Die Launenhaftigkeit der Liebe

von Hannah Rothschild 
4,2 Sterne bei31 Bewertungen
Die Launenhaftigkeit der Liebe
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Vermittelt sehr viel Fachwissen zum Thema Kunst und Kunsthandel. Nicht schlecht, aber stellenweise echt zäh.

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Großartig!

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Inhaltsangabe zu "Die Launenhaftigkeit der Liebe"

»Ein hinreißender Kunstkrimi mit Lovestory« B. Z. am Sonntag

Annie ist auf der Suche nach einem Geschenk. In einem Londoner Trödelladen kauft die junge Köchin ein verstaubtes Gemälde für ihren neuen Freund und wird dann doch abends von ihm sitzen gelassen. Das unscheinbare Bild aber bleibt und stellt ihr ganzes Leben auf den Kopf, denn es scheint viel mehr wert zu sein, als sie ursprünglich dachte. Schon bald sind schwerreiche russische Oligarchen, die Gattin eines Ölscheichs und ein Gangster-Rapper hinter Annies Zufallsfund her. Als die junge Frau auch noch ins Visier einer skrupellosen Kunsthändlerfamilie gerät, scheint sie alles zu verlieren – und findet ganz unerwartet eine neue Liebe …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783328102045
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:Penguin
Erscheinungsdatum:09.01.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    tsukitia16s avatar
    tsukitia16vor 4 Monaten
    Die Welt der Superreichen - mittendrin eine mittellose Köchin

    ~~~

    Titel: Die Launenhaftigkeit der Liebe
    Autorin: Hannah Rothschild
    Genre: Krimi, Kunstkrimi, Roman
    Verlag: Random House, Penguin Verlag
    Erschienen: 2016
    Seitenanzahl: 509
    Originalausgabe: The Improbability of Love
    Englischer Originalverlag: Bloomsburry; erschienen 2015
    Übersetzung: Monika Baark
    ~~~
    Als sie von ihrem langjährigen Freund abserviert wird, macht Annie Nägel mit Köpfen: Die junge Köchin kehrt ihrem verschlafenen Heimatdorf den Rücken, zieht nach London und nimmt das Jobangebot einer glamourösen Kunsthändlerfamilie an. Eines Tages kauft sie in einem Trödelladen ein verstaubtes kleines Gemälde - nicht ahnend, dass das Bild nur wenig später die Welt der Superreichen in helle Aufregung versetzen wird. Denn unversehens gerät Annie ins Visier skrupelloser Kunstsammler, die alles dafür tun würden, dass ein lang gehütetes Familiengeheimnis nicht ans Tageslicht kommt. Zum Glück gibt es da noch Jesse, einen jungen und ziemlich gutaussehenden Maler...

    Hannah Rothschild 1962 geboren, entstammt der berühmten Bankiersfamilie und arbeitet als Autorin und Filmregisseurin. Sie engagiert sich seit Jahren in den Kuratorien renommierter Museen und steht seit 2015 als erste Frau dem Board der National Gallery vor. Die Launenhaftigkeit der Liebe wurde mit dem "Bollinger Everyman Wodehouse Prize for Comic Fiction" ausgezeichnet und ist in zehn Ländern erschienen.

    Meine Meinung:
    Zu Beginn möchte ich erstmal erklären, wie ich auf dieses Buch kam. Ich unterhielt mich mit einer meiner Kundinnen über Bücher und fragte sie, was sie denn momentan lese. Sie hatte den Titel nicht im Kopf und meinte nur, dass das Buch total blöd wäre. Ich fragte sie, warum und sie meinte, weil da plötzlich ein Bild sprechen würde - das fände sie total komisch. Und insgesamt sei das Buch total langweilig. Ich sagte, dass ich es eigentlich cool finde, dass das Bild spricht und beim nächsten Termin drückte sie mir ihr Buchexemplar in die Hand und meinte, du kannst es behalten wenn du willst. Und nun bin ich durch damit und habe mit ihr auch schon fleißig darüber diskutiert :)

    Die Vorgeschichte ist deshalb wichtig, weil ich dieses Buch wahrscheinlich nie gelesen hätte. Denn Cover und Titel sprechen mich jetzt nicht unbedingt an. Auch das Thema Kunstkrimi ist nicht unbedingt mein Gebiet. Aber was soll's, dachte ich. Man sollte auch mal was Neues ausprobieren. Übrigens möchte ich nicht damit sagen, dass das Cover nicht gut aussieht. Es ist hübsch, ganz nett. Mehr aber auch nicht. Bei dem Titel konnte ich mir am Anfang nicht besonders viel vorstellen, aber es weckte schon eher Neugierde. Aber für einen Romantiker mag sich der Titel toll anhören. Aber aufgepasst! Das Buch ist meiner Meinung nach kein romantisches Buch. Die Bezeichnung Kunstkrimi beschreibt es da schon sehr gut.

