Hanns J Ortheil In der Werkstatt der Lektoren: 10 Gespräche

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Inhaltsangabe zu „In der Werkstatt der Lektoren: 10 Gespräche“ von Hanns J Ortheil

Günter Grass, Marcel Reich-Ranicki und Feridun Zaimoglu schreiben Bücher, aber was machen eigentlich Jan Strümpel, Christiane Schmidt und Olaf Petersenn? Dieser Band versammelt zehn Werkstattgespräche mit Lektoren belletristischer Verlage, vom Lektor eines Kleinverlags bis hin zur Angestellten eines Branchenriesen. "Dies ist das erste und bisher einzige Buch, das die Geheimnisse und Mysterien der Lektorats-Arbeit präzise durchleuchtet: Den schwierigen Umgang mit Autoren, die Rituale der Manuskript-Korrekturen und die leidenschaftlichen Debatten der verschiedenen Verlagsabteilungen darüber, welche Bücher Erfolg haben könnten und welche nicht ..." (Hanns-Josef Ortheil)

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  • Rezension zu "In der Werkstatt der Lektoren: 10 Gespräche" von Hanns J Ortheil

    In der Werkstatt der Lektoren: 10 Gespräche

    HeikeG

    01. September 2008 um 19:25

    Was macht eigentlich ein Lektor? „Arzt“ des Autors und „Hebamme“ des Buchs In der Welt der Literatur gibt es viele Namen: Da sind auf der einen Seite die Schriftsteller, auf der anderen die Verlage, die die Texte der Autoren veröffentlichen. Aber bis das druckfrische Erzeugnis im Buchhandel zu finden ist, tragen noch viele weitere Mitarbeiter bei, deren Namen kaum jemand kennt. Eine Schlüsselposition in diesem Prozess nimmt eine Berufsgruppe ein, die der Endverbraucher kaum kennt, geschweige denn, dass er sich unter deren Arbeit etwas vorstellen kann: die Lektorinnen und Lektoren. „Die graue Eminenz im Hintergrund. Das heimliche Genie. Die kongeniale Ergänzung des Schriftstellers – oder doch nur ein besserer Korrekturleser? Die Legenden und vagen Vorstellungen darüber, was ein Lektor ist und wie er arbeitet, reichen weit. Sie sind Ausdruck der allgemeinen Unsicherheit darüber, was ein Autor selbst leisten kann und inwiefern er der Hilfe von außen bedarf“, so beginnen Martin Bruch und Johannes Schneider, die beiden Herausgeber der vorliegenden 18. Hildesheimer Universitätsschrift, und dies umreißt zugleich auch das Spannungsfeld, welches in diesem Buch verhandelt wird. Zehn Lektoren wurden von angehenden Autoren (alle studieren Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus) an ihrem Arbeitsplatz im Verlag besucht und befragt. Bunt ist die Mischung, wohltuend die Auswahl zwischen großen und populären genauso wie kleinen und idealistischen Verlagen. Und gleichermaßen vielfältig und differenziert sind die Frage-Antwort-Dialoge: vom temporeichen Schlagabtausch bis zum poetologischen Gespräch. Fragen nach der Biografie der Lektoren, ihrem Werdegang, zum Verlagsgeschäft selbst oder dem Arbeitsalltag standen dabei ebenso zur Diskussion wie eine eventuelle eigene künstlerische Selbstverortung. Herausgekommen ist ein umfassendes, tief greifendes und erhellendes kleines Kompendium, welches mit großem Engagement und persönlicher Verve entstanden ist und ein interessantes – meist anonymes – Metier intensiv beleuchtet. Oberflächlich skizziert könnte man das Arbeitsspektrum der Lektoren wie folgt umreißen: Sie sind Berufsleser, die die Manuskripte, die an ihre Verlage geschickt werden, druckreif machen und ihnen den letzten verkaufsträchtigen Schliff geben. Christiane Schmidt von der DVA vergleicht das Tätigkeitsfeld eines Lektors mit dem eines Galeristen, dessen Aufgabe es ist, Bilder vernünftig aufzuhängen, gut auszuleuchten und einen schönen Rahmen zu schaffen. Der Lektor des Steidl Verlags, Dr. Jan Strümpel, findet ebenfalls eine prägnante Metapher: „Meine Hauptaufgabe ist es, die Hebamme des Buches zu sein. Und nicht die Mutter des Autoren. Auch nicht die Tante.“ Lektoren sind bei weitem nicht nur Berufsleser. Sie tauchen viel tiefer in den Text ein, so dass sie den Geist zwischen den Buchstaben spüren, das Potenzial eines Textes erkennen und entdecken, was er ihnen zu sagen hat. Sie arbeiten helfend am Entstehen künstlerischer Werke mit. Ihr Tätigkeitsfeld ist weitaus vielschichtiger als ausschließliches, stundenlanges Lesen von Manuskripten. Neben der Arbeit mit den Autoren und der Textarbeit sind die meisten Lektoren noch mit Akquisition, allgemeiner Administration und betriebswirtschaftlichen Belangen beschäftigt. Zehn Gespräche, zehn divergente Meinungen, mag man denken. Doch weit gefehlt. Trotz aller Vielstimmigkeit zeigt sich in vielen Bereichen ein restriktives Meinungsbild, das sich am Ende des Buchs immer klarer konturiert. „Die Kenntnis dieses Bildes ist für jeden interessant, der den Entstehungsbedingungen von Literatur nachgehen will“, formulieren Martin Bruch und Johannes Schneider treffend. Eine allgemeingültige Antwort, was ein Belletristiklektor ist und was genau er macht, gibt dieses Buch allerdings nicht. Zu divergent sind die Profile des jeweiligen Verlags, zu individuell ist die Arbeitsweise eines jeden, und eine solide Ausbildungsbasis, einen Lektoratsstudiengang, gibt es bis dato auch noch nicht. Aber gerade diese Stimmenvielfalt macht das Reizvolle im Literatursektor aus. Auf jeden Fall ist eine recht umfassende sowie durchgängig aufschlussreiche und informative Lektüre entstanden. Dem interessierten Leser wird ein Einblick dorthin geboten, wo er sonst nicht so leicht hinsehen kann: in die Werkstatt der Lektoren. Auch wenn der Name des Lektors kaum im fertigen Endprodukt – dem Buch – genannt wird, nach dieser Lektüre googelt der ein oder andere vielleicht auf der entsprechenden Verlagsseite nach der „Hebamme“ des gerade gelesenen Romans und verleiht so der „grauen Eminenz“ im Schatten des Autors ein wenig Farbe.

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