Hanns-Josef Ortheil

 4.1 Sterne bei 567 Bewertungen
Autor von Die Erfindung des Lebens, Die große Liebe und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Hanns-Josef Ortheil

Moderne Klassiker. Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er absolvierte eine pianistische Ausbildung und studierte u.a. Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie in Mainz, Göttingen, Paris und Rom. 1976 promovierte er an der Universität in Mainz, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt war. Nach verschiedenen Anstellungen an deutschen Universitäten leitete er den Studiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. 2009 wurde er außerdem zum Direktor des neu gegründeten Instituts für Literarisches Schreiben in Hildesheim. Ortheil gehört zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart und sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Unter Anderem mit dem Aspekte-Literaturpreis des ZDF, mit dem Brandenburgischen Literaturpreis und mit dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Neue Bücher

Die Mittelmeerreise

 (2)
Neu erschienen am 12.11.2018 als Hardcover bei Luchterhand.

Die Mittelmeerreise

 (1)
Neu erschienen am 12.11.2018 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Der Typ ist da

 (8)
Erscheint am 11.02.2019 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Hanns-Josef Ortheil

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Die Erfindung des Lebens

Die Erfindung des Lebens

 (118)
Erschienen am 11.04.2011
Die große Liebe

Die große Liebe

 (68)
Erschienen am 06.04.2009
Das Kind, das nicht fragte

Das Kind, das nicht fragte

 (38)
Erschienen am 13.10.2014
Die Berlinreise

Die Berlinreise

 (29)
Erschienen am 09.11.2015
Liebesnähe

Liebesnähe

 (31)
Erschienen am 09.02.2015
Das Verlangen nach Liebe

Das Verlangen nach Liebe

 (31)
Erschienen am 01.09.2009
Die Moselreise

Die Moselreise

 (23)
Erschienen am 09.05.2012
Die geheimen Stunden der Nacht

Die geheimen Stunden der Nacht

 (27)
Erschienen am 06.08.2007

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Neue Rezensionen zu Hanns-Josef Ortheil

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Rezension zu "Die Mittelmeerreise" von Hanns-Josef Ortheil

