Hanns-Josef Ortheil Die Moselreise

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Inhaltsangabe zu „Die Moselreise“ von Hanns-Josef Ortheil

Im Zentrum dieses ungewöhnlichen Buchs steht das Tagebuch einer Moselreise, das Hanns-Josef Ortheil als Elfjähriger verfasst hat und das erkennen lässt, wie wichtig für den kleinen Jungen schon das Reisen, die Sprache und das Schreiben waren. Ergänzt wird dieses beeindruckende Dokument durch die Beschreibung derselben Reise, die der Autor Jahrzehnte später unternommen hat. Den Abschluss des Buchs macht eine Erzählung darüber, warum Ortheil in seinem Leben bestimmte Landschaften und Gegenden immer wieder aufsucht. So führt die Erzähltrias der »Moselreise« den grandiosen Künstlerroman »Die Erfindung des Lebens« fort und gibt faszinierende Einblicke in die Geheimnisse jener frühsten, familiären Bindungen, die einen Menschen lebenslang prägen.

SO ein nettes Buch! Die kindliche Einfachheit der autobiographischen Reiseerzählung ist wirklich herzerfrischend.

— Apfelgruen

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  • Entlang der Mosel wandern

    Die Moselreise

    Daphne1962

    07. October 2016 um 15:34

    So beschaulich die Moselreise des Autors mit seinem Vater war, so gemütlich liest sich dieses Buch auch. Nachdem ich die 1 Jahr zuvor gemachte Reise des Autors mit seinem Vater nach Berlin per Hörbuch gehört habe, hatte ich mir gleich die "Moselreise" geholt. Denn die Art, wie Hanns-Josef Ortheil die gemachtenSkizzen als Reisetagebuch niederschrieb, ist schon sehr besonders. Der musisch begabte Junge, der er ist, hat so eine besondere Art und ist auf so herzliche Weise mit seinen Eltern verbunden. Schwimmen und Klavier spielen sind seine Lieblingsbeschäftigungen. Bücher liest er im Schnelltempo. Alles kann er auf seinen Reisen machen, in der Mosel schwimmen gehen, Klavier spielen, denn es findet sich immer ein lange nicht gespieltes Klavier unterwegs und ein Buch hat er auch immer dabei. Nur seine Mutter fehlt ihm so sehr, das ihn unterwegs das Heimweh überfällt und beinahe die Reise abgebrochen werden muss. Mit Fingerspitzengefühl bekommt sein Vater ihn wieder auf die Spur. Jeden Tag schreibt er eine Postkarte mit den wesentlichen Erlebnissen an seine Mutter. So läßt er sie teilhaben. Schön auch die alten Fotos im Buch. Die Ähnlichkeit mit seinem Vater ist verblüffend. Die Reise begann mit dem Zug von Köln nach Koblenz. Von dort zu Fuß weiter entlang der Mosel Richtung Cochem und dann auch mit dem Fahrrad nach Bernkasel-Kues und Traben-Trarbach. Endet dann in Trier, der Stadt, die von den Römern noch sehr geprägt war.   Der Autor unternahm später noch viele weitere schöne Reisen mit seinem Vater, die immer weiter ausgebaut wurden. Nach dem Tod des Vaters (dessen Verlust für ihn kaum zu überwinden war) unternahm Hanns-Josef Ortheil genau diese Moselreise noch ein weiteres Mal. Immer in Zwiesprache mit dem Vater. Das war seine Art mit der Trauer umzugehen und die Erinnerungen noch mal aufleben zu lassen. Ich habe noch lange nicht alle Bücher des Autors gelesen, werde sie aber gleich auf meine Wunschliste setzen.

