Wie noch anti sein in Berlin, wie noch Shantys singen im Zeitalter der Dampfschifffahrt? Hannes Wesendonks Gedichte versuchen es, inkl. freiheraus und einem Namedroppring, das sich als Mic-Dropping inszeniert.
Thematisch reihen sich viele Texte ein in den wachsenden Chor der Postmoderne, in dem sie sich nicht als einzige bemühen, schief zu singen. Trotzdem gelingt es ihnen hier und dort mit einer Idee entwaffend hervorzustechen.
Genretreu balancieren sie ihre kritische Haltung auf dem schmalen Grat zwischen Selbstironie und Hintersinn (also zwischen verkopft und am Arsch (vorbei)). Manchmal geht die Pointe mit den Texten durch, manchmal gehen die Text als Pointe durch.
Alles in allem keine schlechte Lektüre, aber ich muss zugeben, dass ich die Gedichte in ihren wenigen ernst-ehrlichen Momenten und Lesarten am stärksten finde. Der Kontrast zum Rest verstärkt dieses Gefühl noch. Soll er vielleicht auch.
Lyristix