    Den Schreibstil fand ich gut. Ich bin gut durchgekommen. Ab und zu (wenn das Gemälde anfing zu erzählten) veränderte sich der Schreibstil und wurde deutlich anspruchsvoller und hochgestochener. Allerdings hat mir das sogar sehr gut gefallen. Ein Gemälde, das mehrere tausend Jahre auf dem Buckel hinter sich hat, erzählt ganz anders als eine 30 jährige Annie aus dem 21. Jahrhundert. Was mir mehr Schwierigkeiten bereitet hatte, waren die ab und zu französischen Begriffe (ich kann kein Französisch), die Namen von Gemälden und Künstlern (ich kenne mich nicht mit sowas aus) und die besonderen Gerichte, die Annie für ihre Kundschaft kocht (Preisel- ... was? Und Auflauf in was für einer Muskatnuss Sauce mit welchen Dingern? Ich will einfach nur Schnitzel mit Pommes, ... ja mit Ketchup.). An sich macht das ja nichts. Es handelt sich schließlich um einen KUNSTkrimi. Natürlich geht es hauptsächlich darum. Aber man bekommt immer wieder einen Batzen mit irgendwelchen berühmten (viele kannte ich trotzdem nicht) Künstlern und Bildern zugeschmissen mit denen man dann fertig werden durfte. Auch das mit den außergewöhnlichen Speisen ist in Ordnung. Wenn aber ein Gericht aus gefühlt mehr als 20 Bezeichnung besteht, dann ist mir das persönlich zu viel. Ab und zu ist es ok ein wenig zu fachsimpeln, aber nicht ständig. Ich hab solche Textstellen einfach nur schnell überflogen, weil es mich zusätzlich auch nicht wirklich interessiert hat.

    Auf der anderen Seite kennt sich die Autorin hervorragend mit diesen Themen (Kunst und Kochen) gut aus. Französisch kann die gute Dame sicher auch. Und das merkt man einfach sehr deutlich. Und für jedem, der sich für sowas interessiert, der wird mit diesem Buch sicher sehr viel Freude haben.  Sie hat sich eine ganz eigene Geschichte zu einem Gemälde, das es gar nicht wirklich gibt, ausgedacht. Auch die Familiengeschichte der Winklemans wirkt auf mich gut durchdacht. Sowohl als auch die ganzen Vorgeschichten zu den anderen Charakteren. Ich habe aber ein ganz großes Problem: Mir fehlte einzig und allein die Spannung. Das Buch las sich zäh wie Kaugummi und man hoffte, dass die Leute endlich weiterkamen damit endlich irgendetwas passiert. Ab und zu passierte tatsächlich etwas, aber irgendwie riss das mich nie vom Hocker. Selbst als Rebecca die Wahrheit herausfand (ich spoiler nicht, keine Sorge) war ihre Reaktion total überzogen. Ich verstehe, dass sie es blöd fand, aber deswegen gleich auf den Tisch zu kotzen... ok?! Auch das Ende war jetzt... naja. Es war dann plötzlich irgendwie vorbei, so als hätte man versucht das Ende noch so schnell wie möglich nieder zu schreiben.

    Die Charaktere habe ich ja bereits erwähnt. Sie wirken gut durchdacht und wir haben jede Menge davon. Am Anfang waren da plötzlich so viele verschiedene Personen, sodass ich erst gar nicht wirklich mitkam. Wer ist wer und so weiter. Aber mit der Zeit lernt man, zumindest die wichtigsten, Charaktere genauer kennen. Allerdings sind mir diese Charaktere gänzlich unsympathisch oder prägten sich mir nicht wirklich ein. Wir haben: Annie, die sich durch nichts außer dem Kochen wirklich auszeichnet, Jesse, irgend so ein Versager und 0815 Junggeselle, die ätzende, langweilige Rebecca, Memling ein Nazi wie er im Buche steht (Vorurteile bis zum Umknicken), Barty, der der Meinung ist jeder der superreich muss sich mit Kunst befassen und viel Geld ausgeben, damit er ein schönes Leben hat, Delores, die wahrscheinlich vom Aussehen und von ihrem Charakter wie ihre Hunde ist (Möpse) und Earl, der eigentlich der größte Narzisst ist, aber wenn es mal nicht läuft, läuft er herum wie der letzte Trauerkloß, Evie, die ich durch ihr kindisches und unvernünftiges Verhalten ziemlich schnell abgewiesen hätte. Zusätzlich waren schon die Unterhaltungen so versnobt und langweilig, sodass ich ein bisschen glücklich bin nie in so einer Gesellschaft gelebt zu haben. Einzig allein Wladi war ein interessanter Charakter. Meinetwegen hätte man ihn mehr ins Visier nehmen können. Und das Gemälde, wenn es zu einem sprach, ist mir sehr positiv in Erinnerung geblieben. Ich mochte insbesondere die sarkastische Art. Das Bild hat das Buch, meiner Meinung nach, deutlich aufgewertet. Außerdem fand ich die Idee super, dass wir lesen können was das Bild denkt und wie es die Dinge sieht.
    Übrigens weil es bei diesem Buch heißt: "eine berührende Liebesgeschichte". Liebesgeschichte - ja. Berührend - nein. Vielleicht irgendwie außergewöhnlich? Auch nicht. 

