HanneLore Hallek Wie ich nach Santiago de Compostela ging und ganz woanders ankam

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Wie ich nach Santiago de Compostela ging und ganz woanders ankam“ von HanneLore Hallek

Stöbern in Sachbuch

Kann weg!

Herrliche Lachflashs garantiert!

Lieblingsleseplatz

Zwei Schwestern

Ein wichtiges Buch.

jamal_tuschick

Die Entschlüsselung des Alterns

Ein tolles Sachbuch - leicht verständlich, fundiert und sehr interessant.

HensLens

Planet Planlos

sehr informatives Sachbuch über den Klimawandel

Vampir989

Hass ist keine Meinung

Glaubt nicht alles, was man euch erzählt. Vor allem nicht, was das Internet euch erzählt! Bleibt skeptisch und setzt euer Gehirn ein.

DisasterRecovery

LYKKE

Ein Buch, dass lykkelig macht. Ich kann es euch nur ans Herz legen. Mir hat es sehr gefallen!

KleineNeNi

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Entdeckung der eigenen Bedürfnisse

    Wie ich nach Santiago de Compostela ging und ganz woanders ankam

    Federfee

    31. August 2016 um 12:46

    HanneLore Hallek begibt sich zusammen mit einer Freundin auf den klassischen Jakobsweg, den navarrischen Weg von St.-Jean-Pied-de-Port über die Pyrenäen auf den Hauptweg, den Camino francés. Sie ist verheiratet und Mutter von vier Söhnen. In einem September startete sie mit all den Ängsten und Befürchtungen, die ich auch hätte: Schaffe ich das überhaupt? Was ist mit Blasen an den Füßen, Rückenschmerzen, Krankheit? So vieles prasselt am Anfang auf den Pilger ein: Wie finde ich den Weg, wie weit kann ich gehen, wo schlafe ich, was und wo esse und trinke ich, wie verständige ich mich?Was ist das für eine Faszination, die von diesem Weg ausgeht? Doch anfangs steht die Sorge um das Morgen im Vordergrund, man muss sich einpassen und anpassen, mit der allzu großen Nähe in Gemeinschaftsschlafräumen und Waschräumen zurecht kommen. Mit der Zeit pendelt sich alles ein und der Pilger-Alltag wird ein wenig Routine, soweit eine Wanderung ins Ungewisse überhaupt zur Routine werden kann. Dafür tauchen schon ganz am Anfang Irritationen zwischen ihr und ihrer Freundin Maja auf, die ihren Ausdruck darin finden, dass HanneLore ihre Bedürfnisse immer hintenan stellt und nicht artikuliert. Insgeheim ärgert sie sich aber, dass sie in den Etagenbetten immer oben schlafen soll und morgens immer auf Maja warten muss. Es dauert ein wenig, bis sie darin ein Muster und Änderungsbedarf für ihr Leben erkennt.Die Probleme mit Maja verdichten sich. HanneLore stellt sich Fragen, die sich viele Menschen stellen, die mit anderen eng zusammen leben, die gar Kinder versorgen müssen. Es scheint eine Gratwanderung zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen der anderen zu sein. Als bei HanneLore das Gefühl überhand nimmt, von Maja unerträglich gebremst zu werden und sich immer nur nach ihr richten zu müssen (‚die Fortsetzung meines lebenslangen Kompromisses‘), trennen sie sich und jeder geht für sich weiter.„Ich fühlte mich frei und entlastet ...Und vor mir liegt die Weite der Meseta.“Halleks kurze, aber anschauliche Beschreibungen vermitteln ein gut vorstellbares Bild der Menschen und Landschaften, der Dörfer und Städte. Obwohl sie keine Schriftstellerin ist, versteht sie es, ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen, ihre Gedanken, ihre Eindrücke mit der Beschreibung von Land und Leuten zu einem bildhaften, homogenen Ganzen zu verweben.

