Hans-Joachim Maaz

 4.3 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor von Die narzisstische Gesellschaft, Die Liebesfalle und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Hans-Joachim Maaz

Hans-Joachim Maaz, seit 40 Jahren praktizierender Psychiater und Psychoanalytiker, war lange Zeit Chefarzt der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Diakoniekrankenhauses Halle

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Hans-Joachim Maaz

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Cover des Buches Die narzisstische Gesellschaft (ISBN: 9783406640414)

Die narzisstische Gesellschaft

 (13)
Erschienen am 01.09.2012
Cover des Buches Der Gefühlsstau (ISBN: 9783406600982)

Der Gefühlsstau

 (4)
Erschienen am 16.03.2010
Cover des Buches Der Lilith-Komplex (ISBN: 9783423342018)

Der Lilith-Komplex

 (4)
Erschienen am 01.06.2005
Cover des Buches Die Liebesfalle (ISBN: 9783406691201)

Die Liebesfalle

 (4)
Erschienen am 25.04.2016
Cover des Buches Das falsche Leben (ISBN: 9783406705557)

Das falsche Leben

 (3)
Erschienen am 07.02.2019
Cover des Buches Die neue Lustschule (ISBN: 9783423347099)

Die neue Lustschule

 (2)
Erschienen am 01.04.2012
Cover des Buches Hilfe! Psychotherapie (ISBN: 9783406660788)

Hilfe! Psychotherapie

 (1)
Erschienen am 10.03.2014
Cover des Buches Das gespaltene Land (ISBN: 9783406750878)

Das gespaltene Land

 (1)
Erschienen am 16.03.2020

Neue Rezensionen zu Hans-Joachim Maaz

Neu
B

Rezension zu "Das falsche Leben" von Hans-Joachim Maaz

Gesellschaft psychologisch betrachtet
belanaherminevor einem Jahr

Inhalt

Herr Maaz springt direkt in den ersten seiner vier Teile und setzt sich mit dem Selbst, seinen Störungen, den Kennzeichen für ein falsches Selbst und den Schutzmechanismen des falschen Selbst auseinander. Teil zwei zeigt Grundbedürfnisse des Selbst auf und will Wege weisen, wie das falsche Selbst zu einem wahren Leben finden kann. In Teil drei geht Herr Maaz zu den gesellschaftlichen Äußerungen falscher Selbst über. Wie kann man gesellschaftliche Tendenzen, Strömungen, Zustände mit Hilfe falscher Selbst erklären? Wie lassen sich Nationalsozialismus, Ost- und Westdeutschland und die Prozesse nach der Wiedervereinigung mit Hilfe falscher Selbst erklären? Teil vier widmet Herr Maaz dann der Frage, wie eine Beziehungskultur aussehen kann, die sich auf wahre Selbst stützt. In diesem Teil diskutiert er auch seine eigene Entfremdung.

Subjektive Eindrücke

Ich hatte schon etliche Bücher von Herrn Maaz gelesen. Deswegen hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Allerdings muss ich gestehen, dass ich diesmal ziemlich enttäuscht bin. Ohne ein Wort der Einleitung geht es direkt mit dem Thema los. Mir blieb lange unklar, was wirklich das Anliegen dieses Buches ist. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das nun weiß.

Die Ausführungen sind durchaus interessant. Wie entsteht ein falsches Selbst, woran kann ich das erkennen? Hierzu führt Herr Maaz auch jeweils ein Beispiel aus seiner Praxis an.

Es ist auch interessant, gesellschaftliche Situationen, Zustände, Bewegungen aus dem Blickwinkel der Psychologie zu betrachten. Eisern hält Herr Maaz daran fest, dass wir alles aus einem falschen Selbst heraus agieren. Er vertritt auch den Standpunkt, dass das nicht geheilt werden kann, sondern dass wir lediglich in der Lage sind, dies zu erkennen und das Beste zu versuchen, um nicht aus diesem falschen Selbst heraus zu agieren. Mit dieser Vorstellung wir alles recht negativ und hoffnungslos.

Die Erläuterungen sind alle auf einem recht hohen Level angesiedelt. Ich habe es nur selten geschafft, diese in irgendeinen Bezug zu meiner Erlebenswelt zu setzen. Allerdings gelang mir das im letzten Kapitel, in dem sich Herr Maaz mit seiner eigenen Entfremdung auseinandersetzt, recht gut. Und eigentlich habe ich seine anderen Bücher in genau solcher Erinnerung.

Fazit

Eine interessante Herangehensweise, gesellschaftliche Prozesse aus dem Blickwinkel der Psychologie zu betrachten. Leider für mich mit wenig praktischem Bezug.

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

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Rezension zu "Das falsche Leben" von Hans-Joachim Maaz

Erhellende Studie am Puls der Zeit
seschatvor 3 Jahren

Was ich einst nur unsicheren Teenagern zugeschrieben habe, sich blindlings medialen, massenkompatiblen Trends oder elterlichen Erwartungen zu unterwerfen, das betrifft nun auch vermehrt die Gruppe der Erwachsenen. Um nicht aufzufallen und im Job sowie im Privaten voranzukommen, werden eigene Interessen und Einstellungen unterdrückt. Das eigene Selbst damit verfälscht. Infolge gerät man zum Abziehbild falscher Werte und driftet dabei zunehmend in ein unzufriedenstellendes, weil sich selbst verleugnendes Leben ab. Mainstream statt Individualismus. Doch ist das noch gesund und erstrebenswert? Der renommierte Psychiater und Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz spricht sich eindeutig dagegen aus und führt in seiner Studie über "Normopathen" die gängigen, damit einhergehenden psychischen Störungen an. Denn sich zu verstellen, erfordert eine Menge Energie, die der Körper anderweitig benötigt. Zudem lässt sich die einmal in Gang gesetzte Spirale eines falschen Lebens später nur schwerlich anhalten bzw. umkehren. 

Insgesamt las sich Maaz' erhellende Studie äußerst spannend, weil er darin medizinische Forschung mit den Phänomenen der Gegenwart (Social Media, AfD, Fremdenangst, Globalisierung usw.) auf fabelhafte Weise miteinander kombiniert hat.

FAZIT
Mehr Mut zum eigenen Selbst und zur Individualität, denn "[e]s gibt kein richtiges Leben  im falschen." (Th. W. Adorno)

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M

Rezension zu "Das falsche Leben" von Hans-Joachim Maaz

In der Tradition Erich Fromms
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

In der Tradition Erich Fromms

Das, was Erich Fromm bahnbrechend als „Haben oder Sein“ definiert und existenziell beschrieben hat, wird in dieser klugen, und, recht verstanden, aufrüttelnden Lektüre von Maaz für die Gegenwart präzise treffend neu erfasst und beschrieben. In den Begriffen eines „Falschen“ und eines „echten Lebens“. Wobei Maaz die zentralen Kräfte, die zu einem „falschen“ Leben führen, überzeugend im „Außen“ begründet.

Ein Weltbild entsteht, in dem Maaz Seite für Seite zunächst die vielfachen Kräfte einer zunehmend „normativen Gesellschaft“ aufgreift und erläutert, die Folgen kennzeichnet (das „falsche Selbst begründet falsches Leben“) und ebenso eindeutig und nachvollziehbar (und praktisch umsetzbar vor allem) Wege aus einem solchen „falschen Leben“ aufzeigt.

Zunächst aber konstatiert Maaz Versäumnisse. „….und im menschlichen Zusammenleben psychosoziale Konflikte, Beziehungsängste und Feindseligkeiten das Leben mehr bestimmen aös soziale Gemeinschaft und die Erfahrungen psychischer Verbundenheiten und eines wechselseitigen empathischen Verstehens“.

Was nicht einfach nur „in der Natur“ des Lebens liegt, sondern vielfach, trotz anderslautender Erkenntnisse der psychologischen Wissenschaften, „gemacht und gefördert wird“ durch „Politik und Wirtschaft“.

Dezidiert benennt Maaz dabei als Ursache „süchtigen Verhaltens“ (die Wurzel des falschen Seins) ein traditionelles Erziehungsmissverständnis, das eigentlich in der Gegenwart „besser gewusst“ sein müsste.

„Das Schicksal einer Gesellschaft entscheidet sich an der Frage, ob Kinder erzogen werden sollen oder ob ihre Entwicklung durch reflektierte und optimierte Beziehung gestaltet wird.

Im Schlagwort stellt Maaz somit die Frage „Erziehung oder Beziehung“ als Grundlage seiner Überlegungen. Was Stärke und Schwäche der Überlegungen zugleich ist. Denn auch wenn man zustimmt und Maaz Folgerungen aus der Hirnforschung teilt, wie das praktisch wirklich umzusetzen sein sollte, wie Eltern in dieser Form grundlegend geschult und dann auch begleitet werden müssten, das erschließt sich am Ende für die Praxis des „ganz normalen“ Lebens nicht wirklich (Elternschulen, höheres Betreuungsgeld, quasi „psychologische Schulung“ dann aller Eltern in der „Bindungstheorie“ (Großmann und Großmann), das dürfte kaum wirklich breit umzusetzen sein).

„So tragen die Eltern und jede frühbetreuende Person die Verantwortung dafür, ob sich ein gesundes selbst entfalten kann oder ob die Selbst.-Entwicklung behindert und verstört wird und sich ein „falsches Selbst“ bilden muss“.

Aber auch wenn die gesamte Breite der Forderungen Maaz (die durchaus gut begründet vorliegen) eher als „Ideal“, denn als baldige und mögliche reale Veränderung hin zu einer grundlegende anderen Form der Begleitung des Aufwachsens von Kindern, zu verstehen ist, sehr wohl umsetzbar und für die eigene Reflexion überaus wertvoll sind jene Passsagen im Buch, in denen Maaz den Leser konkret und praktisch auf jene „Normopathie“ verweist, die in der Breite als eine unkritische Übernahme von als „gesetzt“ (und damit „richtig) geltender Normen der modernen Gesellschaft auch im je eigenen Leben vorzufinden ist.
Genau der Weg, auf dem die weitgehend ökonomisch geprägten Regeln der modernen Welt sich im einzelnen Leben von früh an (und mit „bester Absicht“ für das sich entwickelnde Kind) im Leben verankert werden. Denen man auf die Schliche und die Spur kommen kann und, zumindest für sich selbst, auch Veränderungen ermöglich werden können. Denn jenes „genormte Verhalten“ hat in vielen Fällen einen gravierenden Nachteil, es lässt den Menschen zwar als „Teil der Gruppe“ aber nicht individuell „satt und zufrieden“ zurück.

Die Folgerungen aber, die Maaz zieht, deuten eher in Richtung einer anderen, durchaus aber ebenso „normativen“ Welt, dann nur eben mit anderen Normen. Was u.a. zu einer Exklusivität führt (Maaz rüttelt durchaus am Gespenst der „Überfremdung“), was den erhobenen Zeigefinger oft nicht verbergen kann, was in manchen Passagen ebenso strikt ideologisch wirkt in Richtung eines „nun aber ganz anderen Lebens“. Nicht mehr geprägt durch die aktuell „Mächtigen“ mit ihren offensichtlichen „Selbst-Störungen“.

Ein Buch durchaus mit Informationsgewinn und wichtigen Anregungen für die Reflexion der eigenen, unkritischen „Normenübernahme“, in der Gesamtheit der Forderungen aber zumindest zu sehr (nur) theoretisch nachvollziehbar.

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