Prosalancelot V

von Hans-Hugo Steinhoff 
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Prosalancelot V
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Inhaltsangabe zu "Prosalancelot V"

Die beiden in diesem Band zusammengefaßten letzten, voneinander weitgehend unabhängigen Teile des monumentalen Prosa-Lancelot-Zyklus bilden einen doppelten Schluß. Im ersten wird die Geschichte des Grals zu Ende erzählt, im zweiten dann die Geschichte der arthurischen Tafelrunde.In der Suche nach dem Gral werden die bis dahin gültigen Normen des höfischen Rittertums radikal umgewertet. Die vermutlich geistlichen (aber gewiß nicht klerikalen) Autoren entwerfen darin mit beachtlicher spekulativer Energie eine exklusive Parallelwelt zur christlichen Heilsgeschichte. Ihr Angelpunkt ist der Gral, der hier, anders als etwa im Parzival Wolframs von Eschenbach, historisch, das heißt mit dem Kelch identisch ist, in dem der »Ritter« Joseph von Arimathia das Blut des Gekreuzigten aufgefangen hat. Ihm gilt nun die Suche der Artusritter, wie sie zuvor nach Aventüren gesucht haben. Doch die traditionellen ritterlichen Tugenden, Kampfkraft, Tapferkeit und Stolz, verlieren ihre Geltung zugunsten religiös-asketischer Werte wie Demut, Nächstenliebe und Reinheit des Herzens. Aventüren erweisen sich als teuflische Phantasmagorien. Die Schau des innersten Gralsgeheimnisses wird einzig Lancelots Sohn, dem christusähnlichen Ritter Galaad, zuteil. Danach wird der Gral für immer unzugänglich ins Jenseits entrückt.Der Tod des Königs Artus erzählt dann aber den Untergang des Artusreiches nicht als Folge der Gralsferne, sondern als Konsequenz aus der inneren Zwietracht der Ritter der Tafelrunde, die Raum für das fatale Walten der Fortuna schafft. Die Entdeckung von Lancelots Ehebruch löst eine Kette von Intrigen- und Rachehandlungen aus. Blutige Kriege treten an die Stelle der höfischen Turniere. In der finalen Schlacht von Salisbury wird König Artus von seinem eigenen, im Inzest gezeugten Sohn Mordret erschlagen. Wie vorher der Gral in den Himmel entschwindet nun das Schwert Escalibur durch Geisterhand in einem See. Nicht zu Unrecht hat man von einer Götterdämmerung gesprochen. In der illusionslosen Darstellung von Krieg und Gewalt steht der Tod des Königs Artus neben dem Rolandslied und Wolframs Willehalm. In seiner erzählerischen Dramatik läßt er sich allenfalls mit dem Burgundenuntergang im Nibelungenlied vergleichen. Robert Bressons streng stilisierter Lancelot-Film hat diesen letzten Teil des Prosa-Lancelot auf kongeniale Weise ins Bild gesetzt.Der in seiner Komplexität und seinem erzählerischen Reichtum auch heute noch faszinierende Romanzyklus von Lancelot und dem Gral ist der erfolgreichste Artusroman des Mittelalters. Während er in den romanischen Ländern und in der anglophonen Welt bis heute das Bild vom mittelalterlichen Rittertum bestimmt, stand und steht er in Deutschland im Schatten des Parzival Wolframs von Eschenbach. Hier ist er nun erstmals in einer vollständigen Ausgabe und mit einer neuhochdeutschen Übersetzung zugänglich. Auch guten Kennern der Literatur des deutschen Mittelalters hat er aufregende neue Lektüreerfahrungen zu bieten. Die Edition des Deutschen Klassiker Verlages ist zugleich die erste kommentierte Ausgabe des Prosa-Lancelot-Zyklus überhaupt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783618661801
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:1284 Seiten
Verlag:Deutscher Klassiker Verlag
Erscheinungsdatum:12.12.2004

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