten mich die Spionageromane nicht locken. Hin und wieder habe ich reingeschnuppert, aber ich finde das Konzept der Spionage und Gegenspionage, die ständige Paranoia und Geheimniskrämerei immer eher ein wenig verwirrend denn spannend. Nichtsdestotrotz hat mich der Klappentext von Hannah Colers Roman magisch angezogen und als Schmankerl habe ich das Buch auch noch in einer Leserunde lesen dürfen. Eine perfekte Situation, um aufkommende Verwirrung während des Lesens gleich mal zu diskutieren und auszumerzen, so dass ich die Geschichte um die Cambridge 5 genießen konnte.

    Kim Philby und die Cambridge 5, ein berühmt-berüchtigte Gruppe von fünf Studenten aus Cambridge, die in30er Jahren von der Sowjetunion als Spione angeworben wurden, sind das Thema von Wera, einer deutschen Studentin. Sie zieht nach Cambridge, um dem Thema möglichst nah zu sein, aber auch, da Professor Hunt, sich bereit erklärt hat, hierfür ihr Doktorvater zu sein. Doch das Thema ist heikel, denn Philby mag zwar in der Sowjetunion als Held gefeiert werden, in Cambridge hingegen wird über ihn lieber geschwiegen.  Und dann findet Wera eine Leiche – hat sie mit ihren Recherchen etwa jemanden aufgeschreckt?

    Krimi/Thriller oder doch eher Roman? Hannah Coler, im Übrigen ein Pseudonym einer bekannten Historikerin, die auch schon einige andere Bücher veröffentlicht hat, gelingt es, die Geschichte der Cambridge 5 mit einer spannenden Handlung zu kombinieren. Im Prinzip setzt sich das Buch aus drei Handlungssträngen zusammen, die miteinander verwoben werden.

    Zum einen wird die Geschichte um die Cambridge 5, aber mit Fokus auf Kim Philby, über Weras Arbeit transportiert. Auch wenn den Ausschnitten ihrer Arbeit die wissenschaftlichen Noten fehlen – zum Glück für mich, denn so liest sich ihre Arbeit sehr spannend – kann diese im Anhang nachlesen. So ist ihre Arbeit eher eine Biografie um den berühmten Meisterspion, denn ein wissenschaftliches Pamphlet. Neben den realen Tatsachen werden auch Vermutungen über Philbys Entscheidungswege aufgegriffen und untersucht, z. B. welche Gründe Philby dazu bewogen haben, Großbritannien zu verraten, doch auch auf Philbys Umfeld, wie Dr. Arnold Deutsch, der Philby für die Sowjetunion angeworben hat, wird ein tieferer Blick geworfen.

    Der zweite Handlungsstrang spielt in den siebziger Jahren und dreht sich wieder um fünf Studenten, einer von Ihnen Hunt, aber auch Jenny Green, die beide später in Cambridge unterrichten. Doch auch die anderen drei sind noch in Cambridge zu finden und haben ihren Weg gemacht: Denys, Master des College samt Gattin Georgina und Stef, ein Computergenie mit eigener Firma. 2014 finden wir dann Wera, die neben Jasper und David, eine der Doktoranden bei Hunt ist. Wera wird nach und nach in das Cambridger Leben reingezogen und muss überrascht feststellen, dass Cambridge nicht nur in den Dreißigern ein beliebtes Rekrutierungsgebiet der Geheimdienste war, sondern es immer noch ist.

    Ganz leicht gelingt es der Autorin die Paranoia über das ganze Buch auszubreiten. Man ist sich einfach nicht mehr sicher, wer jemand ist oder wer er vorgibt zu sein. Irgendwann verdächtigt man jeden der Spionage und wechselt auch fröhlich zwischen den Geheimdiensten. Ein Rätselraten par excellence beginnt und auch wenn man vielleicht doch eine/n der Spione schon von Anfang an im Verdacht hatte, ist man am Ende von anderen doch wieder überrascht.

    Die Abwechslung mit den Auszügen aus Weras wissenschaftlicher Arbeit lassen die Spannung und das Rätselraten nur noch größer werden, sie fügen sich ein und wechseln hab, ganz ohne zu stören. Das Ende ist dann aber logisch und entwirrt die Rätsel, wenn auch ganz kleine Kleinigkeiten übrig bleiben, über die man noch nachdenken kann. Ein ganz kleines Manko für mein Krimiherz ist, dass das Ende dann doch recht unspektakulär daher kommt. Hier hätte die Autorin noch ein fulminantes Ende einbauen können, doch in diesem Sinne passt das Ende wieder hervorragend. Es ist eben kein Krimi/Thriller, es ist ein Roman um die spannenden Verwicklungen Cambridges in die Geschichte der Geheimdienste.

    Fazit:
    Ein spannender Roman um die Cambridge 5, aber auch um die immer noch anhaltende Verwicklung von Cambridge in die Geschichte der Geheimdienste. Wer weiß schon genau, wer ein Spion ist? Schaut Euch Eure/n beste/n Freund/in lieber nochmal genauer an!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Chapeau, ein tolles Debüt!


    Cambridge, eine der bekanntesten Universitätsstädte der Welt, ist für seine akademische Tradition und den hohen Standard seiner Hochschulen bekannt. Nicht allzu bekannt dürfte hingegen sein, dass Cambridge schon seit langer Zeit im Fokus internationaler Spionage steht. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts hat der sowjetische Geheimdienst fünf junge Studenten, die 'Cambridge Five' angeworben - unter ihnen Kim Philby, Sohn eines britischen Diplomaten, der in den Kolonien des Vereinigten Königreichs tätig war. Viele Jahre haben die Agenten wichtige Informationen an ihren russischen Führungsoffizier weitergereicht - bis heute ein schwarzer Fleck in der britischen Geheimdienst-Geschichte.


    Wera, eine junge deutsche Studentin, kommt 2014 nach Cambridge - mit dem Ziel, dort  über Kim Philby zu promovieren. Als ihr Doktorvater Hunt, der in den 70ern an einer kleinen studentische Revolte beteiligt war, eines Mordes verdächtigt wird, stellt sich die Frage, ob die Zeiten der 'Cambridge Five' wirklich so weit entfernt sind, wie viele glauben...


    Hinter dem Pseudonym Hannah Coler steckt eine deutsche Autorin, selbst Historikerin, die an verschiedenen deutschen und britischen Universitäten gelehrt und für Dokumentationen des ZDFs und der BBC gearbeitet hat, und erzählt eine nahezu unglaubliche Geschichte.
    Sind wir erschrocken, wenn wir erfahren, dass der US-amerikanische Auslandsgeheimdienst NSA skandalöserweise die Handys befreundeter Regierungschefs abhört, so sind wir mehr als naiv. Es mag unvorstellbar sein, was Geheimdienste den lieben langen Tag so machen - vor allem in politisch sicheren und stabilen Ländern Westeuropas oder Nordamerikas, aber ich denke, dass auch heutige Agenten einiges zu tun haben... Und damit meine ich selbstverständlich keine 007-Verschnitte.


    Sehr gekonnt verstrickt Hannah Coler drei Zeitebenen - wobei die Geschichte der 'Cambridge Five' anhand der Texte, die Wera für ihre Doktorarbeit verfasst, erzählt wird. Das hat beinahe den Charakter von Infoboxen - mit dem entscheidenden Vorteil, dass sie niemals trocken oder gar langweilig daherkommen. 
    Die Handlung in den 70ern nimmt den kleinsten Teil ein - und dennoch ist sie entscheidend für den Fortgang. Der größte Teil widmet sich jedoch den Geschehnissen rund um Hunt und seinem kleinen Team aus Doktoranden. Nach und nach erfahren sie wie auch der Leser, wie die Welt der Geheimdienste funktioniert. Wie wenig schillernd das Leben der Agenten verläuft - ganz entgegen all der James Bond-Filme, die so beliebt sind. Im Gegenteil, gerade an den 'Cambridge 5' zeigt sich, wie nervenaufreibend diese streng geheimen Tätigkeiten sein können. Und auch sechzig, siebzig Jahre später hat sich da wahrscheinlich nicht viel daran geändert...


