Der Untergang der Habsburgermonarchie

von Hannes Leidinger 
4,2 Sterne bei9 Bewertungen
Der Untergang der Habsburgermonarchie
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Buchgespensts avatar

Eine spannende, fundierte Darstellung des Zusammenbruchs einer ganzen Welt!

histerikers avatar

Sehr gut recherchiert und neue Einblicke geliefert

Alle 9 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Der Untergang der Habsburgermonarchie"

1918: DAS ENDE EINER ÜBER 600 JAHRE ANDAUERNDEN DYNASTIE
November 1918: Die Habsburgermonarchie liegt in Trümmern. Die Armee löst sich auf, und Kaiser Karl verlässt Schloss Schönbrunn durch die Hintertür. War dieses Ende wirklich unausweichlich, gar verspätet? Denn mit dem Tod von Kaiser Franz Joseph war der Monarchie 1916 nicht nur die Symbolfigur abhanden gekommen. Oder war es genau umgekehrt, der Untergang lediglich eine Verkettung unglücklicher Umstände? Der Krieg hatte die Lage Österreich-Ungarns zwar keineswegs vereinfacht. Aber die Anzeichen eines völligen Zusammenbruchs hielten sich trotz sozialer Spannungen und wirtschaftlicher Krisen in Grenzen.

EIN NEUER BLICK AUF DIE GESCHICHTE DER HABSBURGER VOM BELIEBTEN SACHBUCH-HISTORIKER AUFBEREITET
Hannes Leidinger bürstet die Geschichte der Jahre bis 1918 gegen den überlieferten Strich, erzählt von Alltagsgeschichte ebenso wie von alten und neuen "Herren", deren Taten und Beschlüsse weitreichende Konsequenzen für Europa hatten und immer noch haben. Und er geht erstmals der spannenden Frage nach, ob die Monarchie nicht in vielen kleinen Imperien bis heute weiterlebt.

*************************

Leserstimmen:

"Hätte ein Fortbestehen der Monarchie dem Jahrhundert der Kriege und damit Europa eine andere, friedvollere Richtung geben können? Oder lebte der Geist der Monarchie gar in den Nationalstaaten weiter? Hannes Leidinger stellt spannende Fragen und liefert fundierte, aufschlussreiche Antworten."

"Hannes Leidinger liebt das Spiel 'was wäre gewesen, wenn'. Das Tolle an dem Buch ist, dass diese Spekulationen alle auf Quellen und Fakten basieren."

"Hannes Leidinger schafft es immer wieder, Geschichte neu zu erzählen. Und das äußerst unterhaltsam. Sehr lesenswert!"

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783709970669
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:500 Seiten
Verlag:Haymon Verlag
Erscheinungsdatum:15.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,2 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne4
  • 4 Sterne4
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 8 Monaten
    Davon geht die Welt nicht unter

    ist ein Schlager, der aus meiner Sicht kein Gehalt hat, es wird einfach etwas dahingesagt. Damit stellt er das Gegenteil zum vorliegenden Werk zum Untergang der Habsburgermonarchie dar. Die Welt der Habsburger ist nämlich sehr wohl untergegangen und zwar nicht nur aus einem Grund, sondern aus mindestens sieben (hauptsächlichen) Gründen, wie das Fazit am Ende der Ausführungen belegt. Doch es gibt viel "dazwischen", also vieles, das dazu beitrug und überaus lesenswert ist.

    Dem Autor Hannes Leidinger fehlt die Leichtigkeit vieler angelsächsischer Autoren, die es fertig bringen, ein historisches Sachbuch wie einen spannenden Roman zu formulieren, den man nicht aus der Hand legen kann. Hier habe ich mich mit der zweifellos sowohl interessanten, auch aufschlussreichen und Neues offenbarenden Lektüre ziemlich schwer getan, denn spannend war sie ganz gewiss nicht. Zumindest nicht aus meiner Sicht.

    Und das, obwohl grandiose Ansätze durchaus vorhanden waren, wie zum Beispiel gleich zu Beginn des Buches die Darstellung der realen Ereignisse aus der Sicht von Ulrich, der Hauptfigur in Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften", also einem fiktiven Kind der Zeit. Doch Einflüsse germanischer Gründlichkeit haben eindeutig überwogen und machen das Werk zu einem ausführlichen und überaus fundierten Werk über die Habsburgermonarchie, zu einem modernen Werk, das Ursachen, Einflüsse und Entwicklungen prüft und in Frage stellt.

