Illegal am Everest

von Hans-Peter Duttle und Reto Winteler
4,5 Sterne bei13 Bewertungen
Illegal am Everest
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Vampir989s avatar

interessante Lebensgeschichte

M

Suche nach dem Glück

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Inhaltsangabe zu "Illegal am Everest"

Hans-Peter Duttle kommt 1938 in Beirut zur Welt. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und die Geburt seines Bruders Rudi werfen einen langen Schatten auf sein zukünftiges Leben. Um der Realität zu entkommen, flüchtet sich der Schweizer Diplomatensohn erst in die Welt der Märchen und verschlingt später die Berichte berühmter Abenteurer und Entdecker. Nach der Matura und einem abgebrochenen Studium in der Schweiz bietet sich ihm die Gelegenheit, dem 'oberflächlichen Leben des Westens' zu entfliehen: Zusammen mit drei Amerikanern begibt sich der junge Mann 1962 auf eine illegale Besteigung des Mount Everest im verbotenen Tibet – für ihn ist es ein Aufbruch mit spirituellem Charakter. Die Expedition scheitert unter dramatischen Umständen. Wieder daheim, findet sich Hans-Peter Duttle in seinem Leben abermals nicht zurecht, und er wandert in den hohen Norden Kanadas aus. In einfachsten Verhältnissen lebend, verbringt er drei erfüllte, glückliche Jahre bei den Inuit. Die 68er-Unruhen erlebt er in Europa – er bildet in dieser Zeit als Offizier der Schweizer Armee in Andermatt Gebirgsinfanteristen aus. 1970 reißt ihn seine eigene Abscheu vor der Konsumgesellschaft jedoch wieder weg. Hals über Kopf heiratet er; auf dem peruanischen Altiplano kommt die erste, in der Arktis die zweite Tochter zur Welt. Zurück in der Schweiz, droht das bürgerliche Leben von neuem. Erst im Alter findet der ewig Suchende seinen Frieden – in Gümligen bei Bern.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783037630952
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Wörterseh
Erscheinungsdatum:31.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Streiflichtvor 5 Monaten
    Berührend und faszinierend

    Dieses Buch hat mich zugleich berührt und fasziniert. Hans-Petter Duttle erzählt darin über sein unstetes Lebens, das ihn quasi rund um die Welt führte, aber nie ruhig werden ließ. Er war zeitlebens rastlos und auf der Suche – nach sich selbst, nach dem Sinn des Lebens und nach einer Aufgabe, die ihn erfüllt. Das beschreibt der Autor Reto Winteler unglaublich einfühlsam, authentisch und berührend. Schon der Untertitel „Mein steiniger Weg auf der Suche nach dem Glück“ zeigt, dass Duttle ein ewig Suchender war.

    Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit seiner Kindheit und Jugend. Schon damals fühlte er sich oft überflüssig und wenig geliebt. Sein Bruder war ein Sonnenschein und nach seinem Tod war Duttle noch einsamer. Aufgewachsen in Beirut, fühlte er sich in der eigentlichen Heimat Schweiz unwohl und eingeengt. Die Konventionen waren nicht sein Ding und auch nicht Luxus und Konsum, was er als Diplomatenkind von Anfang an kannte. Nach zahlreichen Arbeitsstellen und Versuchen, in der Alltagswelt eines Erwachsenen anzukommen, verschlägt es den Suchenden im mittleren Hauptteil des Buches in den Himalaya. Dort versucht er, gemeinsam mit drei Amerikanern und ohne weitere Hilfsmittel oder Helfer bzw. Träger, den Mount Everest zu erklimmen. Und das auch noch illegal, weil es nur eine offizielle Delegation pro Jahr gibt. Der Versuch misslingt, prägt die vier Extrembergsteiger aber für den Rest ihres Lebens. Duttle hat sein Glück immer noch nicht gefunden und sucht weiter. Seine rastlose Getriebenheit führt ihn nach Kanada zu den Inuit und dann immer wieder an verschiedene Stationen in Südamerika, auch zurück nach Nepal. Trotz einer Frau, die mit ihm kommt, und seiner zwei Töchter kommt er nicht zur Ruhe. Frieden findet er erst im Alter und als Verena in sein Leben tritt.

