Hanne-Vibeke Holst Das Mädchen aus Stockholm

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Inhaltsangabe zu „Das Mädchen aus Stockholm“ von Hanne-Vibeke Holst

Dänemark, 1940: In einer Zeit, in der sich das Unheil über Europa zusammenbraut, stehen die Zwillingsbrüder Leif und Leo eng beisammen. Im Pfarrhaus ihrer Eltern durchleben sie hautnah den Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Doch nach der Befreiung – sie sind gerade erwachsen geworden – wird ihre Geschwisterliebe auf den Prüfstand gestellt. Denn bei einem Ausflug nach Schweden begegnen sie einem Mädchen, das sie beide fasziniert. Nur eine Lüge kann die Situation retten – eine Lüge, die erst Jahrzehnte später ans Licht kommen wird.

Ergreifend und einfühlsam, mit überraschenden Wendungen.

— du_federst

Tolles Buch mit interessantem Ende.

— Sterrenhemel

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    Das Mädchen aus Stockholm

    Miri92

    14. September 2015 um 13:28

    Action: ● Spannung: ● Humor: ● Charaktere: ●● Anspruch: ● Erotik: ● Inhalt: Das Buch erzählt die Geschichte von drei Generationen. Im Mittelpunkt stehen jedoch die Zwillinge Leo und Leif. Im ersten Teil des Buches geht es um ihre Kindheit und vor allem um die Beziehung ihrer Eltern, die beide als Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besatzung gekämpft haben. Leo und Leif rücken erst nach dem Krieg in den Mittelpunkt, als sie auf einer gemeinsamen Reise ein Mädchen aus Stockholm treffen, dass sie beide fasziniert. Das Schicksal der drei ist von dieser Begegnung an zusammengeschweißt, allerdings beruht es auf einer schrecklichen Lüge, die erst eine Generation später aufgedeckt wird, als Leos Tochter Helena nach langer Zeit (und nach Leos Tod) 2011 eine Annäherung an ihre eigene Tochter wagt... Meinung: Ich weiß selbst nicht so ganz genau, was ich zu diesem Buch sagen soll. Ich fand es in keinem Fall schlecht - soviel schonmal vorweg. Ich fand es aber auch nicht unbedingt gut.  Den ersten Teil um den dänischen Widerstand und die Eltern der beiden Zwillinge mochte ich insgesamt recht gerne, wobei die Geschichte an sich nichts besonderes war. Die Handlung plätscherte so vor sich hin und Spannung wurde eigentlich nur durch die Zeitsprünge ins Jahr 2011 erzeugt. Ich habe mich lange selbst mit der Deutschen Gebärdensprache beschäftigt und mich daher sehr gefreut, als sich die kleine Schwester der Zwillinge als taub herausstellte, weil ich dachte, dass das Thema dadurch eine wichtige Rolle oder zumindest einmal zur Sprache kommen würde. Leider wurde ich dabei bitter enttäuscht. Nicht nur, dass in keinster Weise auf Problematiken, Informationen oder Fördermöglichkeiten für gehörlose Menschen eingegangen wurde, es wurde zudem konsequent von "Zeichensprache" anstatt "Gebärdensprache" gesprochen. Das mag auf