    Ein wirklich wichtiges Werk der neuesten Geschichtsschreibung also, das jeder Historiker, der sich mit diesem Thema beschäftigt zur Hand nehmen sollte. Und nicht nur einmal. Denn es hat das Zeug zu einem Handbuch der österreichischen Geschichte, also zu einem Werk, das Kenner und Schätzer nicht wieder aus dem Regal lassen sollten. Und sicher auch das Zeug dazu, ausgiebig diskutiert zu werden, also ein Werk, das jahrzehntelang nachhallen wird. Mindestens.

    Für Laien ist es eher nichts, außer für solche, die sich sehr für die Habsburger und für österreichische Geschichte interessieren und auch schon einige Vorkenntnisse haben. Andere werden sicher enttäuscht sein und das wäre schade angesichts eines so sach- und fachkundigen Werkes.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    histerikers avatar
    histerikervor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr gut recherchiert und neue Einblicke geliefert
    Ein Sachbuch, das überzeugt

    Inhalt:
    Der Untergang der Habsburger Monarchie in einem Sachbuch, aus mehreren Blickwinkeln betrachtet.

    Bewertung:
    Kein Buch zum entspannten lesen, dafür ist der Stil wissenschaftlich und manchaml sind die Sätze ziemlich verschachtelt. Aber wenn man Zeit und Muse hat, sich dem Thema konzentriert zu widmen, belohnt dieses Buch mit guten Zusammenfassungen und neuen Ansichten.
    Ich kenne mich mit dem Thema schon ziemlich gut aus, aber vor allem das Kapitel "Gewaltlösungen" hat für mich neue Informationen geliefert. Ich fand es sehr spannend über die "Flüchtlinge" und Umgesiedelte zu lesen, da diese Informationen für mich so zusammengefasst bis jetzt nie so greifbar waren.
    Dafür hat mich das letzte Kapitel etwas enttäuscht, da habe ich mehr in Richtung Mentalitätsforschung gedacht und das kam mir etwas zu kurz. Bestimmte Beschreibungen waren für mich auch zu offensichtlich und hätten nicht so viel Platz gebraucht.
    Im Allgemeinen ist es aber ein Buch, dass ich geren gelesen habe und es nicht bereue. Es hat mir neue Blickwinkel angeboten und meinen Horizont erweitert.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    Sikals avatar
    Sikalvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Super recherchiert, lesenswert!
    Das Ende des Vielvölkerstaates

    Hannes Leidinger, erfolgreicher Autor historischer Sachbücher hat wieder ein penibel recherchiertes Buch geschrieben. Dieses Mal über das Ende von Ruhm und Glanz der Habsburgermonarchie, die jahrhundertelang die Geschicke Europas prägte.

     

    Der Autor hat dieses Buch in drei große Teile gegliedert, die wiederum in kleinere Kapitel unterteilt sind. In Teil I lenkt er den Blick von der Oberfläche in die Tiefe. Der II. Teil zeichnet einen Pfad durch das Dickicht der Wiedersprüche und Mehrdimensionalität, während der III. Teil die Geschichte und Kakanien oder „Ulrichs Welt“ (mit dem Querverweis auf Musils „Mann ohne Eigenschaften“) aufzeigt.

     

    „Uns hat die Vorsehung ein Problem auf den Weg gegeben, wie keinem anderen Staate Europas: 8 Nationalitäten, 17 Länder, 20 parlamentarische Körperschaften, 27 parlamentarische Parteien, …, verschiedene Weltanschauungen, ein kompliziertes Verhältnis zu Ungarn, die durch beiläufig achteinhalb Breiten- und etwa ebenso viele Längengrade gegebenen Kulturdistanzen – alles auf einen Punkt zu vereinigen, aus alldem eine Resultierende zu ziehen, das ist notwendig, um in Österreich zu regieren.“

     

    Wie Leidinger vermittelt, brodelt es unter der Oberfläche – und das schon lange Zeit vor dem Attentat in Sarajewo. Ist es der Lauf der Zeit? Eine Folge der Moderne? Sind Erbmonarchien nicht mehr zeitgemäß? Eine genaue Antwort wird man auf diese Fragestellungen nicht bekommen, man kann nur in vorhandenen Quellen recherchieren und diese interpretieren. Leidinger hat hier ganze Arbeit geleistet und zeigt viele feinen Verästelungen auf, Fehler der Politik, Veränderung der Gesellschaftsschichten, aber auch Arroganz und Inkompetenz der Herrscher trugen ein Körnchen dazu bei.