    Eine unglaublich interessanter Geschichte über ein spannendes, abenteuerreiches, trauriges und wildes Leben. Interessant fand ich vor allem die Schilderungen über das Leben bei den Inuit, das ich so genau noch nicht kannte. Das fand ich wirklich spannend, genau auch wie die Expedition zum Everest. Toll war, wie aufgeschlossen Hans-Peter Duttle anderen Menschen, Kulturen und Sprachen war. Er hat sich immer angepasst und mit den Leuten vor Ort gelebt. Er hat sich dabei nie wichtig genommen, noch hat er versucht, den Menschen etwas aufzuzwingen oder sie ändern zu wollen. Im Gegenteil fand er das schrecklich und war gerade an den alten Traditionen und Sitten der Inuit, aber auch der Indianer in Südamerika interessiert. Ein bemerkenswerter Mann, von dem viele hätten lernen können.

    Leider fand ich den letzten Teil des Buches etwas sehr schnell und zu kurz gekommen. Da hätten es meiner Meinung nach gerne ein paar mehr Seiten sein dürfen. Vieles war dann nur noch angerissen.

    Sehr berührt haben mich vor allem der Anfang und das Ende, wo Duttle selbst zu Wort kommt: „Wovor ich eigentlich davonlief, wusste ich selber nie genau – die Unzufriedenheit mit meinem eigenen Leben und meine Abscheuvor der Menschheit gaben sich da immer die Hand. Aber wohin ich wollte, das wusste ich genau: in abgelegenste, unberührte Gebiete, in denen es keine oder möglichst wenige Menschen gab, an die äußersten Ränder unserer zivilisierten Welt.“ Schon früh hatte er erkannt, wie wichtig die Natur für uns Menschen ist und wie verrückt es ist, diese unwiederbringliche und kostbare Umwelt zu zerstören: „Andererseits gibt es mir in meinem Leben tatsächlich darum, die „Komfortzone“ zu verlassen, nämlich dem ganzen oberflächlichen Lebensstil unserer westlichen Welt den Rücken zu kehren. Jener Welt, die ihre „Komfortzone“ immer weiter ausdehnt, jenem Teil der Menschheit, der alles daransetzt, einen oft pervers anmutenden Wohlstand immer noch weiter zu steigern. Dass wir sehr entschlossen daran sind, in kürzester Zeitunser uraltes weltgeschichtliches Erbe zu zerstören und unsere eigene Zukunft aufs Spiel zu setzen, weiß heute im Grunde jedermann. Und das ist das ganz Unheimliche daran.“

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    Vampir989s avatar
    Vampir989vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: interessante Lebensgeschichte
    interessante Lebensgeschichte

    In diesem Buch erzählt uns Hans Peter Duttle seine Lebensgeschichte.Ich bewundere den Autor das er den Mut gefasst hat darüber zu schreiben.

    Als Sohn eines Diplomatensohnes hatteer nie eine richtige Heimat und war ständig in den unterschiedlichsten Ländern.Schon dies prägte seine Kindheit sehr.Auch stand er immer im Schatten seines Bruders.Dies hat mich schon sehr bewegt.
    Ich habe Hans Peter bei seinen vielen Reisen und Stadionen seines Lebens begleitet.Schoningslos und sehr packend berichtete er mir davon.Dabei habe ich spannende und atemberaubende Momente erlebt.Aber auch emotionale und berührende Situationen gab es.Die Besteigung des Mont Everest wurde sehr detailliert und hervorragend beschrieben und so hatte ich das Gefühl selbst dabei zu sein.Aber auch die anderen Stadionen fand ich sehr interessant.Die Zeiten in Kanada ,Peru,Bolivien und Neapel waren ein Teil davon.Durch seine eigenen Erfahrungen die er mir nicht vorenthalten hat,erhielt ich viele Informationen über die Kultur,Traditionen ,Sitten und Gebräuche der einzelnen Länder.Gedanken,Gefühle und Emotionen hat er sehr gut zum Ausdruck gebracht.Und so konnte ich mich immer gut in ihn hinein verstetzen und verstehen.
    Auch hat er nie viel vom Konsum und dem Reichtum gehalten.Ist immer bescheiden und ruhig geblieben.Dem armen und normalen Volk näher als der gehobenen Gesellschaft.Aber immer irgendwie auf der Flucht vor sich selbst.Schließlich findet er in Bern seine Ruhe .
    Ich habe selten eine so wundwerschöne und interessante Lebensgeschichte gelesen.
    Auch das Cover finde ich sehr ansprechend und gut gewählt.Es passt sehr gut zu dieser Geschichte und rundet das brilliante Werk ab.
    Ich vergebe glatte 5 Sterne.

