Der Typ ist da

von Hanns-Josef Ortheil 
4,1 Sterne bei8 Bewertungen
Der Typ ist da
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janmikaels avatar

Von Anmut, Ruhe und Gelassenheit, von Anziehung, Bestimmung und Familie. Die Geschichte klingt so ruhig aus, wie sie erzählt ist.

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Lies sich gut lesen; einige gute Sätze. Aber von Ortheil erwarte ich mehr.

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Inhaltsangabe zu "Der Typ ist da"

Unerwartet ist der Typ plötzlich da. Die Kölner Studentin Mia hat den Restaurator Matteo flüchtig in Venedig kennengelernt und in die Stadt am Rhein eingeladen. Mia lebt mit zwei Freundinnen in einer WG im Kölner Norden. Ihr Gast Matteo strahlt etwas Magisches, Unergründliches, Weltfremdes aus. Hingebungsvoll begibt er sich auf die Spuren uralter Verbindungen zwischen Köln und Venedig, geführt von tief empfundener Religiosität und der Lust am geduldigen Betrachten. Immer näher gerät er an die Abgründe seiner Existenz, ein Sog, der auch seine Mitbewohnerinnen erfasst. Als er zurück in die Heimat will, ist nichts mehr so, wie es einmal war.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442715466
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:11.02.2019

Rezensionen und Bewertungen

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    Kleine8310s avatar
    Kleine8310vor 9 Monaten
    Der Typ ist da

    Lesegrund: 

    Ich wollte schon länger ein Buch von Herrn Ortheil lesen und als, bei seinem neuen Werk, der Klappentext meine Neugier geweckt hat, wurde es direkt gelesen. 

     

    Handlung: 

    In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Mia. Mia lebt gemeinsam mit zwei Freundinnen, in einer WG in Köln und bekommt eines Tages Besuch von Matteo. Matteo ist Venezianer und arbeitet als Restaurator und Mia hat er in Venedig nur flüchtig kennengelernt. Die drei Frauen nehmen Matteo in ihre WG auf und geniessen seine Gegenwart. Er ist unaufdringlich und hat dennoch etwas magisches ansich, was den Frauen unergründlich scheint. Er zeichnet und sucht dabei nach uralten Verbindungen zwischen dem Kölner Norden und dem venezianischen Süden. Diese Nachforschungen fesseln auch Mia und ihre Freundinnen und bringen sie alle vier dazu sich selbst zu hinterfragen ... 

     

    Schreibstil: 

    Der Schreibstil von Hanns - Josef Ortheil hat ohne Frage etwas besonderes. Seine Formulierungen sind nicht nur einfach bildhaft, sondern irgendwie mehr, wobei es mir schwerfällt dieses "mehr" in Worte zu fassen. Es sind liebevolle Details, die die Geschichte zu etwas besonderem machen und dennoch nie langatmig wirken. Eine perfekte Mischung, die zu berühren vermag. 

    Charaktere: 

    Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Ich mag die vielschichtigen Figuren, die Ortheil hier in seiner Geschichte zum Leben erweckt, da sie alle facettenreich sind und sich zudem auch weiterentwickeln. 

     

    Spannung: 

    Den Spannungsbogen hat der Autor recht gut gehalten, sodass ich die Geschichte immer gerne weiterverfolgt habe. Zudem war ich häufig neugierig auf die weiteren Entwicklungen, sowohl in der Handlung, als auch bei den persönlichen der Charaktere. Es gab nur wenige Passagen, bei denen ich mir noch etwas mehr Spannung gewünscht hätte. 

     

    Emotionen:  

    Die Emotionen bringt Hanns - Josef Ortheil in diesem Roman auf ganz verschiedene Art und Weise rüber. Zum einen merkt man natürlich die Emotionen im Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Charakteren, aber zum anderen gibt es auch noch die liebevoll gezeichneten Details zu den Städten Köln und Venedig. Letzteres fand ich wunderbar, da durch die einfühlsamen, bildhaften Beschreibungen, die Faszination und Liebe des Autors, mit auf mich, als Leserin übertragen wurde.  

