Hans-Joachim Schneider Unterirdisch (DuMont Bildband)

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Inhaltsangabe zu „Unterirdisch (DuMont Bildband)“ von Hans-Joachim Schneider

Es ist eng, es ist kalt, es ist dunkel. Es gibt weder Frischluft noch Tageslicht. Manche Menschen befällt größtes Unwohlsein bei dem Gedanken an unterirdische Räume, für andere ist der Abstieg in diese Unterwelten ein Hobby mit Suchtpotenzial. Ihre Abgeschiedenheit, die Abgeschlossenheit und die Finsternis lassen der Fantasie weiten Raum. Das gilt für die vielen natürlichen Höhlen und Grotten, die es vor allem in Mittel- und Süddeutschland gibt, aber auch für alle von Menschhand angelegten Räume unter Tage: Militärische Anlagen und Lagerstätten für gefährliche Waffen, Kanalisationen, Kellerräume und Stollen, Geheimgänge, Tunnel, Fluchtwege und Verstecke. Viele hat man  nur eine Zeitlang, manche nie wirklich genutzt – wie zum Beispiel die Regierungsbunker, die in den Zeiten des Kalten Krieges angelegt wurden und heute noch fast genauso aussehen wie damals, als man sie eingerichtet hatte. Anders die Objekte, die kontinuierlich oder über lange Zeiträume immer wieder genutzt wurden wie Bergwerke, Keller oder auch so manche Höhle: Hier sind es gerade die Gebrauchsspuren wie vergessene, liegengebliebene Gegenstände, die diesen Räumlichkeiten ihre besondere Atmosphäre verleihen. Wer durch die Lektüre dieses Bildbandes Lust bekommt, in das verborgene Deutschland hinabzusteigen, hat dank der Hinweise auf mögliche Besichtigungen die Gelegenheit dazu. Aber auch virtuell ist der Ausflug in die Unterwelt spannend  - und vor allem völlig gefahrlos.

Es gibt viele Bildbände, aber die wenigsten entführen den Betrachter (Leser) an so unwirklichem und zugleich mysteriösem Orte.

— StMoonlight
StMoonlight

Tolle Einblicke in die Unterwelt.

— leserattebremen
leserattebremen
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  • Themen
  • ‚Es ist die Vorstufe zum Nichtsein.‘

    Unterirdisch (DuMont Bildband)
    sabatayn76

    sabatayn76

    25. December 2016 um 19:51

    Inhalt: Nach einer Einführung von Stefan Bitterle werden in ‚Unterirdisch‘unter der Erdoberfläche liegende und dadurch verborgene Orte in Deutschland vorgestellt, z.B. das ehemalige Kernkraftwerk in Rheinsberg, die Luftschutzanlage im U-Bahnhof Gesundbrunnen/Berlin, das Kalkbergwerk in Miltitz, der Kronleuchtersaal in Köln, die Feengrotten in Saalfeld, das Beinhaus in Oppenheim, der Paniersbunker in Nürnberg und die Eisrohrhöhle im Berchtesgadener Land. Mein Eindruck: Der Bildband bietet einzigartige Einblicke in Orte, die dem Betrachter normalerweise verborgen bleiben, da sie unterirdisch gelegen sind und dadurch nur dann aufgesucht werden, wenn man explizit nach ihnen sucht bzw. sich über sie informiert hat. Mir hat dieses Konzept hervorragend gefallen, und der Bildband hat mir große Lust darauf gemacht, die vorgestellten Orte selbst zu besuchen und dort zu fotografieren. Die Fotos sind durch die besondere Lichtstimmung faszinierend und zeigen verschiedene Seiten der jeweiligen Orte. Die Texte sind sehr knapp gehalten, vermitteln aber nichtsdestotrotz spannende Informationen zu den Orten. Ich empfand die Auswahl der präsentierten Orte sehr gelungen und die Informationen am Ende des Buches mit Websites und einer kurzen Beschreibung, ob man den Ort besuchen kann und was am jeweiligen Ort zu beachten ist, sehr hilfreich. Mein Resümee: Macht Lust auf das Entdecken unterirdischer Orte.

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  • Deutschlands Untergrund

    Unterirdisch (DuMont Bildband)
    StMoonlight

    StMoonlight

    06. December 2016 um 17:59

    Bei dem großformatigen Bildband handelt es sich leider nur um ein Softcover, was das Buch zwar preislich erschwinglich(er) macht, jedoch auch nicht mehr ganz so edel wirken lässt. Nach einer kurzen Einführung geht es auch direkt unter die Erde. Der Fotograf entführt den Leser in Gewölbe, Tunnel, aber auch in geschichtsträchtige Orte wie Bunker und stillgelegte (Atom-)Kraftwerke. Fast immer gibt es von einem Ort mehrere Aufnahmen von einem Ort, aus verschiedenen Winkeln. Die Einleitung erfolgt fast immer durch ein doppelseitiges Foto. Dieses großformatige Bild können oft Details entnommen werden. Die Augen wissen manchmal gar nicht so recht wohin. Ein wenig fühlt es sich an, als wäre der Leser zugleich der Fotograf/ Betrachter selbst. Es folgen kleinere Fotos, die Details noch weiter herausstellen. Besonders hervor stechen hier Unterwasserbilder, welche in vollgelaufenen Becke und Stollen aufgenommen wurden. – Hier handelt es sich um Bilder, die ein „Normalbürger“ wohl ansonsten nicht sehen würde, da diese Bereiche nur für Höhlentaucher zugänglich sind. Leider sind einige Bilder doch recht klein, so dass nicht alles wirklich gut zur Geltung kommt. Hier wären weniger, dafür aber aussagekräftigere Fotos schön gewesen. Zu jedem unterirdischen Ort werden Information bereitgestellt. Hieraus erfährt der Leser um was für einen Ort es sich handelt, was die Besonderheit ist und, sofern gegeben, auch ein wenig Geschichte. Die Texte sind verständlich und prägnant kurz. Das ist völlig in Ordnung so, da hier ja die Bilder im Vordergrund stehen. Ein schönes Detail ist hier die Liste am Ende des Buches. Hier werden alle vorgestellten Orte mit Anschrift aufgeführt. Der Leser erfährt hier auch direkt, ob das Objekt besucht werden kann oder für die Öffentlichkeit gesperrt ist. ~°~ Fazit ~°~ Es gibt viele Bildbände, aber die wenigsten entführen den Betrachter (Leser) an so unwirklichem und zugleich mysteriösem Orte. Mit der Übersichtsliste der Orte, samt Adressen, ist „Unterirdisch“ auch gleich ein „Reiseempfehler“ der etwas anderen Art. Aber auch wer nicht verreisen möchte, kann mit diesem Bildband zumindest eine geistige Reise antreten. Auch eine schöne Geschenkidee.

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  • Tolle Fotos und spannende Einblicke

    Unterirdisch (DuMont Bildband)
    leserattebremen

    leserattebremen

    29. November 2016 um 09:17

    Der Untergrund, alles was unter der Oberfläche liegt, ist immer wieder ein spannendes Thema. Hans-Joachim Schneider hat mit seinem Bildband „Unterirdisch: Verborgene Orte in Deutschland“ ein tolles Beispiel dafür vorgelegt. Verschiedenste unterirdische Orte werden in schönen Fotografien und mit kurzen Erklärungen vorgestellt. Egal ob ein alter Flughafen, Bunker oder Bergwerk – alle Beispiele sind mit wirklich beeindruckenden Fotos vertreten. Meiner Meinung nach hätten es jedoch ruhig weniger unterschiedliche Orte sein können und dafür noch mehr Fotos und Erklärungen. Gerade die doppelseitigen Bilder vermitteln einen tollen Eindruck von den Örtlichkeiten, sind aber leider nicht so oft vertreten. Der Bildband ist qualitativ jedoch sehr gut gemacht und auch die Bilder, wenn mir auch zum Teil etwas zu klein, von sehr schöner Qualität, so dass es einfach Spaß macht, ihn durchzublättern und das unterirdische Deutschland zu entdecken. An vielen Stellen lädt es auch zu weiterer Recherche ein, um sich vielleicht einige Orte selber einmal anschauen zu können. Alles in allem also eine wirklich runde Sache. 

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  • Unterirdisch

    Unterirdisch (DuMont Bildband)
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    24. November 2016 um 11:07

    Kaum ein Ort löst wohl so zwiespältige Gefühle im Menschen aus, wie alles, was sich unterirdisch befindet. Ohne künstliches Licht ist es dunkel, ohne Sauerstoff ersticken wir, alles ist still und gedämpft - nichts erinnert den Menschen so sehr an den Tod, ans eigene Grab, vielleicht auch an eine Unterwelt wie ein Aufenthalt unter der Erde. Und gleichzeitig verbergen sich dort die größten Schätze, lassen sich Lebensmittel und Gefahrenstoffe dort am besten verbergen, haben wir unterirdische Bunker zum Schutz gebaut. Nichts ist so beängstigend und faszinierend zugleich wie ein unterirdischer Ort. Das erkannte auch Hans-Joachim Schneider, der uns in seinem Bildband Unterirdisch einige verborgene Orte aus ganz Deutschland vorstellt. Manche dieser Orte sind wahre Touristenmagneten, wie etwa der alte Elbtunnel in Hamburg. Obwohl eine Freundin, die ihn zu Fuß durchquert hat, mir von dem mulmigen Gefühl erzählte, das sie dabei hatte. Andere Orte wirken wie das Setting eines Horrorfilms. Beim Betrachten des ehemaligen Kernkraftwerks in Rheinsberg sucht man unwillkürlich nach Anzeichen für Zombieaktivitäten, oder doch zumindest nach Blutspritzern an den Wänden... Viele Orte sind verlassene Bunker, stillgelegte Stollen oder Kraftwerke und auch Tropfsteinhöhlen, aber es gibt auch die eine oder andere moderne wirkende unterirdische Stätte. Die Fotos der Orte sind ebenso faszinierend wie die erklärenden Begleittexte. Mein Lieblingsbild ist eins aus dem Schieferbau in Nuttlar. Man sieht Schienen und eine entgleiste Karre, die im bläulich schimmernden Wasser verschwinden. Der komplette tiefergelegene Teil dieses Stollens ist überflutet. Ebenso märchenhaft, aber viel düsterer sind die Bilder des Eisenerzbergwerks in Saalfeld. Beim Betrachten der Fotos wird mir vor allem eines klar: keinen dieser Orte möchte ich alleine besuchen, obwohl oder vielleicht gerade weil sie bestens für die Recherchen zu einem Horror-Roman geeignet wären. Ein Besuch in der Gruppe? Ja, dann vielleicht. Und dann darf ich auf gar keinen Fall meine Kamera vergessen. Wer weiß, was sich so alles ablichten lässt... (c) Books and Biscuit

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  • Informativ, überraschend und anregend

    Unterirdisch (DuMont Bildband)
    R_Manthey

    R_Manthey

    26. October 2016 um 15:23

    Im Himmel sitzen die Götter, und durch die Unterwelt kommt man zur Hölle, wo der Teufel wohnt. Vom Himmel aus hat man den Überblick. Dagegen ist es unter der Erde dunkel. Der Himmel ist weit, die Unterwelt eng. Mythen und Erfahrungen vermischen sich zu Bildern, die man nicht mehr los wird. Wer dafür Bestätigungen sucht, findet sie in diesem Bildband mit Sicherheit. Allein die Vorstellung, tagelang in einem der hier gezeigten Bunker ausharren zu müssen, wird nicht nur bei klaustrophobisch veranlagten Menschen Unbehagen auslösen. Neben den Hinterlassenschaften aus dem letzten oder dem Kalten Krieg findet der Betrachter aber auch Bilder aus aufgegebenen Bergwerken, Höhlen, Tunneln oder unterirdischen Bauten, die man dort gar nicht vermutet, wo sie sind. Beispielsweise befindet sich unter den Gebäuden des ehemaligen Flughafens in Berlin-Tempelhof ein ganzes System von Tunneln und Straßen, das bis heute nicht völlig erforscht ist. Dass es unter dem thüringischen Saalfeld Stollen mit einer Länge von insgesamt 3000 km geben soll, erscheint mir fast unvorstellbar. Zwar ist Saalfeld für seine Feengrotten bekannt, doch von einem ausgedehnten Bergbau sieht man überirdisch nicht allzu viel. Eine ganz andere Geschichte erzählen die zahlreichen in diesem Buch vorgestellten einstmals geheimen Bunker, deren Größe und Massivität erschrecken. Es ist die Geschichte der Sinnlosigkeit, denn wenn sie tatsächlich benutzt wurden, halfen sie letztlich nicht wirklich. Dass der westdeutsche Führungsbunker nicht atomwaffensicher war, ist inzwischen genau so bekannt, wie die Tatsache, dass man über ihn im anderen Teil Deutschlands sehr gut informiert war. Mielkes Bunker wurde dagegen erst fertig, als er sich überholt hatte. Nachdem man sich mit den zahlreichen "verborgenen Orten Deutschlands" vertraut gemacht hat, die in diesem informativen und gut gemachten Bildband vorgestellt werden, findet man am Ende des Buches eine Liste, in der Besuchsmöglichkeiten angegeben werden. Einige der unterirdischen Orte sind jedoch vom Grundwasser geflutet worden (in einigen kann man tauchen), andere befinden sich in Privatbesitz, sodass nicht überall und immer ein Zutritt möglich sein wird. Dessen ungeachtet fand ich diesen Band sehr inspirierend, weil man doch zu zahlreichen dieser Orte eine Besuchsmöglichkeit organisieren kann.

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