Honigtot

von Hanni Münzer 
4,2 Sterne bei342 Bewertungen
Honigtot
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (275):
N

Der Anfang war für mich etwas schwierig. Doch dann wurde es immer besser. Ich dachte am Ende es wäre eine reale Biografie. Richtig gut.

Kritisch (23):
N

Habe das Buch bei Seite ca. 395 abgebrochen. Anfangs war das Buch richtig gut. Es war nichts für mich.

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Inhaltsangabe zu "Honigtot"

Wie weit geht eine Mutter, um ihre Kinder zu retten? Wie weit geht eine Tochter, um ihren Vater zu rächen? Wie kann eine tiefe, alles verzehrende Liebe die Generationen überdauern und alte Wunden heilen? Als sich die junge Felicity auf die Suche nach ihrer Mutter macht, stößt sie dabei auf ein quälendes Geheimnis ihrer Familiengeschichte. Ihre Nachforschungen führen sie zurück in das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit und zum dramatischen Schicksal ihrer Urgroßmutter Elisabeth und deren Tochter Deborah. Ein Netz aus Liebe, Schuld und Sühne umfing beide Frauen und warf über Generationen einen Schatten auf Felicitys eigenes Leben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492307253
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:13.04.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 13.04.2015 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Elena_Franzvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Anfangs mitgerissen, doch nach paar hundert Seiten war die Luft raus.
    Spannender Titel ..das wars aber auch schon

    Anfangs mitgerissen, doch nach paar hundert Seiten war die Luft raus. Habe aber bis zum Schluss durchgehalten und war richtig entäuscht. Das Ende des Romans war offensichtlich zu viel ausgeschmückt. Naja so schnell wird aus einer guten Idee ein Groschenroman. Schade...

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    RKMs avatar
    RKMvor 4 Monaten
    Arglos und ahnungslos

    Voller Erschrecken wird man Zeuge, wie sich aus der Not eines Volkes ein diktatorisches Regime entwickelt und wie Menschen ahnungloses Opfer oder  verächtlicher Nutznießer werden. Man möchte den Protagonisten immer wieder zurufen: 'siehst du denn nicht, was passiert, fliehe oder wehre dich doch', aber genauso machtlos, wie die Opfer damals fühlt man sich als Leser heute. Die Geschichte zieht mich in ihren Bann, wie ein Sog, dem man nicht entkommt. Man möchte doch glauben, dass die Menschen ihre Lehren aus der Geschichte gezogen haben, wir sollten doch wissen, welche schreckliche Eigendynamik die Verblendung ideologisierter Massen nach sich zieht.

    Die Verknüpfung der tragischen Schicksale der handelnden Personen mit den geschichtlichen Hintergründen macht dieses Buch so lesenswert.

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    walli007s avatar
    walli007vor 7 Monaten
    Jemals lernen?

    Nachdem Felicitys Großmutter verstirbt verschwindet ihre Mutter Martha ohne ein Wort. Völlig konsterniert folgt Felicity ihrer Mutter nach Rom. Was hat die Mutter von Seattle nach Europa geführt? Die Spur führt in die Vergangenheit, die relativ behütete Zeit im München der 1920er, die große Liebe zwischen Urgroßvater und Urgroßmutter, die durch das Nazi-Regime grausam beendet wird. Die Geschichte niedergeschrieben hat die Großmutter vor langen Jahren. Felicity kann kaum fassen, welches Schicksals ihre Großmutter erleiden musste. Von einem braunen Schergen verführt und missbraucht, stellt sie ihre eigenen Wünsche hintenan, um den kleinen Bruder zu retten.


    Oft unerkannt sind die Lebensgeschichten der Vorfahren, gerade die Generation, die den zweiten Weltkrieg durchmachen musste. Wieviel wurde da nicht erzählt, nicht aufgeschrieben. Da sind die Mitläufer, die sich durchmogelten, ohne Stellung zu beziehen. Diejenigen, die reingezogen wurden und sich nicht gewehrt haben. Die, die alles versuchten, ihre Lieben zu retten und doch scheiterten. Andere, die sich prostituierten, um andere zu schützen. Die Wenigen, die den Schritt in den Widerstand wagten. Die Täter, deren Perfidität ohne Gleichen ist und die leider häufig nicht hart genug bestraft wurden. Kann es bei einer Lebensgeschichte, die von großen Härten geprägt ist, überhaupt so etwas wie ein glückliches oder erfülltes Leben geben? Eher nicht. Generationen überspannend bleibt die Familie gefühlsmäßig verhärtet.


    Bei dem Leid, welches Krieg und Nazi-Herrschaft über die Menschen gebracht haben, würde man wünschen, die Menschen hätten endlich gelernt. In Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes steht: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Da gibt es keine Einschränkung, da darf es keine Einschränkung geben. Vor diesem Hintergrund mag man kaum glauben, wie es heute in der Welt zugeht. Würden sich doch nur alle an diese einfachen Worte halten, dürfte es gewisse Äußerungen und gewisse Gruppierungen nicht geben. Vor diesem Hintergrund gelesen, macht der Roman mit eindringlichen Worten klar, dass Krieg und Unmenschlichkeit die Welt ganz sicher nicht besser machen. Noch Generationen später sind die Auswirkungen zu spüren. Doch man gewinnt den Eindruck, dass wenn ein Krieg mal überwunden werden könnte, setzt keine glücklichere Phase ein, sondern eher eine Phase des Vergessens und Verleugnens, in der die selben entsetzlichen Taten wieder begangen werden. Man steht ziemlich fassungslos davor und möchte Bücher wie dieses jedem empfehlen, der auch nur ein einigermaßen mitfühlendes Herz hat.


    4,5 Sterne

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    Lesemaus85s avatar
    Lesemaus85vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich war zu Tränen gerührt. Ein schöner Stil, der den Leser abholt und mitnimmt. Empfehlenswert.
    Die Hölle ist leer. Alle Teufel sind hier.

    Still und stumm sollten wir leiden. Und so sollten wir auch sterben.
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    Felicity folt ihrer Mutter nach Rom. Was hat ihre Mutter über ihre Großmutter herausgefunden, das sie so schockiert? In Rom erfährt Felicity vom Schicksal ihrer Großmutter und von der Macht der Liebe, die Generationen verbindet und Schicksale vereint...
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    Der Roman beginnt in der Gegenwart bei Felicity und ihrer Mutter Martha.
    Der Anfan gestaltet sich etwas holprig und hat mir nur schwer Zugang zu der Geschichte gewährt.

    Doch dann gewinnt die Geschichte und auch der Stil an Fahrt. Die Autorin schafft es mit ihrem Eintauchen in die Vergangenheit, in das Schicksal einer Familie im Zweiten Weltkrieg, den Leser doch noch abzuholen und festzuhalten.

    Man lernt verschiedene Protagonisten kennen, was die Geschichte abwechslungsreich und sehr spannend gestaltet. Man leidet und fiebert mit Deborah und Marlene mit.
    Ein ums andere Mal stockte mir der Atem. Das grausame Schicksal der Menschen treibt einem die Tränen in die Augen. Aber der Mut, die Kraft, die Liebe, die Tapferkeit der Zusammenhalt und die Loyalität der Menschen sorgt für eine einmalige Atmosphäre im Buch.

    Der Abschluss gestaltet sich dann leider etwas langwierig und schafft es nicht richtig mich zu fesseln.
    Felicity und ihre Mutter in der Gegenwart können mich nicht überzeugen wie Deborah und Marlende in der Vergangeheit.

    Darum 4 von 5 Sterne --- absolut empfehlenswert. Lesenswert.

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    Mlle-Facettes avatar
    Mlle-Facettevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Man darf sich nicht vom lahmen Anfang beirren lassen. Die Erzählung der Vergangenheit ist großartig!
    Wenn man den Anfang übersteht, erwartet einen eine wirklich tolle Erzählung

    Man darf sich nicht vom lahmen Anfang beirren lassen. Dieser wirkte auf mich abgedroschen und öde und ich war kurz davor aufzugeben. Ein Glück, dass ich das Buch während einer Zugfahrt las und den schlechten Anfang der Langeweile vorzog. 
    Denn die Erzählung der Vergangenheit die dann schließlich folgt ist wirklich großartig!



    Lasse ich Anfang und Ende also außen vor, dann ist es eine wirklich gute und lesenswerte Geschichte, mit tollen Charakteren und interessanten und spannenden Entwicklungen. Und das alles so authentisch beschrieben, dass man sich wirklich in die Zeit zurück versetzt fühlt.

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    Marielvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr spannend und berührend
    Sehr spannend und berührend

    Ich habe das Buch verschlungen.

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    JulieMalies avatar
    JulieMalievor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Geschichte ist historisch interessant, aber leider viel zu langatmig geschrieben. Habe mir das Buch ganz anders vorgestellt.
    Ein historisch interessantes Buch, was sein Potenzial durch zu viele Längen verschenkt.

    "Honigtot" von Hanni Münzer erzählt die Familiengeschichte der jungen Amerikanerin Felicity, die sich in Rom auf die Suche nach ihrer Mutter macht und dabei auf die quälenden Geheimnisse ihrer Familie trifft.

    Mich persönlich konnte das Buch bzw. sein Aufbau nicht überzeugen. Hanni Münzer erzählt in diesem Roman nicht nur eine Geschichte, sondern gleich drei. Das kann toll sein, in diesem Buch führt es aber leider nur dazu, dass sich die Handlung unendlich in die Länge zieht und man das Interesse an der eigentlich historisch interessanten Handlung zwischenzeitlich komplett verliert. Nicht nur, dass viel zu viele Personen in dem Buch auftauchen, von denen man nicht weiß, ob sie für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig sind, auch die Gedankensprünge der Protagonisten zwischen der Vergangenheit und der Zukunft fordern von dem Leser eine hohe Aufmerksamkeit und viel Konzentration. Manchmal fiel es mir schwer, den roten Faden der Geschichte wiederzufinden. Hinzu kommt, dass ich oft das Gefühl hatte, dass die Figuren in ihren Gedanken von dem eigentlich wichtigen Geschehen abweichen und mir Informationen vermitteln, die ich für die Handlung des Buches überhaupt nicht brauche. In den zahlreichen, überflüssigen Details sehe ich den Hauptgrund für die Langatmigkeit des Romans. Dennoch muss ich auch sagen, dass die Geschichte gegen Ende noch einmal Fahrt aufnimmt und ich das Buch auf den letzten Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich wünschte, so wäre es mir mit dem gesamten Buch gegangen.

    Ein weiteres Hauptproblem bestand für mich in der Art und Weise, wie Felicity's Familiengeschichte aufgedeckt wurde. Statt einfach nur das Tagebuch der Großmutter abzudrucken hätte ich es schöner gefunden, wenn die Protagonistin selbst recherchiert hätte, um die Historie ihrer Vorfahren selbst aktiv herauszufinden. So wäre Felicity vermutlich nicht zu einer Randfigur des Buches geworden.

    Dennoch gibt es auch einige Punkte, die mir an dem Buch gefallen haben. Zum einen sind das die historischen Fakten, die man quasi im "Vorbeilesen" vermittelt bekommt. Dadurch liest man nicht nur einfach eine Geschichte, sondern schult auch noch seine Allgemeinbildung. Leider war es aber insbesondere am Anfang so, dass ich mich manchmal gefühlt habe, als würde ich ein Geschichtsbuch lesen. Aber auch dieser Eindruck verflüchtigte sich gegen Ende des Buches.
    Weiterhin war der Schreibstil der Autorin, bis auf die zwischenzeitlichen Sprünge, angenehm zu lesen. Einen Pluspunkt bekommt das Buch von mir für die Figuren, die an reale Persönlichkeiten des Naziregimes angelehnt sind. Dadurch bekommt die Geschichte einen sehr interessanten Realitätsbezug.

    Fazit:
    "Honigtot" erzählt eine historisch sehr gut aufgearbeitete und interessante Geschichte, die einen den Zweiten Weltkrieg aus einer sehr nahen Figurenperspektive erleben lässt. Leider konnte mich der Aufbau und der Detailreichtum des Buches gar nicht überzeugen. Ich möchte aber trotzdem gerne ein weiteres Buch von Hanni Münzer lesen, schon allein weil ich dadurch die Weltgeschichte auf eine besondere Art und Weise kennenlernen kann.

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    Mrs-Jasmines avatar
    Mrs-Jasminevor einem Jahr
    Stimmte mich nachdenklich...

    Die erste Hälfte des Buches stimmte mich sehr nachdenklich! Die andere Hälfte war mitreißend und spannend! Aber leider war Marlene ab der zweiten Hälfte, meines Erachtens nach, doch irgendwie die Hauptperson. War trotzdem super zu lesen. Hätte mir allerdings gewünscht das die Hauptprotagonistin das ganze Buch über Hauptperson bleibt. Deswegen einen Stern abzug. Ansonsten war es wirklich toll zu lesen und vor allem hat es mich auch nachher noch sehr beschäftigt!

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    Miamous avatar
    Miamouvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Es war nicht so überschwänglich mitreißend, wie erwartet....aber vieles war gut!
    Vier Generationen, eine Geschichte...