     

    Sehr schön kann man die Veränderung durch den Kriegsverlauf bemerken. Während anfangs noch für eine gemeinsame Heimat gegen einen gemeinsamen Feind gekämpft wurde, wandelt sich die Einstellung nach einiger Zeit, Nationalbewusstsein wird stärker und durch soziale Strömungen werden unzufriedene Stimmen der Untertanen immer lauter. Als der Zusammenhalt in Person von Kaiser Franz Josef durch dessen Tod nicht mehr vorhanden ist, verschärft sich die Situation. Sein Nachfolger Karl (mit dessen Gattin Zita) hat kein glückliches Händchen, um in dieser Zeit die Regierungsgeschicke zu lenken, ansonsten wäre vielleicht auch eine andere Lösung als die völlige Zerschlagung des Vielvölkerreiches wahrscheinlich gewesen. Leidinger spricht hier von einer Chance, einem „Commonwealth der Donauländer“ gleich – doch diese Gelegenheit wurde nicht genutzt.

     

    „Krieg und Jugend hielt an dem jungen Souverän zugute, ebenso die Belastung durch frühere, vor seiner Regentschaft begangene Fehler. Hinzu kämen jedoch eine unsichere Führung und Irrtümer bei der Personalwahl, wodurch eine der ältesten Großmächte wie Zunder verrauchte.“

     

    Das Buch ist sehr detailliert geschrieben, versucht zusammenzufassen welche Begebenheiten den Zerfall beschleunigt haben. Hierzu ist es erforderlich, dass Leidinger oftmals weit ausholt und auch Querverweise z.B. zum Ende des Zarenreiches anstellt. Außerdem versucht er die Grausamkeit des Krieges einzufangen, dem schweren Erbe der Zivilbevölkerung gerecht zu werden.

     

    Ein beeindruckendes Werk, für jeden geschichtlich interessierten Leser ein wahrer Schatz. Volle Leseempfehlung und natürlich fünf Sterne.

    Kommentare: 2
    9
    Teilen
    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Wer sein Wissen über den Untergang des Habsburgerreiches erweitern will, kommt an diesem penibel recherchierten Buch nicht vorbei.
    Vom Vielvölkerstaat zum Kleinststaat ...

    Autor Hannes Leidinger ist ein profunder Kenner der Materie. In diesem Buch begeben wir uns mit ihm auf die Spurensuche über das Scheitern und dem Ende der Habsburgermonarchie.

     

    Im Vorwort beschreibt Leidinger sein Buch als „Trilogie“ und so lesen wir die Ereignisse, die zum Untergang der Donaumonarchie führten, in drei großen Teilen, die in Kapitel unterteilt sind.

     

    Zu Beginn irritiert der Autor mit vielen Zitaten und Querverweisen auf Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“. Doch nicht ohne Grund, wie wir später lesen werden. Der Vielvölkerstaat gleicht dem Kakanien in Musils Werk.

     

    Die Gründe warum die Habsburgermonarchie zerbricht, sind vielfältig. Sie werden dem Leser in vielen Alltagsgeschichten vor Augen geführt. Durch Inkompetenz, Intrigen, Überheblichkeit und Nicht-Erkennen der Wirklichkeit werden seit langem Teilchen für Teilchen – wie bei einem Puzzle – aus dem Vielvölkerstaat herausgebrochen. Da geht es nicht einmal so direkt um die Gebietsverluste, die tatsächlich aus dem Staatengebilde herausgelöst werden, sondern vielmehr um die Geisteshaltung der Regierenden. Der greise Kaiser, die intriganten, auf ihren eigenen Vorteil bedachten Hofschranzen, das Erwachen des Nationalbewusstseins – all das führt nach dem Tod Franz Josefs zur Implosion des Reiches. Denn, der Kaiser ist jene Klammer, die die unterschiedlichen Teile der Monarchie zusammenhält. Als der Kaiser stirbt, dreht sich die Abwärtsspirale schneller. Das ungeschickte Agieren von Kaiser Karl und seiner ehrgeizigen Frau Zita beschleunigt den Untergang noch zusätzlich.