    Alles in einem dominiert das Fachwissen rund um das Thema Kunst. Der Schreibstil war gut, die Charaktere leider größtenteils miserabel, aber dafür gut ausgearbeitet. Alles wirkt auf mich gut durchdacht, aber leider auch sehr trocken und eher langweilig. Mir fehlten Emotionen, mir fehlte Spannung und mir fehlte ein gutes Ende.
    ~~~
    (Schulnoten)

    Cover: 3
    Titel: 2
    Schreibstil: 2
    Idee: 2
    Umsetzung: 3
    Spannung: 4
    Charaktere: 4
    Ende: 4
    ~~~

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    ChristineChristls avatar
    ChristineChristlvor 5 Monaten
    tolles buch

    Titel: Die Launenhaftigkeit der Liebe
    Autor: Hannah Rothschild
    Verlag: Penguin
    Sprache: Deutsch
    Seiten: 512 Seiten ∞ TB
    Preis: D ∞ 15,00€  A ∞ €
    Genre: Liebe ∞ Krimi ∞ Historisch ∞ Geschichte
    Reihe: Nein


    Annie ist auf der Suche nach einem Geschenk. In einem Londoner Trödelladen kauft die junge Köchin ein verstaubtes Gemälde für ihren neuen Freund und wird dann doch abends von ihm sitzen gelassen. Das unscheinbare Bild aber bleibt und stellt ihr ganzes Leben auf den Kopf, denn es scheint viel mehr wert zu sein, als sie ursprünglich dachte. Schon bald sind schwerreiche russische Oligarchen, die Gattin eines Ölscheichs und ein Gangster-Rapper hinter Annies Zufallsfund her. Als die junge Frau auch noch ins Visier einer skrupellosen Kunsthändlerfamilie gerät, scheint sie alles zu verlieren – und findet ganz unerwartet eine neue Liebe …


    Meine Meinung:
    Ich hab den Klappentext gelesen und dachte mir sofort: Dieses Buch muss ich lesen!
    Kunst, London, liebe und einen hauch Krimi? Ja, dass klingt genau nach einen Buch das mir gefallen könnte. Und JA! Es war einfach nur wunderschön.

    Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr leicht, ich hab zwar länger gebraucht um in meinen Lesefluss zu finden, doch gefesselt hat mich das Buch ab der ersten Seite.

    Der Schreibstil der Autorin ist wirklich flüssig, charmant und interessant. Daher fliegen die Seiten des Buches nur so, und man kommt schnell voran. Manchmal kommt es einem doch sehr "Hochgestochen" bzw. sehr "intellektuell" daher, aber die Autorin hat es doch geschafft das mir ihr erzähl und Schreibstil Sympathisch war und nicht zu künstlich oder übertrieben wirkte.

    Nach dem doch sehr spannenden Prolog, in dem bereits sehr viele Namen fallen (womit ich mir ab und an schwer tue, ohne Hintergrundwissen) geht die Story dann bei "ein halbes Jahr zuvor" weiter. Das hat mir doch auch sehr gut gefallen, weil durch den Prolog das Buch sehr schnell an fahrt aufgenommen hat, ohne uns aber zu erschlagen, und danach dann "entspannt" die Geschichte weiter zu erleben.

    Eins nur vorweg, weil ich danach bereits gegoogelt hatte : "Die Launenhaftigkeit der Liebe" ist ein Fiktives Bild :) Ich hoffe ich erspare euch allen die sich nicht so mit Kunst auskennen einen Google Besuch :D

    Für mich hätte es zwar etwas mehr Liebe, Romantik und Leidenschaft beinhalten können, aber da das Buch ja gar nicht darauf ausgelegt ist und es trotz allem wirklich toll ist, tut dies meiner Bewertung keinen Abbruch.



    Ein sehr geschmackvolles Cover das mir sofort ins Auge fiel. 

    Fazit:
    Wirklich wunderschön erzählt, eine tolle Mischung aus Liebe und Krimi. Ein Buch das ich sehr gern gelesen habe und was mir schöne Lesestunden bereitet hat.


    Daher gibts von mir 5 von 5 Masken

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    Nora_ESs avatar
    Nora_ESvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Vermittelt sehr viel Fachwissen zum Thema Kunst und Kunsthandel. Nicht schlecht, aber stellenweise echt zäh.
    Manchmal ist weniger mehr.

    Der eigentliche Protagonist in diesem Roman ist ein Gemälde mit dem Namen ‚Die Launenhaftigkeit der Liebe‘ des französischen Malers Watteau. Den Künstler gab es in Wirklichkeit, nur bei dem Gemälde handelt es sich um Fiktion. Das Bild scheint ein gewisses Eigenleben zu führen, denn es kommt in einigen Kapiteln selbst zu Wort und berichtet von seiner Vergangenheit. Dabei wird schnell klar, dass die Launenhaftigkeit der Liebe nicht nur bei der Entstehung des Gemäldes eine entscheidende Rolle spielte, sondern auch im Leben sämtlicher Besitzer dieses Gemäldes durch alle Jahrhunderte hindurch ziemlich launenhaft mitwirkte.

    In der Gegenwart kauft die vom Leben und der Liebe gebeutelte Annie das Gemälde in einem Trödelladen und kommt dessen Geschichte und Wert langsam näher.

    ‚Die Launenhaftigkeit der Liebe‘ ist Hannah Rothschilds Debütroman und eine interessante Mischung aus Kunst-, Krimi- und Liebesgeschichte. Trotz all der spannenden Elemente und dem Hauch an Liebesgeschichte fiel mir die Lektüre nicht sonderlich leicht. Schon der Prolog zieht sich in die Länge. Bereits dort werden viele Charaktere eingeführt und mit ihrer persönlichen Lebensgeschichte vorgestellt, obwohl sie nur Randfiguren sind, die in der weiteren Handlung nicht vorkommen. Dieses Über an Informationen zieht sich durch das gesamte Buch. Die Autorin hat sich sehr viel Mühe gegeben, authentisch wirkende Charaktere zu erschaffen, schießt aber an manchen Stellen ein bisschen über das Ziel hinaus. Die sehr detailreichen Hintergrundgeschichten einzelner Figuren sind überflüssig, da sie mitunter nichts zur Handlung beitragen. Und die ist schon kompliziert genug.

