Hannah Fielding

 3.8 Sterne bei 4 Bewertungen

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Rezension zu "Aphrodite's Tears" von Hannah Fielding

Schöne, atmosphärisch dichte Liebesgeschichte
Jisbonvor 10 Monaten

"Aphrodite's Tears" erzählt die Liebesgeschichte von Oriel und Damian. Er ist der Besitzer der (fiktiven) Insel Helios, wo es viele archäologisch interessante Fundstellen gibt, und sie wurde von ihm engagiert, um gemeinsam mit einigen anderen Teammitgliedern ein potentiell sensationelles Schiffswrack zu untersuchen. Oriel wäre es lieber, die beiden würde nur eine rein professionelle Beziehung verbinden, aber sie und Damian haben bereits vor einigen Jahren eine Nacht zusammen verbracht und die Chemie zwischen ihnen ist nach wie vor sehr stark, auch wenn sie das nicht unbedingt will.

Wie in den anderen Büchern der Autorin, die ich bereits gelesen habe, ist ihr Schreibstil auch hier wieder ansprechend und gerade ihre Landschaftsbeschreibungen sind wirklich bildgewaltig, sodass man sich leicht vorstellen konnte, mit den Charakteren in Griechenland zu sein und gemeinsam das Schiffswrack oder andere bedeutsame Stätten zu untersuchen. Die Geschichte spielt in den 1970ern auf einer kleinen, stark von Landwirtschaft und Fischerei geprägten Insel und dies ist teilweise sehr deutlich an der Mentalität der griechischen Figuren zu erkennen, die für unsere Verhältnisse ein wenig rückständig wirkt, gerade in Bezug auf die Stellung der Frauen. Diese Darstellung ist vermutlich authentisch und da Oriel, die Engländerin und mehr Freiheiten gewöhnt ist, häufig darüber diskutiert und die Männer trotzdem respektvoll mit ihr umgehen, hat es mich nur ein wenig gestört. Dafür haben mir die Einblicke in die griechische Kultur und vor allem die prominente Rolle der Mythologie gut gefallen; es treten zwar keine Götter oder Fabelwesen auf, aber in der Handlung gibt es ein paar Parallelen zu den Erzählungen und der Götterglaube scheint nach wie vor präsent zu sein. Da mich die griechische Mythologie sowieso sehr interessiert, fand ich diesen Aspekt sehr faszinierend.

Die Hauptpersonen waren beide sympathisch, obwohl Damian lange undurchsichtig bleibt und der Leser nur kleine Einblicke in seine Gedankenwelt bekommt. Die Liebesgeschichte selbst fand ich ebenfalls gelungen. Von Anfang an wird deutlich, dass zwischen den Protagonisten eine starke Chemie ist und sie sich auch über die körperliche Anziehungskraft hinaus zueinander hingezogen fühlen. Dabei hat mir gefallen, dass Oriel daran zweifelte, ob Gefühle, die so schnell entstehen, wirklich echt sein können und dass sie verunsichert hat, wie tief die Verbindung zwischen ihnen zu sein schien, da es die Romanze für mich realistischer gemacht hat. Darüber hinaus unternehmen die beiden auch außerhalb der gemeinsamen Arbeit viel miteinander, sodass man auf jeden Fall sagen kann, dass sie einander gut kennen gelernt und sich in der an sich kurzen Zeit so einiges anvertraut haben, was die enge Bindung glaubwürdig macht.

Die Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen, waren meiner Meinung nach logisch und wirkten nicht konstruiert, obwohl ich sagen muss, dass es doch ein paar Probleme zu viel waren, selbst wenn jedes einzelne stimmig war und zu den Figuren und ihrer Situation gepasst hat. Vor allem Oriels Unsicherheit bezüglich seines Charakters und seines Umgangs mit anderen Frauen konnte ich gut verstehen, da sie sich objektiv betrachtet erst seit kurzem kennen und es somit nachvollziehbar ist, dass sie sich von den Worten anderer beeinflussen lässt. Die Missverständnisse waren gut dargestellt und es ist positiv zu erwähnen, dass thematisiert wurde, wenn einer der beiden sich falsch oder besonders negativ verhalten hat, da dies in einigen Büchern übergangen wird.

Insgesamt hat mir "Aphrodite's Tears" gut gefallen. Die Autorin erzählt eine schöne, atmosphärisch dichte Liebesgeschichte und ich mochte besonders, wie geschickt sie die griechische Mythologie in ihre Handlung eingebunden hat.
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Herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch über Netgalley zur Verfügung gestellt hat.

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"Legacy" ist ein gelungener Abschluss und für mich der beste Band der Reihe. Wie die Vorgänger ist das Buch gut geschrieben; der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und wunderbar deskriptiv, sodass man die spanische Szenerie fast vor sich sehen kann. Die Protagonisten sind sympathisch, haben Ecken und Kanten und Geheimnisse, die die Geschichte spannend machen. Dazu ist die Dynamik zwischen ihnen interessant. Luna ist aufgrund traumatischer Erfahrungen in ihrer Vergangenheit in Bezug auf Männer misstrauisch, weshalb sie Ruy nicht wirklich vertraut und seine Avancen nicht begrüßt, obwohl sie sich zu ihm hingezogen fühlt. Außerdem ist sie in Spanien, um über die alternative Medizin, die er praktiziert und die sie nicht positiv beurteilt, einen Artikel zu schreiben, was er nicht weiß und auch er verbirgt etwas, das ihrer Beziehung Steine in den Weg lehnen könnte. Dadurch bleibt das Buch fesselnd und als Leser wartet man nur darauf, dass beide die Wahrheit erfahren und wie sie darauf reagieren.

