Hans-Joachim Maaz Die neue Lustschule

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die neue Lustschule“ von Hans-Joachim Maaz

Sexualität und BeziehungskulturGuter Sex hat nicht nur mit Stellungen und Techniken zu tun, sondern in einem ganz erheblichen Maß auch mit der seelischen Verfassung der Beteiligten. Sexualität spielt sich auf der psychischen, sozialen und spirituellen Ebene ebenso ab wie auf der körperlichen. Stimmt lediglich die körperliche Anziehung zwischen zwei Menschen, geht die sexuelle Lust schnell verloren. Maaz zeigt auf, wie die Begierde immer wieder neu entfacht werden kann und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. »Aber was ist ›guter Sex‹? ... eine Frage der seelischen Verfassung der Partner und ihres Beziehungsvertrauens.« Die Welt

Stöbern in Sachbuch

Green Bonanza

informativ, grün, lecker, etwas ausgefallen - für Gemüsefans und solche, die es werden sollten ;)

SigiLovesBooks

Freundinnen

Eröffnet neue Sichtweisen zu Freundschaften, die für jeden wertvoll sind/nützlich sein können. Eine interessante Lektüre!

Tankrastra

Mein Kind ist genau richtig, wie es ist

Ein lesenswertes Sachbuch über die Entwicklung des eigenen Wesens- Nicht nur für Eltern Lesenswert!

Diana182

Glück besteht aus Buchstaben

Letztlich eher enttäuschend. Die Autobiographie nahm mehr Raum ein als die Bücher. Außerdem ein paar Taktlosigkeiten.

rumble-bee

Gemüseliebe

Kochbuchliebe!

kruemelmonster798

Was das Herz begehrt

Tolles Buch mit vielen Erklärungen über unser Herz.

Linda-Marie

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Die neue Lustschule" von Hans-Joachim Maaz

    Die neue Lustschule
    HeikeG

    HeikeG

    07. October 2009 um 14:27

    Der Wille zur Lust . "Wir sind eine - bezogen auf Sexualität - hysterisierte und narzisstisch beziehungsgestörte Gesellschaft. Deshalb blühen die Geschäfte mit Sex-Ersatz wie Prostitution, Pornografie und einem Sexmarkt mit 'Spielzeugen' und Potenzmitteln." Solch eine fatale Bilanz zieht der Psychiater, Psychoanalytiker und Chefarzt der Psychotherapeutischen Klinik im Evangelischen Diakoniekrankenhaus Halle Hans-Joachim Maaz. Schon zu DDR-Zeiten kämpfte er für psychoanalytische und tiefenpsychologische Therapieformen, die im SED-Staat tabuisiert waren. Nach der Wende wurde er vor allem durch seine Bücher "Der Gefühlsstau. Ein Psychogramm der DDR" (1990), "Der Lilith-Komplex" (2005) und "Die Liebesfalle" (2007) bekannt. . In seinem neuesten Buch hat sich Maaz mit der Lust beschäftigt und meint, dass eine sexualisierte Gesellschaft - wie die gegenwärtige - eine Form der Lust- und Beziehungsstörung signalisiert. "Was an individueller Hingabe und Liebe nicht mehr gelingt, das soll durch äußere Attribute und hysterisierte Geilheit ausgeglichen werden. Ein solcher Ersatz zeigt immer die Tendenz zu süchtiger Steigerung der Darstellungen und dem Gerede und Getue und vor allem ein nicht zur Entspannung führendes sexuelles Erleben.", so der Autor in einem Interview. Aber gerade die sexuelle Zufriedenheit hat ungeheuer positive Auswirkungen auf den ganzen Menschen und sein Sozialverhalten. Das Intime, so Maaz, ist als Basis für die Qualität einer Gesellschaft zu verstehen. . Ganz so einfach scheint das "das Ding mit der Lust" jedoch nicht zu sein. Die Lustmöglichkeit ist genauso wie die Möglichkeit zu sprechen oder Gefühle zu entwickeln eine anthropologische Tatsache. Ihre Entfaltung muss erlernt und geübt werden. Denn zu viele äußere - Erziehung, gesellschaftliche Normen, moralische Werte -, aber auch innere Einflüsse - Ängste, Unsicherheit oder Minderwertigkeitsgefühle - wirken auf Lustentfaltung und Lusterfahrung. Das Hauptanliegen des Buches ist, die innerseelischen und beziehungsdynamischen Gründe der Lustbehinderung zu verstehen. Hans-Joachim Maaz nimmt dabei keine Hand vor den Mund. In einer offenen Atmosphäre und mittels einer unverklemmten, "schamlosen" Sprache, die jedoch niemals Seriosität und den fundierten wissenschaftlich-psychologischen Hintergrund vermissen lässt, versucht er den Leser zu animieren, einmal tief in sich zu schauen, sich zu reflektieren und eine ganz individuelle erotisch-sexuelle "Sprache" zu erlernen, "die aus der Selbsterfahrung erwächst und eigene Wahrnehmungen, Wünsche, aber auch Unangenehmes kommuniziert". . In mehreren Kapiteln erörtert Maaz die wesentlichen Inhalte einer "Lustschule". Diese beinhalten - grob umrissen - die wesentliche Verbesserung der Sexualität durch Beziehungserleben (aber auch deren Behinderung) und die Einsicht, dass Sexualität körperlich (muskulärer Freiraum für energetische Ladung), psychisch (Konfliktbefreiung) und beziehungsdynamisch (Zurücknahme von Übertragungen aus belastenden frühen Beziehungserfahrungen mit den Eltern) gelernt werden muss. Als Ratgeber im herkömmlichen Sinn, von denen es mittlerweile unzählige auf dem Markt gibt, ist das Buch allerdings nicht zu verstehen, sondern es richtet sich an die Leser, die bereits erlebt und verstanden haben, dass nur eine ständige persönliche Reflektion und sich mit anderen Menschen in Beziehung zu setzen der richtige Weg ist und nicht das ständige Konsumieren von medialen Angeboten, nach denen dann gehandelt wird. Denn, so der Autor, "das Anrichten der Speisen und ihre Zusammenstellung zu einem Menü bleiben dem Geschmack, der Phantasie und der Experimentierfreude des jeweiligen Kochs überlassen." . Fazit: "Die neue Lustschule" von Hans-Joachim Maaz bietet eine lohnende und sinnvolle Orientierung für ein lust- und liebevolles Leben. Deren "Anwendung" oder Umsetzung bleibt eine lebenslange Aufgabe, die sich jedoch ohne Zweifel lohnen kann. Denn: "Je mehr guter Sex, desto weniger Neurose - je weniger Neurose, desto besser der Sex." (H.-J. Maaz). Ein empfehlenswertes, intelligentes Buch, ein Plädoyer für die Lustschule, auch wenn der Autor - und das sei als einziges Manko zu vermerken - die Intimrasur als Absurdität und Abnormalität abstempelt.

    Mehr