    Nach über 500 Seiten ist man als Leser ob der Informationsfülle einfach geplättet. Das Hintergrundwissen der Autorin zum Thema Kunst, Geschichte und Kunsthandel ist immens und beeindruckend. Hinzu kommen die vielschichtigen Verstrickungen in der Handlung und der Figuren untereinander, in die dann auch noch Annie hineingerät. Dabei den Überblick und die Lust am Lesen nicht zu verlieren, ist manchmal schwer.

    Ich gebe zu, dass ich mich anfangs durch die Seiten quälen musste. Insbesondere in der ersten Hälfte des Buches schreitet die Handlung nicht zügig genug voran, um einen zu fesseln. Es wird einfach nur jede Menge Wissen vermittelt. Die andere Hälfte ist dann schon deutlich spannender. Insgesamt ist ‚Die Launenhaftigkeit der Liebe‘ dennoch ein sehr durchdachtes und gut geschriebenes Buch, weist aber einige zähe Momenten und ein Übermaß an Fachwissen auf, von dem einem der Kopf raucht.

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    J
    Jana_Zimmermannvor 2 Jahren
    Die Magie der Liebe im Bild

    Ganz ehrlich: Unter dem Buchtitel hatte ich mir zunächst etwas anderes vorgestellt. Ja, ich dachte wahrlich an einen romantischen Liebesroman. Auch wenn die Liebe zwischen zwei Personen ganz am Rande der Geschichte eine kleine Rolle spielt, ist „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ ein Roman mit einer kriminologischen Geschichte. Es geht um ein Gemälde mit dem Namen „Die Launenhaftigkeit der Liebe“, welches dem Roman auch seinen Titel gibt. Der Einstieg in das Buch fiel mir dieses Mal gar nicht so leicht. In etwa bis zur Mitte des Buches war ich mir nicht sicher, was die Autorin Hannah Rothschild mit ihrer Geschichte erzählen will. Erstens: Ich bin nicht so bewandert in der Kunstwelt. Klar, die großen und namhaften Künstler kenne ich vom Hörensagen. Und ich war auch schon mal im Dalí Museum in Barcelona. Den impressionistischen Stil von Monet habe ich schon in der Schule bewundert. Aber da hört es auch auf. Und zweitens: Zu Beginn des Buches bin ich mit Namen – natürlich englische – überhäuft worden. Mit diesen ganzen Namen hatte ich zunächst meine Schwierigkeiten. Hannah Rothschild beschreibt in ihrem Roman verschiedene Handlungsstränge. Und der Leser will sie gleich zusammenfügen, was natürlich noch nicht funktioniert, weil sich alles erst nach und nach ergibt. Und das war für mich spätestens ab der zweiten Hälfte des Werkes der Fall. Nun machte alles einen Sinn, es wurde richtiggehend spannend, denn es ging im Zusammenhang mit dem Gemälde „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ um ein schwerwiegendes Verbrechen, welches um einige Jahre zurück liegt. Da ich nun sehr geschichtsinteressiert bin, war dies für mich umso spannender. Übrigens: Hier und da bekommt das Gemälde selbst seine Erzählzeit. Dann erzählt es in der Ich-Form. Es berichtet von seinen vergangenen Besitzern, die namhafte Persönlichkeiten waren, die der Leser wahrscheinlich nur aus Geschichtsbüchern kennt. Und das Gemälde spricht über seine Gefühle und Ängste. Und genau das macht für mich das gewisse Etwas des Romans aus, der mich immer noch ganz verzückt. Um meine Neugier zu stillen, habe ich natürlich das Internet durchforstet: Den Maler Jean-Antoine Watteau gab es wirklich, das Bild allerdings konnte ich mir nicht ansehen. Da muss die eigene Vorstellungskraft herangezogen werden und der Leser muss sich das Bild anhand der Beschreibungen der Autorin selbst in Gedanken malen.

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    Nina2401s avatar
    Nina2401vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannend und mit viel Liebe zum Detail wird die Geschichte eines Bildes mit einer nicht minder bewegten Familiengeschichte verknüpft.
    Überraschend, spannend und emotional

    Ich lasse mich immer wieder gerne auf neue Leseabenteuer ein und „eine berührende Liebesgeschichte mit einer mitreißenden Spannungshandlung“ (Zitat Daily Express) klang für mich nach einer lesenswerten Mischung.

    Der Prolog hat mir schon das Ende verraten, ich wusste also von Anfang an, dass eine Auktion statt finden würde und bei der Gelegenheit wurde mir auch direkt das illustre Grüppchen der Hauptfiguren vorgestellt. Nicht alle, denn besagte Annie lerne ich im ersten Kapitel kennen, das ein halbes Jahr vorher angesiedelt ist. Sie hat von Kunst genau so viel Ahnung wie ich, nämlich gar keine. Und schlittert in ihrer Ahnungslosigkeit fast in eine Tragödie.

    Die Launenhaftigkeit der Liebe ist trotz des ruhigen Erzähltempos außerordentlich spannend und hält einige Überraschungen für mich bereit, mit denen ich absolut nicht gerechnet habe. Die unrühmliche Vergangenheit spielt eine nicht unwesentliche Rolle, die Machenschaften der Kunstszene sind viel interessanter als erwartet. Besonders gut hat mir die brisante Mischung aus Familiengeschichte und Vergangenheitsbewältigung mit spannenden Thrillerelementen gefallen. Die Liebesgeschichte hat natürlich auch ihren Platz, aber sie spielt sich eher im Hintergrund ab.

    Hannah Rothschild erzählt sehr vielschichtig aus verschiedenen Perspektiven mit viel Liebe zum Detail und stellt in den einzelnen Kapiteln immer wieder andere Personen in den Mittelpunkt. Der Schreibstil mutet fast französisch an, was mir sehr gut gefällt und ein ganz besonderer Humor mit ein paar feinen Spitzen gibt dem Ganzen das gewisse Etwas.

    Die Launenhaftigkeit der Liebe ist nicht nur der Titel des Romans sondern auch der Name des Gemäldes, dem Hannah Rothschild auch einige Kapitel gewidmet hat. Auf diese Abschnitte habe ich mich besonders gefreut, denn die „alte Seele“ erzählt aus ihrer bewegten Vergangenheit mit einem ganz eigenen Humor und Snobismus, ein bisschen desillusioniert, herablassend und allwissend:

    „Ich heiße und verkörpere Die Launenhaftigkeit der Liebe. Ich wurde gemalt, um l´amour zu feiern, die wilden Kaskaden der Liebe, die ausgelassene, ungezähmte, verheerende und umgestaltende Leidenschaft, die unweigerlich der elenden, erdrückenden und maßlosen Enttäuschung den Weg ebnet … Jeder junge Mensch glaubt, dass es in seinem Fall anders sein wird; bedauernswerte Narren, allesamt.“ (S. 291)

    Fazit: Vielschichtig, spannend und mit viel Liebe zum Detail verknüpft Hannah Rothschild die Geschichte eines Bildes mit einer nicht minder bewegten Familiengeschichte. Mir hat es gut gefallen!

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    gsimaks avatar
    gsimakvor 2 Jahren
    Die Launenhaftigkeit der Liebe

    Zum Inhalt

    Ich kenne mich mit Gemälden nicht aus. Für mich zählt nur, ob mir ein Bild gefällt oder nicht. Ich habe mich noch nie damit befasst, wer der Künstler hinter dem Bild ist. 

    Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr schwer. Ich wollte das Buch schon abbrechen. Doch, so schnell gebe ich nicht auf. Das hat sich bei "Die Launenhaftigkeit der Liebe" wirklich gelohnt. Vom Wunsch abzubrechen bis zur Begeisterung hat es ein paar Seiten gedauert. Aber dann!

    Am Anfang wird dem Leser vermittelt, wie es auf Kunstauktionen zugeht. Da wurde ich mit Namen nur so zugeschüttet. Einige Begriffe musste ich nachschlagen. 

    Der Prolog beginnt vor dem Auktionshaus Monachorum & Sons welches 1756 gegründet wurde.
    Im Auktionshaus herrscht Hektik. Die letzten Vorbereitungen für die Auktion des Jahrhunderts werden getroffen.
    Earl Beachendon gibt seinem Team letzte Anweisungen. Für jeden prominenten Besucher hat er die passende Begleitperson ausgesucht. Man kennt die Vorlieben und Abneigungen der Schützlinge. Man will ihr Geld!

    Annie McDee ist eine Frau mitte dreißig, die bei einem Trödelladen für ihren Freund ein Geburtstagsgeschenk kaufen möchte. Erst wird sie in dem ungepflegten Laden nicht fündig. Doch dann entdeckt sie ein kleines Gemälde. Das verstaubte Bild hat sie sofort magisch angezogen. Die hübsche tanzende Frau auf dem  Kunstwerk strahlt Lebensfreude und Liebe aus. Das ist das richtige Geschenk für ihren Freund. Sie ersteht es für 75 Pfund. Sie weiß noch nicht, in was für eine Gefahr sie sich gebracht hat. Sie kennt den Wert des Gemäldes nicht. 

    Meine Meinung

    Jean-Antoine Watteau (geb.10.Oktober 1684, gest. 18 Juli 1721) war Maler des französischen Rokoko Anfang 18. Jahrhunderts. Eigentlich ist er der Hauptprotagonist in dieser Geschichte. Er hat das Bild gemalen, welches Annie zu einem Schleuderpreis erstanden hat. "Die Launenhaftigkeit der Liebe!"
    Die Kunstwelt steht Kopf. Annie hat ein neues Leben in London begonnen. Von Kunst versteht sie nichts. Aber vom Kochen. In der Liebe hat sie kein Glück. Vom langjährigen Freund wurde sie verlassen. Ihre neue Liebe erscheint nicht zu Verabredung. Mit einem leckeren Essen und nun sinnlosen Geschenk, trinkt sie frustriert den Wein alleine.
    Am nächsten Tag möchte sie das Bild zurückgeben. Der Trödelladen, mit samt Verkäufer, wurde in die Luft gesprengt.
    Sie lernt Jesse kennen. Einen mittellosen Maler, der ihr hilft, das Gemälde analysieren zu lassen.
    Annie hat beim Kochen sehr großes Talent. Sie dekoriert Räume und kocht das passende Essen zu jedem Thema. Sie erwirbt mit ihrem Talent einen guten Ruf und Aufträge. Jesse und Annie kommen sich nur zaghaft näher. Zu tief sind die seelischen Wunden, die Annie zugefügt wurden.
    Annie geht einem total ans Herz. Sie hat auch Probleme mit ihrer Mutter Evie, die sehr stark dem Alkohol zuspricht. Evie erkennt jedoch sofort, dass das kleine Gemälde was Besonderes sein muss.

