Hannah Monyer , Martin Gessmann Das geniale Gedächtnis

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Inhaltsangabe zu „Das geniale Gedächtnis“ von Hannah Monyer

Die Gedächtnis-Revolution – Warum Sie Ihr „schlechtes Gedächtnis“ getrost vergessen können Unser Gedächtnis hat einen zweifelhaften Ruf. Es verfälscht Erinnerungen und speichert, was wir uns merken wollen, nur unvollständig. Je älter wir werden, umso mehr. Doch die neueste Forschung revolutioniert unser Verständnis von Gedächtnis. Denn ob elefantöses Erinnerungsvermögen oder „Hirn wie ein Sieb“ spielt kaum eine Rolle. Unser Gedächtnis ist nämlich kein Archiv, das einmal Erlebtes statisch ablegt, sondern ein viel anspruchsvolleres Netzwerk: Seine radikale Zukunftslogik bestimmt, was wir uns merken, wie wir lernen und wer wir sind.

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  • Interessantes Thema, etwas trocken dargeboten

    Das geniale Gedächtnis
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    07. January 2016 um 14:31

    Interessantes Thema, etwas trocken dargeboten Das kostet schon auch ein Stück weit Konzentration, die Art und Weise, wie die beiden Autoren ihre durchaus interessanten Zusammenfassungen und Analysen des Status Quo der „Gedächtnisforschung“ dem Leser vor Augen führen. Dass das Gedächtnis nicht einfach eine Art Festplatte mit „digitalem Zugriff“ ist, sondern, ganz im Gegenteil, ein organischer, interpretierender, subjektiv auswählender und gar verfälschender Aspekt des Lebens sein kann, dass die Art, wie der Mensch seine eigene Geschichte „schreibt“ (somit die eigenen Erfahrungen „gedeutet“ betrachtet) und damit, natürlich, die aktuelle Haltung sich und der Welt gegenüber und damit die Gestaltung und Herangehensweise an die Zukunft existenziell beeinflusst werden, das allerdings ist zwar nicht neu, aber in dieser klaren und fundierten „Rundum-Beschreibung“ hoch informativ zu lesen. Anhand durchaus griffiger Bilder und Beispielen erläutern die Autoren im weiteren Verlauf (nach einer grundlegenden Darlegung auch statistischer Fakten), wie das Gedächtnis funktioniert, welchen Einfluss es nimmt, wer eigentlich „im Gehirn dirigiert“. Noch spannender folgt dann im zweiten Hauptteil die lebendig wirkende, sehr verständlich dargelegte Erläuterung, „wie wir zu dem werden, was wir sein wollen“. Zumindest zunächst in den Träumen, diese aber eben auch verstanden als „Bühne des Lebens“, auf der das Gehirn, gespeist aus dem Gedächtnis und möglichen „Hochrechnungen“ für die Zukunft Spielarten erprobt, Varianten darbietet, innere Wünsche bildhaft zum Tragen kommen lässt und damit ein „Lernen im Schlaf“ stattfindet, dass sehr wohl klare Auswirkungen auf die zukünftigen Schritte der Person nimmt. Dabei nicht locker lässt und „aus einzelnen Tönen“ eine „Melodie“ formt. Die vielleicht nicht real und nicht einfach so umsetzbar ist, aber nachhallt, verwirrt und Impulse gibt. Und das dies alles nicht nur auf individueller Ebene stattfindet, sondern es auch ein „soziales Gedächtnis“ gibt, dass „gemeinschaftliche Träume“ vorhanden sind, beeinflusst werden können (sonst gäbe es gar keine allgemein treffende Werbung), oder auch kollektive Erinnerung „umgedeutet, umgeschrieben“ werden könnten, auch das bietet eine fundierte und sachlich informative Lektüre im Buch. Zudem erläutern die Autoren die verschiedene Gewichtung von Erinnerungen und warum diese entsteht, aber auch, wie grundlegende „Einprägungen“ für das individuelle und kollektive Leben Sinn machen. Einerseits. Wie andererseits aber auch gilt, dass solche tief verankerte Gedächtnisabläufe Veränderungen und das Einstellen auf neue Situationen erschweren können. All dies ist dabei nicht nur neurobiologisch interessant, sondern zeigt seine Auswirkungen umgehend in Lebenshaltung und Lebensgestaltung von Individuen und sozialen Gruppen und eröffnet eine gegenseitige Anreizung von biologischen Reizen und philosophischen Überzeugungen und Interpretationen. So wird stimmig im Rahmend er Lektüre deutlich, „das Gedächtnis in einem umfassenden Zusammenhang zu verstehen, und das heißt im Besonderen, es nicht nur als Datenspeicher, sondern als einen Lebensplaner anzusehen“. Eine Funktions-, eine „Lebensweise“, die gerade in der modernen Welt der „Vernetzung“ beste Voraussetzungen findet, sich als „Interpret“ in das Leben einzubringen und nicht auf eine Funktion als „Datenspeicher“ reduziert zu werden. Eine sehr anregende, informative, eher im Stil wissenschaftliche Lektüre.