     

    Doch gleichzeitig lebt die Monarchie noch lange in den Köpfen der Menschen weiter, obwohl schon längst die Republik ausgerufen ist. Das eine oder andere lässt sich bis in die Gegenwart verfolgen.

      

    Leidingers Buch zeigt viele kleine und größere Details zum Scheitern der Donaumonarchie auf. Dass das Ende des Ersten Weltkriegs eine völlige Neuordnung Europas hervorbringen würde, hat vermutlich vorher niemand geglaubt.

     

    Ein Zusammenschluss der ehemaligen Kronländer einem „Commonwealth der Donauländer“ ähnlich wäre vermutlich möglich gewesen. Doch diese Chance wurde nicht aufgegriffen und damit vertan.

     

    Meine Meinung:

    Zum Zusammenbruch der Habsburgermonarchie gibt es eine Menge Bücher. Dieses hier bereitet die Vorgänge rund um den Zerfall detailliert und doch verständlich auf. Die unterschiedlichen Sichtweisen sind gut dokumentiert und nachvollziehbar.

    Das Werk bietet mit seiner fundierten Recherche und der Darstellung von breiten Querverbindungen eine sorgfältige Aufarbeitung des Endes der Donaumonarchie. Vieles, was in späteren Jahren passiert, nimmt hier seinen Ausgang.

     

    Fazit:

     

    Wer sein Wissen über den Untergang des Habsburgerreiches erweitern will, kommt an diesem penibel recherchierten Buch nicht vorbei. Gerne gebe ich 5 Sterne.

    Kommentieren0
    12
    Teilen
    Lesefreudes avatar
    Lesefreudevor 9 Monaten
    Der Untergang...

    Leider habe ich mir sehr schwer getan, dieses Buch zu lesen. Habe mich schon regelrecht durchgequält beinahe.
    Die Habsburger Monarchie ist ein wirklich interessantes Thema, hier in diesem Buch aber leider ziemlich langweilig dargestellt. 
    Die Recherchen dazu sind wirklich super detailreich und bestimmt aufwendig gewesen, hätte mir aber doch gewünscht, dass der Autor die Themen besser aufs Blatt bringen kann. 

    Gebe dem Buch daher auch nur zwei Sterne. Es ist eher nur für Fachpersonal gedacht und sollte so auch beschrieben und nach außen hin kommuniziert werden.

    Kommentieren0
    57
    Teilen
    M
    michael_lehmann-papevor 9 Monaten
    Erschütterung der Weltordnung

    Erschütterung der Weltordnung

    Der erste Weltkrieg brachte nicht nur Gewinner und Verlierer hervor, sondern erschütterte wahrhaftig die bis dato bekannte „Weltordnung“, lies Großreiche zerfallen, Erbmonarchien enden, generierte in Russland den Beginn des Sowjetreiches und legte in diesen unmittelbaren Folgen die Saat für den noch zerstörerischen und den Boden des bis dahin gekannten zivilen Lebens auch im Krieg beginnenden Weg zum zweiten Weltkrieg hin.

    Eine Entwicklung, die nicht unbedingt zwingend notwendig gewesen wäre, das ist die erste Erkenntnis, die man aus der Lektüre erkennt.

    „Diese Gegensätze (der Faktenlage)….bewirken außerdem, dass das „Spiel der Kräfte“ lange offenbleibt, ja, bis kurz vor dem Ende unentschieden ist“.

    Fakten, die, je aus welcher Richtung man sie betrachtet, auch damals schon uneindeutig waren und verschiedene Möglichkeiten der Handlungen hätten entstehen lassen könne. Bei denen einerseits das Großreich der Habsburger Monarchie durchaus auch unter inneren Spannungen stand, daneben aber Zeiten der Entspannung ebenfalls im Raume standen und somit auch ein anderer als der historische Ausgang lange Zeit möglich gewesen wäre.

    Was das hätte bedeuten können, dem geht Leidinger im Buch im Übrigen ebenso nach, wie er die vielfach verästelten Motive hinter dem Ausbruch des ersten Weltkrieges und, lange nicht unbedingt als zwangsläufige Folge durch diesen, das Ende der Monarchie in Österreich aufarbeitet. Eine Monarchie im Übrigen, die nicht aus genuinen geographischen oder nationalen „Einheiten“ entstanden ist, sondern durch geschickte Arrangements von Ehen Stück für Stück zusammengefügt wurde. Eine Verbindung somit, die aufgrund der Verschiedenheiten der zugehörigen nationalen Identitäten grundlegend zumindest ein stückweit unter Spannung stand.

    Wobei dennoch gerade zu Beginn des Krieges, ein Beispiel für die verschiedene „Offenheit“ der Fakten, der „Vielvölkerstaat“ durchaus loyal zu seiner Monarchie stand.

    „Die Soldaten aller „Völker“ schlugen sich für „ihren Kaiser“ mit bemerkenswertem Gehorsam“. Ein Zustand, der bis zur Jahreswende 1916/17 anhielt und eine Einigkeit demonstrierte, die in den Jahren vor Ausbruch des ersten Weltkrieges so nicht zu vermuten gewesen wäre.

    Und auch, als der Kriegsverlauf sich deutlich gegen die Habsburger Monarchie wendete, auch das arbeitet Leidinger mit ruhiger Hand im Werk heraus, waren due „Umwälzungen der folgenden Jahre keine ausgemachte Sache. Auch nicht für die „Feindesländer““.

    Wobei, und auch das ist stimmig dargestellt, hier nicht nur der Zufall regierte, der die Welt nach dem ersten Weltkrieg neu ordnete. Aber einfache Antworten eben sind nicht zu finden und vieles an Zeitströmungen und internen Ereignis muss betrachtet werden, um den Vorgange in Gänze zu verstehen.

    Was Leidinger sehr detailliert vorantreibt und dem Leser damit, hier und da zumindest, im Sinne historischer Wahrheitsfindung, auch eine Kleinteiligkeit zumutet, die ein konzentriertes, hier und da auch mehrmaliges Lesen erfordert, um einzelne Fakten nicht aus dem Blick zu verlieren.

    Was aber auch spannend nachzuverfolgen ist, wenn Leidinger die Frage aufwirft, ob der Zerfall der „Monarchie in viele Imperien“ nicht als konsequente Trennung zu verstehen sein könnte, sondern als eine Art „Commonwealth des Donauraumes“.

    Fundiert, Schritt für Schritt und mit der Suche nach Verbindungen hinter den Kulissen versehen, bietet das Werk damit eine sorgsame und vielteilige Aufarbeitung des Endes des Habsburger Reiches und der Folgen für den weiteren Gang der Zeit.

    Kommentare: 1
    5
    Teilen
    teilzeitbaeuerins avatar
    teilzeitbaeuerinvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Gut recherchierter Sammelband der historischen Quellen, die die letzten 150 Jahre vor Ende des Krieges dokumentieren.
    Pflichtlektüre für alle Geschichteinteressierten !

    Dass 100 Jahre nach dem Fall der Monarchie natürlich keine neuen Quellen und Erkenntnisse auftauchen, ist als Grundprinzip anzunehmen. Leidinger hat es mit diesem Buch geschafft, viele Quellen und Einflüsse in einem chronologisch aufgebauten Sammelband - der noch dazu, sehr früh vor dem Weltkrieg beginnt - zusammenzufassen. Leider ist diese Zusammenfassung nicht so einfach zu bewerkstelligen, da die Materie wirklich sehr komplex ist und viele Tropfen den Stein gehöhlt hatten. Wirklich neue Erkenntnisse konnte ich nicht gewinnen, dennoch war es mehr als interessant, die gesamte Komplexität der Thematik noch einmal in Summe zu erleben. Ein Wehrmutstropfen war der doch etwas trocken gehaltene Stil, eine kleinere Auflockerung durch Anekdoten (von denen der Autor - davon bin ich überzeugt - unzählige kennt) hätte dem Textfluss gut getan. Des weiteren bedarf dieses Buch beim Lesen die volle Aufmerksamkeit, da ich manche Sätze öfters lesen musste, da sie durch Verschachtelungen in der Länge etwas ausarteten. Trotzdem ein sehr gelungenes Buch zur Habsburg'schen Monarchie. Und auch wenn wir die Republik nicht missen wollen, weiß jeder Österreicher um seine historischen Wurzeln. 

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    Buchgespensts avatar
    Buchgespenstvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Eine spannende, fundierte Darstellung des Zusammenbruchs einer ganzen Welt!
    Kommentieren0
    lisams avatar
    lisamvor 9 Monaten

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Haymon_Verlags avatar

    Der Niedergang der Habsburgermonarchie – so spannend und fundiert erzählt wie ein Krimi!


    November 1918: Die Habsburgermonarchie verwandelt sich nach einer über 600 Jahre andauernden Herrschaft innerhalb weniger Tage in einen Scherbenhaufen. Die Armee löst sich auf, Kaiser Karl verlässt Schönbrunn durch die Hintertür.

    Die brisante Frage nach der Ursache

    Die Gründe für diesen raschen Zerfall sind umstritten und längst nicht geklärt. Lag es am Verlust der Symbolfigur Kaiser Franz Josef oder war es die unausweichliche Folge einer Verkettung unglücklicher Umstände? Trotz der fatalen Auswirkungen des Krieges und der daraus resultierenden sozialen Spannungen und wirtschaftlichen Krisen in Österreich-Ungarn, hielten sich die Anzeichen eines völligen Zusammenbruchs in Grenzen. Der Niedergang kam plötzlich, heftig und veränderte Österreich-Ungarn von Grund auf.

    Wie hätte eine Zukunft der Habsburgermonarchie ausgesehen?
    Und war der Niedergang in Wahrheit nur ein vermeintliches Ende und die Monarchie existiert eigentlich auch heute noch in Spuren weiter?


    Eine Erzählung gegen den überlieferten Strich


    Hannes Leidinger spannt einen Bogen über mehrere Jahrhunderte und liefert bahnbrechende, neue Sichtweisen auf die zerrüttete Monarchie, jenseits von Habsburgermythos und kanonisierter Geschichtsverklärung. Auf unkonventionelle Weise bürstet er die Geschichte neu auf, erzählt von Alltagsgeschichte ebenso wie von alten und neuen „Herren“, deren Taten und Beschlüsse weitreichende Konsequenzen für Europa hatten und immer noch haben.


    Herausgekommen ist ein beeindruckendes Schlüsselwerk, das noch für einige Kontroversen sorgen wird und die historischen Vorfälle auf fesselnde Art und Weise vermittelt. Hier wird ein Stück Geschichte wahrhaftig wieder lebendig. Dem Leser wird dabei nicht nur ein eingehender, kritisch hinterfragender Blick in die die Vergangenheit Österreichs geboten, sondern auch große Unterhaltung auf hohem Niveau.

    Spannend, überraschend, unterhaltsam: Lasst euch auf eine fesselnde Reise in die dunklen, geheimnisumwitterten Abgründe der österreichischen Geschichte ein und gewinnt jetzt eines von 15 Freiexemplaren!

    Bewerbt euch einfach bis zum 20.11.2017 mit Klick auf den "Bewerben"-Button!

    Weitere Infos zum Buch und zum Autor findet ihr hier.


    Um die Vorfreude und Neugier zu steigern, gibt's auch eine Kostprobe zum Reinblättern.

    Wir drücken euch die Daumen und wünschen viel Glück beim Gewinnspiel

    Euer Haymon-Team

    * Jeder der mitspielt, sollte bereit sein, im Gewinnfall eine Rezension zu schreiben und zu posten. 

    ** Da es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde, ist eine Diskussion mit dem Autor und Moderation nicht vorgesehen. Zum Diskutieren und zum regen Austausch eurer Leseerlebnisse seid ihr aber selbstverständlich herzlich eingeladen! Wir sind schon gespannt auf eure Erfahrungen und Eindrücke mit dem Roman!

    Zur Buchverlosung

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    "Das Buch bietet so etwas wie 'alternative Geschichtsschreibung' und ermöglicht eine neue Sichtweise auf bekannte Fakten. Insofern eine wichtige und empfehlenswerte Ergänzung zu vorhandenen einschlägigen Titeln."
    ekz-Informationsdienst, Peter Vodosek

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks