Hanns-Josef Ortheil Rom, Villa Massimo

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Inhaltsangabe zu „Rom, Villa Massimo“ von Hanns-Josef Ortheil

Von Wuppertal nach Rom reist der hochbegabte Lyriker Peter Ka, um in der renommierten Deutschen Akademie Villa Massimo sein Bestes zu geben. Ein ganzes Jahr währt das Stipendium in diesem merkwürdig isolierten Kosmos, wo seit über hundert Jahren Künstler aller Genres Studiotür an Studiotür arbeiten. Hanns-Josef Ortheil, einst selbst Stipendiat der Villa, beobachtet und begleitet den hochsensiblen Wortfetischisten während seiner Rom-Monate und erlebt an seiner Seite die Geheimnisse eines oft hochkomischen Alltags zwischen Ekstase, Übereifer, Größenwahn und kleinlichen internen Debatten. Ein satirisch funkelndes und romfixiertes Buch über die Leidenschaft, das treffende Wort für das Außergewöhnliche zu finden!

Anspruchsvoller und ansprechender Lesegenuss für Freunde der schönen Literatur (Belletristik).

— Sigismund

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    Rom, Villa Massimo

    Sigismund

    04. August 2017 um 14:27

    Wie immer in Stil und Formulierungskraft literarisch ANSPRECHEND und ANSPRUCHSVOLL ist auch der 2015 im btb-Verlag erschienene, nur 250 Seiten starke Band "Rom, Villa Massimo" von Hanns-Josef Ortheil (65). " ... ein Buch, das man nicht liest, sondern ausschlürft, wie schweren Wein." Dieses Zitat aus Seite 101 wäre als Rezension eigentlich völlig ausreichend, zeigt es doch zugleich die bild- und wortreiche Sprache des Autors. Das Buch ist kein Roman, enthält keine Handlung im eigentlichen Sinn. Es sind Beobachtungen, Notizen, Bilder im Kopf, die Ortheils meist schweigsamer und einzelgängerischer Protagonist, der Lyriker Peter Ka, während seines einjährigen Stipendiats in der Villa Massimo in Rom in sich aufsaugt. Wer Ortheils Leben kennt, weiß, dass dieser Ka wohl Ortheil selbst sein dürfte, der in diesem Buch die Eindrücke seiner beiden Massimo-Aufenthalte 1991 und 1993 sowie nachfolgender Rom-Besuche verarbeitet hat. Wie der reale Ortheil, der allein in einer Bar sitzen kann und dabei seine Umwelt beobachtet, kleinste Eindrücke auf Zettel kritzelt, um sie irgendwann in seinen Büchern zu nutzen, so wandert auch Ka durch Rom und notiert, fotografiert und diktiert seine Eindrücke. Ka verliebt sich allmählich in die Stadt, nicht in das touristische antike Rom, sondern in die lebendige Metropole der heutigen Römer - bis er zuletzt fast selbst einer wird, in Rom bleibt, Italienisch spricht. Vielleicht ist dies auch des Autors Ortheil geheimer Wunsch? Man glaubt, es beim Lesen spüren zu können, und wird von dieser Liebe zu Rom angesteckt. Grund dafür ist wie immer Ortheils unvergleichliche Formulierungskunst und literarische Sensibilität, mit dem er den Leser auf stille und zarte Art umfängt. Es ist ein ruhiges, fast stilles Buch, das man vielleicht besser bei einem guten italienischen Wein mit Käse, Brot und Kerzenschein in aller Abgeschiedenheit lesen oder Seite für Seite "ausschlürfen" sollte.

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  • Römisches Jahr

    Rom, Villa Massimo

    serendipity3012

    Römisches Jahr Ein Jahr verbringt der Lyriker Peter Ka als Stipendiat in der römischen Villa Massimo. Zehn Künstler im weitesten Sinne, das heißt zum Beispiel Maler, Schriftsteller, Komponisten und Architekten werden jedes Jahr dorthin eingeladen, um kreativ zu arbeiten, umgeben vom guten Wetter, vom grünen, schön gestalteten Umfeld, vom Geist der Inspiration, der hier wehen soll. Hanns-Josef Ortheil erzählt in seinem neuen Roman „Rom, Villa Massimo“ von diesem Jahr und dem, was Ka dort erlebt. Ortheil war einst selbst Stipendiat in Rom, und natürlich fragt man sich als Leser, wie viel von dem, was Ka erlebt, wohl von wahren Erlebnissen inspiriert oder an solche angelehnt ist. Zumindest lässt sich die genaue Kenntnis des Hauses und seiner Regeln damit erklären, dass dem Autor die Villa gut bekannt ist. Die verschiedenen Künstlernaturen hat er genauestens beobachtet, die Beziehungen zwischen den Stipendiaten sind sehr geistreich und nachvollziehbar geschildert. Der Roman erzählt in eher ruhigem Tempo von seinem Protagonisten, nimmt sich viel Zeit dafür, ihn erst einmal ankommen zu lassen. Ortheil hat keine Scheu vor längeren beschreibenden Passagen, in denen es wenig Handlung gibt, dafür aber umso authentischer ein Bild dieses Ankommens gezeichnet und sein Peter Ka eingehend charakterisiert wird. So geht es dann auch weiter: Erste Kontakte werden geknüpft, Sympathien, vor allem aber Antipathien werden deutlich (diese sind selbstverständlich spannender und interessanter), der Schwerpunkt liegt auf dem täglichen römischen Leben Peter Kas. Er ist ein Einzelgänger, ein eher schwieriger Typ, den man leicht für arrogant halten kann – so hat er kein Problem damit, etwa die Gedichte Goethes zu kritisieren: Er hat sehr spezielle Vorstellungen davon, wie Lyrik zu sein hat. Ein bisschen Selbstüberschätzung ist nicht nur ihm eigen, sondern auch seinen Mitstipendiaten, und es ist ein Genuss, zu lesen, wie Ortheil mit feiner Ironie diese sensiblen Künstlerpersönlichkeiten zeichnet und sie in ihrer Egozentrik nicht immer ernstnehmen mag. Stimmungsvolle Fotos aus der Villa Massimo und aus Rom von Ortheils Tochter Lotta Ortheil runden den Roman ab – als wäre man als Leser mit Ka vor Ort, als wäre die Fiktion Wirklichkeit. Auch die Fußnoten könnten den Eindruck erwecken, eine erfrischende Idee – außerdem sind diese Anmerkungen stets informativ und laden dazu ein, sich weiter mit Rom und der Villa Massimo zu beschäftigen. „Rom, Villa Massimo“ präsentiert keine ereignisreiche Geschichte und unterscheidet sich auch von anderen Romanen des Autors in der Konzentration auf sein eher klein gefasstes Thema. Als Leser sollte man Interesse an Rom und an dieser speziellen Institution mitbringen, Interesse an den manchmal etwas verschrobenen Gestalten und dieser besonderen kleinen Welt haben. Auch Italienischkenntnisse sind zwar keinesfalls notwendig, helfen aber dabei, tiefer in die Atmosphäre des Romans einzutauchen. Ortheils Sprache kommt wie immer auf den Punkt, jedes Wort stimmt, jeder Satz sitzt. Und seine feine Ironie macht die Lektüre zu einem Genuss. Ein hintersinniger Roman aus einem ganz eigenen Kosmos.

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  • Künstler im Werden

    Rom, Villa Massimo

    JoBerlin

    „Roman einer Institution“ nennt Hanns-Josef Ortheil sein Buch über die Villa Massimo, der deutschen Akademie in Rom. Hier arbeiten und leben mit einem Jahresstipendium Künstler aus allen Bereichen. Wir begleiten den jungen Lyriker Peter Ka aus Wuppertal in seinem Jahr in Rom und erleben die Wandlung vom blässlich freudlosen Sohn an Mutters Mittagstisch zum genussfreudigen Mann in der Trattoria, zum durch Rom ziehenden Künstler, der offen auf Menschen zugeht und verständnisvoll Anteil am Schaffen der „Mitbewohner“ nimmt. Ortheil dürfte hier sehr viele Eindrücke seines eigenen Stipendiats verarbeitet haben, jedenfalls wirkt seine Schilderung sehr authentisch und lebhaft, Anteil daran haben auch die vielen eingestreuten Fotos. Alles liest sich amüsant, gespickt mit vielen ironisch-launigen Sentenzen („…. Rom ist ‚old school‘, wie jetzt jeder Trottel laufend zu etwas sagt, das seiner Angestellten-Kultur abgeht …“), man merkt den Spaß an der Formulierung, doch Ortheil vertieft sich im Verlauf etwas zu sehr in Details, verfängt sich in zu vielen Schleifen und verfällt so selbst in einen von ihm sarkastisch beschrieben Künstler-Habitus: „ …. und dann biegen sie hier ein Blättchen zur Seite und setzen dort einem Klötzchen ein Häubchen auf ….“ Trotzdem – dieser Roman über Kunst und Künstler im Werden ist allemal Zeit für die Lektüre wert.

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