Hanns Heinz Ewers Gruselkabinett 38. Die Spinne

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Inhaltsangabe zu „Gruselkabinett 38. Die Spinne“ von Hanns Heinz Ewers

An drei aufeinanderfolgenden Freitagen erhängten sich drei Gäste des kleinen Pariser Hotels Stevens am Fensterkreuz von Zimmer 7. Der Student der Medizin Richard Bracquemont lässt sich weder vom zuständigen Kommissar noch von Madame Dubonnet, der Besitzerin des Hotels, davon abbringen, genau dieses Zimmer zu beziehen -

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  • Rezension zu "Gruselkabinett 38. Die Spinne" von Hanns Heinz Ewers

    Gruselkabinett 38. Die Spinne
    sabisteb

    sabisteb

    13. August 2010 um 11:44

    Paris im März 1919. In einem kleinen, abseitig gelegenen Hotel haben sich an aufeinander folgenden Freitagen 3 Männer zu etwa gleicher Stunde erhängt. Der Medizinstudent Richard Bracquemont liest von diesen Geschehnissen und beschließt dem Geheimnis dieser Selbstmorde auf den Grund zu gehen. Er erhält die Genehmigung des ermittelnden Polizeibeamten, dieses Zimmer zu beziehen unter der Bedingung Tagebuch über seinen Aufenthalt zu führen, und die Polizei über den Stand der Ermittlungen zu informieren. Die ersten beiden Wochen geht auch alles gut, er schließt sogar Freundschaft mit einer wunderschönen Unbekannten, die er im Fenster der gegenüberliegenden Wohnung beobachtet. Wie Kinder spielen sie über ihre Fenster hinweg miteinander und Richard verliebt sich in die wunderschöne Unbekannte. Doch schon bald beginnt sich die Lage zuzuspitzen und Richard wird in einen Strudel des Wahns gerissen. Hanns Heinz Ewers (1871-1943), sah sich selbst als Nachfolger von Edgar Allan Poe oder Oscar Wilde. Dies war nicht etwa Hybris, sondern ist durchaus zutreffend. Er war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein gefeierter Bestsellerautor aber auch stark kritisiert wegen seiner als unmoralisch und teils als pornografisch verschriener Themenwahl. Er war scharfzüngig und war einer der ersten Filmpioniere in die Geschichte. Die Nazis erteilten ihm letztendlich Schreibverbot. Leider ist dieser wunderbare Autor heutzutage vollkommen in Vergessenheit geraten und auch ich hatte vor diesem Hörspiel noch nie von ihm gehört. Aber zum Glück gibt es eine Hanns-Heinz-Ewers-Gesellschaft, die sich der Erinnerung dieses Schriftstellers verschrieben hat, der zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Vielleicht ist auch dieses Hörspiel ein erster Schritt, diesen wunderbaren Erzähler wieder ins Bewusstsein der Leser zu bringen. Die Kurzgeschichte "Die Spinne" erschien 1929 im Sieben Stäbe Verlag, Berlin und ist nur vordergründig eine Gruselgeschichte. Tatsächlich ist diese Geschichte jedoch mehr, sie erzählt zum einen von einer reinen kindlichen Liebe, wie Richard mit seiner Clarimonde von Fenster zu Fenster spielt, sie erzählt von der Besessenheit Richards von Clarimonde und wie er sie immer beobachten muss (man könnte ihn fast als Spanner bezeichnen), und sie erzählt von seiner auch sexuellen Hörigkeit dieser schönen Unbekannten gegenüber, die ihn in den Wahnsinn und in den Tod treibt. Diese teils erotische teils masochistische Erzählung wird nahezu vollständig in einem Tagebuchmonolog erzählt. Dabei leiht Simon Jäger mit seiner erotischen Stimme Richard seine Stimme und lässt einen beim Zuhören dahinschmelzen. Die Musik ist wunderbar auf die Geschichte abgestimmt und unterstreicht den unschuldigen und auch kindlichen Anteil der Beziehung von Richard und Clarimonde, die so bald in Besessenheit, Abhängigkeit und Wahn kippt. Ein wirklich außergewöhnlicher Teil des Gruselkabinetts, dessen Schauer nicht über den Grusel der Schauerliteratur des Neunzehnten Jahrhunderts herrührt sondern diesmal leiser, hintergründiger kommt. Definitiv kein Hörspiel für Kinder oder Jugendliche, sondern etwas für reife Erwachsene, die diese Art von Geschichte zu würdigen wissen.

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  • Rezension zu "Gruselkabinett 38. Die Spinne" von Hanns Heinz Ewers

    Gruselkabinett 38. Die Spinne
    PrinzessinMurks

    PrinzessinMurks

    28. June 2010 um 20:49

    Ein Hörspiel zum wiederhören. Und das trotz meiner anfänglichen Bedenken: Der Titel könnte zuviel verraten und die Handlung wird sehr vorhersehbar. Aber die Atmosphäre des Hörspiels hat mich gleich gepackt - sozusagen eingesponnen. Die urbane Umgebung, die sympatischen Protagonisten und das leichte Krimi-Flair machen es schon zu einem sehr liebenswert-gruseligen Stück Hörgenuss. Dazu kommt, dass es im Gegensatz zum manch reißerisch-actiongeladenen Titeln der Reihe eine angenehm unaufgeregte Soundkulisse hat. Dem werde ich gerne wieder lauschen!

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