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    MK262vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Suche nach dem Glück
    Ein steiniger Weg durch das Leben

    In diesem Realen Roman geht es um Hans Peter Duttle Er erzählt von seiner Kindheit die er in vielen verschiedenen Länder verbracht hat und wie er immer im Schatten von seinem jüngeren Bruder gestanden hat. Eine sehr emotionale Kindheit. Er begibt sich nach einem abgebroch Studium auf Reisen wo er eine Gruppe Amerikaner trifft die den Mount Everest besteigen wollen. Da gehört viel Mut und Gottesvertrauen dazu. Er ist danach immer noch auf der Suche nach sich selber und reist weiter in Kanada nimmt Er am Leben der Inuits teil. Ein sehr informatives Buch das einen nachdenklich stimmt.

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    Mrs_Nanny_Oggs avatar
    Mrs_Nanny_Oggvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein interessantes Leben - immer auf der Suche nach sich selbst und dem geeigneten Lebensort
    Auf der Suche - auf der Flucht?

    Illegal am Everest ist ein etwas irreführender Titel. Denn es geht bei Weitem nicht nur um eine illegale Besteigung des berühmten Berges in den 60er Jahren, sondern um die Beschreibung eines ganzen Lebens.

    Hans-Peter Duttle hat ein wirklich sehr interessantes und ereignisreiches Leben hinter sich. Ehrlich gesagt, bin ich ein wenig zwiegespalten, wie ich dieses Buch bewerten soll. Steht es mir zu, ein Leben zu bewerten? Das Buch selbst, also die Aufzeichnungen, die Reto Winteler über Duttles Leben geführt hat, ist gut geschrieben, es liest sich flüssig und interessant, manche Kapitel sind vielleicht ein wenig zu kurz geraten. Einiges hätte ich mir doch ausführlicher beschrieben gewünscht. Aber wie soll ich die Geschichte eines Menschen bewerten?
    Hans-Peter Duttle wurde als Sohn eines Schweizer Diplomaten in Beirut geboren. Durch die berufliche Tätigkeit des Vaters, für den er Zeit seines Lebens ein Versager war, zieht die Familie bald nach Südamerika. Dort lernt Duttle schon die Differenz zwischen den Leben eines Schweizer Diplomatensohns und den einfachen Indios kennen. Der Internatsaufenthalt in der Schweiz vertieft die Kluft zwischen ihm und seinen Eltern. Als junger Student ergreift er die Gelegenheit aus der westlichen Zivilisation zu entfliehen und schließt sich einer amerikanischen Bergsteigergruppe an, die illegal den Mount Everest besteigen wollen - eine Aktion, die scheitert, ja scheitern muss.
    Später versucht Duttle sein Lebensglück noch bei den Inuit, in Südamerika. Seinen Frieden findet er allerdings sehr spät doch noch in der Schweiz.

    Für mich ist Duttle ein Getriebener, ein Einzelgänger, der die Auswirkungen der westlichen Welt, des Kapitalismus nicht oder nur schwer ertragen kann. Zugleich ausgestattet mit einer tiefen Traurigkeit, dem ständigen Gefühl, seine Eltern enttäuscht zu haben, sucht er bei den einfachen Menschen in möglichst zivilisationsfernen Gegenden sein Glück. Doch auch hier kommt er dem westlichen Zivilisationsdruck nicht aus. Interessant war für mich, dass er trotz dieser Einstellung häufig im Entwicklungshilfebereich gearbeitet hat. Damit hat er ja quasi die Verwestlichung selbst verwirklicht.

    Ein interessantes Leben, das mich nachdenklich gemacht hat. Doch irgendwann muss man akzeptieren, dass man Teil eines Systems ist, dem man doch nicht auskommt. Warum nicht daran arbeiten, es zu ändern, nicht nur für sich, sondern für alle?

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    0_Lavender_0s avatar
    0_Lavender_0vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Reflektierender Lebensrückblick eines demütigen Abenteurers
    Extreme Suche nach dem inneren Frieden

    Illegal am Everest_Hans-Peter Duttle

     

    Zum Cover:

     

    Ein Bergsteiger, der sich über einen Gletscherabbruch abseilt, dazu zwei Rucksäcke, die neben einer Spalte stehen – alles in gedämpften kühlen Tönen gehalten, die Schrift prangt in der Verbotsfarbe Rot; dieses Foto vermittelt den Eindruck eines Extremerlebnisses und macht neugierig auf den Inhalt.

