Hans-Peter Müller Max Weber-Handbuch

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Inhaltsangabe zu „Max Weber-Handbuch“ von Hans-Peter Müller

Zum 150. Geburtstag des Begründers der modernen Soziologie. Dazu Ökonomie, Religion und Recht – Max Webers Denken reicht über die Grenzen der Disziplinen hinaus. Mit den Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte von Antike und Mittelalter, zur Sozial-, Politik- und Wirtschaftsverfassung Deutschlands und Europa sowie zur Wissenschaftslehre und Religionssoziologie erfasst das Handbuch alle wichtigen Werke. Die Diskussion „Weber heute“ zeigt sein Werk im Spiegel der Themen des 21. Jahrhunderts: Globalisierung und Europäisierung, Arbeit und Beruf, Stadt und Lebensstil.

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    Max Weber-Handbuch

    michael_lehmann-pape

    03. June 2014 um 09:17

    Umfassend Der „Klassiker der Klassiker“ in der Kultur- und Sozialwissenschaft, Max Weber, ist mit seinem umfassenden Werk Thema dieses Handbuches. Studien zu Wirtschaft, Technik, Politik, Recht, Religion und Kultur, zu Antike, Mittelalter und Moderne bilden einen ungemein breite Spanne an Themen und eine vielfältige Möglichkeit, Webers Thesen und Gedanken zu nutzen und zu verarbeiten. Möglichkeiten, die seit Jahrzehnten ebenso breit genutzt werden. Die Herausgeber finden für die Art des „üblichen“ Umgangs mit Webers Werk das Bild des „Steinbruchs“. Ein Angehen jeweils konkret zu einem Thema, ein Schürfen an je konkreten Stellen des Werkes, über das, so die These des Buches, die „Botschaft von Max Weber“ im Sinne seines Gesamtanliegens verloren gegangen ist. Im „Steinbruch“ werden die Vision der Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft und Webers historisch-soziologische Konstellationsanalysen zugunsten einer „punktuellen Rezeption“ meist hinten angestellt. So ergibt sich einer der Schwerpunkte dieses Handbuches dahingehend, diese „großen Linien“ während der Darlegung von Werk und Person in differenzierten und thematischen Betrachtungen, im Blick zu behalten und jeweils herauszustellen. Hierzu findet der Leser im Handbuch zum einen eine aktuelle Bestandsaufnahme von Webers Werk (und die Erläuterung seiner zentralen Begriffe und Konzepte), vor allem aber auch eine jeweils interessante und überzeugende Darlegung des Potentials Max Webers für die Analyse aktueller und gegenwärtiger gesellschaftlicher Entwicklungen. „Wir sind überzeugt, dass es gerade Webers scharfe Begrifflichkeit ist, die den Kultur- und Sozialwissenschaften heute von Nutzen sein können“. In fünf Hauptteile strukturieren die Herausgeber dieses Werk, um all dem nahe zu kommen und gerecht zu werden. Im ersten Teil findet die historische und systematische Verortung Webers in einer knappen, biographischen Übersicht ihren Platz. Im zweiten Hauptteil erläutern die verschiedenen Autoren des Werkes Webers „Begriffsapparat“. Begriff Webers „für die Moderne“, die auch fast ein Jahrhundert nach ihrer Entwicklung treffende Bedeutung besitzen. Der dritte Hauptteil dient der Darlegung der „Werke und Werkgruppen“. Hier finden Einzeldarstellungen ihren Platz, in denen Webers Arbeiten zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Antike bis zum Mittelalter den Anfang machen. Organisch aus diesen ersten Forschungen ausgehend folgen fundierte und informative Einblicke in Webers zahlreiche Analysen zur Sozial-, Politik-, und Wirtschaftsverfassung Deutschlands (zu seiner Zeit). Daneben, mit das wichtigste Element zum Verständnis des „Großen Ganzen“ bei Weber liegt der „Objektivitätsaufsatz“ jener inhaltlichen Betrachtung dieses dritten Hauptteils zugrunde, der sich mit Webers wissenschaftstheoretischen Arbeiten zur „Wertfreiheit“ und zur „verstehenden Soziologie“ befasst. Die Darstellung von Webers Arbeiten zur Religion (protestantische Ethik) und zu Wirtschaft und Gesellschaft schließen sich an. Spätestens hier wird dem Leser deutlich, in welch breitem Ausmaße Weber grundlegend geforscht (bis hin zu den „rationalen und soziologischen Grundlagen der Musik“ und, vor allem, grundlegend auch Einfluss genommen hat. Wirtschaftsethik, Rationalität, Wertsphären und Lebensordnungen, die inhärente Reibung zwischen den Weltreligionen und den „praktischen“ Lebensbereichen Politik, Kultur, Ästhetik, Erotik und Wissenschaft zeigen ebenso die analytische Schärfe Webers, wie seine Einlassungen zum Verhältnis von Wirtschaft und Gesellschaft. Im vierten Hauptteil des Buches findet Diskussion weberischen Denkens aus gegenwärtiger Sicht ihren Platz. Bürokratie, Globalisierung, die „multiple Moderne“, Weber in Abgleich mit der „Renaissance der Religion“, der Kapitalismus, Bürgertum und Bürgerlichkeit, reichhaltig sind die Begriffe und Themen, in denen sich die Gedanken Webers immer noch, wie hier aufgezeigt, „auf der Höhe der Zeit“ zeigen in immer neuer Rezeption weiter wirken. Das Buch schließt im fünften Teil, dem Anhang, mit einer Zeittafel, einer Werkübersicht und einem breiten Literaturverzeichnis. Insgesamt bietet dieses Handbuch in doch (gemessen am Inhalt) „schmalen“ Umfang einen breiten und dennoch vertieften Blick auf Person und Werk Max Webers, in dem vor allem die großen Linien mit herausgestellt werden, die Themenbereich sauber voneinander getrennt vorliegen, die Verbindungsstellen deutlich werden und die Aktualität von Webers Denken, Begriffen und Analysen ein um das andere Mal deutlich vor Augen geführt werden.

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