Reiseroman voller Emotionen und Niveau
Sigismundvor 20 Tagen

Ein aus mehreren Gründen ungewöhnlicher Roman ist „Die Mittelmeerreise“ von Hanns-Josef Ortheil (67), im November beim Luchterhand-Verlag erschienen. Nach seiner „Moselreise“ (2010) und der „Berlinreise“ (2014) ist dies die Schilderung einer weiteren Urlaubsreise des Knaben Ortheil mit seinem Vater. Ungewöhnlich ist dieser detaillierte Reisebericht schon wegen seiner Mischung aus längeren Prosatexten des erst 15-jährigen Ortheil mit originalen Tagebucheinträgen und kurzen Essays, ergänzt durch einige zum jeweiligen Thema passende Reisenotizen des bald 60-jährigen Vaters.
Sohn und Vater reisen als einzige Passagiere im Sommer 1967 auf einem Frachtschiff von Antwerpen, vorbei an Gibraltar ins Mittelmeer, in griechische Häfen und weiter bis Istanbul. Es ist die erste Auslandsreise des Latein- und Griechisch-Schülers und angehenden Pianisten. Sowohl auf hoher See als auch in den fremden Häfen überwältigen neue, intensive Eindrücke den bislang in Köln als Einzelkind eher in Klausur lebenden Knaben. Auch die vielen Gespräche mit den charakterlich so unterschiedlichen Schiffsoffizieren, aber auch mit dem Steward Denis, nur acht Jahre älter als er, prägen den noch unerfahrenen Jungen. Denis ist es, der den jungen Ortheil in Griechenland in die ihm völlig fremde Welt von Love, Drugs and Rock'n'Roll einführt. In einer Diskothek lernt Hanns-Josef die 23-jährige Delia kennen, die ihn spontan verführt und damit emotional überfordert.
So gleicht diese Mittelmeerreise mit ihren Stürmen und überwältigenden Eindrücken für den Gymnasiasten Ortheil nicht nur der Odyssee des von ihm verehrten Dichters Homer, sondern wird für den Pubertierenden zu einer ganz persönlichen, verwirrenden Odyssee aus dem Kindesalter in die Männlichkeit. Der junge Ortheil beobachtet in seinen Reisenotizen nicht nur die Wandlung in sich selbst, seinen Weg in die Selbstständigkeit des Erwachsenen, sondern beginnt auch, seinen Vater und ständigen Begleiter – sowie aus der Ferne seine daheimgebliebene Mutter – aus neuem Blickwinkel, mit den Augen eines erwachsenen Sohnes zu sehen, der sich, statt sich wie bisher führen zu lassen, nun seinerseits um den bald 60-jährigen „alternden“ und herzschwachen Vater sorgt.
„Die Mittelmeerreise“ wird alle Freunde Ortheil'scher Bücher sicher begeistern. Doch sollte man seine autobiographischen Bände „Die Erfindung des Lebens“ (2009) und „Der Stift und das Papier“ (2015) gelesen haben, um zu wissen, wie aus dem einst stummen Kind, das sich nur schriftlich mitzuteilen wusste, jede Beobachtung notierte und später zu Erzählungen ausarbeitete, ein so sprachgewaltiger Schriftsteller wurde. Es ist die Authenzität dieses Erzählens, die die Freunde seiner Bücher immer wieder, so auch in diesem neuesten Werk, begeistert.
Wer Ortheils Bücher noch nicht kennt, mag das 635 Seiten starke Werk irgendwann, spätestens in der zweiten Hälfte wohl zu Recht langweilig finden. Spannt sich der Handlungsbogen anfangs nach dem Auslaufen und den Stürmen auf hoher See, über die ersten Landgänge bis hin zu den ersten romantischen und sexuellen Erfahrungen des 15-Jährigen mit der jungen Griechin noch auf, flacht er in der zweiten Hälfte des Buches mangels neuer Überraschungen wieder ab. Ortheils Art zu schreiben mag man oder man mag sie nicht. Doch ich schätze Ortheils "leise Art" zu schreiben, seine genaue Beobachtungsgabe und die heute bei vielen verloren gegangene Fähigkeit, sogar in Kleinigkeiten, scheinbar Nebensächlichem, noch etwas Großes zu entdecken.

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Rezension zu "Die Mittelmeerreise" von Hanns-Josef Ortheil

Ein ganz besonderes Hörerlebnis
WinfriedStanzickvor einem Monat


 

Über Hanns-Josef Ortheils Kindheits -Roman "Die Erfindung des Lebens" schrieb ich vor vielen Jahren:

"Ortheil hat es in seinem wohl persönlichsten Buch auf eine meisterhafte Weise verstanden, das Gestern und das Heute zu verbinden und zu einer einmaligen Leseerfahrung zu machen.

Schon lange hat kein Buch mehr so mitfühlend vom Leben und der Liebe geschrieben. Ortheils Roman ist ohne jeden Kitsch und ohne jedes Pathos ein Buch, dessen wahre Geschichte noch das härteste Leserherz erweichen wird. Ein Buch über die heilende Kraft der Musik und die lebensrettende Wirkung des Schreibens und der Literatur. Denn niemand wird dieses Buch nach atemlosem und gebannt - mitfühlendem Lesen aus der Hand legen, ohne so etwas wie wirklichen Trost und Ermutigung für sein eigenes Leben gespürt zu haben, wie immer es auch aussehen mag.

Ein großes Buch, ein wahrhaft meisterhafter Roman."

Vielen Menschen ist es bei der Lektüre dieses wunderbaren Buches ähnlich gegangen, und viele werden, so wie ich, danach auch  "Die Moselreise" zur Hand genommen haben, quasi der Vorläufer des gleich anzuzeigenden Buches. Von Hanns-Josef Ortheil als Elfjähriger nach der ersten Reise, die er allein mit seinem Vater unternahm, aufgeschrieben und hier zum ersten Mal, mit begleitenden Essays des Autors ergänzt, veröffentlicht, füllt es eine Lücke über entscheidende Tage im Leben von Ortheil, die in "Die Erfindung des Lebens" nur ganz nebenbei erwähnt worden sind.

Es war diese Reise, der dann viele weitere folgen sollten, die der kluge und umsichtige Vater organisiert hatte, um seinem Sohn aus seiner inneren Gefangenschaft herauszuhelfen. Das Buch ist nicht nur ein schöner Reisebericht, in dem sich das schriftstellerische Talent des späteren Autors schon andeutet, sondern auch ein einzigartiges bewegendes und eindrückliches Dokument einer wunderbaren Vater-Sohn-Beziehung.

 

Nach Vater und Sohn 1964 in Berlin waren  (vgl. Die Berlin-Reise, Luchterhand 2014), unternehmen sie 1967 eine weitere, sehr große „Mittelmeerreise“ auf einem schwer beladenen Frachter, von Amsterdam, durch die Meerenge von Gibraltar bis nach Griechenland und Istanbul.

 

Ähnlich wie schon das Manuskript der „Moselreise“ wanderten auch die Aufzeichnungen des 16- jährigen Johannes, wie ihn sein Vater nennt, in das Familienarchiv, wo sie Hanns-Josef Ortheil wo er es erst vor einiger Zeit wiederentdeckte und mit wachsendem Erstaunen. Er hat sie abgetippt und hat sie zu einem „Roman eines Heranwachsenden“ collagiert.

 

So leicht verändert, wird dieses Buch nun wie die beiden anderen Reiseromane vorher veröffentlicht. Wie schon „Die Moselreise“ das große literarische Talent des gerade Zwölfjährigen zeigte, dem es sehr sensibel gelingt, feine Stimmungen aufzufangen und in Worte zu fassen, zeigt er sich vier Jahre später als gereifter junger Mann, der eine große Odyssee ins Erwachsenenleben beschreibt.

 

 

Wieder beobachtet die Menschen, die er trifft, ganz genau und ihm gelingt es meisterhaft, die Atmosphäre auf dem Frachter zu beschreiben. Er macht sich seine eigenen Gedanken zu Dingen, die er sieht oder Begriffen, die er hört.

 

Ich habe mich nach der Lektüre dieses faszinierenden Buches gefragt, ob im Jahr 1967 irgendein deutscher Verlag dieses Buch eines gerade Sechzehnjährigen veröffentlicht hätte, und welche Wirkung dessen genaue und feinfühlige Beobachtungen gehabt hätte bei der Kritik.

 

Allen Freunden von Ortheil sei dieses Buch sehr empfohlen. Und wer seinen oben beschriebenen und wertgeschätzten Roman noch nicht kennt und die Beschreibung der ersten beiden Reisen - man sollte es nachholen.

 

Trotzdem allem freue ich mich auf den Altersroman von Ortheil.

 

Die hier im Hörverlag vorliegende über 5 stündige inszenierte und mit Musik unterspielte Lesung hat der Autor selbst produziert. Seine Stimme lässt den jungen Mann lebendig werden auf seinem Weg ins Erwachsenenleben und strahlt die große Dankbarkeit seinem Vater gegenüber aus.

 

Ein ganz besonderes Hörerlebnis.

 

 

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Rezension zu "Die Mittelmeerreise" von Hanns-Josef Ortheil

Allen Freunden von Ortheil sei dieses Buch sehr empfohlen
WinfriedStanzickvor einem Monat


 

Über Hanns-Josef Ortheils Kindheits -Roman "Die Erfindung des Lebens" schrieb ich vor vielen Jahren:

"Ortheil hat es in seinem wohl persönlichsten Buch auf eine meisterhafte Weise verstanden, das Gestern und das Heute zu verbinden und zu einer einmaligen Leseerfahrung zu machen.

