Hannes Leidinger

 3,8 Sterne bei 16 Bewertungen

Lebenslauf von Hannes Leidinger

Hannes Leidinger, geboren 1969, studierte Geschichte, Klassische Archäologie und Ur- und Frühgeschichte in Wien. Er lehrt am Institut für Geschichte der Universität Wien. Umfangreiche Studien zur Geschichte des Ersten Weltkrieges, zur Entwicklung Österreichs im 19. und 20. Jahrhundert sowie zur Kommunismus-, Sozialismus- und Kapitalismusforschung. Zahlreiche Auszeichnungen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Hannes Leidinger

Cover des Buches Der Untergang der Habsburgermonarchie (ISBN: 9783709970669)

Der Untergang der Habsburgermonarchie

 (10)
Erschienen am 15.12.2017
Cover des Buches Sozialismus (ISBN: 9783825230135)

Sozialismus

 (2)
Erschienen am 17.04.2008
Cover des Buches Schwarzbuch der Habsburger (ISBN: 9783852188225)

Schwarzbuch der Habsburger

 (2)
Erschienen am 09.11.2018
Cover des Buches Habsburgs schmutziger Krieg (ISBN: 9783701732005)

Habsburgs schmutziger Krieg

 (1)
Erschienen am 24.10.2014
Cover des Buches Streitbare Brüder (ISBN: 9783701731800)

Streitbare Brüder

 (1)
Erschienen am 17.02.2010
Cover des Buches Des Kaisers Falke (ISBN: 9783706550048)

Des Kaisers Falke

 (1)
Erschienen am 13.12.2013
Cover des Buches Kapitalismus (ISBN: 9783825230197)

Kapitalismus

 (0)
Erschienen am 17.04.2008
Cover des Buches Oberst Redl (ISBN: 9783701743391)

Oberst Redl

 (0)
Erschienen am 15.11.2012

Neue Rezensionen zu Hannes Leidinger

Cover des Buches Des Kaisers Falke (ISBN: 9783706550048)A

Rezension zu "Des Kaisers Falke" von Wolfram Dornik

Österreich-Ungarns letzter Feldherr
Andreas_Oberendervor 5 Monaten

Der hundertste Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges hat jene Monarchen, Politiker, Diplomaten und Militärs wieder ins allgemeine Bewusstsein gerückt, die im Vorfeld und während des Krieges eine bedeutende Rolle spielten. Zu diesem Kreis gehört der langjährige Generalstabschef Österreich-Ungarns, Franz Conrad von Hötzendorf (1852-1925). Eine umfassende Conrad-Biographie, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, fehlt bis heute. Auch das Buch von Wolfram Dornik füllt die bestehende Lücke nicht. Wer sich mit der Geschichte Österreich-Ungarns und seiner Streitkräfte zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits gut auskennt, der wird Dorniks Buch nichts Neues entnehmen können. Dornik hat sich darauf beschränkt, die vorliegende Forschungsliteratur auszuwerten. In begrenztem Umfang hat er auch Archivquellen erschlossen, vor allem Korrespondenz aus Conrads Nachlass. Dornik lässt Conrads gesamte militärische Laufbahn Revue passieren, von der Offiziersausbildung über die Tätigkeit als Generalstabschef (1906-1911, 1912-1917) bis zur Führung der Heeresgruppe Tirol 1917/18. Die biographische Erzählung ist verknüpft mit Ausführungen zur Entwicklung der Streitkräfte Österreich-Ungarns und zur schwierigen außenpolitischen Lage der Donaumonarchie in den letzten Jahrzehnten vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Conrads Privatleben bleibt weitgehend ausgeblendet.