     

    Wer ein besonderes Buch, welches verschiedene Themen auf emotionale Art und Weise verknüpft, sucht, sollte sich "Der Typ ist da" auf jeden Fall näher anschauen. In unserer schnelllebigen Zeit schreibt der Autor hier mit einem ruhigen und besonderen Blick auf Details, der selten zu finden ist und in Erinnerung bleibt.

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    Sigismunds avatar
    Sigismundvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unbedingt empfehlenswert ist Ortheils neuer Roman "Der Typ ist da"
    Unbedingt empfehlenswert

    Wie alle Bücher des poetischen Schriftstellers Hanns-Josef Ortheil (65, "Die Erfindung des Lebens") ist auch sein im August 2017 bei Kiepenheuer & Witsch erschienener Roman "Der Typ ist da" eine einfühlsame Beschreibung ganz normalen Lebens. Trotz dieser Gewöhnlichkeit schafft es der Autor dennoch, seinen Protagonisten und deren Alltagsleben mit dem Blick aufs Detail etwas Besonderes abzugewinnen. Der junge Restaurator Matteo aus Venedig, unerwartet zu Gast in der Wohngemeinschaft von drei jungen Kölnerinnen, bringt deren scheinbar bestens geregeltes Alltagsleben völlig durcheinander. Denn Matteo ist anders als andere Männer seines Alters. Ihn reizen nicht die schillernden Verlockungen des oberflächlichen Leben seiner Alterskameraden, sondern er konzentriert sich auf das Wesentliche. Seine Art zu leben wirkt auf die jungen Frauen magisch, mystisch und geheimnisvoll, was sie dazu bringt, nicht nur über Matteo, sondern am Ende über sich selbst, über ihre Oberflächlichkeit nachzudenken. Dem Venezianer gelingt es, „nur durch seine Präsenz daran [zu] erinnern, dass sie ihr Leben und ihre Zukunft gründlich überdenken sollten“. Matteo schafft es, ohne dies konkret zu beabsichtigen, allein durch sein Vorbild die Welt seiner Mitmenschen zu verbessern. „Ich füge das Kaputte wieder zusammen, ich beseitige die Schäden, ich gebe den Figuren oder Dingen ihre alte Schönheit zurück“, sagt der junge Restaurator. Hanns-Josef Ortheil überzeugt erneut durch seine Formulierungskunst und den ihm eigenen Schreibstil. Würde es den Fachbegriff „Belletristik“, also „schöne Literatur“, nicht geben, müsste man ihn für die Bücher des Kölner Schriftstellers erfinden - auch für diesen neuen Roman. Meine Meinung: Für Ortheil-Fans ein Muss, für alle anderen Freunde "schöner" Bücher unbedingt EMPFEHLENSWERT.

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    serendipity3012s avatar
    serendipity3012vor einem Jahr
    Das Leben durcheinander gewirbelt

    Das Leben durcheinander gewirbelt 

    Mia, Xenia und Lisa leben in Köln in einer WG. Sie sind eigentlich keine engen Freundinnen, verstehen sich aber gut. Mia hat im Rahmen ihres Studiums vor kurzem ein Austauschjahr in Venedig verbracht und vor ihrer Abreise Zettel mit ihrer Adresse verteilt, im Innern davon überzeugt, dass ihren Einladungen doch niemand folgen würde. Dennoch steht eines Tages Matteo vor ihrer Tür, ein junger Venezianer, den sie nur so flüchtig kennen gelernt hat, dass sie sich zunächst gar nicht an ihn erinnert. Matteo wird Gast in der Frauen-WG, und obwohl sie am Anfang nicht alle gleichermaßen begeistert davon sind (eigentlich hatten sie vereinbart, dass keine Männer in ihrer Wohnung übernachten sollen), geben sie ihren Widerstand bald auf, da der Fremde sie schnell in seinen Bann zieht.