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  • Wenn Vater und Sohn zusammen wandern gehen

    Die Moselreise

    Schelmuffsky

    25. June 2015 um 09:50

    Die Erfindung des Lebens ist ein großartiges Buch von Ortheil. Darin schildert er, wie er lange Zeit mit seiner Mutter in einer stummen Symbiose lebte. Der Mutter hatte der Tod von vier Kindern die Sprache verschlagen, er selbst hörte mit drei Jahren auf zu sprechen. Behutsam holt ihn der Vater aus dieser sehr liebevollen, aber doch stummen Zweisamkeit und bringt ihn buchstäblich zur Sprache (ich habe das als Zivildienstleistender ganz ähnlich bei einem Kind erlebt, und auch dieses fing mit sieben Jahren bei mir erstmals an zu sprechen; ein großartiger Augenblick, den ich nie vergessen werde). Die Moselreise ist eine Wanderung, die Ortheils Vater und er ein paar Jahre nach dieser Grenzüberschreitung gemacht haben. Sie ist nicht nur ein Zeugnis einer behutsamen Einführung in die Welt (der Text wurde von Ortheil im Alter von elf Jahren geschrieben), sondern zugleich Beschreibung dessen, wie bei Ortheil bis heute Texte wachsen. Im Vorwort beschreibt er seine Vorgehensweise, die er schon als Elfjähriger beschritt, das Sammeln von Eindrücken, die Beschreibung von Situationen, Dingen, Menschen, die Zusammenstellung von Erlebniscollagen, die dann allmählich in einem Erzähltext münden, wie wir ihn mit der Moselreise vor uns haben. Das ist interessant zu lesen und eine hervorragende Schule des Schreibens und der eigenen Aufmerksamkeit. Wir lesen, wie der Vater den Sohn langsam in die Selbstständigkeit führt, ihm Ängste nicht nimmt, sondern dabei hilft, dass der Sohn diese aus eigener Kraft überwinden kann. Toll fand ich z. B., wie der Vater seinem Sohn erläutert, wie man mit Menschen ins Gespräch kommt. Das ist unmittelbare Lebensschule und ein weiterer Schritt aus der ehemaligen Sprachlosigkeit. Oder, und dies ist lustig, wie der Vater den Sohn in die Kunst des Weinverkostens einführt (der Sohn darf dies mit Traubensaft nachvollziehen). Ich werde auch noch die Berlinreise lesen und gebe für die Moselreise eine ausdrückliche Leseempfehlung.

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  • Rezension zu "Die Moselreise" von Hanns-Josef Ortheil

    Die Moselreise

    LESE-ESEL

    17. October 2011 um 17:56

    Ein liebevolles Buch, das erzählt, wie schön un-hektisches, ruhiges Reisen sein kann mit der richtigen Lektüre im Gepäck, ausreichend Zeit für's Lesen, Schwimmen, Moselwein-Trinken und dem miteinander sprechen. Das Buch ist geprägt von der Empathie des Vaters seinem elfjährigen Buben gegenüber und von der vertrauensvollen Liebe des Kindes zu seinen Eltern. So sollten viele Eltern mit ihren Kindern reisen!

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  • Rezension zu "Die Moselreise" von Hanns-Josef Ortheil

    Die Moselreise

    Gospelsinger

    13. August 2011 um 11:11

    Der elfjährige Hanns-Josef Ortheil ist Anfang der 60er Jahre mit seinem Vater an der Mosel unterwegs, während seine Mutter in Köln bleibt. Vater und Sohn wandern von Ort zu Ort, genießen die Landschaft, schließen Kontakte und verbringen viel Zeit miteinander. Eine ganz normale Ferienaktivität. Aber für den Jungen ist das gar nicht normal. Er hat lange Zeit isoliert in enger Symbiose mit der Mutter gelebt und sogar ihre Sprachlosigkeit übernommen. Er ist kaum aus der Wohnung gekommen, hatte keine Freunde, ist nicht in den Kindergarten gegangen. Seine einzige Ausdrucksmöglichkeit war die Musik; er hat stundenlang Klavier geübt. Zur Zeit der Reise hat er wieder angefangen, zu sprechen. Hauptsächlich drückt er sich jedoch über das Schreiben aus, er führt ein ausführliches Reisetagebuch. Schon an diesen kindlichen Texten merkt man, dass Ortheil wirklich gut schreiben kann. Das liegt auch daran, dass er während der isolierten Zeit mit der Mutter viel gelesen hat, und ein Bildungsbürgerkind ist. Gleichzeitig kann man an diesem Buch aber auch sehr schön sehen, dass Bildung nicht nur vom Einkommen der Eltern abhängt. Dass der Junge schon so früh Klavier gelernt hat, ist herkunftsabhängig. Aber die Vermittlung der Freude am Lesen und die Naturverbundenheit haben nichts mit der materiellen Lage zu tun, das könnten auch Eltern mit wenig Geld tun, wenn sie denn wollten. Beim Lesen fallen die Unterschiede zu heutigen Kindern sofort auf: In den 60er Jahren waren wir mit wenig zufrieden, Fernsehen spielte eine untergeordnete Rolle, stunden- und kilometerweites Laufen leisteten wir ohne Quengeln, das Lesen von Büchern war selbstverständlich, wir waren viel draußen und wir kannten Langeweile, aus der Kreativität entstand. Ich fand dieses Buch wunderbar, auch wegen der Beschreibungen der Landschaft mit ihrer Genauigkeit des Sehens und der Langsamkeit, der Ruhe, die sich beim Lesen überträgt. Ich muss jetzt unbedingt auch „Die Entdeckung des Lebens“ lesen.

