Hannah Kent

 4,4 Sterne bei 351 Bewertungen
Autorin von Das Seelenhaus, Wo drei Flüsse sich kreuzen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Hannah Kent (©Lauren Bamford / Quelle: Droemer Knaur)

Lebenslauf von Hannah Kent

Hannah Kent wurde in Adelaide, Australien, geboren. Sie ist Mitbegründerin und Herausgeberin der Literaturzeitschrift „Kill Your Darlings“. Für ihren Debütroman „Das Seelenhaus“ wurde ihr 2011 der Writing Australia Unpublished Manuscript Award verliehen. Der Titel ist mittlerweile in 20 Länder verkauft und stürmte in ihrem Heimatland Australien die Bestsellerlisten.

Alle Bücher von Hannah Kent

Cover des Buches Das Seelenhaus (ISBN: 9783426304846)

Das Seelenhaus

 (261)
Erschienen am 01.10.2015
Cover des Buches Wo drei Flüsse sich kreuzen (ISBN: 9783426306604)

Wo drei Flüsse sich kreuzen

 (38)
Erschienen am 01.02.2019
Cover des Buches Das Seelenhaus (ISBN: 9783899039184)

Das Seelenhaus

 (23)
Erschienen am 01.09.2014
Cover des Buches Wo drei Flüsse sich kreuzen (ISBN: 9783957130785)

Wo drei Flüsse sich kreuzen

 (8)
Erschienen am 08.09.2017
Cover des Buches Burial Rites (ISBN: 9780316243926)

Burial Rites

 (17)
Erschienen am 01.04.2014
Cover des Buches The Good People (ISBN: 9781447233367)

The Good People

 (4)
Erschienen am 07.09.2017

Neue Rezensionen zu Hannah Kent

Cover des Buches Das Seelenhaus (ISBN: 9783899039184)Pantoffeltiers avatar

Rezension zu "Das Seelenhaus" von Hannah Kent

Großartige Hörbuchadaption
Pantoffeltiervor 8 Tagen

Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit 1829 wird Agnes Magnúsdóttir wegen Mordes zum Tode verurteilt. Vor der Hinrichtung kommt sie in eine Familie, bei der sie arbeiten muss. Ihr geistiger Beistand Tóti soll sie auf den Tod vorbereiten und zu Buße anleiten. Agnes erweist sich als widerspenstig, doch je länger die Familie und Tóti mit ihr zusammen sind und mehr von ihr erfahren desto klarer wird, dass Agnes kein eiskaltes Monster ist, wie vermutet.


Hannah Kent hat zu diesem Fall recherchiert und streut immer wieder Originaldokumente ein. Diese ergänzt sie durch die Sichtweisen von Agnes und Tóti. Das gelingt ihr größtenteils sehr gut. Mir gefiel hervorragend, wie man langsam mehr über die Personen lernt und sich deren Verhältnis zueinander ändert. Auch die Atmosphäre wird großartig eingefangen, man zittert regelrecht in der Kälte des isländischen Winters beim Hören. Viele eingestreute Details über das Leben der Menschen lassen das Gefühl aufkommen, dass man wirklich nah dran ist am Geschehen.


Großen Anteil an dem Hörvernügen haben natürlich die Sprecher Vera Teltz und Tobias Kluckert, die es schaffen, den Personen Leben einzuhauchen.


Volle Punktzahl für die großartige Hörbuchadaption, die ich wärmstens weiterempfehle.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Das Seelenhaus (ISBN: 9783899039184)june_londons avatar

Rezension zu "Das Seelenhaus" von Hannah Kent

Ein Fest für die Ohren! Tolle Umsetzung der isländischen Sprache.
june_londonvor 2 Monaten

Inhalt: Agnes Magnusson wird als Mittäterin in einem Doppelmordfall angeklagt und zum Tode verurteilt. Bis zur Hinrichtung wird sie bei einer Familie auf deren Hof unter Aufsicht gestellt, da es auf Island keine Gefängnisse gibt. Dies ist die Geschichte des letzten auf Island hingerichteten Menschens. Die Handlung beruht auf Tatsachen. 


Eindruck: Ich hatte schon viel Gutes über diesen Roman gehört und war dementsprechend optimistisch. Womit ich aber nicht gerechnet habe ist, dass mich diese Geschichte so sehr gefangen nimmt! 

Das wichtigste zuerst: Ich habe mich nicht bewusst für das Hörbuch-Format entschieden, würde es in Zukunft aber definitiv tun. In der Geschichte kommen jede Menge isländische Namen, Orte und Begriffe vor, die ich selbst niemals richtig ausgesprochen oder gelesen hätte. Deshalb feiere ich dieses Hörbuch, denn der Sprecher und die Sprecherin sprechen diese Worte so leicht und glaubwürdig aus. Das gibt der Geschichte das gewisse etwas und war ein richtiges Hörerlebnis!

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, was ich sehr gerne mag. Agnes Sichtweise finde ich besonders interessant. Der Pfarrer, der als ihr seelischer Beistand fungiert und sie auf ihren letzten Weg vorbereiten soll, kommt auch immer wieder zu Wort. Dazwischen gibt es noch den allgemeinen Erzähler, der die Handlung voran bringt. Außerdem sind in die Geschichte verschiedene historische Dokumente eingestreut, die möglichst wortgetreu übersetzt wurden. Das alles trägt dazu bei, dass ich vollkommen in die Geschichte eintauchen konnte und mich zeitweise im Jahr 1828 auf Island befand. ;)

Ich finde, der Autorin ist es sehr gut gelungen, das Leben und Denken der Isländer zur damaligen Zeit glaubhaft darzustellen. Außerdem findet bei nahezu allen Charakteren im Verlauf der Geschichte eine Entwicklung statt (zum Guten, aber auch zum Schlechten), was sie nachvollziehbar schildert. Ich hatte vorher noch nie ein Buch gelesen, dessen Handlung in Island spielt. Durch die immer wieder eingestreuten historischen Dokumente, wurde mir immer wieder bewusst gemacht, dass sich die Handlung sehr wahrscheinlich tatsächlich vor fast 200 Jahren so (oder so ähnlich) zugetragen hatte. Das sorgt nochmal zusätzlich für beklemmende Gefühle. 

Mein Fazit: Eine absolut runde Sache! Ich bin begeistert. :D

Ich empfehle, diese Geschichte definitiv als Hörbuch zu erleben, damit man die besondere Atmosphäre wahrnehmen kann und sich den Frust spart, zu versuchen, isländische Wörter zu lesen oder auszusprechen. Geeignet ist es (meiner Meinung nach) für alle Leser*innen ab 15 Jahren, die eine interessante, vielschichtige, aber auch beklemmende, Geschichte mögen, die mal abseits der üblichen Handlungsorte spielt. ;)

Kommentieren0
2
Teilen
Cover des Buches Wo drei Flüsse sich kreuzen (ISBN: 9783957130785)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Wo drei Flüsse sich kreuzen" von Hannah Kent

Aberglauben, Feenvolk
Gwhynwhyfarvor 3 Monaten

Der Anfang:  «Als sie ihr die Leiche brachten, war Nóras erster Gedanke, dass dies unmöglich ihr Mann sein konnte. Sie starrte die Männer ungläubig an, die Martins Last in der beißenden Kälte auf ihren schwitzenden Arbeiterschultern trugen, und dachte, dass diese Leiche eine grausame Unterschiebung sein  musste: eine Missgeburt, ein Wechselbalg, dessen Ähnlichkeit mit Martin etwas Brutales an sich hatte.  Martins Mund und Augen standen offen, sein Kopf war auf die Brust gesunken, aber da war kein Funken in ihm. Der Schmied und der Knecht hatten ihr lebloses Gut gebracht. Das konnte nicht ihr Mann sein. Das war er nicht.»


Die australische Autorin Hannah Kent hat sich wieder einen europäischen, historischen Kriminalfall vorgenommen. In ihren Dramen ist der Mittelpunkt eine Frau, die am Ende vor Gericht steht, ein Drama, denn diese Frauen sind nicht wirklich schuldig an den Tötungsdelikten, sie sind ein Opfer der Umstände. In diesem Fall geht es um Aberglaube und die Macht zwischen Kirche und dem alten irischen Glauben. Diese Geschichte basiert auf einen Gerichtsprozess aus Irland im Jahr 1825, bei dem eine Kindstötung verhandelt wird. Zu dieser Zeit gab es viele Heilerinnen, denn die armen Menschen konnten sich einen Arzt nicht leisten. Letztendlich war man oft bei einer Heilerin mit ihren Kräutern und Salben auch besser aufgehoben, als beim Mediziner, der damals Patienten generell zur Ader gelassen hat.


«Die Totenklägerin. Die Frau mit den weisen Händen. Wenn Nance ihren Mund öffnete, dachten die Leute an all die Dinge, die schieflaufen konnten, an die Art und Weise, wie sich das eine in das andere verwandelte. Sie sahen ihr weißes Haar und dachten an Morgen- und Abenddämmerung. Sie  war  sowohl  die Frau, die Babys in den sicheren Hafen dieser Welt brachte, als auch die Sirene, die die Verankerung der Boote löste und sie in die Dunkelheit schickte.»