Dorniks Conrad-Bild lehnt sich eng an die neuere Forschungsliteratur an. Wurde der Generalstabschef in der Zwischenkriegszeit von vielen österreichischen Autoren zum verkannten Feldherrngenie und verhinderten Retter des Habsburgerreiches stilisiert, so hat sich in der jüngeren Vergangenheit eine eher negative Einschätzung Conrads durchgesetzt, die auch Dornik teilt. Längst besteht kein Zweifel mehr daran, dass Conrad eine verhängnisvolle Rolle spielte. Nach seiner Ernennung zum Generalstabschef (1906) forderte er immer wieder Präventivkriege gegen Serbien und Italien. Je verfahrener Österreich-Ungarns außenpolitische Lage wurde, desto mehr war die zivile Führung der Donaumonarchie bereit, Conrads Drängen nachzugeben. Im Sommer 1914 musste Conrad keine nennenswerte Überzeugungsarbeit mehr leisten, um die Regierung für einen Krieg gegen Serbien zu gewinnen. Dass Russland zugunsten Serbiens eingreifen könnte, war dem Generalstabschef - wie auch den zivilen Entscheidungsträgern - sehr wohl bewusst. Umso schwerer wiegen die Fehler, die Conrad im Juli 1914 beging: Ganz auf den Krieg gegen Serbien fixiert, traf er viel zu spät Vorbereitungen für die Abwehr eines russischen Angriffs. Aus diesem Versäumnis resultierten die Niederlagen der österreichisch-ungarischen Truppen in Galizien während der ersten Kriegsmonate.

In der Biographie greift Dornik viele Motive auf, die aus der einschlägigen Fachliteratur bekannt sind. Wie andere Autoren vor ihm zeigt Dornik Conrad als pflichtbewussten und arbeitswütigen Offizier und Generalstabschef, der sich für eine Modernisierung der Streitkräfte einsetzte und von Sorge über die kaum lösbaren innen- und außenpolitischen Probleme der Donaumonarchie erfüllt war. Wie viele Militärführer seiner Zeit huldigte er dem "Kult der Offensive". Conrads Denken war stark von sozialdarwinistischen Ideen beeinflusst. Krieg war für den Generalstabschef ein selbstverständlicher Bestandteil des "Daseinskampfes" der Völker und Nationen. Eine Großmacht, die den Krieg scheute, riskierte Abstieg und Niedergang. Den Balkanvölkern begegnete Conrad mit Geringschätzung, wenn nicht gar Verachtung. Sein Hass auf Serbien und die Serben nahm zuletzt nachgerade obsessive Züge an. Kaiser Franz Joseph und der Thronfolger Franz Ferdinand erteilten Conrads Forderungen nach einem Präventivkrieg immer wieder Absagen. Der Generalstabschef triumphierte aber schließlich doch. Österreich-Ungarn geriet auf dem Balkan immer mehr ins Hintertreffen. Innerhalb der zivilen Führung entstand eine Kriegspartei, die Conrads militanter Rhetorik zunehmend Gehör schenkte. Im Juli 1914 war Conrad beileibe nicht der einzige Falke, der sich von einem - lokal begrenzten - Krieg die Lösung aller Probleme Österreich-Ungarns versprach.

Nirgendwo überrascht Dornik den Leser mit originellen Erkenntnissen und Thesen. Zum Mangel an Originalität gesellen sich weitere Schwächen. Das Buch hätte von einem gründlichen Lektorat nur profitieren können. Immer wieder springen holprige Formulierungen und peinliche Schreibfehler ins Auge, die den Text amateurhaft wirken lassen ("Entente cordial", S. 48; "zentripedal", S. 67; "pur le meritee", S. 227). Sprachliche Schnitzer wie die folgenden hätten unbedingt korrigiert werden müssen: "Insgesamt folgte er dabei einer klaren Offensivstrategie, die damals die jungen Offiziere im Operationsbüro elektrifizierte" (S. 53), "In den Hochadel und das direkte Umfeld des Kaisers gelang es Conrad aber nicht, einen guten Draht aufzubauen" (S. 64), "In zahlreichen Briefen drängte er Kriegsminister Alexander von Krobatin und Bolfras auf Krieg" (S. 125). Im tabellarischen Lebenslauf (S. 225-228) sind auch die Orden verzeichnet, die Conrad im Laufe seines Lebens erhielt. Zweimal taucht dabei ein "Orden vom Weißen Elefanten" auf. Es gab nur einen siamesischen Orden dieses Namens. Conrad erhielt ihn 1913. Einen "königlich-osmanischen Orden vom Weißen Elefanten", den der Generalstabschef im Mai 1915 erhalten haben soll, gab es nicht. Ungereimtheiten wie diese lassen an Dorniks Sachkenntnis und Sorgfalt zweifeln.

Kurz und gut: Dorniks Biographie ist von einem großen Wurf weit entfernt. Sie ermöglicht eine erste Annäherung an Conrad, aber nicht mehr. Viele Aspekte von Conrads militärischem Wirken, sei es in Friedens-, sei es in Kriegszeiten, werden in der Fachliteratur besser und kompetenter behandelt. Interessierte Leser müssen weiterhin auf eine "große" Conrad-Biographie warten. 

(Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im November 2014 bei Amazon gepostet)

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Cover des Buches Der Untergang der Habsburgermonarchie (ISBN: 9783709970669)TochterAlices avatar

Rezension zu "Der Untergang der Habsburgermonarchie" von Hannes Leidinger

Davon geht die Welt nicht unter
TochterAlicevor 3 Jahren

ist ein Schlager, der aus meiner Sicht kein Gehalt hat, es wird einfach etwas dahingesagt. Damit stellt er das Gegenteil zum vorliegenden Werk zum Untergang der Habsburgermonarchie dar. Die Welt der Habsburger ist nämlich sehr wohl untergegangen und zwar nicht nur aus einem Grund, sondern aus mindestens sieben (hauptsächlichen) Gründen, wie das Fazit am Ende der Ausführungen belegt. Doch es gibt viel "dazwischen", also vieles, das dazu beitrug und überaus lesenswert ist.

Dem Autor Hannes Leidinger fehlt die Leichtigkeit vieler angelsächsischer Autoren, die es fertig bringen, ein historisches Sachbuch wie einen spannenden Roman zu formulieren, den man nicht aus der Hand legen kann. Hier habe ich mich mit der zweifellos sowohl interessanten, auch aufschlussreichen und Neues offenbarenden Lektüre ziemlich schwer getan, denn spannend war sie ganz gewiss nicht. Zumindest nicht aus meiner Sicht.

Und das, obwohl grandiose Ansätze durchaus vorhanden waren, wie zum Beispiel gleich zu Beginn des Buches die Darstellung der realen Ereignisse aus der Sicht von Ulrich, der Hauptfigur in Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften", also einem fiktiven Kind der Zeit. Doch Einflüsse germanischer Gründlichkeit haben eindeutig überwogen und machen das Werk zu einem ausführlichen und überaus fundierten Werk über die Habsburgermonarchie, zu einem modernen Werk, das Ursachen, Einflüsse und Entwicklungen prüft und in Frage stellt.

Ein wirklich wichtiges Werk der neuesten Geschichtsschreibung also, das jeder Historiker, der sich mit diesem Thema beschäftigt zur Hand nehmen sollte. Und nicht nur einmal. Denn es hat das Zeug zu einem Handbuch der österreichischen Geschichte, also zu einem Werk, das Kenner und Schätzer nicht wieder aus dem Regal lassen sollten. Und sicher auch das Zeug dazu, ausgiebig diskutiert zu werden, also ein Werk, das jahrzehntelang nachhallen wird. Mindestens.

Für Laien ist es eher nichts, außer für solche, die sich sehr für die Habsburger und für österreichische Geschichte interessieren und auch schon einige Vorkenntnisse haben. Andere werden sicher enttäuscht sein und das wäre schade angesichts eines so sach- und fachkundigen Werkes.

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Cover des Buches Der Untergang der Habsburgermonarchie (ISBN: 9783709970669)histerikers avatar

Rezension zu "Der Untergang der Habsburgermonarchie" von Hannes Leidinger

Ein Sachbuch, das überzeugt
histerikervor 3 Jahren

Inhalt:
Der Untergang der Habsburger Monarchie in einem Sachbuch, aus mehreren Blickwinkeln betrachtet.

