Hannelore Hausmann Warum? Der lange Abschied

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Inhaltsangabe zu „Warum? Der lange Abschied“ von Hannelore Hausmann

Eindringliche Geschichte über eine (halb)jüdische Kindheit in Köln während des zweiten Weltkrieges

— ichundelaine

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    Warum? Der lange Abschied

    ichundelaine

    27. February 2017 um 10:37

    Eine ergreifende, wahre Geschichte über ein Halb-Jüdisches Mädchen im Köln vor und während des zweiten Weltkrieges. Das Buch von Hannelore Hausmann wurde mir vor ein paar Wochen von meiner Oma in die Hand gedrückt, mit dem Vermerk, dass die Dame ihre alte Schulkollegin sei und ich es doch mal lesen solle. Da ich meiner Oma nichts abschlagen kann, habe ich es also an einem Samstag Abend komplett runtergelesen. Dies war nur möglich, da der Stil von Frau Hausmann recht einfach ist und so wirkt, als würde man mit einer entfernten Tante am Kaffeetisch sitzen und ihren Erzählungen von früher lauschen. Sie schildert ihre Kindheit, die eher gut gestellt in Köln-Braunsfeld und mit Hausangestellten beginnt, die Familie dann ins eher ärmere Köln-Deutz führt und zum Schluss in Lumpen in irgendeinem Eifeldorf endet. Die Autorin nimmt den Leser bei der Hand und führt ihn durch die Stadt, was ich, als völlig stadtverliebter Kölner natürlich sehr genossen habe. Viele Orte kenne ich zudem aus Omas dickem Photoalbum. Doch ist das Buch nicht nur etwas für Kölner sondern auch für jeden, der einen Augenzeugenbericht aus dieser Zeit lesen möchte.  Dabei ist ihr Zeugnis aus dieser Zeit eher von teils subtiler, teils offensichtlicher psychischer als von körperlicher Grausamkeit gesprägt, doch man kann ihre Angst, ihren Selbstzweifel und den Wunsch, bloß nicht aufzufallen auf jeder Seite spüren. Dreh und Angelpunkt des Buches ist das Schicksal ihres Vaters, einem Juden aus Süddeutschland, der erst nicht glauben kann, dass ihm Gefahr droht und seine Deportation, als nichts mehr zu tun ist, fast schon stoisch hinnimmt. Doch auch ihre Geschichte, ihre Flucht aus dem zerbombten Köln, auf Schusters Rappen in die Eifel, wieder nach Köln und von dort aus ins Sauerland, nehmen einen großen Teil ein.  Hannelore Hausmann hat sich hier die Seele vom Leib geschrieben und geht mit denen, die grausam zu ihr waren trotzdem recht milde und differenziert ins Gericht; das Buch weißt nicht mit dem nackten Zeigefinger auf einzelne Akteure, es versucht, sie zu verstehen. Einen Punkt Abzug bekommt das Ganze lediglich, weil die Dame mitunter "angibt wie Graf Koks von der Gasanstalt", wenn es um ihre persönlichen Fähigkeiten geht und "Eigenlob nun mal schlimmer stinkt als ein Misthaufen" (Zitate: Oma). 

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