    Ich habe viele verrückte Superreiche kennengelernt. Barty, eine Mann der Männer liebt, hilft den Superreichen das passende Haus, Freunde und Kunstwerke zu kaufen. Seine schrullige Art und farbenfrohes Äußeres haben Erkennungswert. 
    Besonders der steinreiche Russe Wladimir braucht die Hilfe von Barty. Wladimir ist ein einsamer, armer Reicher. Ich musste lachen, wenn ihm ein teures Projekt gezeigt wurde. Er sagte stets: >>Was kostet? Kaufen!<<

    Mrs Appledore ist eine reiche Witwe, die sämtliche Kunstwerke ersteigert. 
    DeloresRyan ist Kunstkritikerin, die den Wert von "Die Launenhaftigkeit der Liebe" erst mal nicht erkennt.

    Der führende Kunstexperte Memling Winkelmann ist mit seinen 90 Jahren noch ziemlich agil. Aktiv nimm er am Kunstleben teil. Er hütet ein Familiengeheimnis. Seine spröde Tochter Rebecca verfolgt die Spuren seiner Vergangenheit. Memling hat sich vor vielen Jahren einen Feind gemacht ...

    Alle Protagonisten zu nennen, würde den Rahmen sprengen, der viel dringender für wertvolle Gemälde gebraucht wird. 
    Diese Geschichte ist sehr facettenreich. Wir bewegen uns in der Kunstszene und kommen auch mit dem Holocaust in Berührung. Dunkle Machenschaften in der Kunstszene sind nicht gerade selten.
    Was mich jedoch total begeistert hat: Das Gemälde hat gesprochen und seine Geschichte erzählt. Von den guten Zeiten, in denen es bei namenhaften Kunstkennern verbracht hatte. Ja, und von ihrem Erschaffer Watteau hat sie erzählt.
    Wundert es da, dass sie empört ist, wenn sie in unserer Zeit zusammen mit einem Butterbrot in einer Plastiktüte landet? Noch dazu an einen Fahradlenker gehängt wird und eine holprige Fahrt über sich ergehen lassen muss?
    Ich weiß! Ich habe ja schon erwähnt auch keine Kunstkennerin zu sein. Ihr denkt jetzt bestimmt, ich würde dieses Gemälde auch in eine Plastiktüte mitsamt Butterbrot packen. STOP! Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an. Nie-nie-niemals würde ich das tun! Bei mir käme ein Döschen Kaviar dazu. :-)


    Fazit

    Eine durch und durch stimmige Geschichte, die mich an der Kunstszene teilhaben ließ. Protagonisten die sehr gut gezeichnet sind. Man kann sich jeden sehr gut vorstellen.
    Ein Schreibstil, der mich nach der ersten Hürde durch die Seiten rasen lassen hat.
    Was erwartet Euch in der Geschichte? Ein Krimi, eine geheimnisvolle Familiengeschichte, Verrat, eine zarte Liebe, Humor und ein Gemälde, welches von seine Leben erzählt.

    Für Kunstkenner dürfte dieses Buch ein wahrer Schatz sein. Für Nichtkundige könnte es einer werden.
    Ich werde "Die Launenhaftigkeit der Liebe" mit Sicherheit noch ein zweites Mal lesen. 

    Danke Hannah Rothschild

    Herzlichen Dank an den DVA- VERLAG für die Bereitstellung des Buches.

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    DerVorlesers avatar
    DerVorleservor 2 Jahren
    Die Liebe!

    Der Titel dieses Buches "Die Launenhaftigkeit der Liebe" ist sogleich auch der Name für den Hauptakteur! Und bei diesem "Hauptakteur" handelt es sich um ein sehr altes und wertvolles Bild!. Hier dreht sich alles um die Kunst,um irrwitzige Geldsummen und um die Liebe!. Ungefähr ab der Mitte,hat die Geschichte ein paar Längen durch die man sich durchbeißen muss. Die besten Momente dieses Buches,sind die Kapitel in denen das Bild von sich selbst,sehr witzig und humorvoll aus der Ich Perspektive erzählt,z.B erzählt es welche Besitzer(Herrn/Herrin) es hatte,und wo es in seiner langen Geschichte schon überall gehangen hat! Für Kunstinteressierte und Freunde der Liebe,ein wirklich schönes Buch!.

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    ConnyKathsBookss avatar
    ConnyKathsBooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zu viele Figuren und Erzählstränge machen die interessante Story aus der Kunstwelt leider zu einer recht schwierigen Lektüre.
    Interessante aber zu komplexe Mischung aus Kunst, Liebe und Krimi

    "Ich heiße und verkörpere Die Launenhaftigkeit der Liebe. Ich wurde gemalt, um l'amour zu feiern, die wilden Kaskaden der Liebe, die ausgelassene, ungezähmte, verheerende und umgestaltende Leidenschaft, die unweigerlich der elenden, erdrückenden und maßlosen Enttäuschung den Weg ebnet." (S. 291)

    Es soll der Verkauf des Jahrhunderts werden. Ein Bild, welches eins den mächtigsten Figuren der Weltgeschichte gehörte und nun zu einer Rekordsumme versteigert wird. Doch 6 Monate zuvor wusste kaum einer um die Existenz dieses Kunstwerkes. Bis die 31jährige Annie McDee ein Geschenk für ihren Freund sucht und zufällig in einem Trödelladen das recht verstaubte Gemälde entdeckt. Da ahnt sie noch nicht, dass dieser Fund bald ihr Leben auf den Kopf stellt und sie in große Gefahr gerät. Denn das Bild mit dem Titel "Die Launenhaftigkeit der Liebe" umgibt ein bislang gut gehütetes Familiengeheimnis.

    "Die Launenhaftigkeit der Liebe" ist das Debüt von Hannah Rothschild. Ein Roman, der zwar mit seiner interessanten Mischung aus Kunst, Liebe und Krimi punktet, aber für mich viel zu unübersichtlich und überladen ist.

    Ein rätselhaftes Gemälde, alte Familiengeheimnisse und eine berührende Liebe - die Inhaltsangabe hat mich sofort angesprochen. Doch die Umsetzung war leider nicht meins und der Funke wollte einfach nicht überspringen. Schon im Prolog, welcher die Auktionsvorbereitungen zeigt, schwirrte mir regelrecht der Kopf, denn die Autorin wirft hier mit Charakteren nur so um sich. Da ist zum Beispiel Chefauktionator Earl Beachendon, Wladi, ein reicher Exilrusse, Barty, ein exzentrischer Lebensberater, Dolores, eine Kunsthistorikerin oder Rebecca Winkleman, Mitglied einer berühmten Kunsthändlerfamilie - alle wollen sie "Die Launenhaftigkeit der Liebe" des französischen Rokoko-Malers Watteau ersteigern. Ein außergewöhnliches Werk mit einer illustren Reihe von Vorbesitzern, welches auf einzigartige Weise all die Hoffnung und Verzweiflung zeigt, die mit der Liebe einhergehen. Aber durch das Bild drohen nun auch Dinge ans Tageslicht zu kommen, deren Enthüllung weitreichende Konsequenzen hätte.

    Die Autorin verknüpft dabei mehrere Erzählstränge und Perspektiven, die zum Teil nahtlos ineinander blenden und dadurch verwirren. Immer neue Figuren sowie zahlreiche Details und Ausschweifungen machen es dem Leser schwer, am Ball zu bleiben. Leider bin ich auch in der Kunstwelt nicht so bewandert, sodass mir einige Begriffe fremd waren. Zudem wurden hier einfach zu viele unterschiedliche Themen aufgegriffen: Raubkunst, Kunsthandel und russische Politik, Alkoholismus, Liebe und Haute Cuisine bis hin zum Holocaust. Am Ende taucht sogar noch das Bernsteinzimmer auf, das fand ich total unglaubwürdig. Richtig spannend wird es tatsächlich erst auf den letzten 30 Seiten, bis dahin musste ich mich eher durchquälen. Das epilogartige Schlusskapitel schließt dann zwar den Kreis, listet aber auch auf, wie es mit den einzelnen Figuren weitergeht. Ein für mich teils überflüssiger Ausblick in die Zukunft.

    Zwei Sachen haben mir aber gut gefallen. Zum einen kommt das Bild ab und an selbst zu Wort, was ich recht witzig und originell fand. Die entsprechenden Kapitel sind für mich die besten im Buch.

    Zum anderen hat mich Annies Geschichte doch etwas berührt. Annie ist eine sympathische Protagonistin, die es nicht leicht hat im Leben. Nach einer gescheiterten Ehe wagt sie in London einen Neuanfang als Köchin, muss sich um ihre alkoholkranke Mutter kümmern und findet sich plötzlich in der ihr unbekannten Kunstwelt wieder, wo mit harten Bandagen gekämpft wird. Gut, dass Museumsführer Jesse ihr hilfreich zur Seite steht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, die aber durchaus hätte etwas mehr Raum erhalten können.

    Insgesamt kann ich daher "Die Launenhaftigkeit der Liebe" nicht wirklich empfehlen. Eine zu komplexe und zähe Story, die mich einfach nicht fesseln konnte. Knappe 3 Sterne von mir.

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    AlexandraKs avatar
    AlexandraKvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Interessant aber auch verwirrend und überladen.
    Durchwachsen

