Hannes Köhler

 4.3 Sterne bei 83 Bewertungen
Autor von Ein mögliches Leben, In Spuren und weiteren Büchern.
Hannes Köhler

Lebenslauf von Hannes Köhler

Ausführliche Recherche für tiefgreifende Romane: Der deutsche Schriftsteller Hannes Köhler wird 1982 in Hamburg geboren und lebt seit 2001 in der Hauptstadt. In Berlin und Toulouse studiert er Neuere deutsche Literatur und Neueste Geschichte, arbeitet anschließend als freier Autor und Übersetzer. Er ist an der Gründung der Lesebühne „Die Lautmaler“ beteiligt, an der er von 2003 bis 2010 regelmäßig teilnimmt. Zudem erhält er mehrere Stipendien, unter anderem 2014 eines vom Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. 2011 erscheint sein Debütroman „In Spuren“, in dem er einer Freundschaft auf den Grund geht. Als Jakobs bester Freund Felix verschwindet, findet er dessen Tagebuch und folgt diesem. Dabei lernt er immer mehr über seinen Freund, aber auch über seine eigene Sicht der Dinge. Für seinen zweiten Roman „Ein mögliches Leben“, der 2018 erscheint, begibt sich Köhler auf eine mehrmonatige Reise in die Vereinigten Staaten, um Gespräche mit Zeitzeugen zu führen. Die Erkenntnisse dieser Recherche lässt Köhler in die vielschichtige Geschichte von Martin und seinem Großvater Franz einfließen.

Neue Bücher

In Spuren

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Erscheint am 22.02.2019 als Taschenbuch bei Ullstein Taschenbuch Verlag.

Alle Bücher von Hannes Köhler

Ein mögliches Leben

Ein mögliches Leben

 (78)
Erschienen am 23.02.2018
In Spuren

In Spuren

 (4)
Erschienen am 22.02.2019
Ein mögliches Leben

Ein mögliches Leben

 (0)
Erschienen am 30.08.2019
Ein mögliches Leben

Ein mögliches Leben

 (1)
Erschienen am 23.02.2018
Ein mögliches Leben

Ein mögliches Leben

 (0)
Erschienen am 23.02.2018

Neue Rezensionen zu Hannes Köhler

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AnnBees avatar

Rezension zu "Ein mögliches Leben" von Hannes Köhler

Dröge
AnnBeevor 9 Tagen

Vielleicht bin ich unfair, und immerhin beschäftigt sich das Buch mit einem wichtigen Thema; aber ich habe mich streckenweise durchgequält. Inhaltlich ist es eigentlich ganz interessant: erwachsener Enkel und Großvater unternehmen eine Reise in die USA, an die Orte, an denen der Großvater als Kriegsgefangener während des 2. Weltkriegs inhaftiert war. Das ist sicher historisch bisher unterbeleuchtet, aber hier geht es um einen Roman, nicht um eine historische Aufarbeitung. Dieser Roman versucht dann, den Folgen der Kriegserlebnisse des Großvaters in den späteren Generationen der Familie aufzuspüren. Auch das ist wichtig, aber nicht neu und wurde schon besser gemacht. Die Figuren sind für mich blass geblieben und haben mich nicht wirklich berührt; auf die Aussöhnung am Ende hätte ich auch verzichten können.
Hinzu kommt ein spezieller Schreibstil, der mich ziemlich genervt hat. Zum einen beschränkt sich der Autor bei Beschreibungen von Umgebungen und Situationen oft auf die Aneinanderreihung von Stichworten: „Hearne TX, Weiß auf grünem Grund, einige einfache Ladenzeilen, eine Tankstelle, ansonsten kleine einstöckige Häuser, ...“; „Im Hintergrund Lagerhallen, Maschendrahtzaun und ein völlig verrostetes Silo... “ (42). Das hat mehr von Drehbuch als Roman. Zum anderen verwendet er (viel zu) oft das Stilmittel, die Anfänge von (Neben-)sätzen zu wiederholen, was den Lesefluss stört und für mich zuviel Pathos erzeugt: „Aber immerhin, dachte er, immerhin die ersten paar Kapitel, immerhin kannte er die Zahlen, (...), immerhin hatte er gelesen von den Truppentransporten (...)“ (23); „Der Schlaf war stärker, der Schlaf hat ihn geholt, hat ihn hinabgezogen (...). Der Schlaf gewann (...) (249)“. Insgesamt hat mich das Buch daher weder inhaltlich noch sprachlich überzeugt.

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B

Rezension zu "Ein mögliches Leben" von Hannes Köhler

Gegen das Vergessen
BertaTravisvor 13 Tagen

In letzter Zeit lese ich viele Romane, die während des Zweiten Weltkriegs oder in der Nachkriegszeit spielen, bzw. auch Sachliteratur über diese Ära. Hanno Köhler fokussiert sich in seinem Roman "Ein mögliches Leben" auf die deutsche Erinnerungskultur und beleuchtet mithilfe seiner Charaktere die Thematik und den Stellenwert des Erinnerns und Vergessens. 

