Hannah Kent

 4.4 Sterne bei 334 Bewertungen
Autorin von Das Seelenhaus, Wo drei Flüsse sich kreuzen und weiteren Büchern.
Autorenbild von Hannah Kent (©Lauren Bamford / Quelle: Droemer Knaur)

Lebenslauf von Hannah Kent

Hannah Kent wurde in Adelaide, Australien, geboren. Sie ist Mitbegründerin und Herausgeberin der Literaturzeitschrift „Kill Your Darlings“. Für ihren Debütroman „Das Seelenhaus“ wurde ihr 2011 der Writing Australia Unpublished Manuscript Award verliehen. Der Titel ist mittlerweile in 20 Länder verkauft und stürmte in ihrem Heimatland Australien die Bestsellerlisten.

Alle Bücher von Hannah Kent

Cover des Buches Das Seelenhaus (ISBN: 9783426304846)

Das Seelenhaus

 (253)
Erschienen am 01.10.2015
Cover des Buches Wo drei Flüsse sich kreuzen (ISBN: 9783426306604)

Wo drei Flüsse sich kreuzen

 (36)
Erschienen am 01.02.2019
Cover des Buches Das Seelenhaus (ISBN: 9783899039184)

Das Seelenhaus

 (19)
Erschienen am 01.09.2014
Cover des Buches Wo drei Flüsse sich kreuzen (ISBN: 9783957130785)

Wo drei Flüsse sich kreuzen

 (7)
Erschienen am 08.09.2017
Cover des Buches Burial Rites (ISBN: 9780316243926)

Burial Rites

 (15)
Erschienen am 01.04.2014
Cover des Buches The Good People (ISBN: 9781447233367)

The Good People

 (4)
Erschienen am 07.09.2017

Neue Rezensionen zu Hannah Kent

Neu

Rezension zu "Das Seelenhaus" von Hannah Kent

Klare Lese-Empfehlung
Jen_loves_reading_booksvor 8 Monaten

Das Seelenhaus

von

Hannah Kent



Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen."

Inhalt:

Island 1828.
Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau.
Sie wird als hart ­arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein.
Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen – bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt.
Die Tat war grausam:
zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt.
Die angeblichen Täter, neben Agnes Magnúsdóttir ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt.
Vor allem an Agnes will der zuständige Landrat ein Exempel statuieren. Scheinbar ungerührt nimmt Agnes das Urteil hin, ebenso wie die Ablehnung der Familie.
Erleichtert, dem Kerker entkommen zu sein, kann sie bei der Arbeit manchmal ihr Schicksal vergessen.
Vieles hier ist ihr vertraut:
die schroffe Landschaft, die ärmliche Torfbehausung, der harsche Ton der Hausherrin.
Ihr ganzes Leben war davon bestimmt – bis sie einen Mann kennenlernte und sich nach langer Zeit erlaubte, sich ihre Sehnsucht nach Liebe und Zugehörig­keit einzugestehen.
Der Schmerz über seinen Tod, der ihr nun angelastet wird, überlagert alles, auch die Angst vor dem eigenen Tod.
Schließlich vertraut sich Agnes einem jungen Vikar an, der sie auf den Weg der Reue und Buße führen soll.
Während der langen Gespräche, die die ganze Familie mithört, ist es vor allem Margrét, die Hausherrin, die ahnt, dass die offizielle Wahrheit über Agnes vielleicht falsch sein könnte.



Cover:

Das Cover ist ein wenig unscheinbar, allerdings passt dieses unauffällig und unaufgeregte Cover doch sehr zum Thema und vor allem zum Erzählstil der Autorin.👍


Meine Meinung:

" Das Seelenhaus" hat mich etwas überrascht. Obwohl ich es einige Zeit vor mich hergeschoben hatte, konnte ich es, als ich endlich angefangen hatte es zu lesen, nicht mehr aus der Hand legen.

Die bedrückende Atmosphäre des Buches hatte mich sogleich für sich eingenommen. Die Kälte, das harte Leben der Menschen auf den Bauernhöfen und deren Schicksale wirkten auf mich ich sehr authentisch.

Allen voran Protagonistin Agnes, eine verurteilte Mörderin, die auf einem Hof untergebracht wird, um dort auf ihre Hinrichtung zu warten.
Da die Familie , die diesen Hof bewohnt , nicht wohlhabend ist, muss Agnes während dieser Zeit kräftig mit anpacken. Obwohl die Familie , gerade zu Anfang, sehr abweisend zu Agnes ist, da sie ihnen geradezu aufgezwungen wurde, gewöhnen sich sämtliche Familienmitglieder an sie und an ihren Fleiß.
Der Tag der Hinrichtung rückt immer näher und erscheint allen immer unwirklicher.
Zur Unterstützung und um ihren Seelenfrieden bis zur Hinrichtung zu finden, schicken die Behörden ihr einen Vikar ihrer Wahl.
Dem vertraut Agnes sich nach langem Zögern an und aufgrund der Enge auf dem Gehöft, hört die Familie und das Gesinde Agnes Geschichte.