Bewertung:
Kein Buch zum entspannten lesen, dafür ist der Stil wissenschaftlich und manchaml sind die Sätze ziemlich verschachtelt. Aber wenn man Zeit und Muse hat, sich dem Thema konzentriert zu widmen, belohnt dieses Buch mit guten Zusammenfassungen und neuen Ansichten.
Ich kenne mich mit dem Thema schon ziemlich gut aus, aber vor allem das Kapitel "Gewaltlösungen" hat für mich neue Informationen geliefert. Ich fand es sehr spannend über die "Flüchtlinge" und Umgesiedelte zu lesen, da diese Informationen für mich so zusammengefasst bis jetzt nie so greifbar waren.
Dafür hat mich das letzte Kapitel etwas enttäuscht, da habe ich mehr in Richtung Mentalitätsforschung gedacht und das kam mir etwas zu kurz. Bestimmte Beschreibungen waren für mich auch zu offensichtlich und hätten nicht so viel Platz gebraucht.
Im Allgemeinen ist es aber ein Buch, dass ich geren gelesen habe und es nicht bereue. Es hat mir neue Blickwinkel angeboten und meinen Horizont erweitert.

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Gespräche aus der Community

Der Niedergang der Habsburgermonarchie – so spannend und fundiert erzählt wie ein Krimi!


November 1918: Die Habsburgermonarchie verwandelt sich nach einer über 600 Jahre andauernden Herrschaft innerhalb weniger Tage in einen Scherbenhaufen. Die Armee löst sich auf, Kaiser Karl verlässt Schönbrunn durch die Hintertür.

Die brisante Frage nach der Ursache

Die Gründe für diesen raschen Zerfall sind umstritten und längst nicht geklärt. Lag es am Verlust der Symbolfigur Kaiser Franz Josef oder war es die unausweichliche Folge einer Verkettung unglücklicher Umstände? Trotz der fatalen Auswirkungen des Krieges und der daraus resultierenden sozialen Spannungen und wirtschaftlichen Krisen in Österreich-Ungarn, hielten sich die Anzeichen eines völligen Zusammenbruchs in Grenzen. Der Niedergang kam plötzlich, heftig und veränderte Österreich-Ungarn von Grund auf.

Wie hätte eine Zukunft der Habsburgermonarchie ausgesehen?
Und war der Niedergang in Wahrheit nur ein vermeintliches Ende und die Monarchie existiert eigentlich auch heute noch in Spuren weiter?


Eine Erzählung gegen den überlieferten Strich


Hannes Leidinger spannt einen Bogen über mehrere Jahrhunderte und liefert bahnbrechende, neue Sichtweisen auf die zerrüttete Monarchie, jenseits von Habsburgermythos und kanonisierter Geschichtsverklärung. Auf unkonventionelle Weise bürstet er die Geschichte neu auf, erzählt von Alltagsgeschichte ebenso wie von alten und neuen „Herren“, deren Taten und Beschlüsse weitreichende Konsequenzen für Europa hatten und immer noch haben.


Herausgekommen ist ein beeindruckendes Schlüsselwerk, das noch für einige Kontroversen sorgen wird und die historischen Vorfälle auf fesselnde Art und Weise vermittelt. Hier wird ein Stück Geschichte wahrhaftig wieder lebendig. Dem Leser wird dabei nicht nur ein eingehender, kritisch hinterfragender Blick in die die Vergangenheit Österreichs geboten, sondern auch große Unterhaltung auf hohem Niveau.

Spannend, überraschend, unterhaltsam: Lasst euch auf eine fesselnde Reise in die dunklen, geheimnisumwitterten Abgründe der österreichischen Geschichte ein und gewinnt jetzt eines von 15 Freiexemplaren!

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Weitere Infos zum Buch und zum Autor findet ihr hier.


Um die Vorfreude und Neugier zu steigern, gibt's auch eine Kostprobe zum Reinblättern.

Wir drücken euch die Daumen und wünschen viel Glück beim Gewinnspiel

Euer Haymon-Team

* Jeder der mitspielt, sollte bereit sein, im Gewinnfall eine Rezension zu schreiben und zu posten. 

** Da es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde, ist eine Diskussion mit dem Autor und Moderation nicht vorgesehen. Zum Diskutieren und zum regen Austausch eurer Leseerlebnisse seid ihr aber selbstverständlich herzlich eingeladen! Wir sind schon gespannt auf eure Erfahrungen und Eindrücke mit dem Roman!

92 BeiträgeVerlosung beendet

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