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  • Rezension zu "Die Moselreise" von Hanns-Josef Ortheil

    Die Moselreise

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. June 2011 um 17:42

    "Die Moselreise" ist das Tagebuch des elfjährigen Hanns-Josef Ortheil über eine Wanderung, die er mit seinem Vater Anfang der 60er Jahre unternommen hat. Sprachlich ist das für ein Kind dieses Alters sehr beachtlich. Das Talent zum Schreiben - behaupte ich - ist hier schon in Ansätzen zu erkennen. Es muss ihm auch Spaß gemacht haben und wichtig gewesen sein, sonst hätte er nicht so detailliert und erstaunlich offen über alles berichtet. Als Ergänzung zu seinem großartigen autobiographischen Roman "Die Erfindung des Lebens" ist diese Reisebeschreibung ganz wunderbar. Neben den Erlebnissen während der Wanderung bietet es zusätzlich interessante Einblicke in die familiären Strukturen und Bindungen, beispielsweise die Postkarten (die heute leider kaum noch geschrieben werden), die die enge Beziehung zu seiner Mutter wiederspiegeln. Jahrzehnte später unternimmt H.-J. Ortheil noch einmal diese Reise und erklärt seine heutige Vorlieben beim Reisen, die sich auch aus den Erfahrungen und Prägungen dieser außergewöhnlichen Kindheit erklären lassen. Wer " Die Erfindung des Lebens" mochte, sollte dieses Buch unbedingt noch lesen.

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  • Rezension zu "Die Moselreise" von Hanns-Josef Ortheil

    Die Moselreise

    Binea_Literatwo

    11. December 2010 um 11:00

    Gerade noch im Gespräch mit Herrn Ortheil, nun spricht er aus seinem Buch zu mir, aber als elfjähriger Junge. Ein Reisetagebuch liegt vor mir, das Tagebuch der Moselreise, die er gemeinsam mit seinem Vater vom 24. Juli bis 03. August 1963 unternommen hat. Ein Reisetagebuch könnte ja eigentlich jeder schreiben, bei jedem Urlaub, bei jedem Wetter, zu erzählen gibt es immer etwas. Doch Hanns-Josef Ortheil öffnet sich dem Leser komplett ohne Scheu und Verschwiegenheit im Vorwort, bevor das eigentliche Tagebuch beginnt. Er erzählt, wie er heute lebt, was er für Tagesrituale hat, welche Manie das Schreiben für ihn ist. Wie ist die Moselreise entstanden, was hat ihn dazu bewegt, wie sieht er sich heute mit seinen Ängsten und Gefühlen, die ihn seit der Kindheit begleiten. Und dann beginnt die Reise im Jahr 1963, entlang der Mosel. Täglich schreibt er Postkarten an seine Mutter, die wegen ihres Herzens daheim geblieben ist, stellt dem Vater Fragen, die er schriftlich festhält und gibt den Tag mit allerhand Einzelheiten so detailgetreu, wie er war, wieder. Er hält seine Gedanken und Sichtweisen fest, nimmt die Umgebung wahr, alles aus seiner damaligen kindlichen Sicht. Auch einige Fotos von der Reise, die in seiner Heimatstadt Köln beginnt, über Koblenz, Traben-Trarbach, Beilstein, Cochem, über Elz, Kobern-Gondorf und Trier führt, sind zu finden. Eine Reise mit seinem Vater, die sein Leben etwas verändert, etwas persönlich sicherer gemacht und unvergessliche Erinnerungen beschert hat. Der Blick zurück auf diese Reise, diese bedeutende Reise, die nicht seine letzte an der Mosel war, denn genau diese Reise machte er einige Jahre später, als sein Vater nicht mehr am Leben war, erneut. Im Nachwort gibt Herr Ortheil noch mehr über sein Leben preis und erklärt einige Hintergründe zu seinen Büchern. Auch das Buch in seiner Aufmachung zeigt, das alle Ecken rund geschliffen sind. Diese Erlebnisse sind für Herrn Ortheil für immer gesichert und nicht zu verwischen, so fühlt sich auch das Buch an, denn eine sich wächsern anfühlende Schicht schützt es. Ein ganz anderes Reisetagebuch und vor allem glaube ich, seit der Messe sind Mr. Rail und ich in einer seiner schwarzen Kladden zu finden. Wir führten ein längeres Gespräch mit ihm am Verlagsstand Luchterhand und Mr. Rail hat ihm etwas persönliches überreicht. Mehr über Herrn Ortheil gibt es in einem Interview auf dem Blog.Lovelybooks.