    die Launenhaftigkeit der Liebe war das erste Buch, welches ich aus der Lovelybox gelesen habe. Ich kämpfte mich Abend um Abend mühsam immer ein paar Seiten voran. Eigentlich finde ich das Buch von Hannah Rothschild gar nicht schlecht, doch ich glaube es überfordert mich ein bisschen. Normal bin ich auch schwere Lektüre gewohnt aber bei diesem Buch ist es etwas Anderes. Es sind viele kleine Geschichten, die parallel verlaufen und  am Ende zusammenlaufen. Da gibt es Annie, die Protagonistin. Sie hat sich im Trödelladen ein Bild gekauft, welches vermutlich ein Meisterwerk sein könnte. Die Autorin macht aus dem Bild wiederum eine eigene Geschichte, indem sie die Geschichte des Bilder aus dessen Sicht erzählt. Eigentlich finde ich das ganz toll, dass auch mal ein Bild eine Stimme verliehen bekommt und seine Geschichte selbst erzählen kann. Des Weiteren wird noch die Geschichte der Kunsthändlerin Rebecca Winkelmann erzählt, die einem Geheimnis ihres Vaters auf die Schliche kommt. Dann gibt es da noch Barty, den trashigen…ja was ist er eigentlich? Lifestyleberater? Und auf einmal kommt noch ein reicher Russe ins Spiel, der aus seinem Land vertrieben wurde und nun mit Bartys Hilfe in London sein Geld ausgibt. Nebenbei werden noch die Geschichten von Annie’s Mutter und von einer reichen Mrs. Appledore erzählt. Auch eine nicht zu verachtende Person ist Lord Beachendon, ein Kunstauktionator, der seine besten Jahre schon hinter sich hat. Außerdem treten noch weitere Personen auf  von denen die halbe Lebensgeschichte erzählt wird.

    Erst auf den letzten 100 Seiten wird das Buch dann richtig spannend, aber so richtig dann doch auch wieder nicht. Die Autorin schafft es doch tatsächlich durch die Prolepsen die Spannung zu zerstören. Gerade bei den letzten Kapiteln wird immer wieder vorgegriffen und die eigentlich spannenden und wichtigen Teile der Geschichte sogar ausgelassen und nur am Rande erwähnt. 

    Ich finde das Buch etwas überladen und man kann leicht mal den Überblick verlieren. 

    Es kommt mir so vor als hätte die Autorin unbedingt versucht ein tolles Buch zu schreiben und hat sich dabei total verstrickt. Ganz nach dem Motto: Gewollt aber nicht gekonnt. Wahrscheinlich könnte sie es…aber sie hat es nicht getan. Es war überladen, wirkte überambitioniert am Ende eher als hätte sie keine Lust mehr jetzt noch mehr drüber zu schreiben. Es macht den Eindruck als wäre sie froh, wenn das Buch endlich fertig ist.

    Sehr schade. Mit ein bisschen Geschickt hätte ich mir gut vorstellen können daraus sogar eine Reihe zu machen, eventuell eine Trilogie. Die Story hätte es auf jeden Fall hergegeben. Genug Material beinhaltet das Buch nur die Ausführung scheint nicht ganz geglückt.

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    Mone80vor 2 Jahren
    [Rezension] Die Launenhaftigkeit der Liebe

    "Die Launenhaftigkeit der Liebe", dieser Titel und die ein oder andere Rezension waren es, dass ich genau dieses Buch lesen musste. Und schon von der ersten Seite stand fest, dass es mit zu den Jahreshighlights gehören wird.

    Durch Zufall ersteht Annie, die vor kurzem nach London gezogen ist und nun ihrem neuen Freund ein Geschenk kaufen möchte, in einem heruntergekommenen Trödelladen ein kleines Bild. Das Bild ist staubig und dreckig, nur schemenhaft sind die Personen darauf zu erkennen. Aber genau dieses Bild wird eine Reihe an Ereignissen auslösen, mit denen Annie nicht gerechnet hätte und dies nur, um ein altes Familiengeheimnis verschlossen zu halten.

    Wer nun glaubt, er bekommt eine seichte Liebesgeschichte und ein Familiendrama zu lesen, der irrt sich gewaltig, denn "Die Launenhaftigkeit der Liebe" ist so viel mehr und so vielschichtig angelegt. Ja, es geht um die Liebe und um ein Familiengeheimnis, aber es geht auch um Kunst und um Machenschaften in der Kunstszene.

    Hannah Rothschild hat ein Händchen für all die Personen, die in diesem Roman vorkommen, bewiesen. Man bekommt als Leser zu allen Personen Zugang zu ihren Gedanken und genau dies erweckt sie zu Leben und macht dieses Buch lebendig. Besonders Annie ist mir dabei ans Herz gewachsen, weil sie so nichtsahnend ein Bild gekauft hat und damit einen Stein ins Rollen gebracht hat.

    Aber damit wäre das Buch noch nichts Besonderes, denn erst das Bild, welches zu den Lesern spricht, bringt genau den Schwung in das Buch hinein, den ich mir gewünscht habe. Das Bild ist skurril und sarkastisch in seinen Erzählungen. Man merkt von Anfang an, dass es zu etwas höherem bestimmt ist und ja, es ist ziemlich eingebildet.

    Die Geschichte reißt einen mit, man versinkt in ihr und möchte eigentlich nicht auftauchen. Mal sind die Nerven überspannt, nicht weil das Buch nun besonders actionreich ist und wie ein Thriller daher kommt. Dieses Buch ist auf seine ganz eigene Art und Weise spannend und reißt einen mit.

    Der Schreibstil ist ruhig und unaufgeregt, aber er es so passend. Selbst in den spannendsten Momenten bleibt sich die Autorin, mit ihrer ruhigen Schreibart treu und das ist genau richtig und gibt dem Buch einen weiteren Pluspunkt.

    "Die Launenhaftigkeit der Liebe" ist ein großartiges Buch, welches mir ein paar unvergessliche Stunden beschert hat. Ich bin immer noch hin und weg von dem Buch.

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