     

    Zum Autor:

    Geschrieben hat dieses Buch, auch wenn sein Name nicht am Cover vorkommt, Reto Winteler, ein Schweizer Autor, der eigentlich keine Beziehung zum Bergsteigen hat. Trotzdem ist es ihm hervorragend gelungen gemeinsam mit dem Diplomatensohn und Abenteurer Hans-Peter Duttle, dessen Lebensgeschichte auf 201 Seiten festzuhalten.

     

    Zum Inhalt:

    Das Buch ist in 19 Kapitel geteilt, die die unterschiedlichen Stationen im Leben des HBD behandeln. Im Stil eines Kommentars zu einer Reportage gibt der bereits als Kind introvertierte und ernsthafte Duttle einen Rückblick auf die Erlebnisse und Handlungen seines ruhelosen Lebens, auf die Schauplätze und Lebensumstände in Kanada, Südamerika (Bolivien und Peru), Tibet und in der Schweiz.

    Seine eigenen Familienverhältnisse und Beziehungen werden genauso analysiert, wie das gesamte Lebenswerk des Abenteurers, der beinahe das ganze Leben lang auf Suche war.

     

    Hans-Peter Duttle setzte sich nicht nur mit Entwicklungshilfe und westlichem Wohlstand allgemein, sondern immer auch mit seiner eigenen Person, seinen Handlungen, Ansichten,…kritisch auseinander und reflektiert sie aus der Sicht eines mittlerweile in die Jahre gekommenen, demütigen, analytischen Menschen, der letztendlich doch seinen inneren Frieden gefunden hat.

     

    Zum Stil:

    Das Buch ist in Ich-Form verfasst. Nüchtern analytisch werden dem Leser die Verhaltensweisen nähergebracht, Missstände werden aufgezeigt, ohne den Stab über die Handelnden zu brechen. Eingeschobene Vorankündigungen machen neugierig auf die folgenden Ereignisse, eine Grundspannung bleibt dadurch immer gegeben.

     

    Fazit:

    Dieses Buch stellt für mich einen wertvollen Beitrag dar, Sichtweisen zu durchleuchten und zu verändern, zu informieren und kritisch Stellung zu nehmen – immer aus der subjektiven Sicht eines Weltreisenden, der Extreme gesucht und gefunden hat, dabei aber nie seine Menschlichkeit oder sein humanistisches Verhalten verloren hat. Unaufdringlich werden Lebensabschnitte geschildert und reflektiert und regen zum Nachdenken an.

    Ich kann das Werk allen aufgeschlossenen Menschen empfehlen, die tiefgründige Lektüre lieben.

     

    Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

     

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    alupuss avatar
    alupusvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr berührendes und emotionales Buch
    Die beeindruckende Lebensgeschichte des Hans-Peter Duttle

    Die beeindruckende Lebensgeschichte des Hans-Peter Duttle

     

    Ein sehr berührendes und emotionales Buch

     

    Beschreibung:

    Hans-Peter Duttle kommt 1938 in Beirut zur Welt. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und die Geburt seines Bruders Rudi werfen einen langen Schatten auf sein zukünftiges Leben. Um der Realität zu entkommen, flüchtet sich der Schweizer Diplomatensohn erst in die Welt der Märchen und verschlingt später die Berichte berühmter Abenteurer und Entdecker. Nach der Matura und einem abgebrochenen Studium in der Schweiz bietet sich ihm die Gelegenheit, dem 'oberflächlichen Leben des Westens' zu entfliehen: Zusammen mit drei Amerikanern begibt sich der junge Mann 1962 auf eine illegale Besteigung des Mount Everest im verbotenen Tibet – für ihn ist es ein Aufbruch mit spirituellem Charakter. Die Expedition scheitert unter dramatischen Umständen. Wieder daheim, findet sich Hans-Peter Duttle in seinem Leben abermals nicht zurecht, und er wandert in den hohen Norden Kanadas aus. In einfachsten Verhältnissen lebend, verbringt er drei erfüllte, glückliche Jahre bei den Inuit. Die 68er-Unruhen erlebt er in Europa – er bildet in dieser Zeit als Offizier der Schweizer Armee in Andermatt Gebirgsinfanteristen aus. 1970 reißt ihn seine eigene Abscheu vor der Konsumgesellschaft jedoch wieder weg. Hals über Kopf heiratet er; auf dem peruanischen Altiplano kommt die erste, in der Arktis die zweite Tochter zur Welt. Zurück in der Schweiz, droht das bürgerliche Leben von neuem. Erst im Alter findet der ewig Suchende seinen Frieden – in Gümligen bei Bern.

    Meine Meinung:

    H.-P. Duttle kommt 1938 zur Welt. Er hat einen sehr autoritären Vater, der ihn immer und immer wieder als Versager hinstellt. Auch steht er im Schatten seines jüngeren Bruders Rudi, der der Sonnenschein der Familie ist. Menschansammlungen und der laufende Kosumrausch sind ihm zuwider. Er sucht die Ruhe  in der Natur und in den Bergen. 1962 bietet sich die Gelegenheit zusammen mit 3 Amerikanern den Mount Everest über das verbotene Tibet zu besteigen. Allerdings  endet diese Expedition mit einem Fiasko. Danach wandert er in den Hohen Norden Kanadas aus zu den Inuit. Dort verlebt er 3 glückliche Jahre, bis er einsieht, dass die Inuit immer mehr von der kanadischen Regierung beeinflusst werden.

    H.-P. Duttle ist ein getriebener, der das Glück und die Zufriedenheit sucht, aber es ist ihm einfach nicht vergönnt. Er ist ein Minimalist und braucht nicht viel zum Leben.  Er heiratet zwar zwischenzeitig, aber diese Ehe geht schief, er fühlt sich eingeengt. Erst in hohem Alter findet er endlich das, wonach er immer suchte. Hierzu passt der Satz:

    „Meinen Eltern, meinen Töchtern und ihrer Mutter, all den unzähligen Menschen, deren Liebe ich nicht erwidert habe, rufe ich zu: „Vergebt mir!“

    Dieser Satz spiegelt die ganze Tragik des Lebens H.-P. Duttle wider, der Zeit seines Lebens auf der Suche nach dem Glück und der Zufriedenheit war.

     

     

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    secretworldofbookss avatar
    secretworldofbooksvor 6 Monaten
    rastlose Suche

    In den Roman " Illegal am Everest " erzählt Hans Peter Duttle über sein Leben. Seine Kindheit als Diplomatensohn verbrachte er in verschiedenen Ländern. Dadurch konnte er nie irgendwo feste Wurzeln schlagen. Auch stand er im Schatten seines jüngeren Bruders. Dies berührte mich schon sehr nah.

    Nach seinem  abgebrochenen Studium begibt er sich auf Reisen. Dabei schließt er sich einer Gruppe von Amerikanern an, die den Mount Everest besteigen wollen. Keiner ahnt was auf sie zukommt und nur mit einer gehörigen Portion Glück gelingt ihnen der Abstieg.
    Trotz diesen erschütterten Ereignis fühlt er sich zu Hause nicht wohl und sucht sein Glück erneut in fremden Ländern.
    Davon erzählt nun der zweite Teil des Buches. Wir begleiten Hans Peter Duttle nach Kanada und erleben das raue naturverbundene Leben der Inuit. Auf seiner Suche kommt er immer an sehr abgeschiedene Orte, was mich sehr nachdenklich macht.
    Erst mit über 60 Jahren kommt Ruhe und Zufriedenheit in sein Leben. Doch auch noch da hinterfragt er kritisch die Ungerechtigkeit auf dieser Welt. 
    Für mich ist "  Illegal am Everest " von Hans Peter Duttle ein sehr berührendes, emotionales aber auch informatives Buch was mich nachdenklich zurück lässt.

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    Buchstabenliebhaberins avatar
    Buchstabenliebhaberinvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Duttle geht kritisch mit seinen bewegenden Abenteuern um, er ist ein sensibler kluger Minimalist, der sein Glück spät findet. Berührend!
    Duttles lange Suche nach dem Glück

    Hans-Peter Duttle hat so viele Abenteuer erlebt. Beinahe wäre er beim Versuch, den Mount Everest illegal zu bezwingen, ums Leben gekommen. Die Geschichte der Besteigung: atemberaubend, höchst spannend. Und Duttle macht daraus keine Heldentat, offen erzählt er von seinen inneren und äußeren Konflikten mit den anderen Teammitgliedern, den Reibungspunkten, die ein solches Wagnis mit sich bringt.