Die bildhaften Beschreibungen der Umgebungen, des täglichen Tagewerkes und der Charaktere lassen die Geschichte lebendig werden.

Der Erzählstil ist sehr berührend und fesselnd und obwohl ich um das Ende wusste, hatte ich dennoch die leise Hoffnung, das auch Agnes begnadigt wird.



Fazit:


Wie man unschwer erkennen kann, mag ich das Buch wirklich sehr.
Die Autorin hat es geschafft, eine einnehmende Geschichte um eine wahre Begebenheit zu weben und gleichzeitig die Lebensart der einfachen Bevölkerung der damaligen Zeit auf Island eindringlich und glaubhaft einzufangen.


Empfehlung:

Dieses Buch kann ich bedenkenlos weiter empfehlen.
Mich hat es tief berührt und während des Lesens ins 19. Jahrhundert nach Island versetzt.



Von mir gibt's:

5 von 5 Sternen

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Rezension zu "Das Seelenhaus" von Hannah Kent

Atmosphärisch und bewegend
Schlehenfeevor 9 Monaten

„Das Seelenhaus“ erzählt die spekulative Biografie der Magd Agnes Magnusdottir, der letzten Person, die auf Island hingerichtet wurde. Agnes, Sigridur und Fridrik wurden verurteilt, Natan Ketilsson und einen anderen Mann auf dessen Hof Illugastadir im Norden Islands getötet zu haben und den Hof anschließend in Brand gesteckt zu haben. Bis zu ihrer Hinrichtung werden die Gefangenen auf verschiedenen Höfen untergebracht. Agnes kommt ins Tal, wo sie ihre Kindheit verbrachte, nach Kornsa, den Hof von Jon und Margarete und ihren Töchtern Steina und Lauga. Pfarrvikar Toti soll sich ums Seelenheil der Magd kümmern.


„Das Seelenhaus“ nimmt den Leser mit ins Jahr 1829/30, in die Armut, in die karge, kalte Einsamkeit der Insel Island. Hannah Kent beschreibt die Natur und das Leben der Menschen dort sehr eindrucksvoll und atmosphärisch. Ihre Prosa hat mich begeistert.


Bis Agnes' Geschichte mich packen konnte, dauerte es etwas, denn ihre Geschichte entwickelt sich so langsam wie die Wanderung eines Gletschers. Doch gerade dieses langsame Erzähltempo passte sehr gut in das Konzept von Hannah Kents Roman.


Die Autorin hat einige Zeit auf Island gelebt und ist dabei auf die Geschichte von Agnes Magnusdottir gestoßen. Historische Dokumente, auf die sie bei ihrer Recherche gestoßen ist, stehen zu Beginn der Kapitel. Was das Mordmotiv angeht, musste die Autorin zwar spekulieren, doch alles klingt sehr plausibel. Wenn auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, so war doch jede Erzählstimme einzigartig. Man merkt dem Roman die Liebe der Autorin zu diesem Land an. Es ist eine ehrliche, nüchterne Erzählung ohne Kitsch, die die Vergangenheit aber gerade dadurch lebendig werden lässt.

Toller Roman!

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Rezension zu "Wo drei Flüsse sich kreuzen" von Hannah Kent

Ungewöhnliche Geschichte, absolute Empfehlung !
PagesofPaddyvor einem Jahr

Wow, was für ein Buch. Als ich damals „Das Seelenhaus“ der Autorin gelesen habe, war ich von ihrem Stil angetan. Die Geschichte die sie damals erzählte war interessant und anders. Alles wirke erdig, rau und dreckig. Ich kann es nicht anders beschreiben. Und auch in diesem Buch schafft es Kent wieder eine Geschichte zu erzählen die besonders ist. Eine Geschichte die von Aberglaube, Wahn und in gewisser Weise auch Fanatismus handelt. Gleichzeitig zeigt es verletzliche Menschen die in einer alten Weltansicht, einer anderen Zeit gefangen sind. Mich das das Buch überrascht, begeistert, schockiert und hat mein Mitleid geweckt. Eine Bandbreite von Erfahrungen in einem gut 400 Seiten langen Buch. Kents Stil ist wieder rau aber gleichzeitig filigran und wunderschön. Ich mag einfach wie sie schreibt. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden geeignet, aber wenn man sich auf die Thematik einlässt, wird man mit einer düsteren aber unglaublich guten Geschichte belohnt die auf wahren Begebenheiten beruht.

 

FAZIT 

Düster, fesselnd und keine leichte Kost. Absolut Großartig!

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