den ersten Blick vielleicht kleinlich klingen, es handelt sich dabei jedoch um zwei völlig andere Dinge. Zeichensprache kann quasi jeder, es bedeutet nonverbale Kommunikation mittels visuellen Darstellungen. Gebärdensprache ist eine komplexe, natürliche Sprache, die eigenen Regeln, einer eigenen Grammatik folgt und feste Vokabeln besitzt. Die Charaktere kommunizieren mit der kleinen Schwester allerdings mal mit "Zeichensprache", mal durch schriftliche Botschaften, mal durch Lippenlesen (bei dem ein Mensch, egal wie geübt, allerdings nur maximal 20% des Gesagten verstehen kann, weil wir eben weniger mit den Lippen. Als vielmehr mit der Zunge sprechen und die sieht man meistens nicht!). Ich habe nicht ganz verstanden, warm diese Thematik in die Geschichte eingebaut wurde, dann aber überhaupt keine Rolle gespielt hat, dem Leser keinerlei Mehrwissen darüber geboten wurde und zudem noch offenbar überhaupt nicht recherchiert wurde, sondern aufgrund vorliegender Vorurteile falsch dargestellt wurde. Dann hätte man diesen Handlungsstrang (wenn man ihn denn überhaupt als solchen bezeichnen kann) besser ganz weg lassen sollen!   Zur zweiten und inhaltlich wichtigsten Generation: Die Zwillinge Leo und Leif. Da muss ich sagen, es tut mir Leid, aber ich kann überhaupt nicht verstehen, warum die beiden immer als unzertrennlich und zwei Teile eines Ganzen beschrieben wurde. Einer von beiden war einfach nur ein Arsch, völlig unsympathisch, hat seinen Bruder und auch andere immer nur ausgenutzt und ich konnte überhaupt keine bedeutsame Bindung zwischen den beiden ausmachen. Der andere (ich verrate jetzt hier erst mal nicht, welcher der "böse" und welcher der "nette" war) hat sich eben ausnutzen lassen und oft genug regelecht Angst vor den Ideen und Aktionen seines Bruders gehabt… Und dann diese Dreiecksbeziehung zwischen den Zwillingen und dem Mädchen aus Stockholm - was soll ich dazu sagen. Insgesamt fand ich die Idee gar nicht so schlecht, auch wenn manches viel zu offensichtlich war. Die Anziehung die zwischen allen dreien bestanden hat, war deutlich spürbar und diese "Schicksalsgemeinschaft" hätte sicherlich eine Menge Potential gehabt, allerdings wurde das Ganze dann viel zu einfach aufgelöst.   Und schließlich die dritte Generation der Tochter und Enkelin: Das fand ich zwar durchaus spannend, aber rückblickend absoluten Schwachsinn. Leider kann ich hier nicht näher darauf eingehen, weil ich nichts spoilern möchte.   Alles in allem gibt es also wie ihr lesen konntet viele Kritikpunkte, ich muss aber auch sagen, dass mich die Geschichte trotzdem gut unterhalten hat und eine nette Lektüre für zwischendurch war. Trotz der über 500 Seiten bin ich schnell durch die Seiten "geflogen" und habe mich an manchen Stellen auch gut amüsiert. Im Fazit bleiben jedoch trotzdem leider nur drei Herzen.