    Doch das ist nur eines seiner vielen Abenteuer, nicht weniger aufregend sind seine Erlebnisse bei den Inuit in Kanada, deren Kinder er unterrichtet, die ihn mit zur Jagd nehmen, auf dem Hundeschlitten, in eisiger Kälte, in traditioneller Kleidung. Er beschreibt die Kultur und Tradition eines Volkes, die vom Fortschritt bedroht ist, auf eine wertschätzende, kluge und feinsinnige Art. Er verklärt nicht, was er sieht, und er macht nicht alles mit.

    Hans-Peter Duttle wuchs als Erstgeborener eines Diplomaten im Libanon, in der Schweiz, in Bolivien und Peru auf - das Reisen und Leben auf verschiedenen Kontinenten gehört von früh auf zu seinem Leben. Auch wenn er sich nie an den gehobenen Lebensstil gewöhnte. Der sensible, zurückhaltende Junge erkannte früh den Unterschied zwischen seinem Lebensstandard und der Armut der Bewohner in anderen Ländern. Auch machte ihm zeitlebens der frühe Tod des deutlich beliebteren jüngeren Bruder und die distanzierte Art seiner Eltern zu schaffen:

    "Wieder einmal trafen sich bei mir die Frustration über das eigene Leben und das Leiden an der Welt; sie unterhielten sich bestens."(S.157)

    Das Buch begleitet Hans-Peter Duttle 66 Lebensjahre lang, durch seine Kindheit, sein ruheloses Leben als Lehrer in allen Teilen dieser Welt, er heiratet, bekommt Kinder, und kommt erst spät zur Ruhe. Er muss lange suchen, bis er seinen inneren Frieden findet. Und diese Suche, dieses kritische Hinterfragen der Welt, der Ungerechtigkeiten, der Armut, dem vermeintlichen Fortschritt macht dieses Buch besonders. 

    Er hat es nie leicht gehabt und er hat es sich nie leicht gemacht.

    Hans-Peter Duttle ist ein starker Mann mit Rückgrat und Überzeugungen, gleichzeitig unglaublich sensibel. Bestimmt mögen ihn auch viele nicht, weil er so kritisch ist und dem oberflächlichen Konsumieren nichts abgewinnen kann. Auch mit seinem Mitmenschen, vor allem den Gutsituierten, tut er sich schwer. 

    Es ist ein "dichtes" Buch, es passiert auf wenigen Seiten unglaublich viel. Die Reiseabenteuer sind faszinierend, doch es ist sein Charakter, der ihnen die besondere Note verleiht. Meine Leseempfehlung!

    Kommentare: 2
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    peedees avatar
    peedeevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Es war eine abenteuerliche und interessante Geschichte, keine Frage, aber für mich war sie auch traurig - eine bedrückende Grundstimmung.
    Der Suchende

    Hans-Peter Duttle, geb. 1938 als Schweizer Diplomatensohn in Beirut, ist sein Leben lang auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens. Immer wieder bricht er aus seinem Umfeld aus und versucht, in der Ferne sein Glück zu finden. Er schliesst sich drei Amerikanern an, die 1962 eine illegale Besteigung des Mount Everest wagen. Die Expedition scheitert. Er arbeitet u.a. in Kanada bei den Inuit oder in Peru bei den Indianern. Seine „Heimat“, die Schweiz, ist keine wirkliche Heimat für ihn. Wird er sein Glück finden? Die Geschichte hat Reto Winteler aufgeschrieben.

    Erster Eindruck: Ein sehr passendes Cover mit dem Mann, der da im Eis hängt. Es zeigt auf, wie gewaltig Eismassen sein können und wie klein der Mensch doch eigentlich ist. Buchtitel und Untertitel gefallen mir sehr gut; der schwarze „Trauerrand“ jedoch nicht. Sehr schön sind die Fotostrecken im Mittelteil des Buches; diese machen Erlebnisberichte immer viel persönlicher.