    Mehr
  • Weg von alten Mustern

    Wie ich nach Santiago de Compostela ging und ganz woanders ankam

    Federfee

    22. July 2016 um 13:11

    "Wir sind frei. Wie Landstreicher" schreibt HanneLore Hallek, die sich zusammen mit einer Freundin auf den klassischen Jakobsweg begeben hat, den navarrischen Weg von St.-Jean-Pied-de-Port über die Pyrenäen auf den Hauptweg, den Camino francés. In einem September startete sie mit all den Ängsten und Befürchtungen, die ich auch hätte: Schaffe ich das überhaupt? Was ist mit Blasen an den Füßen, Rückenschmerzen, Krankheit? So vieles prasselt am Anfang auf den Pilger ein: Wie finde ich den Weg, wie weit kann ich gehen, wo schlafe ich, was und wo esse und trinke ich, wie verständige ich mich? Anfangs steht die Sorge um das Morgen im Vordergrund, man muss sich einpassen und anpassen, mit der allzu großen Nähe in Gemeinschaftsschlafräumen und Waschräumen zurecht kommen. Mit der Zeit pendelt sich alles ein und der Pilger-Alltag wird ein wenig Routine, so weit eine Wanderung ins Ungewisse überhaupt zur Routine werden kann. Dafür tauchen schon ganz am Anfang Irritationen zwischen ihr und ihrer Freundin Maja auf, die ihren Ausdruck darin finden, dass HanneLore ihre Bedürfnisse immer hintenan stellt und nicht artikuliert. Insgeheim ärgert sie sich aber, dass sie in den Etagenbetten immer oben schlafen soll und morgens immer auf Maja warten muss. Es dauert ein wenig, bis sie darin ein Muster und Änderungsbedarf für ihr Leben erkennt. "Muss ich mich anpassen?" Sie überwindet eine Erkältung mit Fieber und setzt ihren Weg unbeirrt fort. Ich habe ihn auf Karten im Internet verfolgt. Ihre kurzen, aber anschaulichen Beschreibungen vermitteln ein gut vorstellbares Bild der Menschen und Landschaften, der Dörfer und Städte. Obwohl sie keine Schriftstellerin ist, versteht sie es, ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen, ihre Gedanken, ihre Eindrücke mit der Beschreibung von Land und Leuten zu einem bildhaften, homogenen Ganzen zu verweben. Die Probleme mit Maja verdichten sich. "Warum kann Maja tun, was sie will und ich nicht?" - "Bin ich so? Versage mir meine Bedürfnisse und laste es anderen an?" - "Wie gehe ich mit der Befindlichkeit anderer um, wenn ich davon betroffen bin? Was will und kann ich akzeptieren und wie sorge ich für mich?" Sind das nicht Fragen, die sich viele Menschen stellen und stellen müssen, die mit anderen eng zusammen leben, die Kinder haben, die versorgt werden müssen? Es ist normal, besonders wohl für Frauen, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen und sich möglicherweise auch dann nicht davon lösen zu können, wenn die Einschränkung der eigenen Freiheit gar nicht mehr nötig ist. So lange Menschen zusammen leben, wird es eine Gratwanderung zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen der anderen bleiben. Kompromisse sind da gefragt, aber vielleicht nicht gerade auf dem Jakobsweg, auf dem es auch darum geht, alte Verhaltensmuster zu erkennen, zu hinterfragen und abzulegen. Der Camino scheint den Menschen auf das Wesentliche zurückzuführen: "Jeden Tag reduzieren sich meine Bedürfnisse mehr auf das Notwendigste." Das lässt Freiraum entstehen, um sein Ich wiederzufinden, das im sorgenden Alltag oft verloren geht. Als bei HanneLore das Gefühl überhand nimmt, von Maja unerträglich gebremst zu werden und sich immer nur nach ihr richten zu müssen ('die Fortsetzung meines lebenslangen Kompromisses'), trennen sie sich und jeder geht für sich weiter. "Erstmals hatte ich ... bewusst meine Gefühle zugelassen, meine Bedürfnisse wahrgenommen und entschlossen für mich gehandelt. - Ich fühlte mich frei und entlastet, nur in meinem Bauch regten sich immer noch Zweifel, ob es mir zusteht, so egoistisch zu sein. Aber auch von ihnen wollte ich frei werden, schob die Gefühle und Gedanken beiseite, um endlich unbelastet zu sein. - Jetzt bin ich nur noch für mich verantwortlich. - Kenne ich überhaupt das Gefühl, auf niemand Rücksicht nehmen zu müssen, nicht auch noch an andere zu denken? Herrlich - ich bin frei. Und vor mir liegt die Weite der Meseta." Diesen Pilgerbericht finde ich ebenso gut wie die von bekannten und berühmten Leuten.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks