Hannes Stein

 3.4 Sterne bei 49 Bewertungen
Autor von Der Komet, Enzyklopädie der Alltagsqualen und weiteren Büchern.

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Der Komet

Der Komet

 (29)
Erschienen am 14.02.2013
Enzyklopädie der Alltagsqualen

Enzyklopädie der Alltagsqualen

 (6)
Erschienen am 01.11.2007
Nach uns die Pinguine

Nach uns die Pinguine

 (4)
Erschienen am 17.08.2017
Endlich Nichtdenker

Endlich Nichtdenker

 (5)
Erschienen am 23.07.2004
Endlich Nichtdenker!

Endlich Nichtdenker!

 (4)
Erschienen am 01.07.2008
Tschüss Deutschland

Tschüss Deutschland

 (1)
Erschienen am 19.08.2010
Der Komet: Roman

Der Komet: Roman

 (0)
Erschienen am 14.02.2013
Immer Recht haben!

Immer Recht haben!

 (0)
Erschienen am 04.12.2010

Neue Rezensionen zu Hannes Stein

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Dajobamas avatar

Rezension zu "Nach uns die Pinguine" von Hannes Stein

Ein humorvoller Weltuntergangskrimi
Dajobamavor einem Jahr

Ein faszinierend leichtfüßig daherkommendes Weltuntergangsszenario, unterfüttert mit Fakten, welches teilweise skurril anmutet und auf jeden Fall zum Nachdenken anregt.

Hannes Stein, geboren 1965, lebte in Deutschland und Österreich, bevor er 2007 nach New York auswanderte, wo er heute als Autor und Journalist tätig ist. Bereits im Roman „Der Komet“ stellt er die bestehende Weltordnung auf den Kopf, indem er den Ersten Weltkrieg einfach ausfallen lässt.

Vor vielen Jahren ist auf der Welt etwas Furchtbares passiert („die betrüblichen Ereignisse, über die wir ungern reden“), das beinahe die komplette Population auslöschte. Im weiteren Verlauf des Buches erfährt der Leser auch relativ genau, was. Nur die Bewohner der abgelegenen Falkland-Inseln sind von diesem dritten Weltkrieg verschont geblieben. Hier hat man sich mit den Gegebenheiten arrangiert und das Leben geht seinen gewohnten Gang. Bis eines Tages der allseits beliebte Gouverneur tot aufgefunden wird. Erschlagen mit einer Churchill-Büste. Der Redakteur des Inselradios, Joshua Feldenkrais, den es selbst erst kurz vor den „Ereignissen“ zufällig auf die Inseln verschlagen hat, nimmt die Ermittlungen auf.

Im zweiten Kapitel, nachdem der Gouverneur ermordet wurde stellt sich der Erzähler Joshua Feldenkrais vor. Er ist Jude, homosexuell und Mormone. Diese Punkte und ihre Zusammenhänge erklärt er auf über zehn Seiten, außerdem, wie es ihn auf die Falklands verschlagen hat. Die Ausführungen über die Religionszugehörigkeiten geraten etwas zu lang und können überflogen werden. Generell erzählt Stein aber in einer sehr verständlichen und flüssig lesbaren Alltagssprache.

Das Buch wirft viele grundlegende Fragen auf: was passiert, wenn man plötzlich allein auf der Welt ist. Noch schlimmer, was passiert, wenn jegliche Form der Staatsgewalt und Regierung plötzlich verschwunden ist? Was für eine Art von Anführer setzt sich durch? Was passiert mit den Religionen?

Indem man tröpfchenweise immer mehr von den vorhergehenden Geschehnissen erfährt und diese ausnahmslos auf tatsächlichen Gegebenheiten basieren (der Autor denkt weiter: was wäre, wenn… bis hin zur Katastrophe), wirken die „betrüblichen Ereignisse“ erschreckend plausibel und nachvollziehbar. Top aktuell mutet auch die Tatsache an, dass Nordkorea quasi als letzter Henker der Menschheit fungiert.

Die Bevölkerung neigt dazu die „betrüblichen Ereignisse,…“ teils zu verleugnen, teils zu verdrängen. Eine extrem hohe Selbstmordrate zeugt allerdings von einer tiefen Traumatisierung, welche im Verlauf der Handlung immer mehr zu Tage tritt. Der Kriminalfall um die Ermordung des beliebten Gouverneurs tritt über weite Teile in den Hintergrund und wird erst am Ende des Buches wieder aufgegriffen. Natürlich ist die Ursache in der überstandenen Katastrophe zu suchen. „…dieses Verbrechen seine Wurzeln in dem tiefen, lichtlosen See hätte, der auf dem Grund von allen unseren Seelen ruht. (…) Die Menschheit ist ein dummes Tier. Die Menschheit lernt nicht.“

Ein tolles, absolut empfehlenswertes Buch weitab des Mainstream. Ich habe lange darüber nachgedacht.

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M

Rezension zu "Nach uns die Pinguine" von Hannes Stein

Eine überwiegend anregende Lektüre
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Eine überwiegend anregende Lektüre

Vor allem der Ort der Handlung und das „Weltszenario“ drum herum ist es, in Verbindung mit der sehr flüssigen und passenden Sprache Stein´s, was diesen schmalen (offiziellen) Kriminalroman zu einem anregenden Lesevergnügen gestalten.

Wobei Stein, was vielleicht zur Zeit der Abfassung des Buches noch gar nicht so deutlich mit der Problematik um Nord-Korea im Raume stand, die Anfänge der, im Buch bereits geschehenen, weltweiten Katastrophe und „Vernichtung“ weiter Teile der Menschheit genau jenen Punkt in den Mittelpunkt setzt, der aktuell von vielen kompetenten Sicherheitsfachmännern und -Frauen warnend vor Augen gesetzt wird.

Wie sich aus begrenzten Konflikten, Missverständnissen, Provokationen umgehend eine weltweite Katastrophe entwickeln kann. Was Stein nicht dezidiert Seitenweise beschreibt, was bei ihm auch nicht in Asien den Anfang nimmt, sondern was, wie nebenbei, im Verlauf der Lektüre dem Leser in seinen Hintergründen immer klarer bekannt gemacht wird.

So erklärt sich dann auch, was es mit diesem Kreuzfahrtschiff auf sich hat, dass vor Stanley, der Hauptstadt der Falkland-Inseln, als nun wohl dauerhafte Unterkunft für die Passagiere dient.

Vordergründig aber geht es um Mord. An einem der beliebtesten Menschen unter der überschaubaren Einwohnerzahl. Und das Motiv und, vor allem, wie dieser Mord überhaupt vollzogen werden konnte.

Was Stein Gelegenheit gibt, eine ganze Reihe von Figuren näher zu beleuchten, die durchgehend je von einer gewissen „Exotik“ umgeben sind und weiterhin Gelegenheit gibt, ab und an Nachrichten „aus dem Rest der Welt“ in die abgeschlossene Gemeinschaft auf den Inseln eindringen zu lassen.

Die ironisch und mit einer guten Portion Humor zwar daherkommen. Ein Lachen, was dem Leser allerdings umgehend nach einigen Sätzen im Halse steckenbleibt. Denn auch die zweite, große Konfliktfläche der Gegenwart, das Widererstarken teils esoterischer, teils traditioneller religiöser „Fanatismen“ treibt in einer Art und Weise in den einzigen beiden „Rest-Kommunen“ der Menschheit außerhalb der Falklands kaum zu glaubende, durchaus auch grausame Blüten.

So dass, insgesamt, der (eher an sich nicht sonderlich bewegende oder spannende „Kriminalfall“) mehr und mehr in den Hintergrund tritt, um die eigentlichen Anfragen des Buches zur Wirkung kommen zu lassen. Was und warum (um alles in der Welt) die Menschheit aktuell umtreibt, sich selbst, das Fortbestehen des Planeten und die Zukunft aller so in Frage zu stellen. Eine Anfrage, die Stein trotz aller anregender und humorvoller Weise der Darstellung letztlich nicht positiv beantwortet. Denn auch in der Gegenwart des Romans, selbst in der eher sachlich-vernünftig orientierten Gemeinschaft der „Reste“ menschlicher Zivilisation auf den Falklands kommt von „außen“ wiederum Unvernunft mit ins Spiel und auch von „innen“ scheint es nicht möglich zu sein, fanatisches, auf sich bezogenes Denken wirklich abzuwehren (was wieder zum Mord und seinem Motiv führen wird).

Das einzig bedauerliche an der Lektüre ist, dass die Einzigartigkeit von Flora und Fauna der Falklands und die ganz besondere Lebensatmosphäre dort ein wenig spärlich behandelt wird, so dass dieser raue, entlegene, aber sehr interessante geographische Ort zu wenig plastisch mit im Raum schwingt.

Dass aber vielleicht die mindestens 13 Pinguinarten auf den Inseln tatsächlich dem Menschen als „Herren der Falklands“ nachfolgen könnten (wenn nicht gar weltweit), das ist ein Gedanke, der sich nach der Lektüre des Buches mit seinem wunderbar doppeldeutigen Titel zumindest eine gewisse Geltung verschafft.

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walli007s avatar

Rezension zu "Der Komet" von Hannes Stein

Was wäre wenn
walli007vor 3 Jahren

In Sarajewo hat das Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand nicht stattgefunden, denn der zukünftige Monarch war schlau genug nach einem ersten gescheiterten Versuch, sich nicht noch einmal der Gefahr auszusetzen. Damit wurde nicht nur der erste sondern auch der zweite Weltkrieg verhindert und die Weltordnung wurde wie vor dem ersten Weltkrieg erhalten, dass heißt Europa wird hauptsächlich von Königen regiert. Im Wien der k. u. k. Monarchie lebt es sich gemütlich. Es ist eine Hochburg der Psychoanalyse. In den Salons finden elitäre Veranstaltungen statt und eben bei einer solchen Veranstaltung trifft der schüchterne Alexej von Repin auf die Gastgeberin Barbara Gottlieb.


Was wäre wenn das Attentat von Sarajewo nicht stattgefunden hätte, welche eine Idee. Mit Wiener Kaffeehaus Atmosphäre erzählt der Autor von einer Welt, die der heutigen schon ähnlich ist, die sich aber doch ganz anders entwickelt hat. Auf Fernseher wollte der Autor in seiner Utopie nicht verzichten, die Entwicklung der mobilen Telefone und einiger anderer Modernitäten steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Die Menschen sind satt, in Europa gab es bis auf kleine Scharmützel seit hundert Jahren keinen Krieg mehr, die Kolonien wurden verteilt und die Menschen dort verhalten sich brav. Einzig Amerika steht für sich, allerdings mehr wie im wilden Westen als als Weltbeherrscher. So brav und bieder das Leben der Menschen verläuft, haben sie doch ihre Wünsche und Sehnsüchte. Da hinein platzt die Nachricht von einem Kometen, der die Erde zu zerstören droht.


Eine witzige Idee, zu der es ein Drehbuch geben müsste. Gut kann man sich die Filmbilder vorstellen, die bei einer filmischen Umsetzung über den Bildschirm flimmern würden. In Worten dargestellt gerät die Handlung, obwohl sie weniger als 300 Seiten umfasst, manchmal etwas sehr in die Beschreibung der Umstände und der Geschichte, die so oder so ähnlich stattgefunden hat oder eben nicht. Trotzdem bangt und hofft man mit den Menschen der Katastrophe entgegen.


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