    „Mein Leben war ein Leben auf der Flucht.“ So beginnt das Buch. Hans-Peter Duttle weiss jedoch auch rückblickend nicht genau, wovor er davonlief. Das Verhältnis zu seinem Vater wird sehr unterkühlt beschrieben; aus der Sicht des Sohnes war er für seinen Vater offenbar stets eine Enttäuschung, ein Versager. Die Mutter scheint mir liebevoll, aber trotzdem zu wenig für den Sohn präsent. Hans-Peter kommentiert ein Foto von seiner Mutter und sich selbst: „Eigentlich bin ich hier überflüssig, eine Quantité négligeable.“ Sein Bruder Rudi war offenbar der Sonnenschein, der Augapfel der Familie. Für Hans-Peter wurde dadurch sein Gefühl, unzulänglich zu sein, noch verstärkt. Rudi verstirbt noch im Kindsalter aufgrund einer misslungenen Operation. Als Hans-Peter sechs Jahre alt war, ist die Diplomatenfamilie nach Bern umgezogen.
    Als junger und unzufriedener Lehrer trifft Hans-Peter den Amerikaner Roger, der in den Himalaya will – Hans-Peter wird der fehlende vierte Mann. Und dann geht es Schlag auf Schlag und die Expedition beginnt. Vier sehr unterschiedliche Männer: Woody ist Philosophieprofessor, Norman Rechtsanwalt (und seit Jahren mit Woody befreundet), Roger ist Geologiestudent. Wenn ich die Beschreibung der Expedition lese, wird mir schier anders: diese Strapazen, viele gefährliche Situationen, viel unüberlegtes Handeln! Die Expedition scheitert unter dramatischen Umständen. Es wäre interessant gewesen, von den anderen Teammitgliedern zu erfahren, wie sie die Expedition erlebt haben. Zurück in der Schweiz, kriegt er Arbeit als Lehrer in einem kleinen Dorf – es klingt merkwürdig, wenn er sagt, „ich beschloss, mich in irgendein abgelegenes Bauerndorf zurückzuziehen, um mein Leben dort als kleiner Dorfschulmeister zu Ende zu fristen“. Es scheint, dass er überhaupt keine Erwartungen mehr hatte und auch, als wäre er schon im reiferen Alter. Weitere Auslandseinsätze folgen, lassen ihn aber nicht zur Ruhe kommen.

    Die Geschichte rund um den Titel „Illegal am Everest“ wird in der ersten Hälfte des Buches erzählt – ich hätte gedacht, dass diese sozusagen das ganze Buch umfasst. Doch mit dem Untertitel „Mein steiniger Weg auf der Suche nach dem Glück“ wird die Geschichte rund, denn das ist er auf jeden Fall: ein Suchender. Es war eine abenteuerliche und interessante Geschichte, keine Frage, aber für mich war sie auch traurig, denn ich spürte fast durchgängig eine bedrückende Grundstimmung. Von mir gibt es 4 Sterne.

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    skiaddict7s avatar
    skiaddict7vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Wow! Unglaublich spannend.
    Die steinige Suche nach dem Glück

    „Dort oben, in der vollkommenen Stille und weit weg von jeder Zivilisation, fand ich es immer noch, das alte Glück.“

     

    Hans-Peter Duttle kann auf ein sehr ereignisreiches Leben zurückblicken. Als Schweizer Diplomaten-Sohn wurde er in Beirut geboren. Eine Kindheit im Libanon, Bern, Bolivien (La Paz) und Peru (Lima), so kam er im Teenageralter zurück nach Basel in die Schweiz. Schon in der Kindheit war Duttle ein besonders sensibles Kind und machte sich über Dinge Gedanken, die manch Erwachsener sich so wohl nie überlegt. So war ihm stets das Wohl aller Menschen, unabhängig von der Hautfarbe, sowohl das von Tieren ein Anliegen. Auch kämpfte er häufig mit dem Gefühl, das weniger geliebte Kind der Eltern zu sein, immer im Schatten des jüngeren Bruders. Er zeichnet sich selbst als sehr sensibler Mensch, welcher schon als Kind sehr spannende Einblicke in die Menschheit und Beziehung Mensch-Tier hatte. Nach dem Gymnasium in Basel kam Duttle über das Militär in die Berge und fand dort unter anderem so zum Bergsteigen und zur Liebe zur Natur. Und so kommt es, dass er schließlich im Jahr 1962 illegal mit drei Amerikanern versucht, den Everest über die Nordseite zu besteigen.

     

    Duttle blickt auf ein unglaublich vielseitiges und spannendes Leben auf verschiedenen Kontinenten zurück. Auch nach der Besteigung des Everest folgten unter anderem Aufenthalte in Kanada bei den Inuit, sowie Aufenthalte in Peru, Bolivien und Nepal. Duttle gelingt ein sehr reflektierter Rückblick auf sein Leben, in dem sehr viele, nach wie vor aktuelle Themen behandelt werden und interessante Gedanken zutage kommen. Das Buch ist sehr gut und fundiert geschrieben. Ich hätte mir oft gewünscht, die verschiedenen Erlebnisse wären noch ausführlicher beschrieben, teils bleibt es bei kurzen und nüchternen Beschreibungen. Die Expedition auf den Everest ist wahnsinnig bildhaft und mitreissend beschrieben. Auch sehr gutes Fotomaterial ist inkludiert. Doch nicht nur die Expedition zum Everest ist interessant, auch die Jahre bei den Inuit und später zurück in Bolivien und Peru sind sehr spannend und informativ. Duttle hat sein Leben lang nach dem Glück gesucht und es schließlich im Alter endlich gefunden. Es ist schade, dass es so lange gedauert hat, aber ich konnte von seiner Reise sehr viel lernen.

     

    Fazit: ein wunderbares, unglaublich spannendes und informatives Buch. Schade, dass es sich nur um ein Taschenbuch handelt – dieses Buch wäre eine gebundene Ausgabe mehr als wert. Ich kann dieses Buch jedem nur ans Herz legen, auch wenn Sie kein Bergliebhaber sind.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    WoertersehVerlags avatar
    Hans-Peter Duttle kommt 1938 in Beirut zur Welt. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und die Geburt seines Bruders Rudi werfen einen langen Schatten auf sein zukünftiges Leben. Um der Realität zu entkommen, flüchtet sich der Schweizer Diplomatensohn erst in die Welt der Märchen und verschlingt später die Berichte berühmter Abenteurer und Entdecker. Nach der Matura und einem abgebrochenen Studium in der Schweiz bietet sich ihm die Gelegenheit, dem »oberflächlichen Leben des Westens« zu entfliehen: Zusammen mit drei Amerikanern begibt sich der junge Mann 1962 auf eine illegale Besteigung des Mount Everest im verbotenen Tibet – für ihn ist es ein Aufbruch mit spirituellem Charakter. Die Expedition scheitert unter dramatischen Umständen. Wieder daheim, findet sich Hans-Peter Duttle in seinem Leben abermals nicht zurecht, und er wandert in den hohen Norden Kanadas aus. In einfachsten Verhältnissen lebend, verbringt er drei erfüllte, glückliche Jahre bei den Inuit. Die 68er-Unruhen erlebt er in Europa – er bildet in dieser Zeit als Offizier der Schweizer Armee in Andermatt Gebirgsinfanteristen aus. 1970 reißt ihn seine eigene Abscheu vor der Konsumgesellschaft jedoch wieder weg. Hals über Kopf heiratet er; auf dem peruanischen Altiplano kommt die erste, in der Arktis die zweite Tochter zur Welt. Zurück in der Schweiz, droht das bürgerliche Leben von neuem. Erst im Alter findet der ewig Suchende seinen Frieden – in Gümligen bei Bern.

    »Undenkbar! Unmöglich! – Das hätte sich Hans-Peter Duttle vor seiner Abreise zum Himalaja garantiert anhören müssen. Hätte er damals, 1962, von seinen Plänen erzählt. Hat er aber nicht. Er brach ganz leise auf, um mit drei anderen Alpinisten heimlich den Everest via Tibet zu besteigen. Illegal, schlecht ausgerüstet, ohne Höhenträger, Satellitenfunk, Arzt. Nicht einmal eine höhentaugliche Sonnencreme hatten die vier dabei. Es war – wie Hans-Peter Duttle heute sagt – ein Himmelfahrtskommando. Einem Achttausender auf diese Weise beikommen zu wollen, war damals ein absolutes Novum. Heute nennt man es Alpinstil; in seiner extremsten Form auch Speedbergsteigen.«
    Alexandra Rozkosny, Chefredaktorin »Die Alpen« 


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    Mehr über das Buch ILLEGAL AM EVEREST findet ihr hier.

    Der Wörterseh Verlag verlost hier 15 Exemplare

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