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  • Lesechallenge im April zu "Der Sommer, in dem es zu schneien begann" von Lucy Clarke

    Der Sommer, in dem es zu schneien begann

    TinaLiest

    Nur das Meer kennt dein Geheimnis Manche Sommer sind mehr als nur eine Jahreszeit – sie verändern dein Leben. Weil du Dinge erlebst, die wie eine eiskalte Welle über dich hereinbrechen und dich mit voller Wucht herumwirbeln. Diese Erfahrung muss auch Eva machen... Seid ihr bereit für eine überraschende, bewegende und begeisternde Geschichte? Lucy Clarke hat mit "Der Sommer, in dem es zu schneien begann" einen warmherzigen, berührenden Roman geschrieben - einen Roman, den man garantiert nicht so schnell aus der Hand legt! Es geht um die Liebe, Lügen und Geheimnisse und das alles vor der traumhaften Meereskulisse des wilden Tasmaniens am östlichen Rand des indischen Ozeans: Ein wundervoller Roman für unsere Lesechallenge im April! Mehr zum Buch: Wie gut kennst du den Mann, den du liebst? Als Eva nur wenige Monate nach der Hochzeit ihren Mann durch einen Unfall auf See verliert, erstarrt sie vor Schmerz. Ihr gerade erst begonnenes Leben als glückliche Ehefrau soll schon zu Ende sein? Eva fühlt sich völlig allein in ihrer Trauer und reist nach Tasmanien, um Trost bei Jacksons Angehörigen zu finden. Doch so bezaubernd die australische Insel ist, so abweisend verhält sich Jacksons Familie. Warum nur wollen sein Vater und sein Bruder partout nicht über ihn sprechen? Auf Eva warten schockierende Wahrheiten, die sie zu einem schicksalhaften Sommer in der Vergangenheit führen - dem Sommer, in dem es zu schneien begann. Hier geht es zur Leseprobe! Habt ihr Lust auf eine Lesechallenge, bei der euch ein wundervolles Buch ins ferne Tasmanien entführt, in zauberhafte Unterwasserwelten und an feine Sandstrände? Möchtet ihr mit Eva die Geheimnisse ihres Ehemanns in seinem Heimatland aufdecken und in einer Geschichte versinken, bei der es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen? Dann bewerbt euch bis einschließlich 9. April für die LovelyBooks Lesechallenge im April! Wir vergeben gemeinsam mit dem Piper Verlag 50 Leseexemplare von "Der Sommer, in dem es zu schneien begann" von Lucy Clarke unter allen Bewerbern hier im Thema! Jede Woche stellen wir euch eine neue Aufgabe, die es zu lösen gilt. Wer bis zum Ende der Challenge am 10. Mai 2015 am meisten Punkte gesamelt hat, gewinnt den Hauptpreis der Lesechallenge im April, mit dem ihr bestens für den Sommer gerüstet seid: einen Gutschein von Roxy  im Wert von 100€! Damit nicht nur für die passende Ausrüstung für die sommerlichen Temperaturen gesorgt ist, legt der Piper Verlag noch die passende Sommerlektüre für den Gewinner oben drauf! Auch die Plätze 2-10 erhalten einen Preis und gewinnen jeweils ein Buchpaket aus dem Piper Verlag mit tollem neuen Lesestoff! Alle, die mit ihrem eigenen Exemplar an der Lesechallenge teilnehmen möchten, sind natürlich herzlich willkommen! Ihr könnt jederzeit in die Challenge einsteigen. Die Frist für die Bearbeitung der Aufgaben der Lesechallenge im April ist Sonntag, der 10. Mai 2015 - d.h. alle Aufgaben müssen bis einschließlich diesen Datums vollständig bearbeitet sein, damit sie in die Punktewertung mit einfließen.

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    • 2198
  • sehr starke Familiengeschichte

    Das Mädchen aus Stockholm

    Stoneheaven

    07. March 2015 um 19:52

    Dieses Buch beschreibt eine sehr spezielle Familie über mehrere Generationen.Es beginnt in Dänemark zur Zeit der deutschen Besatzung.Die historischen Hintergründe sind schon mal sehr interessant.Die handelnden Personen sind Menschen mit Ecken und Kanten,voller Liebe und Menschlichkeit.Es geht um Eheleute und Liebespaare.Am spannendsten fand ich aber die Beschreibung der Beziehungen zwischen Eltern und Kindern.Die Frage ist, wieviel müssen Kinder über ihre Eltern wissen um keinen Schaden zu nehmen?Ungelüftete Familiengeheimnisse führen in der beschriebenen Familie zu großen Spannungen.Mir war die Person der Helena besonders sympathisch.Eine starke Frau die mit einer sehr ungewöhnlichen Situation fertig werden muss und am Ende den verworrenen Knoten ihrer Familie aufdröselt.  

