Hans-Joachim Maaz Das falsche Leben

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Inhaltsangabe zu „Das falsche Leben“ von Hans-Joachim Maaz

Ein Normopath ist stets normal und angepasst, sein Verhalten überkorrekt und überkonform. Die Zwanghaftigkeit, mit der er den Erwartungen entspricht, verrät indes, dass er ein falsches, ein unechtes Leben führt. Krank ist nicht nur er, sondern vor allem die Gesellschaft, in der er lebt und deren Anpassungsdruck er sich unterwirft - bis er die Gelegenheit gekommen sieht, seine aufgestaute Wut an noch Schwächeren oder am "System" abzureagieren. Der Hallener Psychoanalytiker und Psychiater Hans-Joachim Maaz ist bekannt für seine brillanten, zukunftsweisenden Analysen kollektiver Befindlichkeiten und gesellschaftlicher Zustände - vom Gefühlsstau, einem Psychogramm der DDR, bis zur narzisstischen Gesellschaft, einer Psycho-Analyse unserer Promi- und Leistungsgesellschaft. In seinem neuen Buch nimmt er Phänomene wie Pegida und AfD, den zunehmenden Hass auf Ausländer, aber auch die Selbstgerechtigkeit der politischen Elite zum Anlass, ein konturenscharfes Bild unseres falschen Lebens zu zeichnen, in dem wir uns lange eingerichtet haben und aus dem uns nun die zunehmende Polarisierung und Barbarisierung unserer sozialen und politischen Verhältnisse herausreißt. Das falsche Leben ist das Buch zur Stunde - Augen öffnend und alles andere als Mainstream.

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  • In der Tradition Erich Fromms

    Das falsche Leben

    michael_lehmann-pape

    31. July 2017 um 14:58

    In der Tradition Erich FrommsDas, was Erich Fromm bahnbrechend als „Haben oder Sein“ definiert und existenziell beschrieben hat, wird in dieser klugen, und, recht verstanden, aufrüttelnden Lektüre von Maaz für die Gegenwart präzise treffend neu erfasst und beschrieben. In den Begriffen eines „Falschen“ und eines „echten Lebens“. Wobei Maaz die zentralen Kräfte, die zu einem „falschen“ Leben führen, überzeugend im „Außen“ begründet.Ein Weltbild entsteht, in dem Maaz Seite für Seite zunächst die vielfachen Kräfte einer zunehmend „normativen Gesellschaft“ aufgreift und erläutert, die Folgen kennzeichnet (das „falsche Selbst begründet falsches Leben“) und ebenso eindeutig und nachvollziehbar (und praktisch umsetzbar vor allem) Wege aus einem solchen „falschen Leben“ aufzeigt.Zunächst aber konstatiert Maaz Versäumnisse. „….und im menschlichen Zusammenleben psychosoziale Konflikte, Beziehungsängste und Feindseligkeiten das Leben mehr bestimmen aös soziale Gemeinschaft und die Erfahrungen psychischer Verbundenheiten und eines wechselseitigen empathischen Verstehens“.Was nicht einfach nur „in der Natur“ des Lebens liegt, sondern vielfach, trotz anderslautender Erkenntnisse der psychologischen Wissenschaften, „gemacht und gefördert wird“ durch „Politik und Wirtschaft“.Dezidiert benennt Maaz dabei als Ursache „süchtigen Verhaltens“ (die Wurzel des falschen Seins) ein traditionelles Erziehungsmissverständnis, das eigentlich in der Gegenwart „besser gewusst“ sein müsste.„Das Schicksal einer Gesellschaft entscheidet sich an der Frage, ob Kinder erzogen werden sollen oder ob ihre Entwicklung durch reflektierte und optimierte Beziehung gestaltet wird.Im Schlagwort stellt Maaz somit die Frage „Erziehung oder Beziehung“ als Grundlage seiner Überlegungen. Was Stärke und Schwäche der Überlegungen zugleich ist. Denn auch wenn man zustimmt und Maaz Folgerungen aus der Hirnforschung teilt, wie das praktisch wirklich umzusetzen sein sollte, wie Eltern in dieser Form grundlegend geschult und dann auch begleitet werden müssten, das erschließt sich am Ende für die Praxis des „ganz normalen“ Lebens nicht wirklich (Elternschulen, höheres Betreuungsgeld, quasi „psychologische Schulung“ dann aller Eltern in der „Bindungstheorie“ (Großmann und Großmann), das dürfte kaum wirklich breit umzusetzen sein).„So tragen die Eltern und jede frühbetreuende Person die Verantwortung dafür, ob sich ein gesundes selbst entfalten kann oder ob die Selbst.-Entwicklung behindert und verstört wird und sich ein „falsches Selbst“ bilden muss“.Aber auch wenn die gesamte Breite der Forderungen Maaz (die durchaus gut begründet vorliegen) eher als „Ideal“, denn als baldige und mögliche reale Veränderung hin zu einer grundlegende anderen Form der Begleitung des Aufwachsens von Kindern, zu verstehen ist, sehr wohl umsetzbar und für die eigene Reflexion überaus wertvoll sind jene Passsagen im Buch, in denen Maaz den Leser konkret und praktisch auf jene „Normopathie“ verweist, die in der Breite als eine unkritische Übernahme von als „gesetzt“ (und damit „richtig) geltender Normen der modernen Gesellschaft auch im je eigenen Leben vorzufinden ist.Genau der Weg, auf dem die weitgehend ökonomisch geprägten Regeln der modernen Welt sich im einzelnen Leben von früh an (und mit „bester Absicht“ für das sich entwickelnde Kind) im Leben verankert werden. Denen man auf die Schliche und die Spur kommen kann und, zumindest für sich selbst, auch Veränderungen ermöglich werden können. Denn jenes „genormte Verhalten“ hat in vielen Fällen einen gravierenden Nachteil, es lässt den Menschen zwar als „Teil der Gruppe“ aber nicht individuell „satt und zufrieden“ zurück.Die Folgerungen aber, die Maaz zieht, deuten eher in Richtung einer anderen, durchaus aber ebenso „normativen“ Welt, dann nur eben mit anderen Normen. Was u.a. zu einer Exklusivität führt (Maaz rüttelt durchaus am Gespenst der „Überfremdung“), was den erhobenen Zeigefinger oft nicht verbergen kann, was in manchen Passagen ebenso strikt ideologisch wirkt in Richtung eines „nun aber ganz anderen Lebens“. Nicht mehr geprägt durch die aktuell „Mächtigen“ mit ihren offensichtlichen „Selbst-Störungen“.Ein Buch durchaus mit Informationsgewinn und wichtigen Anregungen für die Reflexion der eigenen, unkritischen „Normenübernahme“, in der Gesamtheit der Forderungen aber zumindest zu sehr (nur) theoretisch nachvollziehbar.

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