    Mit „Honigtot“ hat Hanni Münzer den ersten Teil ihrer Reihe vorgelegt und mit dem Wissen, dass es noch Nachfolger (einer kam ja schon im Herbst des letzten Jahres) geben wird, geht man vielleicht ein wenig anders an die ganze Geschichte heran.

    Denn, um das Pferd mal von hinten aufzuzäumen, am Ende des Buches bleibt doch einiges offen, was nur logisch erscheint, da es schließlich noch Stoff für Nachfolgebände geben muss. Es überrascht daher nicht so, dass das Buch nicht vollständig in sich geschlossen wird, besonders was Marlene betrifft, von der ja der gesamte zweite Teil der Reihe handelt.

    Aber zurück auf Anfang: Die Geschichte beginnt in Amerika, wo Felicitys Großmutter nach längerer Krankheit verstirbt. Ihrer Tochter und ihrer Enkelin hat sie ein Manuskript über ihr Leben hinterlassen, jedoch in hebräischer Sprache. Zusätzlich noch einen Hinweis der Rom betrifft. Ohne viel Federlesens macht sich Felicity Mutter, nachdem sie das Manuskript gefunden hat, mit diesem auf nach Rom. Felicity reist ihr hinterher und die beiden Frauen treffen auf Pater Simone, der den hebräischen Text ins Deutsche übersetzt. Dabei lernen Felicity und ihre Mutter Martha die Vergangenheit ihrer beiden Vorfahrinnen kennen. Eine Vergangenheit, die in die Zeit der Naziherrschaft und des zweiten Weltkriegs führt.

    Die eigentliche Geschichte wird, wie fast erahnbar, in einer großen Rückblende erzählt. Zunächst landet der Leser in einem ziemlichen Familienidyll. Elisabeth, eine große Sängerin ihrer Zeit und die Urgroßmutter von Felicity, heiratet den Arzt Gustav. Sie leben in einem Nobelviertel von München, können sich Mägde und Köche leisten, sind hoch angesehen und bekommen zwei entzückende Kinder. Deborah, die Großmutter von Felicity, und Wolfgang. Doch sehr schnell wirft die Machtergreifung Hitlers ihre Schatten voraus, den Gustav ist Jude und daher Staatsfeind Nummer 1. Die Familie plant die Flucht, wobei Gustav vorreisen soll und einige Tage später als verschollen gilt. Elisabeth, die bis dorthin in ihrer Blase aus Glamour und Reichtum gelebt hat, muss sich plötzlich auf die Beine stellen und um die Sicherheit ihrer Kinder kämpfen, lernt dabei den Nazi Albrecht Brunnmann kennen, der sich sehr für sie einsetzt.

    Besonders die erste Hälfte der Geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen. Mit viel Charme führt Hanni Münzer ihre Leser in diese Generationengeschichte ein. Elisabeth ist noch sehr jung und naiv als sie heiratet. In Gustav sieht sie ihren geliebten Ehemann, aber auch ihre Stütze und ihren Beschützer. Als dieser plötzlich wegfällt, muss sie alleine weiterkämpfen und ich gestehe, dass ich vor ihrem Mut das zu tun, den Hut ziehe. Man nimmt ihr diese Verwandlung der naiven Diva zur Kämpferin doch ab, weil sie plötzlich nicht mehr anders kann und die Sorge einer Mutter, die ihre Kinder, die wohlgemerkt ja auch Halbjuden sind, sie einfach dazu antreibt alle Hebel in Bewegung zu setzen. Zugegeben waren diese öfter angedeuteten Fluchtversuche dann etwas, dass sich immer wieder erfolglos wiederholt hat und die Gründe warum es nicht funktioniert hat, waren nicht sehr spektakulär, nichts desto trotz fand ich Elisabeth als Kämpfernatur doch sehr sympathisch. Dass sie sich schlussendlich dazu entschieden hat ihren vermeintlichen Retter Albrecht Brunnmann zu heiraten…nun, ich finde es immer unfair im Nachhinein darüber zu urteilen. Aus heutiger Sicht ist es leicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu sagen „wie konnte sie nur“. Wir haben das Glück nicht in dieser Situation zu sein, wer weiß, wie weit wir für unsere Familie und unsere Freunde gegangen wären.