    "Cambridge 5. Zeit der Verräter" ist kein Thriller oder Spannungsroman, wie man der Erwähnung solcher Begriffe wie Agenten oder Geheimdienste vielleicht denken mag. Dennoch hält dieses Buch in meinen Augen eine extrem spannende Geschichte parat, die aus der Welt der Spionage erzählt. Auf wahren Begebenheiten beruhend, lernen wir vor allem rückblickend auf die Zeit Philbys zum Beispiel einiges über unbedingtes Schweigen, taktische, teils pikante Ablenkungsmanöver, extremen psychischen Stress und heftigen Verrat. Und je mehr sich die Zeitebenen verzahnen, desto mehr begreift man, dass sich bis heute wenig daran geändert haben dürfte.


    Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass Hannah Coler einige charismatische Figuren entworfen hat - ebenso wie eher unauffällige, was möglicherweise in der Natur der Sache liegen mag. Aber das muss jeder selbst herausfinden... Ich würde jedenfalls sagen, dass ich allesamt interessant und vor allem auch glaubhaft (und das will bei einem derartigen Thema echt etwas heißen!) fand. Und als kleines Schmankerl kann man fast mit Christopher Clark einen Espresso trinken...


    Chapeau, ein ungewöhnlicher Roman mit einem packenden Thema! Ich hoffe sehr, dass wir nach diesem tollen Debüt noch mehr (Romane) von der Autorin zu lesen bekommen!

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    UlrikeG-Ks avatar
    UlrikeG-Kvor einem Jahr
    Spione in Cambridge: gestern und heute

    "Universitäten sind bis heute Ziel für Geheimdienste aller Couleur, aber Cambridge hat dabei immer eine besondere Rolle gespielt"
    So wird im Klappentext die Autorin Hannah Coler zitiert und besser kann man den Roman nicht in einem Satz zusammenfassen!
    Genau darum geht es in der Geschichte - um Spionage damals und heute in einer altehrwürdigen englischen Universitätsstadt, die gleichzeitig auf eine lange Tradition als Brutstätte von Geheimagenten zurückblickt.
    Und so verläuft die Handlung des Romans auch auf unterschiedlichen Zeitebenen. Er beginnt in der Gegenwart und zentriert sich dort auf den charismatischen, doch zynischen Geschichtsprofessor Hunt, der sich vom Revolutionär und Gegner des Establishments in den frühen 70er Jahren zum, wenn auch widerwilligen, Mitglied eben dieses Establishments entwickelt hat. Ein, wie unzählige Beispiele nicht nur in Großbritannien belegen, ganz und gar nicht untypischer Werdegang!
    Die zweite Handlungsebene wird durch die junge deutsche Doktorantin Wera geschaffen, deren Dissertation von Hunt persönlich betreut wird. Wera hat sich vorgenommen, über Kim Philby zu promovieren, einen der fünf Spione, die zusammen als "Cambridge 5" bezeichnet werden, und der der wohl bekannteste, schillerndste, ruchloseste Spion war, den England je hervorgebracht hat. Gleichzeitig jedoch spionierte jener Philby über Jahrzehnte bis zu seiner finalen Enttarnung für den russischen KGB!
    Hunt steht Weras wagemutigem Unterfangen zunächst skeptisch gegenüber, doch lässt er sich nach und nach faszinieren von den Ergebnissen ihrer Recherchen, die sich verweben mit seiner eigenen Vergangenheit und der seiner ehemaligen Kommilitonen aus der gemeinsamen Studienzeit in Cambridge, von denen er sich jedoch längst weitgehend distanziert hat.
    Als einer von ihnen eines gewaltsamen Todes stirbt, und dies ausgerechnet in Hunts Arbeitszimmer, sieht letzterer sich unversehens als Hauptverdächtiger - und die Geschichte entwickelt sich zu einem spannenden Krimi, der überraschende Geheimnisse aufdeckt und an dessen Ende dem Leser klar wird, dass Spionage nach dem Ende des Kalten Krieges keineswegs der Vergangenheit angehört sondern weiter gedeiht, wenn sich auch die Schwerpunkte verlagert haben....

