Hanns-Josef Ortheil

 4,1 Sterne bei 771 Bewertungen
Autor von Die Erfindung des Lebens, Die große Liebe und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Moderne Klassiker: Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er absolvierte eine pianistische Ausbildung und studierte u.a. Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie in Mainz, Göttingen, Paris und Rom. 1976 promovierte er an der Universität in Mainz, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt war. Nach verschiedenen Anstellungen an deutschen Universitäten leitete er den Studiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. 2009 wurde er außerdem zum Direktor des neu gegründeten Instituts für Literarisches Schreiben in Hildesheim. Ortheil gehört zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart und sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Unter Anderem mit dem Aspekte-Literaturpreis des ZDF, mit dem Brandenburgischen Literaturpreis und mit dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Alle Bücher von Hanns-Josef Ortheil

Cover des Buches Die Erfindung des Lebens (ISBN: 9783442746354)

Die Erfindung des Lebens

 (147)
Erschienen am 11.08.2013
Cover des Buches Die große Liebe (ISBN: 9783641108670)

Die große Liebe

 (80)
Erschienen am 27.02.2013
Cover des Buches Die Berlinreise (ISBN: 9783442749973)

Die Berlinreise

 (40)
Erschienen am 08.11.2015
Cover des Buches Das Kind, das nicht fragte (ISBN: 9783442739813)

Das Kind, das nicht fragte

 (47)
Erschienen am 12.10.2014
Cover des Buches Liebesnähe (ISBN: 9783442748969)

Liebesnähe

 (38)
Erschienen am 09.02.2015
Cover des Buches Das Verlangen nach Liebe (ISBN: 9783641108649)

Das Verlangen nach Liebe

 (36)
Erschienen am 27.02.2013
Cover des Buches Die Moselreise (ISBN: 9783442744176)

Die Moselreise

 (32)
Erschienen am 08.05.2012
Cover des Buches Die geheimen Stunden der Nacht (ISBN: 9783641111861)

Die geheimen Stunden der Nacht

 (27)
Erschienen am 28.03.2013

Neue Rezensionen zu Hanns-Josef Ortheil

Cover des Buches Kunstmomente (ISBN: 9783442773008)
whatklarareadss avatar

Rezension zu "Kunstmomente" von Hanns-Josef Ortheil

Ein Buch für Kunstliebhaber*innen
whatklarareadsvor 7 Monaten

Hanns-Josef Ortheil ist Author, und zwar so richtig. Sachbücher, Drehbücher, Essays, Romane - um die hundert Werke könnte man lesen, so man denn wollte. Dass die meisten von euch wahrscheinlich trotzdem noch nichts von ihm gehört haben, ist wenig verwunderlich. Sagen wir's mal so: Wer mir hier folgt, fällt vermutlich eher weniger in die Zielgruppe der Ortheilschen Literatur.

Vor einigen Jahren habe ich sein "Paris, links der Seine" - einen Reisebericht aus Paris - von einer lieben Freundin zum Geburtstag bekommen und gedacht: Oho, ein alter weißer Mann, der auch wie ein solcher schreibt - der aber gleichzeitig so wunderbar bewandert in Kunst- und Kulturdingen ist, dass ich ihm gerne zuhöre. So also war es geboren, mein Interesse für Hanns-Josef Ortheil. Geht manchmal schneller, als man denkt. 

Dieses Jahr dann fand "Kunstmomente" seinen Weg zu mir, ein neues Buch, in dem Ortheil erzählt, wie er bildende Kunst wahrnimmt und sammelt. Aus seinem Kinderzimmer heraus geht es nach Rom und Paris, in den Westerwald, in Kirchen und Museen - und das auf eine so differenzierte und gleichzeitig nahbare Art und Weise, dass man auch diesen zugegebenermaßen sehr theoretischen Text einfach gern liest. Also ich zumindest. Aber ich find ja Kunst auch cool und Kunsttheorie sowieso, von daher bin ich vielleicht auch nicht der Maßstab für die breiten Massen. Aber wenn ihr es auch liebt, oder ein bisschen mögt, wenn ihr auch das Bedürfnis habt, euer ganzes Leben in einem Tagebuch festzuhalten, Theatertickets in Notizhefte klebt, wenn ihr gerne vor großformatigen Ölgemälden sitzt und euch nicht davor scheut, Geld für Konzertbesuche auszugeben, dann ist dieses Buch vielleicht auch was für euch. Vielleicht - oder ganz gewiss.

Cover des Buches Lesehunger - Ein Bücher-Menu in 12 Gängen (ISBN: 9783630621531)
Maselis avatar

Rezension zu "Lesehunger - Ein Bücher-Menu in 12 Gängen" von Hanns-Josef Ortheil

Eine literarische Überraschung
Maselivor 8 Monaten

Hanns-Josef Ortheil beschäftigt sich in seinem Buch „Lesehunger“ mit dem Leser. Er analysiert, erörtert und untersucht die Räumlichkeiten, in denen Lesen und auch Schreiben stattfinden, beschäftigt sich mit dem Erlernen des Lesens und des Schreibens, triftet ab in seine französische Lieblingsliteratur und komponiert daraus ein 12 Kapitel langes Gespräch, in denen er auf Fragen einer nicht namentlich genannten Besucherin antwortet, die ihn in seinem Anwesen in Stuttgart, auf einem großen, hoch angelegten Gartengelände mit Blick auf die Stadt für eine Woche lang besucht hat.

Ähnelt eine solche Liste nicht einem Koch-Rezept? …: Man nehme und nehme und füge hinzu und nehme noch davon, man lese ein wenig hier und lese dort, man gehe ein wenig hinaus, man lese und komme auf dieses und jenes zurück …, und schon ereignet es sich, das schöne Gespräch …

Meine persönlichen Leseeindrücke

Leser sind Genussmenschen. Das steht schon in meinem Blog und deshalb gibt es dort auch ein paar Rezepten von Speisen, die ich ab und an für meine Familie koche. Das Buch „Lesehunger“ bestätigt in souveräner weise meine These.

Man kann das Lesen sehr gut mit der Nahrungsaufnahme vergleichen, ja man kann sagen: Das Lesen ist die Befriedigung einer bestimmten Form von elementarem Hunger. … Lesen ist die Zuführung einer bestimmten Speise, und diese Speise ist nicht nur „geistiger Art“, wie man oft sagt, sondern immer auch etwas Sinnliches.

Es geht von diesem Buch etwas unglaublich Anziehendes aus und ich möchte es gar nicht aus der Hand legen, so fasziniert bin ich mehr zu erfahren über etwas, das ich in der dargebotenen Intensität über Lesen und Schreiben bisher kaum beachtet habe und das mich vor manchem Leseleiden erlöst hätte.

Ortheil erörtert in einem Gespräch mit einer nicht genannten Besucherin, das sich über einige Tage erstreckt, seine persönlichen Beziehungen zur Literatur. In 12 Gängen tischt er Gedanken und Ausführungen zum Lesen und auch Schreiben in verschiedenen Räumen und Zeiten auf, begründet seine Vorlieben, macht Abstecher zur französischen Literatur, die in seinen Jugendjahren seine Vorstellung vom Schreiben entscheidend geprägt hat. Er erklärt auch, was es mit dem Schreiben auf sich hat.

Alles was der Autor nicht brauchte, um seine eigene Welt zu erfinden und darzustellen, wurde weggelassen, sodass eine inhaltliche wie sprachliche homogene entstanden ist, die uns gerade durch diese Homogenität fesselt und ihren Bann zieht.

Seit ich die Bücher nach obigem Muster betrachte, kann ich meine Zuneigung oder auch Abneigung zu einem Werk verstehen und auch besser ausdrücken. Ich tu mich nun mit kritischen Bewertungen leichter, weil ich mit der obigen Aussage ein Werkzeug in der Hand habe, dass es mir ermöglicht, ein Werk so zu beurteilen, wie ich es empfunden habe. Ich habe also eine Ahnung, an was es liegen konnte, dass mir ein Buch besonders gefallen oder eben weniger zusagt hat.

Der Zusammenhang mit Lesen und Schreiben war mir bekannt, wenngleich nicht in dieser Ausführung. Was ich aber bisher nicht wusste war, warum ich niemals zur Schriftstellerin taugen werde: Lesen ist für mich nichts Lebensnotwendiges, es ist purer Genuss!

Fazit

„Lesehunger“ ist eine literarische Überraschung! Eingepackt in ein Gespräch mit einer unbekannten Besucherin analysiert, erörtert und untersucht Hanns-Josef Ortheil Räumlichkeiten, in denen Lesen und auch Schreiben stattfinden, beschäftigt sich mit dem Erlernen des Lesens und des Schreibens, triftet ab in seine französische Lieblingsliteratur und komponiert daraus ein 12 Kapitel langes Gespräch.

Man sollte, phantasiere ich, eine neue Rezensionsform einführen, Rezensionen aus wenigen, ganz aus dem Herzen kommenden Sätzen, die den Leser auf umwerfende Weise animieren, sich sofort ein bestimmtes Buch oder am besten gleich alle Bücher eines Autors zu kaufen.

Cover des Buches Lo und Lu (ISBN: 9783641108656)
B

Rezension zu "Lo und Lu" von Hanns-Josef Ortheil

Zum Schmunzeln, laut Lachen oder Nachdenken
BKKvor einem Jahr

Inzwischen sind viele Väter, wie ich selbst, in Elternzeit und es ist zum Glück nicht mehr soooo besonders, wie noch zu Ortheils Zeit. Anfangs musste ich mich reinlesen, es ist mein erstes Buch von ihm und er schreibt, wie er denkt, das gefiel mir nicht so gut oder es war anstrengend für mich. Aber seine Gedanken sind wirklich zum Schmunzeln, wenn er zum Beispiel eine Videokamera kauft, um seine Kinder zu filmen oder auch zum laut Lachen, als er und seine Frau zum ersten Mal Freunde zum Essen einladen, die keine Kinder haben. Nachdenklich gestimmt hat mich der "kleine Abschied" von seiner Tochter, als sie in den Kindergarten kommt, das empfand ich genauso, habe es mir aber verboten und mit niemandem darüber gesprochen... Also, das Reinarbeiten lohnt sich alle Mal!   

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Zusätzliche Informationen

Hanns-Josef Ortheil wurde am 05. November 1951 in Köln (Deutschland) geboren.

Hanns-Josef Ortheil im Netz:

Community-Statistik

in 814 Bibliotheken

auf 102 Merkzettel

von 54 Leser*innen aktuell gelesen

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