    Im Klappentext ist vermerkt, dass sie sich mit Albrecht Brunnmann den Teufel ins Haus geholt hat, was man natürlich so unterschreiben kann. Denn er hat nicht nur ein Auge auf die Mutter, sondern auch auf die Tochter geworfen und sehr perfide legt er einen Plan an, wie er sich auch die Tochter zu Eigen machen kann. Ab diesen Zeitpunkt zeigte das Buch für mich dann deutliche Schwächen auf. Deborah wird von Albrechts Bruder wie ein Lamm zum Schlachten geführt und ich fand das alles sehr theatralisch und irgendwie gar nicht passend. Plötzlich darf sie mit Albrecht um die halbe Welt reisen und während er zu Beginn ihrer Reise ständig an ihr klebt (und es passiert natürlich auch das, was passieren muss), verschwindet Albrecht dann immer mehr aus der Handlung und tritt nur mehr gegen Ende kurz aber gewaltig in Erscheinung. Wohin die Autorin mit Deborah eigentlich hin wollte, blieb mir bis zum Schluss ein Rätsel. Für mich konnte sie sich nicht wirklich entscheiden, ob Deborah das glamouröse Naziliebchen oder eine mutige Widerstandskämpferin werden sollte. Für mich war sie beides nicht, weswegen ich mir mit ihr besonders schwer tat.

    Zudem hat sich für mich die Handlung in der zweiten Hälfte sehr zerrissen. Plötzlich waren da enorme Zeitsprünge und man konnte daher die Entwicklung der Figuren nur sehr schwer nachvollziehen. Viele Szenen (bspw. die am Krakauer Marktplatz oder das Geplänkel zwischen Deborah und Jakob) fand ich mehr als unnötig und ich bekam das Gefühl, dass die Handlung somit nur künstlich in die Länge gezogen wurde. Andere Szenen, die für die Handlung an sich um einiges wichtiger und auch für den Leser (zumindest war das bei mir der Fall) weitaus interessanter gewesen wären (weil sie eben des Pudels Kern getroffen hätten), wurden oft nur in ein oder zwei Sätzen abgehandelt (bspw. wo Vater Gustav ist oder was Albrecht Brunnmann tatsächlich für eine hässliche Aufgabe hat).

    Gut recherchiert hat Hanni Münzer auf jeden Fall, was die wahren Begebenheiten der Naziherrschaft betrifft. Sie lässt viele geschichtliche Hintergründe gekonnt in die Handlung einfließen, spart jedoch leider, leider auch nicht damit den moralischen Zeigefinger zu erheben, was ich, wie bereits erwähnt, im Nachhinein gesehen immer als sehr problematisch empfinde. Der Schreibstil ist gut und sehr flüssig. Die Autorin kann die Schauplätze außergewöhnlich und sehr bildgewaltig beschreiben.

    Schlussendlich hat Hanni Münzer aber auch eine schöne Botschaft an uns, nämlich „dass die Liebe die Welt heilen kann“ und wie fragil wir eigentlich unterwegs sind, um die Welt nicht noch einmal in ein Chaos eines Weltkrieg stürzen.

    Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an das Buch, da es in der Öffentlichkeit auch wirklich hoch gelobt wurde. Jetzt zu sagen, dass sie nicht erfüllt wurden, wäre zu brutal, aber besonders nach der ersten Hälfte hat die Handlung für mich an Glaubwürdigkeit und Logik nachgelassen. Vieles war gut, anderes weniger.


    Kommentare: 2
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    LisaTorbergs avatar
    LisaTorbergvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein beeindruckendes Buch mit Tiefgang.
    Schlimmes aus der Vergangenheit mit Feingefühl beschrieben

    Selbst für Betroffene, die einen Teil ihrer Familie in den beschriebenen Zeiten verloren - und somit nie kennengelernt - haben, ist dieses Buch eine positive Lektüre. Hanni Münzer beschreibt mit viel Feingefühl und Takt Greueltaten und Ereignisse aus einer nicht allzu fernen Vergangenheit. Meine absolute Leseempfehlung.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    YvetteHs avatar
    Hallo zusammen,

    bei der Insider Top-3-Voting Challenge haben wir beschlossen unsere ausgewählten Bücher zusammen zu lesen.

    Beginn ist der 01.01.2017

    Wir lesen mit unserem eigenen Exemplar - es gibt keine Bücher zu gewinnen - und jeder darf mitmachen, auch wenn er (noch) nicht bei der Challenge dabei ist.

    Wichtig für die Challenge - Teilnehmer:
    Die Rezension sollte spätestens am 31.01.2017 eingestellt werden, damit ihr euer Los für die Gewinnauslosung am Jahresende erhaltet.

    Das war´s schon und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Lesen!
    YvetteHs avatar
    Letzter Beitrag von  YvetteHvor 2 Jahren
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