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  • Rezension zu "Die Moselreise" von Hanns-Josef Ortheil

    Die Moselreise

    HeikeG

    Archiv des Lebens . „Ich brauche das tägliche Notieren und Schreiben (...) lebensnotwendig, ich brauche es seit den frühen Kindertagen, seither habe ich nicht aufgehört, Tag für Tag notierend und skizzierend zu schreiben. Inzwischen füllen meine täglichen Notate und Skizzen Tausende von schwarzen Kladden.“ . Dieses außergewöhnliche Weben eines bunten Teppichs aus Schriften und Bildern - Hanns-Josef Ortheil nennt sie die „Architektur eines Tages, (...) seine Komposition, (...) die Folge seiner Phasen, Erlebnisse und Atmosphären“ - hat eine ganz konkrete Ursache. Weil seine Mutter nach einem schweren Schicksalsschlag ihre Sprache verloren hat, bleibt auch Ortheil bis zu seinem siebenten Lebensjahr stumm. Er wächst in einer Art autistischer Symbiose zu ihr auf; in einem Spielzeugland, in einer beinahe großen geräuschlosen Zone. Nur der Vater fungiert als verbindendes Glied zur Außenwelt. Bei einem längeren Aufenthalt auf dem Land, gemeinsam mit ihm, spricht er seine ersten Worte. . All dies hat der Autor bereits in seinem autobiografischen Roman „Die Erfindung des Lebens“ verarbeitet. „Die Moselreise“ geht noch tiefer, an die Wurzeln seiner eigenen Geschichte. Diese Reise entwickelt sich zu einem entscheidenden Wendepunkt in Hanns-Josef Ortheils Leben, weg vom „ stummen Idioten“, „der Raum und Zeit kaum erlebt“ und hin zum „Leser, der Räume und Zeiten auf sich bezieht und ihre Wirkungen auf die Wahrnehmung protokolliert.“ Durch sein tagtägliches Notieren, was er sieht und hört, kämpft er gewissermaßen gegen die Angst, die Sprache wieder zu verlieren. „Denn in den Spuren der Schrift ist das Vergehen, aber auch die Formung von ,Zeit‘ ablesbar...“ . Die Notate verfolgen eine fast zweiwöchige Wanderung entlang der Mosel, die Ortheil im Sommer 1963 mit seinem Vater macht. Es handelt sich um eine Reiseerzählung aus den Augen des damals Elfjährigen. Gleichzeitig zeugt sie aber auch von „einer intensiven Annäherung an all die Welten (...), in denen der Vater zu Hause ist. (...) Dadurch aber wird die Fremde zu einem Raum, der durch den vertrauten und immer selbstverständlicher werdenden Umgang mit dem Vater allmählich seine bedrohliche Fremdheit und Ferne verliert.“ . Der Untertitel „Roman eines Kindes“ ist indes wohl etwas weit hergeholt. „Die Moselreise“ darf eher als ein essayistisch geprägtes Protokoll von Gesprächen und Eindrücken, ergänzt durch Fotos, diverses Textmaterial, Vor- und Nachbetrachtungen, als angereicherte Reisecollage angesehen werden. Der kindlich-einfache Duktus zeugt bereits in Ansätzen von der für den heute renommierten Schriftsteller prägenden Sprachbegeisterung. Der Erzählfluss mäandert gemächlich - angepasst an das Unterwegssein des Buben zu Fuß entlang der Mosel. Allerdings kann das schmale Büchlein nicht an den wunderbaren Roman „Die Erfindung des Lebens“ heranreichen, soll es vielleicht auch nicht. Es fungiert eher als liebevolle Ergänzung, als Momentskizze eines Auf- und Umbruchs, als Schwelle auf dem Weg ins Erwachsenenleben. . Großen Dank darf man der liebevollen Aufmachung zollen. Die Notiz des jungen Ortheil passt geradezu trefflich für das Cover: „Die Mosel ist grünblau und grünbraun, an den Rändern aber eher grün. In der Mitte ist die Mosel wie ein dunkler, stiller Teich, fett und dunkelgrün und unheimlich. Die Ufer spiegeln sich in der Mosel, dort zerfließen die Farben wie Wasserfarben auf meinen Schulbildern. Ich wäre gern einmal von der Fähre aus in die Mosel gehüpft, in der Mitte, wo sie voller Wolkenbilder ist. Ich hätte mich auf dem Rücken ein Stück mit der Mosel treiben lassen und hätte in den Himmel geschaut.“