    Die Autorin, eine bekannte Historikerin, die unter dem Pseudonym Hannah Coler schreibt, erweist sich als profunde Kennerin des Themas, dessen sie sich in dem Roman angenommen hat. Sie erzählt eine verzwickte, nur schwer durchschaubare Geschichte auf unterschiedlichen Ebenen geschickt und flüssig, versteht es hervorragend, den Leser gefangen zu nehmen und eintauchen zu lassen in eine dem Laien weitgehend unbekannte, gefährliche und schillernd-faszinierende Welt, die vielen nur aus den Romanen eines John le Carre, eines Graham Greene oder eines Ian Fleming, dem geistigen Vater des unverwüstlichen James Bond, bekannt sein dürfte. Und die, so mag der erstaunte Leser am Schluss feststellen, die Fiktion sogar noch übertrifft.

    Darüberhinaus gibt Hannah Coler auch noch einen ebenso aufschlussreichen wie kritischen Einblick in Alltag und System einer elitären und ehrfurchtgebietenden Universität wie Cambridge und die Mechanismen, die hinter den Kulissen wirksam werden, um das System aufrechtzuerhalten, und die ein Bild werfen auf die britische Gesellschaft von heute, die sich, und das überrascht, seit dem Jahr 1934, als Philby & Co. ihre Geheimdiensttätigkeiten begonnen haben, und das auch den Beginn der zweiten Handlungsebene des Romans darstellt, kaum verändert hat!

    Alles in allem haben wir es mit "Cambridge 5" mit einem anspruchsvollen, ob der komplexen Thematik nicht leicht und gewiss nicht nebenbei zu lesenden, jedoch vorzüglich geschriebenen und recherchierten Roman zu tun, für den ich eine klare Leseempfehlung ausspreche!


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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor einem Jahr
    Cambridge – Ort der Spione

    Jeder hat wohl schon einmal von Cambridge gehört. Doch meist verbindet man Cambridge mit der Universität, Dem King’s College oder dem Trinity College. Wer es bisher aber noch nicht wusste, weiß es spätestens nach dem Lesen des Buches, dass Cambridge auch ein Ort der Spione ist.

    Die Autorin und Historikerin Hannah Coler (Pseudonym) entführt uns in diesem Buch in die Welt der Geheimdienst und Spione. Dabei verknüpft sie geschickt Fiktives mit realen Ereignissen. Der historisch belegte Teil um die Cambridge 5 wechselt mit dem Geschehen in der jetzigen Zeit ab. Zwischendurch gibt es noch Einschübe über die Studentenproteste vor dem Garden House Hotel in den Siebziger Jahren, als Hunt, Jenny, Phelbs, Georgina und Stef Studenten in Cambridge waren, und über die Gedankengänge einer unbekannten Spionin.

    Professor Hunt erwartet viel von seinen Doktoranden David, Jasper und Wera. David, der Sohn von Steph, scheint ihm besonders ans Herz gewachsen zu sein. Der Amerikaner Jasper nimmt das Leben leicht, ist aber überzeugt, dass er alles schaffen kann. Die Deutsche Wera ist von dem Spion Jim Philby fasziniert und will ihre Doktorarbeit über ihn schreiben. Hunt ist charismatisch, fordert viel und hat keine besonders gute Meinung über andere Menschen. Obwohl es sein unangenehmen Seiten hat, mochte ich ihn, denn er hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg.