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  • Auf Lügen gebaut

    Das Mädchen aus Stockholm

    Girdie

    12. June 2014 um 20:27

    „Das Mädchen aus Stockholm“ von Hanne-Vibeke Holst ist ein Roman, der die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen und auf verschiedenen Zeitebenen hinweg vor dem Hintergrund politischer Ereignisse erzählt. In der Gegenwart übernimmt Helena, Dramaturgin an der Deutschen Oper Berlin, die Erzählung der aktuellen Ereignisse in der Ich-Form. Ihre Mutter Ingrid, von allen nur Ninni genannt, war eine gebürtige Schwedin aus Stockholm. Sie verleiht dem Buch den Titel. Das abgebildete Mädchen auf dem Buchcover ist eher irreführend, denn als Ninni die dänischen Brüder Leo und Leif an einem Julitag im Jahr 1958 am Strand von Ystad (Schweden) kennenlernt, ist sie 22 Jahre alt, also schon eine junge Frau, und träumt von einer Karriere als Gesangssolistin. Helena ist seit vier Jahren an der Oper Berlin tätig als ihr im September 2011 der „Demokratiepreis der deutschen Medien“ überreicht werden soll. Aus diesem Anlass reist ihre Tochter Sophie an, zu der sie nur losen Kontakt hält. Sophie wohnt in Kopenhagen und bringt ihren Freund Khalil mit, den ihre Mutter bis dahin noch nicht kennengelernt hat. Helena steht dieser Verbindung mit Skepsis gegenüber. Sie selbst hält sich für unvoreingenommen, doch es entwickelt sich ein Szenario, dass ihre schlimmsten Befürchtungen real werden läßt. Parallel blendet das Buch auf Ereignisse im Jahr 1940 über. Thorvald und Gerda, die Großeltern Helenas leben in Nordjütland. Thorvald ist Pfarrer und schließt sich dem Widerstand gegen die deutsche Besatzung an, so dass er sich schließlich im November 1943 vor der Gestapo verstecken muss. Die Liebe der beiden wird während der Kriegszeit auf einen harten Prüfstand gestellt. Die eineiigen Zwillinge Leo und Leif bleiben bei der Mutter. Die entbehrungsreiche Zeit schweißt zusammen und nach ihrem Schulabschluss begeben die Zwillinge sich auf eine Fahrradrundfahrt. Auf der Rückreise begegnen sie Ninni und ihrer Freundin, doch beide haben nur Augen für Ninni. Wer von beiden wird ihr Herz erobern können? Der Roman nimmt in der Gegenwart einen ungeahnten Verlauf und in der Vergangenheit kommt es zu mehrfachen überraschenden Wendungen, so dass die Erzählung interessant, spannend und abwechslungsreich ist. Mit teils fulminanten Sätzen baut die Autorin eine Geschichte über den Verlauf von vier Generationen auf, deren Eckpfeiler aus Lügen bestehen und deren Konsequenzen bis in die Gegenwart hinein reichen. Es sei soviel verraten, dass ein von Helena bis dato ungeöffneter Schuhkarton die Büchse der Pandora spielt. In der Geschichte begegnet der Leser durchweg sehr eigensinnigen und lebensfrohen Persönlichkeiten. Liebe, Hass, Freundschaft und Eifersucht ziehen sich durch den ganzen Roman. Manchem Protagonisten fehlt es an Einfühlungsvermögen und Verständnis, besonders für Menschen, denen er besonders nahesteht. Kritisch sieht Hanne-Vibeke Holst die Rolle der Frauen in der jeweiligen Generation. Zu Gerdas Zeit ist es schwierig, sich vom Ehemann zu trennen und allein für die Kinder zu sorgen. Die von Haus auf verwöhnte Ninni hat nie gelernt, auf eigenen Füssen zu stehen und bringt dazu letztlich nicht genügend Kraft auf, ihre Lebenssituation zu verändern. Dieser Umstand scheint Helena beeinflusst zu haben, sich ihre Eigenständigkeit immer zu bewahren. Sophia wiederum hat Helena in wichtigen Situationen an ihrer Seite vermisst und greift nun zu einem überraschenden Mittel um ihrer Mutter deren Fehler vor Augen zu führen. „Das Mädchen aus Stockholm“ ist faszinierend geschrieben, jedoch blieb es mir an einigen Stellen unerklärlich, warum Randfiguren ihr Mitwissen an den Familiengeheimnissen nicht offenbart haben. Aber dann hätte der Roman in der vorliegenden Weise nicht funktioniert und so kommt es immer wieder zu verpassten Möglichkeiten der Hauptcharaktere, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Ferner bin verwundert über die recht passive Rolle der Eltern von Ninni. Mit keinem der Protagonisten konnte ich sympathisieren, was aber in der Erzählung positiv für die Vielschichtigkeit der einzelnen Charaktere spricht. Insgesamt gesehen habe ich mich gut unterhalten gefühlt und kann diesen Roman an Familiengeschichten mit Geheimnissen interessierten Lesern empfehlen.

