Hannah Kent Wo drei Flüsse sich kreuzen

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Inhaltsangabe zu „Wo drei Flüsse sich kreuzen“ von Hannah Kent

Der neue Roman "Wo drei Flüsse sich kreuzen" von Bestseller-Autorin Hannah Kent ist ein mitreißendes Drama um die Macht von Angst und Aberglaube - basierend auf einer wahren Geschichte aus dem 19. Jahrhundert.

Irland 1825: Die 14-jährige Mary soll der verwitweten Bäuerin Nora mit deren schwer behindertem Enkel Michael zur Hand gehen. Der kleine Junge, so munkelt man im Dorf, sei ein Wechselbalg, ein Feenkind, und mache die Kühe krank. Mary gibt nichts auf das Gerede, doch als Nora davon hört, reift in der einsamen, verzweifelten Frau eine ungeheuerliche Idee: Wenn es ihr gelingt, den Wechselbalg zu vertreiben, würde sie den gesunden Michael wiederbekommen und endlich wieder eine echte Familie haben. Getrieben von Angst und Aberglaube und unterstützt durch die geheimnisvolle Kräuterfrau Nance ist sie bald bereit, alles zu versuchen – und Mary fällt es immer schwerer, sich gegen die beiden Frauen durchzusetzen.
Hannah Kent gelingt es durch ihre kristallklare Sprache erneut, eine grausame und wahre Geschichte eindringlich zu erzählen; die rauhe Schönheit Irlands verschmilzt mit dem Seelenleben ihrer Figuren, die dem Leser, wie schon in ihrem Debüt-Roman "Das Seelenhaus", ganz nahe kommen.

ein spannendes und eindrückliches Buch, die historischen Hintergründe sind gut recherchiert!

— Mira20

Mag die Sonne in manchen Szenen auch scheinen so hat die Autorin doch einen düsteren Roman gezeichnet, der einen Einblick in die Lebensverhä

— detlef_knut

Beeindruckendes Buch, basierend auf einer wahren Geschichte einer Wittwe die im Aberglauben handelt ... Sehr lesenswert!

— MissRichardParker

Schreckliche Dinge, die durch Aberglaube passieren !!

— Die-Rezensentin

Eines der besten historischen Bücher, welches auf einer wahren Begebenheit basiert, das ich gelesen habe.

— IndigoGrace

Ein Buch mit einem ungewöhnlichen Thema und einer wunderschönen Sprache. Mein Lesehighlight 2017.

— dermoerderistimmerdergaertner

Dramatische Irland-Geschichte - Feen und die Anders-Welt,,,

— Angie*

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Der bis jetzt schlechteste Band der Reihe, schade. Null Spannung, viele Wiederholungen.

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  • Wenn Aberglaube auf Verzweiflung trifft!