Die Geschichte wird wieder mit dem Anfang aufgerollt: Die alte Nance ist eine Heilerin, steht dem alten Glauben nah, wie auch gleichzeitig dem christlichen. In ihrem Glauben (und auch dem der meisten Menschen aus dem ländlichen Raum) gibt es das Feenvolk. Die «Síóga» oder «na daoine maithe» können Gutes tun, aber auch hinterhältig sein. Der irischen Mythologie folgend, leben nach wie vor Feen in den irischen Feenhügeln, die bis heute kein Farmer und kein Bauherr abzutragen wagt, selbst wenn sie einem geplanten Bauvorhaben im Wege stehen. Hannah Kent verortet ihre Geschichte in die Zeit des Aberglaubens, in der christliche Messen und heidnische Riten parallel liefen. Sie zieht uns in alte Mythen und Rituale, die fast nach Fantasy anmuten, zeigt alte Heilverfahren aus Weidenrinde usw.. Nance kennt sich mit Kräutern aus, versorgt Wunden, stellt Aufgüsse für Erkältungen und Monatsschmerzen zusammen, agiert als Geburtshelferin und Totenklägerin. Viele dieser Heilungen werden mit Feenritualen unterstützt. Sie kennt sich auch mit Tollkirsche und Stechapfel aus und sagt, dass es keine giftigen Pflanzen gäbe, wenn man sie richtig anwende: Erst die Menge macht das Gift. Sie veranstaltet Trauerrituale als Totenklägerin – das und ihre Hinwendung zu den alten Riten bringt den neuen Pfarrer in Rage. Da wird Asche auf die Türschwelle geschmissen, damit die Seele eines Toten das Haus zu verlassen mag, das kann er nicht dulden. 


Nóra Roche hat zuerst ihre Tochter verloren, die bei der Geburt ihres Kindes starb und nun verstirbt plötzlich ihr Mann. Jetzt muss sie ihrem Enkelsohn Micheál allein großziehen. Das Kind, ist schwer behindert, Nora lässt es nicht aus dem Haus, und trotzdem kommt im Dorf das Gerüchte auf, das Kind sei ein von den Feen vertauschter Wechselbalg. Alles Unheil wird nun dem Jungen angehängt: die Kuh, die zu wenig Milch gibt, das Kind, das tot geboren wird und einiges mehr. Selbst Nóra kommt zu der Einsicht, dass dieses Kind ein Wechselbalg ist, die Feen ihren Enkel entführt haben. So wendet sie sich an Nance, die sie bestärkt. Die alte Nance will ihr den Enkel zurückholen, indem die das behinderte Kind Riten unterzieht, die die Feen zwingen sollen, das Wechselbalg zurückzunehmen und das echte Kind freizulassen. Das Drama nimmt seinen Lauf.


Hannah Kent schafft es, den Leser in die ärmliche Landbevölkerung ins Neunzehnte Jahrhundert zu ziehen. Wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, Dorfzwist, die Wandlung von den alten Riten in die Moderne. Die Charaktere der Hauptpersonen sind komplex und fein gezeichnet. Heilkünste gut eingesetzt oder mit verheerenden Auswirkungen im Aberglauben, irische Bräuche und Mythen eingeflochten, so dass man sich manchmal in ein Fantasybuch geworfen fühlt – was aber beinharte Realität zu diesen Zeiten war. Ein Pfarrer, der über diesen Blödsinn wettert und droht, das halbe Dorf gegen die Heilerin aufhetzt. Und als es am Ende zum Prozess kommt, staunen die Städter ungläubig, welchem Glauben ihre Landsleute auf dem Dorf nachgehen. Die Autorin beschreibt die Geschichte auf allen Ebenen, im Naturwriting, im Mystischen und auf der neutralen Erzählebene, da sie auf verschiedenen Perspektiven agiert. Die Magd von Nóra ist der neutrale Mittler, denn sie glaubt auf der einen Seite an die Feen, doch sie zweifelt an der Geschichte vom Wechselbalg, hält den Jungen für ein normales Kind, das eben behindert ist. Ihr gehen die Rituale zu Herzen, weil sie den Jungen liebt. Weil sie nicht aus dem Dorf stammt, betrachtet sie die Dinge distanziert, stellt vieles in Frage, aber gleichzeitig nimmt sie Position für die Heilerin auf, weil sie sieht, wie sehr sie Menschen helfen kann. Nance wird von der einen Seite des Dorfs als Hexe beschimpft, sie wird vom Pfarrer bedroht, doch eine Menge Dörfler suchen sie auf, um sich Hilfe zu holen, in der Regel heimlich. Ein Muss für Irlandfans, und für alle, die tolkinsche Mythen lieben, ein historischer Roman mit Tiefe. Wieder ein gelungener Gesellschaftsroman, Kriminaliteratur, ein guter Mix von allem.


Hannah Kent, geboren 1985 in Adelaide, Australien, ist die Mitbegründerin der australischen Literaturzeitschrift «Kill Your Darlings». 2011 gewann sie den Writing Australia Unpublished Manuscript Award für ihr Debüt «Das Seelenhaus». Seit seiner Publikation 2013 ist der Roman in fast dreißig Sprachen übersetzt worden, stürmte die Bestsellerlisten und gewann weitere zahlreiche Preise.

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/wo-drei-flusse-sich-kreuzen-von-hannah.html

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks