Hans-Hugo Steinhoff Prosalancelot III-IV

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Inhaltsangabe zu „Prosalancelot III-IV“ von Hans-Hugo Steinhoff

<p>Der Romanzyklus von Lancelot und dem Gral ist der erfolgreichste mittelalterliche Artusroman. Er ist in Frankreich entstanden, aber schon um 1250 nach Deutschalnd gelangt. Hier ist er zugleich der erste große Erzähltext, der nicht in Versen verfaßt ist, sondern in der Prosaform der Moderne. Der auch heute noch faszinierende Zyklus besteht aus drei ungleich langen Teilen: dem eigentlichen <em>Lancelot</em>, der <em>Suche nach dem Gral</em> und dem <em>Tod des Königs Artus</em>. Von den fünf Bänden, die er in der Neuausgabe der Bibliothek deutscher Klassiker umfaßt, sind die ersten beiden 1995 erschienen und haben ein außerordentlich günstiges Echo gefunden. Sie enthalten unter dem Titel <em>Lancelot und Ginover</em> die erste Hälfte des eigentlichen <em>Lancelot</em>-Teils. Mit <em>Lancelot und der Gral</em> folgt nun dessen zweite Hälfte. Der abschließende fünfte Band wird die <em>Suche nach dem Gral</em> und den <em>Tod des Königs Artus</em> enthalten.</p><p>Während <em>Lancelot und Ginover</em> von Lancelots Liebe zur Artuskönigin erzählt, die seinen Aufstieg zum besten Ritter der Artuswelt begründet, entfaltet <em>Lancelot und der Gral</em> die Gegenkräfte der Gralswelt, aus deren Sicht diese Liebe Sünde ist und verworfen wird. Diese zweite Hälfte des ›eigentlichen‹ <em>Lancelot</em> hat ein Janusgesicht. Sie beendet die Jugendgeschichte des Lancelots, und sie legt den Grund für die <em>Suche nach dem Gral</em> und den <em>Tod des Königs Artus</em>. Sie ist reich an großartig entworfenen Begebenheiten um die allmählich sich verdunkelnde Titelfigur. Die gestaffelte Folge der Besuche auf der Gralsburg mit ihrem phantasmagorischen Potential und den Visionen von drohenden Katastrophen ist ein Meisterwerk erzählerischer Spekulation. Erzählt wird in einer überbordenden Fülle von komisch-grotesken, heroisch-sentimentalen und mythisch-mystifizierenden Episoden und Parallelhandlungen, die diesen Teil der Trilogie zu einer an langfristig angelegten Entwicklung, vielfarbigen Episoden und überraschenden Peripetien reichen Lese-Aventüre machen.</p><p>Wie bei <em>Lancelot und Ginover</em> sind dem mittelhochdeutschen Text wieder eine übersetzung und ein ausführlicher Stellenkommentar beigegeben, der dem Leser hilft, sich im Labyrinth der vielsträngigen Handlung und in der fremden Welt des Mittelalters zurechtzufinden. Besonderer Wert ist zudem auf den Vergleich mit der französischen Vorlage gelegt. In der überlieferung des deutschen <em>Prosalancelot</em> klafft mitten im ›eigentlichen‹ <em>Lancelot</em> eine größere Lücke. Dadurch fehlen ihm wichtige Handlungsteile. Diese Lücke wird am Beginn von <em>Lancelot und Ginover</em> durch den Rückgriff auf eine jüngere Fassung gefüllt. Damit bietet die Ausgabe zum ersten Mal eine vollständige Edition des Romans in deutscher Sprache. </p>

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  • Rezension zu "Lancelot und der Gral I-II. Prosalancelot III-IV / Prosalancelot III-IV" von Hans-Hugo Steinhoff

    Prosalancelot III-IV
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. September 2011 um 18:35

    Beim Prosa-Lancelot handelt es sich um den ersten Prosa-Roman in deutscher Sprache, und zwar den einzigen für ca. einhundertundfünfzig Jahre. Er beruht auf dem französischen Lancelot en prose von 1215/30. Mit der deutschen Bearbeitung wurde ca. im Jahr 1250 begonnen, sie wurde jedoch erst im 14. Jahrhundert vollendet. Wie die französische Fassung auch gliedert er sich in drei Teile: Den Lancelot Propre, die Gral-Queste (La Queste del Saint Graal) und den Tod des König Artus (La Mort de le Roi Artu). In der deutschen Ausgabe von Steinhoff wurde der Lancelot Propre in Lancelot I und II aufgeteilt und die Gral-Queste und der Tod des König Artus in einem dritten Band zusammen gefasst. Die Geschichte umfasst somit drei inhaltliche Schwerpunkte: Die Liebesgeschichte Lancelots und Ginovers, die Gralssuche und den Untergang des Artusreichs mit dem Tod des Königs. Der Prosa-Lancelot verbindet also die Lancelot-Geschichte mit der Grals-Queste, um dieser eine Vorgeschichte und eine Einbindung in einen weiteren Kontext zu geben. Beide Sagen werden verknüpft und zudem werden weitere Artusstoffe miteingebunden, so dass die Geschichte schließlich bis zum Tode König Artus’ weiter geführt wird. Die Handlung geht in erster Linie auf einen Versroman zurück, den Karrenritter Chrétiens. Verantwortlich für die Autorschaft werden Zisterzienser-Mönche oder Kleriker angesehen. Weiterhin nimmt man an, dass der Text nicht direkt aus dem Französischen, sondern von einer mittelniederländischen Fassung aus der Zeit um 1250 übersetzt wurde, die jedoch nicht erhalten ist. Vom deutschen Prosa-Lancelot selbst gibt es nur zehn Handschriften. Dass der Roman in Prosa geschrieben wurde, geht in erster Linie darauf zurück, dass er sich selbst als Historie verstand und insofern auf den Stil tatsächlicher Geschichtsschreibung zurückgriff. Aufgrund des geistlichen Inhalts der Gralsgeschichte hatten auch Predigten und andere geistliche Literatur Einfluss auf den Stil. *** Im zweiten Band des Prosa-Lancelots, "Lancelot und der Gral" kommt, wie der Titel schon sagt, der Heilige Gral ins Spiel. Lancelot gelangt zu Gralsburg und zeugt dort mit der Tochter des Burgherrn Galaad, der später die Gralsaventüre beenden wird. Im Laufe dieses Bands wird auch deutlich, dass Lancelot zwar derzeit der beste aller Ritter ist, dass er diesen Titel aber in Zukunft an seinen Sohn wird abtreten müssen. Auch Lancelots Vetter Bohort erreicht die Gralsburg und darf den Gral sogar sehen. Lancelot wird für lange Zeit von der Fee Morgane gefangen gehalten und nur seine Liebe zu Ginover gibt ihm die Kraft, sich endlich zu befreien. Die große Liebe der beiden wird immer wieder wichtig. Gegen Ende dieses Bands ziehen die Artusritter noch einmal gemeinsam in die Schlacht. Dann taucht ein neuer Ritter auf, der ein Vorbote der kommenden Ereignisse ist: Parceval.

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