    Wo drei Flüsse sich kreuzen

    Mira20

    22. October 2017 um 15:45

    Wunderbar wie die Autorin es versteht Fiktion und Historisches zu verbinden. Obwohl der Leser sich durchaus bewusst ist, dass er einen fiktionalen Text liest, so kann er sich ganz auf die seriöse Recherche der Autorin verlassen. Inspiriert durch einen echten Fall, hat die Autorin eine sehr realistische Geschichte rund um die Fakten erfunden. Das Leben, das Drama packt den Leser und erschüttert ihn.  Irland 1825: Der Leser taucht ein in eine düstere Welt ohne viel Hoffnung. Armut und ein sehr einfaches Leben treffen auf viel Unheil. Ein harter Winter, unerwartete Todesfälle und ein mysteriös erkranktes Kind, lassen die Menschen in der ländlichen kleinen Gemeinschaft hilflos zurück. Was wenn das kranke Kind ein Wechselbalg ist? Die Verzweiflung, Verbundenheit und Furcht vor dem alten Feenglauben lösen in der kleinen Dorfgruppe eine unheilvolle Dynamik aus.  Denn die einsame und überforderte Grossmutter des schwer kranken und behinderten Kleinkindes sucht eine Lösung. Da trifft es sich gut, dass die alte Nance viel vom Feenglauben versteht. Diese verspricht den Wechselbalg den Feen zurückzugeben und im Gegenzug das richtige Kind wieder zurückzugeben. Es hat mich überrascht wie tief ich als Leser in den alten Feenglauben eingetaucht bin. Obwohl ich durchaus wusste, dass das überhaupt nicht gut gehen kann, so hoffte ich mit den Frauen auf ein gutes Ende.  Der Schreibstil der Autorin ist sehr lebendig und auch sehr realistisch. Unterschiedliche Sichtweisen der Protagonisten lassen auch den Leser immer wieder in die Realität auftauchen bevor er sich wieder tief im Feengeflüstert verliert.  Das Buch hat mich gepackt und gefangen genommen. Vergangene Zeiten sollten einem mit allen Sinnen packen. Der Autorin ist es auch gelungen, nicht verurteilend die Protagonisten abzuhandeln. Sie zeigt mit vielen Facetten wie verzweifelt Unwissenheit machen kann. Vorbehaltslos gebe ich dem Buch eine absolute Leseempfehlung!

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  • Einblick in die Lebensverhältnisse der damaligen Zeit

    Wo drei Flüsse sich kreuzen

    detlef_knut

    04. October 2017 um 09:44

    Irland zu Beginn des 19 Jahrhunderts. Bei den Bewohnern im Tal herrscht noch die große Macht der Mythen und des Aberglaubens. Nóra hat einen weiteren schweren Verlust zu verkraften. Einige Männer des Dorfes bringen ihren Ehemann tot zur Kate. Er war noch so kräftig und ganz normal am Morgen zur Arbeit gegangen. Doch er sei auf der Straße einfach umgefallen. Schon vor zwei Jahren hatte sie den Tod ihrer Tochter verarbeiten müssen. Das geschah sehr mühselig, denn schließlich hatte sie sich um ihren Enkel kümmern müssen, den ihr Schwiegersohn bei ihr abgeladen hatte. Nun beim Tod ihres Mannes gibt es Leute im Dorf, die meinen, da hätten die Feen ihre Hände mit im Spiel. Die Unterstützung von Nance, die sich seit vielen Jahren einen Namen als Heilerin erarbeitet hat, ist nicht gerade hilfreich bei der Bewältigung der Trauerarbeit. Zwar war Nance vom alten Pfarrer gerne gerufen worden, doch der neue Pfarrer wollte von ihr und ihren Heilmethoden nichts wissen. Er hielt es für Teufelszeug. Immer häufiger wurde Nance als Ursache für Leid und Misswirtschaft beschuldigt. So auch für die Krankheit, die Nóras Enkel seit dem Tod dessen Mutter heimgesucht hat. Hannah Kent hat einen tiefgründigen Roman um das Schicksal dreier Frauen im Irland der damaligen Zeit geschrieben. Schnell wird klar, dass Nance, Nóra und dessen Dienstmädchen Mary gegen die Macht der Mythen genauso ankämpfen müssen wie gegen einige Leute im Dorf, die sich auf ihren christlichen Glauben berufen. Dabei sind diese drei Frauen selbst noch mit dem Glauben an die Mythen behaftet. Besonders das junge Mädchen Mary scheint in einen ausweglosen Sumpf zu geraten. Wenn der Leser aufmerksam den Lebensweg der Heilerin verfolgt, wird er feststellen, dass Mary drauf und dran ist, einen ähnlichen Weg zu beschreiten. Ein Weg voller Armut, Hunger und Leid, mit einem täglichen Kampf ums Überleben. Mag die Sonne in manchen Szenen auch scheinen so hat die Autorin doch einen düsteren Roman gezeichnet, der einen Einblick in die Lebensverhältnisse der damaligen Zeit bietet. Sehr empfehlenswert! © Detlef Knut, Düsseldorf 2017

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  • Die Anders-Welt...

    Wo drei Flüsse sich kreuzen

    MissRichardParker

    03. October 2017 um 12:32

    Nachdem mich das Buch "Das Seelenhaus" dieser Autorin schon völlig überzeugt hat, habe ich dieses hier gekauft ohne zu schauen worum es geht. Historische Geschichten interessieren mich normalerweise nicht sonderlich. Doch auch dieser Roman hat mich wieder völlig in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten, was einem noch nachdenklicher stimmt. Was Aberglaube alles anrichten kann ist erschreckend und die Geschichte bewegt einem tief. Die Autorin hat einen tollen bildhaften Schreibstil und somit kann man sich richtig in die Zeit zurückversetzen und das Buch in vollen Zügen geniessen. Ein Lese-Highlight!

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  • Nachdrücklich empfohlen!

    Wo drei Flüsse sich kreuzen

    Havers

    28. September 2017 um 11:53

    Die australische Autorin Hannah Kent offenbart einmal mehr ihre Faszination für historische Stoffe, die auf wahren Begebenheiten beruhen. In ihrem Erstling „Das Seelenhaus“ nimmt sie den Leser mit nach Island, ihr neuer Roman „Wo drei Flüsse sich kreuzen“ führt uns nach Irland. Der zeitliche Rahmen beider Bücher ist mit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahezu identische, ebenso das große Ganze der Handlungsorte. Beides sind Inseln, liegen im Norden und bilden durch ihre isolierte Lage ein geschlossenes System, in dem Mythen, Traditionen und Aberglaube fest in den Köpfen der Menschen verankert sind.Ein abgeschiedenes Tal im irischen Hinterland. Das Leben ist geprägt von Armut und Entbehrung. Die Annehmlichkeiten des „modernen“ Lebens sucht man vergebens. Kälte, Schmutz und Dunkelheit. Und natürlich Hunger, der ständiger Gast in den Katen der Menschen ist. Kartoffeln, Wasser, manchmal Milch, ab und an ein Ei sowie Beeren und Wildkräuter, Tabak und Gerstenschnaps zu besonderen Gelegenheiten – zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.Heimat von Nance Roche, der geheimnisvollen Außenseiterin. Kräuterfrau, sagen die einen, Hexe, die anderen, gemieden von den Dorfbewohnern und doch heimlich aufgesucht, wenn Hilfe benötigt wird. Sie lebt die alten Traditionen und hat noch das Wissen der Urahnen parat, das sich aus Aberglaube und Mythen speist.Heimat aber auch von Nóra, die nicht nur um ihren Mann sondern auch ihre bereits erwachsene Tochter trauert und nun Mutterstelle an Micheál, ihrem Enkelkind vertreten muss. Aber Micheál ist anders. Er ist behindert, spricht nicht, kann nicht laufen, krampft immer wieder am ganzen Körper und hat nichts mehr mit dem lebhaften Kind gemeinsam, das er bis zur Krankheit und dem Tod seiner Mutter war. Nora schämt sich für seinen Zustand und schirmt ihn vor der Außenwelt ab. Mit seiner Pflege ist sie überfordert, weshalb sie sich eine Magd ins Haus holt. Mary, ein Mädchen aus dem Norden, aufgewachsen mit vielen Geschwistern, die sich liebevoll um das Kind kümmert.Gemunkelt wird immer in der Nachbarschaft, aber als die Kühe plötzlich keine Milch mehr geben, ein Kind tot geboren wird und eine Frau sich selbst in Brand setzt, ist der Schuldige schnell gefunden. Micheál ist der Auslöser, das Böse. Er muss ein Wechselbalg sein, ein Kuckucksei, das ihnen die Feen ins Nest gelegt und mit dem ehemals gesunden Kind vertauscht haben. Es muss etwas geschehen, Gedanken reifen, und so entspinnt sich zwischen Nóra und Nance eine unheilvolle Allianz, der auch Mary nichts entgegenzusetzen hat…Hannah Kent hat ein besonderes Gefühl für die Sprache, die diesem klaustrophobischen Handlungsort angemessen ist. Sie beherrscht die Dramaturgie perfekt und erzählt ruhig und sehr poetisch. Eine Geschichte aus einer Zeit, in der das Wünschen nicht geholfen hat. Eine Geschichte verzweifelter Menschen, die sich dem Schicksal hilflos ausgeliefert fühlen und deshalb Zuflucht in Vertrautem suchen. In altem Wissen, ihren Traditionen und ihrem Aberglauben.Nachdrücklich empfohlen!

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  • Schreckliche Dinge, die durch Aberglaube passieren !!

    Wo drei Flüsse sich kreuzen

    Die-Rezensentin

    27. September 2017 um 10:33

    Die Geschichte spielt am Anfang des 19. Jahrhunderts in Irland, doch während des Lesens hat man den Eindruck, wir befänden uns im tiefsten Mittelalter.Die junge Mary sucht eine Anstellung, um etwas Geld zu verdienen, damit sie ihre Eltern und Geschwister unterstützen kann.Sie fängt bei der gerade verwitweten Nora an, um ihr bei der Pflege ihres Enkels unter die Arme zu greifen.Der kleine Junge ist behindert, kann weder laufen, noch sehen, noch sprechen. Mary tut er leid und sie geht liebevoll mit ihm um. Doch Nora wird es mehr und mehr zu viel und irgendwann ist sie der Meinung, der Junge sei gar nicht ihr Enkel, sondern ausgetauscht worden, ein sog. `Wechselbalg`, ein Feenkind. Sie nennt ihn nur noch `Es` und ist der Meinung, ihren wahren Enkel durch Zauber und Magie, mit Hilfe der alten Kräuterhexe Nancy, gesund wiederzubekommen.Der Aberglaube ist in dem Tal fest verwurzelt, Rothaarige sind gefährlich, da muss man drei Mal spucken, um nicht verflucht zu sein. Wenn die Kuh keine Milch gibt, ist irgendjemand Schuld, wenn eine Schwangere in der Schwangerschaft irgendwem oder etwas Komischem begegnet, kann das Baby tot oder behindert sein.Einerseits sind die Bewohner streng gläubige Christen und auf der anderen Seite haben sie unzählige heidnische Bräuche gegen `Das Böse.' Jegliche Vernunft scheint vergessen.Mary muss mitansehen, wie Nora zusammen mit der Kräuterfrau alles probiert, um das Feenkind zu vertreiben und ihren Enkel wiederzubekommen. Grausam, was sie alles anstellen, im guten Glauben, dass er nichts davon spürt. An manchen Stellen kamen mir wirklich die Tränen, denn die Handlung soll auf einer wahren Geschichte basieren. Und mit dem Wissen von heute, dass es eben schwerstbehinderte Kinder gibt, ohne dass irgendjemand Schuld hat und kein Aberglaube daran etwas ändern kann, ist es noch schlimmer zu lesen.Das war mein erstes Buch von Hannah Kent, doch `Das Seelenhaus` werde ich mir auch holen.Hannah Kents Erzählstil ist wirklich eindrucksvoll! Ich konnte richtig in die Geschichte abtauchen, hatte quasi den Geruch des Torffeuers in der Nase und die Leute bildhaft vor Augen.Auch nach dem Beenden des Buches hat mich das Thema noch eine ganze Weile verfolgt.

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  • Das Feenvolk

    Wo drei Flüsse sich kreuzen

    dermoerderistimmerdergaertner

    15. September 2017 um 10:19

    Drei Frauen und der TodInhalt: 1825 in Irland. Kurz nachdem Martin und Nóra den kleinen missgestalteten Jungen ihrer verstorbenen Tochter bei sich in ihrer ärmlichen Kate aufgenommen haben, stirbt Martin völlig überraschend. Nach seiner Beerdigung stellt Nóra die 14-jährige Mary als Hilfskraft ein. Mary kümmert sich liebevoll um den behinderten Micheal. Bald gibt es jedoch Gerüchte, das Kind sei ein Wechselbalg, ein Kind der Feen, und verantwortlich dafür, dass die Kühe weniger Milch geben. Immer mehr steigert auch Nóra sich in diesen Gedanken hinein und schließlich bestätigt die alte kräuterkundige Nance ihr diese Vermutung und will ihr helfen, den Wechselbalg zu vertreiben. Mit tragischen Folgen.Meine Meinung: Dieser Roman, der auf einer wahren Geschichte im 19. Jahrhundert basiert, hat mich schnell in seinen Bann gezogenIn dem kleinen irischen Dorf im Tal, in dem sich alle Bewohner genau kennen und alle miteinander irgendwie verwand oder verschwägert sind, herrscht Armut und Aberglaube. Die Menschen glauben noch an eine Anderswelt, an ein Feenvolk. Ihr tägliches  Leben besteht neben den harten Arbeit aus vielen heidnischen Gebräuchen und Ritualen (zB. wird vom frisch gebackenen Brot ein Ecke abgebrochen, damit der Teufel entweichen kann). Sie glauben noch an Flüche und den bösen Blick. Einen Arzt kann sich keiner leisten, deshalb gehen sie mit ihren Beschwerden zur alten Nance, einer kräuterkundigen weisen Frau. Als aber der neue Pfarrer immer wieder gegen Nance predigt, beginnen die Menschen allmählich an Nance zu zweifeln.Hanna Kent schreibt äußerst bildhaft und ihre wunderschöne Sprache, mit Sätzen wie: „Draußen heulte hungrig der Wind“, passt einfach wunderbar in diese etwas schaurige Geschichte. Ich war mittendrin in diesem Dorf, in den ärmlichen Katen, in denen auch das Vieh lebt, und in der rauen irischen Landschaft und habe mit Nóra, Nance und Mary mitgelitten. Die Erzählperspektiven wechseln zwischen diesen drei Frauen, was ich sehr gelungen fand. So bekommt man Einblick in die Gedanken und Gefühle jeder Einzelnen.Fazit: Ich finde dieses Buch sehr außergewöhnlich. Es ist nicht mit anderen historischen Romanen (die ich kenne) zu vergleichen, was vor allem am Thema und dem tollem Schreibstil liegt. Ich habe mir schon „Das Seelenhaus“ von Hanna Kent bestellt und hoffe, das es mich genauso begeistern kann. Ich bedanke mich ganz herzlich beim Droemer Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

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  • Aberglaube und Anders-Welt,,,,

    Wo drei Flüsse sich kreuzen

    Angie*

    03. September 2017 um 00:11

    INHALT:   Wir schreiben das Jahr 1825 in Irland/County Kerry. Nóra lebt seit  dem plötzlichen  Tod ihres innig geliebten Ehemannes einsam und abgeschieden mit ihrem Enkel Micheál in ihrer einfachen, mit Reet gedeckten Kate. Micheál ist der Sohn ihrer verstorbenen Tochter Johanna, der von dem Vater des Jungen  zu den Grosseltern in Obhut gegeben wurde. Micheál ist vier Jahre alt, ungewöhnlich zart und nicht altersgemäß entwickelt. Nóra sorgt sich sehr um den Kleinen und stellt nach dem Tod ihres Ehemannes Martin die vierzehnjährige Mary Clifford als Magd ein , die sich um das Kind kümmern soll. Die abergläubische Bevölkerung des abgeschiedenen Tales ist der festen Überzeugung, dass der zurückgebliebene Junge ein Wechselbalg ist, ein sogenanntes Feenkind.  Nóra sucht Hilfe  für das kranke Kind bei der geheimnisvollen, alten  Kräuterfrau, Heilerin und Aussenseiterin Nance Roche, die die *Gabe*besitzt  mit der Anders-Welt und dem *guten Feenvolk* Kontakt aufzunehmen. Eine verhängnisvolle Geschichte voller Heimlichkeit, Brutalität und Missverständnissen zwischen drei Frauen und der  in alten Traditionen und Aberglauben  verhafteten Talbevölkerung nimmt nun ihren tragischen Verlauf,,, Zitat Seite 370.  Beschreibung von Mary: Sie war doch nur ein Mädchen vom Moor. Ein Mädchen von binsenbewachsenem, torfigen Grund, aus dem die Erde schwarz herausquoll und auf dem man immer Gras, Staub oder Lehm unter den Füßen hatte, nie Kopfsteinpflaster oder die lackierte Oberfläche von Holz. Zitat Seite 51  Nór’as Schicksalsschlag: „Dein Sohn bleibt dein Sohn , bis er heiratet, aber deine Tochter bleibt deine Tochter , bis du stirbst. Und jetzt auch noch deinen Mann zu verlieren…Gott ist wirklich grausam: Er nimmt die , die wir am meisten lieben, am ehesten zu sich.“ Zitat Seite 215 Nance Roche, die Heilerin mit der Gabe:  Nance saß in der Dunkelheit ihrer Kate und beobachtete durch die offenstehende Tür , wie das sterbende Jahr sich dem Schnee ergab. Die Nacht senkte sich heilig, als ob die Herrlichkeit Gottes im Wechsel von Hell zu Dunkel wohnte. In ihren zerlumpten Umhang gehüllt, hörte sie die Stille laut wie eine Klosterglocke. In dieser Nacht würden sie beginnen. Mit der Heilung. Dem mysteriösem Flehen. Dem Auftrennen alter Magie. MEINE MEINUNG: Lange hat mich ein Buch nicht so beeindruckt wie das Obige, denn es ist eine wahre Geschichte. Das Cover versetzte mich schon beim Betrachten in eine angespannte Stimmung voll unheimlicher Vorahnungen. Der Roman ist in drei Teile aufgeteilt und jedem Kapitel wird als Titel eine Kräuterpflanze gewidmet wie zum Beispiel die Wasserschwertlilie, Nesseln , das Kreuzkraut oder auch einem Baum wie der Esche. Der Schreibstil der Autorin, den ich schon in ihrem Buch *Das Seelenhaus* genossen habe, ist total flüssig, einprägsam , voll beeindruckender , bildhafter Sätze und fantasievoll. Ihre zarten und stimmigen Naturbeschreibungen der irischen Landschaft haben in meinen Augen sogar eine poetische Nuance.  Hannah Kent hat sich intensiv mit dem irischen Volks- und Brauchtum  beschäftigt und hervorragend in alten Archiven und Bibliotheken recherchiert.  Sicher hat sie auch alte, mündliche Überlieferungen aus der heutigen Bevölkerung einfliessen lassen. Für viele Ereignisse setzt sie sogar  gälische Begriffe in kursiver Schreibweise ein. Piseógs zum Beispiel sind Flüche, schlechte Wünsche, die man auch bildlich mit Steinen und Pflanzen errichten kann. Die inneren Widersprüche und Konflikte zwischen christlich-katholischem Glauben und alten , heidnischen Bräuchen,  die in der Bevölkerung zu dieser Zeit brodelten, hat sie perfekt und glaubhaft dargestellt. Irisches Landleben der damaligen Zeit pur.  Die Armut und Unwissenheit  der Menschen vor der grossen Hungersnot und Auswanderungswelle in Irland sind mir durch diese Lektüre  wirklich zu Herzen gegangen. Was auch gerade Frauen durch Kindbett, Schwangerschaft und Armut aushalten mussten, war unglaublich. Der Arzt der Armen ist der Tod. Liagh gach boicht bas Für dieses spannende und ungewöhnliche Buch gibt es eine absolute Leseempfehlung von fünf ***** Sternen von mir.

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