    Xenia ist Geschäftsführerin eines Cafés gleich gegenüber der Wohnung, und Matteo hilft ihr zunächst bereitwillig bei den alltäglichen Arbeiten und überrascht sie bald mit neuen Ideen zum Angebot des Cafés. Lisa ist Buchhändlerin und lebt mehr in ihren Romanen als in der Wirklichkeit. Matteo ist ihr zunächst ein Dorn im Auge, sie misstraut ihm, doch auch sie ändert bald ihre Meinung, als sie ihn näher kennen lernt.

    Hanns-Josef Ortheil erzählt in seinem neuen Roman „Der Typ ist da“ von der Begegnung des jungen Matteo und der drei Frauen, deren Leben der Italien in kürzester Zeit durcheinander wirbelt und die er dazu bringt, ihre jeweilige Situation zu überdenken und zu hinterfragen. Er hat ein ruhiges Gemüt, kommt aus einer einfachen venezianischen Handwerksfamilie, hat die Stadt vor der Reise nach Köln nie verlassen. Vor kurzem hat er einen großen Verlust erlitten, der zu seiner Reise nach Köln beigetragen hat, wo er immer wieder den Dom besucht und in Auszügen zeichnet. Auf eine geheimnisvolle Weise scheinen Venedig und Köln für ihn in Verbindung zu stehen. Die Ruhe, die Matteo ausstrahlt, auch das In-sich-Ruhen, hat auf alle drei Frauen eine starke Wirkung. Er hat klare Ansichten, er weiß, was er will und woher er kommt und letztlich hingehört.

    Der Erzähler wechselt mit jedem Kapitel die Perspektiven und hält vor dem Leser wenig geheim: Man weiß stets mehr als die Protagonisten. Der Roman lebt weniger von den Geheimnissen seiner Figuren, als von der Person des Matteo und vom Gefühl, stets mit im Zimmer zu stehen oder sich draußen gemeinsam vor dem Kölner Dom zu befinden. Wie immer schreibt Ortheil sehr unaufgeregt und ruhig, gibt seiner Geschichte die Zeit, die sie braucht, um sich zu entfalten. Wenn seine Figuren dann aber etwas erkannt, etwas beschlossen haben, sind sie plötzlich sehr direkt zueinander, manchmal so unvermittelt, dass es überrascht.

    Von den drei Frauen wird Matteo oft in seiner Abwesenheit „der Typ“ genannt, eine etwas beliebig wirkende Bezeichnung, die man vielleicht sogar ein wenig abwertend verstehen könnte, was aber wohl nicht so gemeint ist. Dennoch irritiert das ständig sich wiederholende „Typ“ im Roman etwas, es scheint die Geschichte auf eine heiterere Ebene bringen zu wollen, was aber gar nicht nötig ist. Generell wirkt auch der Titel des Romans „Der Typ ist da“ auf mich etwas zu gewollt umgangssprachlich und flapsig, ja, eher hätte er mich von der Lektüre abgehalten, wenn nicht der Autor für mich ein Qualitätsgarant wäre.

    „Der Typ ist da“ erzählt davon, wie ein einzelner Mensch, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, im Leben von anderen etwas bewegen kann, wie er neue Denkanstöße geben und zu Veränderungen beitragen kann. Der Roman konzentriert sich sehr stark seine Hauptfiguren und die Geschehnisse zwischen ihnen, schaut wenig nach links und rechts, hat immer das Kleine im Fokus. Ortheils neuer Roman ist eine bewusst reduzierte Geschichte, die zwar unaufgeregt daherkommt, letztlich aber doch überzeugen kann.

    Kommentare: 4
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    janmikaels avatar
    janmikaelvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Von Anmut, Ruhe und Gelassenheit, von Anziehung, Bestimmung und Familie. Die Geschichte klingt so ruhig aus, wie sie erzählt ist.
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    jelimukis avatar
    jelimukivor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Lies sich gut lesen; einige gute Sätze. Aber von Ortheil erwarte ich mehr.
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    19angelika63s avatar
    19angelika63vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ganz nett zu lesen, aber nicht der Ortheil den ich gerne lese.
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    SATZZEICHENs avatar
    SATZZEICHENvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wunderbarer Ortheil 😍
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    CassieMaddoxs avatar
    CassieMaddoxvor 4 Monaten

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