Franz begibt sich mit seinem Enkel Martin auf eine Reise in die USA, für ihn eine Reise zurück in die Vergangenheit, da er als amerikanischer Kriegsgefangener aus der Normandie erst nach Texas und dann nach Utah verlegt wurde. 

Um die Vergangenheit von Franz aufzuarbeiten und um Martin einen Teil der Geschichte, ja der Weltgeschichte näher zu bringen, arbeitet Köhler mit vielen Rückblenden, die die Leserschaft ebenso mit auf die Reise und hinein in den Alltag eines Gefangenen eines amerikanischen Barackenlagers nehmen. 

Für Franz haben sich damals neue Chancen geboten und er war froh nicht mehr für Deutschland kämpfen zu müssen. Jedoch waren auch in den Lagern beide Parteien vertreten: die Vaterlandstreuen und diejenigen, die die Sympathie für Hitler nicht mehr teilten. Diesen Konflikt stellt Hannes Köhler ebenso dar wie auch die Problematik der Entnazifizierung im Nachkriegsdeutschland und die damit einhergehende Frustration, mit der Franz zu kämpfen hat. 

Exemplarisch kann diese Familiengeschichte für viele Familien im Nachkriegsdeutschland stehen. In einer Zeit, in der man Verdruss über das eigene Land und seine Politik verspürte, und meist dazu neigte, alles vergessen zu wollen. Die Geschichte von Familie Schneider zeigt jedoch auch, welche Folgen und Nachwehen das Verdrängen mit sich bringt und die nachkommenden Generationen prägt. 

"Ein mögliches Leben" entsprach nicht den Vorstellungen, die ich zu anfangs aufgrund der Leseprobe hatte, konnte mich dennoch durch den komplexen Charakters von Franz und dem Erzählstil fesseln.

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Rezension zu "Ein mögliches Leben" von Hannes Köhler

Eine Reise in die Vergangenheit
Giselle74vor 3 Monaten

Martin, Lehrer mit befristeten Verträgen, Single mit unehelichem Kind, das Leben irgendwie ziellos und in der Schwebe, fährt mit seinem Großvater nach Amerika. Der möchte sich noch einmal das Kriegsgefangenenlager in Texas ansehen, in dem er interniert war, möchte noch einmal amerikanische Luft schnuppern. Für den Enkel ist diese Reise nicht einfach, war sein Großvater doch kein liebevoller, in seinem Leben präsenter Mensch. Und so wird diese Reise auch zu einer Annäherung, je mehr Martin über die Vergangenheit seines Großvaters erfährt und seine Beweggründe verstehen lernt.
Wer nun denkt, dies sei "schon wieder einer dieser langweiligen, staubtrockenen " Romane über den Zweiten Weltkrieg, der irrt gewaltig. Denn diese Spurensuche ist äußerst spannend. Köhler wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, räumt Puzzleteilchen zu Puzzleteilchen und hat scheinbar hervorragend recherchiert.
Über das Leben kriegsgefangener deutscher Soldaten in Amerika wußte ich ehrlicherweise nur wenig. Und gar nichts über die Strömungen zwischen den hartgesottenen, unbelehrbaren Hitlerfanatikern und denen, die froh, dem Alptraum entronnen zu sein, mit den Amerikanern kooperieren; nichts über die Brutalität und Bandenbildung, aber auch nichts über die Bildungsmöglichkeiten in den Camps und die gute Versorgung.
Der Autor ist ein Meister der Zwischentöne, einer, der nüchtern und doch einfühlsam schreibt, der nichts beschönigt oder wegredet. Und so wirkt die Unmenschlichkeit, die Verrohung der Hitlergetreuen noch unbegreiflicher, ist teilweise nur schwer erträglich zu lesen, eben weil die Sprache nicht roh ist.
"Ein mögliches Leben" ist ein grossartiges Buch, ein wichtiges Buch, gerade derzeit, wo die alte Schlange "Faschismus" wieder ihr Haupt erhebt, wo gesellschaftsfähig wird, was nie wieder aus den Sumpflöchern hätte kriechen dürfen. Es ist aber auch ein großartiges Buch, weil es sich mit einem fast vergessenen Part deutscher Kriegsgeschichte beschäftigt und den Bogen zur Gegenwart zieht, zu den Kindern und Enkeln der Überlebenden, deren eigenes Leben natürlich beeinflußt wird von den Erlebnissen der vorangegangenen Generationen.

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Hannes Köhler wurde am 02. Februar 1982 in Hamburg (Deutschland) geboren.

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