    So lernen wir den Part um Jim Philby und die Cambridge 5 aus Weras Arbeit kennen. Es ist interessant, wie er alle genarrt hat und sowohl für den MI6 als auch für die Russen tätig war. Er und seine Freunde waren unzufrieden mit den Verhältnissen und ließen sich daher in den dreißiger Jahren vom russischen Geheimdienst anwerben.

    Nicht nur in den siebziger Jahren sind die Geheimdienste in Cambridge präsent, um Studenten anzuwerben, auch in der jetzigen Zeit ist Cambridge ein Ort der Spione. Dann gibt es einen Mord und Professor Hunt scheint in die Sache verwickelt, denn er und der Tote waren schon lange keine Freunde mehr.

    Das Buch ist als Roman herausgegeben worden, doch es ist spannend wie ein Thriller.

    Ich kann diesen Roman nur empfehlen.

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    Herbstapfels avatar
    Herbstapfelvor einem Jahr
    Ganz anders als man aufgrund der Beschreibung vermutet hätte

    Beschreibung:
    Das faszinierende Debüt einer deutschen Autorin, die u.a. von der BBC und dem ZDF als historische Expertin gefragt ist. Cambridge ist ein Ort der Spione. Hier werden Freundschaften geschlossen und verraten. Der charismatische Geschichtsprofessor Hunt weiß das nur zu gut, seine Freunde von einst sind schon lange keine mehr. Vielleicht interessiert er sich deshalb so für die Promotion der deutschen Studentin Wera, die fasziniert ist von der Spionagegruppe der »Cambridge 5«: Fünf Studenten, die sich in den 1930er Jahren vom russischen Geheimdienst anheuern ließen und jahrzehntelang erfolgreich Informationen weitergaben. Diese Zeiten scheinen lange vergangen. Doch dann wird Hunt in einen Mordfall verwickelt. Hat er etwas zu verbergen, oder will man ihm die Schuld zuschieben? Und welche Rolle spielt Wera wirklich? Die Zeit der Spione ist anscheinend noch lange nicht vorbei ...

    Die Autorin:
    Hannah Coler ist das Pseudonym einer deutschen Historikerin. Sie studierte Geschichte in Cambridge und lehrte an deutschen und britischen Universitäten. Hannah Coler war an zahlreichen Dokumentationen des ZDFs und der BBC beteiligt. Seit 2015 lebt sie mit ihrer Familie in der Nähe von New York. Cambridge 5 – Zeit der Verräter ist ihr erster Roman.

    Meine Meinung:
    Dürfte man der Empfehlung des Verlages glauben, soll dieses Buch nicht nur ein Belletristisches sein, sondern auch ein (Agenten) Thriller und Krimi. Doch davon ist es leider meilenweit entfernt.

    Wir steigen zu Beginn ins Heute ein, auf eine Dinnerparty, die Professor Hunt nur besucht, weil er sich dort sehen lassen muss. Er sinniert über sein Leben, die Vergangenheit und lässt gedankenverloren kein gutes Haar an seiner ehemaligen Freundin Jenny, die ebenfalls dabei ist.
    Man mag meine, was für ein Chauvi! Aber er ist noch das Amüsanteste an dem Buch.

    In der folgenden Handlung geht es größtenteils um den britischen Doppelagenten Kim Philby und die Arbeit, die die Studentin Wera über seine Person abliefern will. Und das ist überaus ermüdend. Man steigt selbst in die Abhandlung der wichtigen Lebensabschnitte von Philby ein, was sich verständlicherweise wie ein Aufsatz liest. Dadurch gerät die eigentliche Geschichte immer wieder ins Stocken. Spannung kommt hierbei keine auf.

    Irgendwann ereignet sich der Mord, aber dass die jetzigen Studenten vielleicht sogar zusammen ermitteln, oder nach einem Agenten in den eigenen Reihen suchen, oder warum derjenige getötet wurde, Fehlanzeige. Alles plätschert dahin. Dabei bleiben auch die Figuren blass, Emotionen sucht man vergeblich.

    Wer wirklich alles über Philby erfahren möchte, und sich nicht daran stört, dass das Buch eher wie ein Sachbuch oder Historischer Roman mit viel Recherche und Fakten daherkommt, der ist bestens bedient.
    Wer jedoch wenigstens etwas Spannung und den Hauch eines Krimis oder gar Thrillers erwartet, wird schwer enttäuscht sein.
    Die Beschreibung des Buches ist irreführend.
    Ich kann mir vorstellen, dass die Recherche sehr viel Arbeit gemacht hat, aber das Buch sollte dennoch ehrlich bewertet werden.

    Auch das Ende des Buches war nicht zufriedenstellend und und ließ offene Fragen zurück.

    2 Sterne für den Beginn, der aber im Verlauf das Niveau nicht annähernd halten konnte.

    Kommentare: 1
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    Eliza08s avatar
    Eliza08vor einem Jahr
    Spione und Geheimdienste

    Seit der Ankündigung zu diesem Roman war ich sehr neugierig und gespannt, wie eine Historikerin dieses Thema verpacken würde. Mal etwas ganz anderes und dennoch jüngst vergangene komplexe Geschichte, wie ich sie mir immer wünsche.

    Das Cover ist düster und passt perfekt zu einem Spionageroman, gleichzeitig versprüht das Cover aber auch die Eleganz, die zur elitären Schicht Cambridges passt. Alles in allem sehr gelungen.

    Doch so vielversprechend wie die Verpackung und so gut die Voraussetzungen waren, der Inhalt hat mich leider enttäuscht. Das Buch hat mich zu keiner Zeit gepackt, meiner Meinung nach ist es eher ein Sachbuch und kein Roman, dies hat vielerlei Gründe.

    Die Konzeption des Buches ist sehr detailliert aufgebaut, nichts wird dem Zufall überlassen, am deutlichsten hat dies Einfluss auf die Figuren. Mag man am Anfang noch über den derben britischen Humor schmunzeln, da er so richtig fies ist, steigt man sehr schnell dahinter, dass dies nur Fassade ist. Sämtliche Protagonisten und Nebenfiguren wirken kalt, langweilig, steril und absolut unüberzeugend. Sie spielen alle eine Rolle, aber sind keine lebensechten und authentischen Figuren.

    Der Roman ist meiner Meinung nach überzeichnet, die Autorin versucht eine ungeheure Fülle von Informationen um ihre Expertise an den Leser zu bringen. Durch die Einschübe der Doktorarbeit einer Cambridge-Studentin gelingt ihr dies auf engstem Raum auch sehr gut. Am Anfang konnte ich ihr noch einigermaßen folgen, doch am Ende waren es für mich einfach zu viele Informationen, die ich zum einen nicht mehr verarbeiten konnte und zum anderen fehlte mir bei einigen Verstrickungen das Vorwissen, um der Autorin zu folgen.

    Der Schreibstil erinnert ebenfalls an ein Sachbuch und nicht an einen Roman, da man als Leser immer eine gewisse Distanz spürt, auch versucht die Autorin kaum Gefühle und Emotionen bei ihren Lesern zu erzeugen. Viele Dialoge verlaufen im Sand,  viele Beschreibungen sind nicht zielführend, so entsteht der Eindruck vieler Belanglosigkeiten, die dazu führen, dass man den Roman anfängt „quer“ zu lesen.

    Dies ist meine persönliche Meinung zu diesem Buch. Anderen Lesern mag dieses Buch besser gefallen, mir hat es leider gar nicht gefallen und es gehört zu den schlechtesten die ich in diesem Jahre gelesen habe und somit kann ich leider auch keine Kauf- und Leseempfehlung aussprechen.

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    Herzensbuechers avatar
    Herzensbuechervor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender und gut recherchierter Roman über die Cambridge 5 und Kim Philby! Fast schon ein Thriller, so spannend geschrieben!
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    H
    hans-bubivor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr spannender und sehr gut recherchierter Roman. Lebendige Geschichte - mit vielen Seitenhieben auf die englische Klassengesellschaft
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