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  • Familiengeschichte mit Geheimnissen

    Das Mädchen aus Stockholm

    michael_lehmann-pape

    12. May 2014 um 13:45

    Familiengeschichte mit Geheimnissen 2011. Helena, die Intendantin der Berliner Oper, wird hoch geehrt. Nicht zuletzt, weil sie in der letzten Aufführung einer Oper eine Provokation gegenüber Mohammed gewagt hat, demokratisches Rückgrat bewiesen hat. Dementsprechend hoch sind nun allerdings die Sicherheitsvorkehrungen zur Feier. Sie hatte es nicht zu hoffen gewagt, aber auch ihre Tochter Sophie (mit der sie sich seit längerem fast entzweit hat), folgt ihrer Einladung nach Berlin. Helena hofft auf eine Versöhnung. Allerdings, Sophie kommt nicht alleine. Ihren Verlobten bringt sie mit. Khalil. Gebürtig aus dem Libanon. Der einen verschlissenen Rucksack ständig mit sich herumträgt und auch ansonsten in kleinen Momenten ganz anderes wirkt als locker und leger. Und das Gefühl wird Helena nicht trügen. Auch wenn die Preisverleihung unbeschadet überstanden wird, dramatische Momente in ihrem Büro werden folgen. Die sich aber, nur eine der überraschenden Wendungen im Roman, später als ganz anders motiviert herausstellen werden, als es zunächst den oberflächlichen Anschein hat. Wie überhaupt in diesem Roman hinter der Oberfläche einiges zu finden sein wird, was als gut gehütetes Geheimnis über Jahrzehnte hinweg im Dunkeln lag. Ein Fehlverhalten, das Helene belastet, aber auch in der Generation vor ihr in sehr ähnlicher Weise für ein instabiles Beziehungsgeflecht gesorgt hat. Genau genommen geht es um mehr als nur eine Lüge. Neben den Ereignissen der Gegenwart, der Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter, der eskalierenden Situation, in der für Helena (und Sophie) Schweres ans Tageslicht kommen wird, erzählt Holst in einem zweiten Erzählfaden die Geschichte der vorhergehenden Generation, vor allem der Zwillingsbrüder Leif und Leo (Leo ist Helenas Vater). Aufgewachsen als Zwillingsbrüder mit ihrer Schwester in einem dänischen Pfarrhaus in freiheitlicher Atmosphäre. Die ab April 1940 mit in den Widerstand gegen die Deutschen führt. Ereignisse und ein Zeitgeschehen, das dem Leser die bis dato nicht unbedingt breit bekannt Situation in Dänemark im zweiten Weltkrieg vor Augen führt (und dies atmosphärisch überzeugend) und die vor allem dem Leser einen intensiven Einblick in die beteiligten Personen gibt. Eine Geschichte um Brudernähe, Liebe (zur gleichen Frau hin), Absprachen, Hoffnungen, Enttäuschungen (auch voneinander) und einer „Lösung“, die erst im nach hinein für Helene deutlich wird. Ein kleiner, verschlissener Schuhkarton enthält zumindest eine Ahnung von dem, was damals zwischen Leo, Leif und dieser „Ninni“ geschehen ist. Aber auch überraschende Informationen darüber, dass der Vater beider, jener freiheitsliebende und „moderne“ Pfarrer auch in ganz anderer Richtung noch seine Freiheit ausgelegt hatte. Mit vielfachen Wendungen erzählt Holst flüssig und mit Tempo eine überzeugende Geschichte über 7 Jahrzehnte hinweg. Zwar wirken hier und da manche Motive der Personen nicht unbedingt zwingend (Sophies Plan und ihre „Verletzung“, für die sie eine Entschuldigung erwartet stehen eher auf tönernen Füßen), dennoch aber bietet der Roman eine durchaus spannende Lektüre und deutlich mehr als einen „Fehltritt“, der über die Jahre totgeschwiegen wurde. Alles aber verständlich, wenn auch nicht unbedingt einfach so verzeihbar. „Es ist schlecht, zu Lügen. Lügen wachsen gerne und vergiften alles. Aber man soll auch nicht um jeden Preis nach der Wahrheit jagen. Denn was ist letztendlich wahr?“.

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