Schon lange hat kein Buch mehr so mitfühlend vom Leben und der Liebe geschrieben. Ortheils Roman ist ohne jeden Kitsch und ohne jedes Pathos ein Buch, dessen wahre Geschichte noch das härteste Leserherz erweichen wird. Ein Buch über die heilende Kraft der Musik und die lebensrettende Wirkung des Schreibens und der Literatur. Denn niemand wird dieses Buch nach atemlosem und gebannt - mitfühlendem Lesen aus der Hand legen, ohne so etwas wie wirklichen Trost und Ermutigung für sein eigenes Leben gespürt zu haben, wie immer es auch aussehen mag.

Ein großes Buch, ein wahrhaft meisterhafter Roman."

Vielen Menschen ist es bei der Lektüre dieses wunderbaren Buches ähnlich gegangen, und viele werden, so wie ich, danach auch  "Die Moselreise" zur Hand genommen haben, quasi der Vorläufer des gleich anzuzeigenden Buches. Von Hanns-Josef Ortheil als Elfjähriger nach der ersten Reise, die er allein mit seinem Vater unternahm, aufgeschrieben und hier zum ersten Mal, mit begleitenden Essays des Autors ergänzt, veröffentlicht, füllt es eine Lücke über entscheidende Tage im Leben von Ortheil, die in "Die Erfindung des Lebens" nur ganz nebenbei erwähnt worden sind.

Es war diese Reise, der dann viele weitere folgen sollten, die der kluge und umsichtige Vater organisiert hatte, um seinem Sohn aus seiner inneren Gefangenschaft herauszuhelfen. Das Buch ist nicht nur ein schöner Reisebericht, in dem sich das schriftstellerische Talent des späteren Autors schon andeutet, sondern auch ein einzigartiges bewegendes und eindrückliches Dokument einer wunderbaren Vater-Sohn-Beziehung.

 

Nach Vater und Sohn 1964 in Berlin waren  (vgl. Die Berlin-Reise, Luchterhand 2014), unternehmen sie 1967 eine weitere, sehr große „Mittelmeerreise“ auf einem schwer beladenen Frachter, von Amsterdam, durch die Meerenge von Gibraltar bis nach Griechenland und Istanbul.

 

Ähnlich wie schon das Manuskript der „Moselreise“ wanderten auch die Aufzeichnungen des 16- jährigen Johannes, wie ihn sein Vater nennt, in das Familienarchiv, wo sie Hanns-Josef Ortheil wo er es erst vor einiger Zeit wiederentdeckte und mit wachsendem Erstaunen. Er hat sie abgetippt und hat sie zu einem „Roman eines Heranwachsenden“ collagiert.

 

So leicht verändert, wird dieses Buch nun wie die beiden anderen Reiseromane vorher veröffentlicht. Wie schon „Die Moselreise“ das große literarische Talent des gerade Zwölfjährigen zeigte, dem es sehr sensibel gelingt, feine Stimmungen aufzufangen und in Worte zu fassen, zeigt er sich vier Jahre später als gereifter junger Mann, der eine große Odyssee ins Erwachsenenleben beschreibt.

 

 

Wieder beobachtet die Menschen, die er trifft, ganz genau und ihm gelingt es meisterhaft, die Atmosphäre auf dem Frachter zu beschreiben. Er macht sich seine eigenen Gedanken zu Dingen, die er sieht oder Begriffen, die er hört.

 

Ich habe mich nach der Lektüre dieses faszinierenden Buches gefragt, ob im Jahr 1967 irgendein deutscher Verlag dieses Buch eines gerade Sechzehnjährigen veröffentlicht hätte, und welche Wirkung dessen genaue und feinfühlige Beobachtungen gehabt hätte bei der Kritik.

 

Allen Freunden von Ortheil sei dieses Buch sehr empfohlen. Und wer seinen oben beschriebenen und wertgeschätzten Roman noch nicht kennt und die Beschreibung der ersten beiden Reisen - man sollte es nachholen.

 

Trotzdem allem freue ich mich auf den Altersroman von Ortheil.

 

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Hanns-Josef Ortheil wurde am 05. November 1951 in Köln (Deutschland) geboren.

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