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  • erst trocken, dann fesselnd

    Das geniale Gedächtnis
    Eva-Maria_Obermann

    Eva-Maria_Obermann

    08. October 2015 um 22:03

    Um den Bogen zwischen Neurobiologie und Philosophie was das Gedächtnis betrifft, wurde dieses Buch geschrieben. Denn unsere Erinnerungen wirken sich nicht nur auf unsere Gegenwart aus, sie erzeugen das Bild, das wir von uns selbst haben, bestimmen unsere Träume und neben Einfluss auf unsere Zukunft. Nicht zuletzt ist der Verlust des Gedächtnisses auch immer der Verlust der eigenen Identität. Diesen Punkten gehen auch die Autoren nach. Sie erklären, wie unser Gedächtnis funktioniert, warum es beispielsweise Erinnerungen, die mit Düften verknüpft sind besonders gut speichert, oder inwiefern unsere Träume tatsächlich etwas über unsere Zukunft aussagen können. Mit fachlichem Wissen und alltäglichen Beispielen machen sie dabei Vorgänge greifbar, die sonst wohl nur in der Neurobiologie zu Hause sind. So gespannt ich auf dieses Buch war, so enttäuschend war der erste Eindruck. Gerade das erstes Kapitel hat mich wenig packen können. Der Stil war der eines Wissenschaftlers, der fast zwanghaft versucht, „einfach“ zu schreiben. Dass zwischendurch mit Frequenzen im Herz-Bereich auch noch klare Daten beigefügt wurden, hat den allzu gelehrten Geschmack nur verstärkt. Auch der Einstieg zum Kapitel zu den Träumen hat sich für mich gezogen, weil der Stil einfach schleppend war, so fundiert und klar auch der Inhalt überzeugen konnte. Der erste Eindruck ist aber immer nur das: ein erster Eindruck. Bereits im Traum-Kapitel wird es besser. Dass hauptsächlich ein Film hier als Beispiel herangezogen wird mag an der guten Anschauung in Bezug zum Thema liegen, ich hätte mir aber etwas mehr Varianz gewünscht. Der Stil aber wird hier viel lockerer, nicht mehr so voller Daten, sondern stattdessen wirklich erklärend, statt nur aufzeigend. Einfach nicht mehr so trocken, wie noch zu Beginn. Als dann auch die Sozialwissenschaft Einzug hielt und das kulturelle Gedächtnis Thema wurde, war ich richtig gefesselt. Mit passenden und guten Beispielen erklären die Autoren hier, was gemeint ist, wieso und warum der Begriff geschaffen wurde und auch, wo Probleme dabei auftreten können. Dieser reflexive Blick auf das Thema hat mir gut gefallen, weil er gerade nicht unumstößlich ist, sondern Raum für eigene Meinungen lässt. Die anthropologischen Einwürfe haben mir auch gut gefallen und auf manches ein neues Licht geworfen. Auch wenn das Thema des Gehirntrainings meiner Ansicht nach nur ansatzweise wirklich aufgenommen wurde hat gerade der Abschluss, in dem es um den Verlust des Gedächtnisses ging noch einmal sehr lesenswerte Einsichten beinhaltet. Gerade weil es hier nicht mehr so voller Daten und Fakten war, sondern das Gedächtnis nicht nur als etwas Biologisches, sondern – ich möchte fast sagen – Seelisches angesehen wird. Das hat mich dann doch wieder versöhnt. Das geniale Gedächtnis ist durch seine fachliche Basis besonders für Leser geeignet, die sich sehr für die Thematik interessieren, oder bereits biologische Vorkenntnisse haben.  Das Sachbuch wirf neue Erkenntnisse zum Gedächtnis bei und vereint Ansichten aus Biologie und Philosophie, sowie noch Einiges darüber hinaus und ist so vielleicht kein Hit, aber doch ein interessantes Werk zu einem der erstaunlichsten und alltäglichsten Gegebenheiten unseres Lebens. Das geniale Gedächtnis.

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