Die Entwicklung der Beziehung der beiden wurde gut dargestellt und es gibt viele schöne, romantische Momente zwischen ihnen. Ich muss sagen, dass Lunas Vorurteile Ruy gegenüber mich ein wenig gestört haben, doch wenn man bedenkt, was sie alles erlebt hat, sind sie verständlich und dafür war es dann schön  zu sehen, dass sie langsam hinter die Fassade geblickt und erkannt hat, dass einiges anders ist, als sie dachte. Natürlich ist es zwischen ihnen nicht leicht. Beide machen Fehler, es gibt Missverständnisse, sie kommunizieren nicht. Das war frustrierend, aber schon im Buch heißt es, dass laut Shakespeare die wahre Liebe nie reibungslos verläuft und in Bezug auf Luna und Ruy trifft dies auf jeden Fall zu. Die Chemie zwischen ihnen ist offensichtlich und man spürt, dass sie zusammen gehören, doch sie müssen Hindernisse überwinden und beide reifen, bevor sie wirklich bereit für ihr Happy End sind. Das Ende hat mir dann auch gut gefallen.

Ich mochte ebenfalls, dass die Paare aus den ersten beiden Bänden - Alexandra und Salvador sowie Luz und Andrés - wieder eine Rolle gespielt haben und man sehen konnte, dass sie nach all den Jahrzehnten noch glücklich zusamen sind. Auch andere bekannte Charaktere sind wieder aufgetaucht und das hat die Geschichte gut abgerundet.

Von mir bekommt "Legacy" vier Sterne. Die Liebesgeschichte war schön, die Charaktere sympathisch und obwohl es auch in diesem Band Drama gibt, kam es mir nicht so überspitzt wie in den Vorgängern vor.
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Herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch über Netgalley zur Verfügung gestellt hat.

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"Masquerade" hat mir im Großen und Ganzen besser gefallen als der erste Band der Reihe. In vielerlei Hinsicht sind die beiden Bücher sich ähnlich - der Schreibstil ist sehr deskriptiv und ansprechend, die Chemie zwischen den Protagonisten stimmt und die Charaktere an sich sind gut ausgearbeitet, obwohl ich hier gleich einschränken muss, dass Leandro lange Zeit ziemlich blass und im Hintergrund bleibt und ich deshalb bis zuletzt mehr Andrés zugetan war. Das Leben im Spanien der 1970er hat die Autorin ebenfalls sehr gut dargestellt, so wie in Band 1 die 1950er.

Normalerweise mag ich keine Dreiecksbeziehungen, doch in "Masquerade" ist sie zu großen Teilen gut ausgearbeitet, auch wenn wie bereits gesagt Leandro eher im Hintergrund bleibt - ihre Gefühle für ihn sind nach wie vor präsent und verwirren Luz. Ihre Gefühle für beide waren überzeugend und mir hat gefallen, in welche Richtung die Geschichte sich entwickelt hat; im Unterschied  zu "Indiscretion" hat die Handlung mir diesmal durchgängig zugesagt und obwohl in diesem Buch wieder mit Klischees gearbeitet wird, sind sie nicht so dominant und gerade die Wendung am Ende war sehr schön dargestellt. Ich hatte zwar so etwas ähnliches kommen sehen, aber deshalb war es für mich befriedigend, bestätigt zu bekommen, dass ich die ganzen Hinweise nicht falsch interpretiert hatte. Gefallen hat mir auch, dass Luz auf die Enthüllung angemessen reagiert und sie nicht als unbedeutend angesehen hat.
Da Luz die Tochter der Protagonisten aus Teil 1 ist, kommen Alexandra und Salvador sowie andere bereits bekannte Charaktere erneut vor und die Ereignisse aus diesem Buch spielen noch einmal eine wichtige Rolle; diese Verbindungen haben mir sehr gefallen und ich fand interessant zu sehen, welche Konsequenzen selbst zwanzig Jahre später spürbar waren. Ich hatte bei "Indiscretion" ein wenig den Eindruck, dass das Drama zum Ende hin einfach verpuffte, doch hier wird es wieder aufgegriffen und befriedigend aufgelöst. Allerdings hat Luz auch mit eigenen Problemen zu kämpfen und keineswegs nur mit denen, die sie quasi geerbt hat, und ich frage mich, ob diese noch Nachwirkungen auf den letzten Teil der Trilogie haben werden.

Kritisieren muss ich erneut die Charakterisierung der 'Zigeuner'. Ich weiß, dass sie auf Erfahrungen der Autorin basiert, aber für mich war sie zu einseitig und fast nur negativ. Sie sind wild, ein wenig gefährlich und sehr auf Rache fixiert, zumindest war das der dominante Eindruck, den die Autorin bei mir hervorgerufen hat. Dass die spanische Oberschicht diese Vorurteile hat, finde ich glaubwürdig, nur dass sie auch in Szenen unter sich so dargestellt werden... gerade, weil einer von Luz' Geliebten 'Zigeuner' ist, hätte ich mir eine ausgeglichenere Darstellung gewünscht. Aber vielleicht habe ich hier auch zu viel hineininterpretiert und ich muss auch sagen, dass es nur ein kleiner Aspekt der Geschichte ist.
Davon abgesehen hat mir "Masquerade" gut gefallen. Der Schreibstil ist fesselnd, die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander interessant und die Liebesgeschichten haben mich überzeugt. Deshalb vergebe ich 3,5/5 Sternen.

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Herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch über Netgalley zur Verfügung gestellt hat.

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