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  • Rezension zu "Die Moselreise" von Hanns-Josef Ortheil

    Die Moselreise

    Clari

    29. September 2010 um 17:05

    Ein Beispiel für eine gelungene Erziehung. Hans-Josef Ortheil ist der Autor, der mit der größtmöglichen Liebenswürdigkeit über sein Leben, über seine Erfahrungen und seine Mitmenschen spricht. Seine Romane zeugen von einer zuversichtlichen und frohen Natur des Autors. In diesem kleinen Konvolut über eine Wanderung entlang der Mosel, die er mit seinem Vater 1963 unternahm, zeigt er die Wurzeln, aus denen seine positive Lebenshaltung resultiert. Er war damals erst 11 Jahre alt und hat alles gewissenhaft notiert, was er täglich mit dem Vater erlebte. Insbesondere wundert man sich über die friedfertige Atmosphäre, die zwischen Vater und Sohn herrschte. Da wurde gegenseitige Rücksicht genommen und der kleine Hanns ist freudig allen Anregungen des Vaters gefolgt. Die schöne Landschaft, das gute Essen und die täglichen Unternehmungen waren vom Vater mit bedacht ausgewählt und den Bedürfnissen des Jungen angepasst. Dieser ist voller Bereitschaft, den Vorschlägen des Vaters mit aufmerksamer Neugierde zu folgen. Hanns-Josef Ortheil hat in seinem biographischen Roman "Die Erfindung des Lebens" über die Besonderheiten seiner Kindheit gesprochen. Dazu gehörte eine enge Symbiose zur Mutter , die nach dem letzten Weltkrieg unter dem tragischen Verlust von vieren ihrer fünf Söhne verstummt war. Der kleine Hanns kam als Nachzügler erst 1952 auf die Welt und musste als Ersatz für die vielen Verluste der ängstlich besorgten Mutter Ersatz bieten. Wenngleich ihre Stummheit, die auch den Jungen befallen hatte, ein schwere Belastung darstellte, so hat seine künstlerische Natur als Pianist und Dichter daran keinen Schaden genommen, zumal der Vater mit klugen Eingriffen in die Erziehung den Sohn gefördert hat. Aus allen Erfahrungen seiner Jugend ist Ortheil zuletzt ein erfolgreicher, kreativer Mensch geworden, was sich in der Niederschrift der ersten Moselreise mit seinem Vater schon früh gezeigt hat. Dass diese Beschreibung naturgemäß einen kindlichen Stil aufweist und voller naiver und tiefer Bewunderung für den offensichtlich viel älteren Vater ist, tut der kleinen Schrift keinen Abbruch. Man liest sie mit den Augen eines Außenstehenden, die eine Vater-Sohn Beziehung offenbart, wie sie ihresgleichen sucht. Das Büchlein bietet ein Zeichen für eine gelungene Erziehung, und ist ein besserer Hinweis zum verständnisvollen Umgang zwischen Eltern und Kindern als so mancher Erziehungsratgeber. Allein dafür lohnt sich die Lektüre!

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