Hans-Peter Vertacnik Totenvogel

(15)

Lovelybooks Bewertung

  • 13 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 0 Leser
  • 15 Rezensionen
(13)
(1)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Totenvogel“ von Hans-Peter Vertacnik

Der Mord am ebenso charismatischen wie skrupellosen Innenminister schockt ganz Österreich. War es seine Gier nach Sex, Geld und Macht, die ihm zum Verhängnis wurde? Als Oberst Radek Kubica den Dingen auf den Grund gehen will, riskiert er alles – denn er lüftet ein Geheimnis, auf das er besser nie gestoßen wäre. Ein Innenminister und seine schmutzigen Machenschaften, ein Chefermittler, der zu tief gräbt – ein komplexer Kriminalroman mit Tiefgang..

So realistisch erzählt, dass es mir Gänsehaut verursachte

— Bibliomarie

Fesselnd bis zu letzten Zeile!

— mabuerele

Wieder ein Krimi der Spitzenklasse!

— Wildpony

Spannender, tiefgründiger, politischer Krimi aus Wien

— Leserin71

einfach lesenswert,bin schon gespannt auf die fortsetzung hans-peter vertacniks kriminalromane haben suchtfaktor

— eulenmama

komplexer Kriminalroman mit vielen Charakteren

— DianaE

Ein vielschichtiger Politkrimi, der an der Grenze zum Thriller balanciert

— Bellis-Perennis

Stöbern in Krimi & Thriller

Böse Seelen

Kate als Undercover-Ermittlerin in einer Amish-Gemeinde. Einfach super!

TochterAlice

In eisiger Nacht

Brisantes und aktuelles Thema, leider etwas oberflächlich abgehandelt.

Nijura

Wolfswut

gelungener Thriller, durch und durch Spannend

Adora

Origin

Ein toller spannender neuer Roman von Dan Brown

Odenwaldwurm

Hangman - Das Spiel des Mörders

Eine gelungene Fortsetzung

ErbsenundKarotten

Wie Wölfe im Winter

Lesenswerte postapokalyptische Dystopie in Eis und Schnee mit bildhafter einfacher Sprache für angenehme Lesestunden auf dem Sofa.

OliverBaier

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Totenvogel

    Totenvogel

    Blaustern

    12. August 2016 um 12:07

    Der österreichische Innenminister Liebermann wird ermordet. Es könnte jeder gewesen sein, denn er hat in vielen Gebieten Feinde. Seine Anstellung nutzte er für schmutzige Geschäfte, um noch mehr Macht zu erlangen. Seine Gier nach Geld war unermüdlich, und auch Sex und Intrigen spielten eine große Rolle. Kubica ist nach seiner Schussverletzung wieder an Bord und soll den Fall lösen. Er steigt auf, doch auch bei der Polizei gibt es Missgunst und dadurch Intrigen, und er soll den Fall abschließen, ohne genaue Ergebnisse. Doch Kubica beißt sich durch und lässt nichts unversucht, um alles aufzudecken und stößt dabei auf die unglaublichsten Obszönitäten des Innenministers. „Totenvogel“ ist bereits der 2. Fall mit dem Ermittler Kubica, und er hat es nicht leicht. Weder mit seiner Schussverletzung noch mit seinem Kollegen und auch nicht im Privatleben. Seine Frau ist mit Sohn Oskar nach London entschwunden, was er irgendwie noch nicht ganz verwunden hat. Seine Freundin macht ihm das Leben ebenso schwer, weil er nur seine Arbeit sieht. Da ist doch der Alkohol ein guter Tröster. Meint er. Aber der Fall gibt ihm genug Adrenalin, denn hier ist er ausdauernd und entschlossen bei der Sache. Die übrigen Charaktere sind ebenso lebensecht beschrieben. Sympathisieren tut man aber mit keinem so recht. Die Geschichte besteht aus mehreren Erzählsträngen, wobei man sich hier wirklich voll konzentrieren muss, damit nichts untergeht, denn das Buch ist sehr umfassend und nicht so leicht verständlich. Deshalb beansprucht es auch eine gewisse Zeit zum Lesen. Trotz eher dunkler Materie gibt es aber immer wieder humorvolle Szenen, und die Spannung steigt mit jeder Seite. Das Ende watet mit eine großen Überraschung auf, und alles ist geklärt. Das Lokalkolorit hat mir hier auch sehr gut gefallen, Wien mit Geschichte und Architektur wurde mir hier sehr nahe gebracht und Interesse geweckt.

    Mehr
  • düsterer, komplexer Regionalkrimi

    Totenvogel

    JDaizy

    18. July 2016 um 09:57

    "Unschlüssig verharrte der verwirrte Mann vor dem Waschbecken und blickte in den Spiegel. Traurige Augen unter dichten buschigen Brauen stierten ihn an. Voller Selbsthass. Im Grunde hatte er sein Gesicht ja nie gemocht. Diese große Nase, die viel zu dicken Lippen, seine schlappe, grobporige Haut und diesen unmöglichen Bart. Hoffentlich sah er im nächsten Leben besser aus. /.../ Mit einem Ruck zog er das dickwandige Wasserglas aus der Halterung neben dem Spiegel, füllte es, nahm einen ordentlichen Schluck und behielt das Wasser im Mund. Gleichzeitig riss er seine russische Kanone aus dem Hosenbund und schob sich den Lauf zwischen die Zähne. Die hübsche, immer freundliche indische Putzfrau kam ihm in den Sinn. Was er der jetzt antat, war auch nicht ohne." Ein Mord erschüttert das beschauliche Wien. Innenminister Liebermann wurde ermordet und nicht nur die Polizei stellt sich die Frage: Warum? War er ein Zufallsopfer? War er in skrupellose Machenschaften verstrickt? Oder wurde ihm seine Vorliebe für verheiratete Frauen zum Verhängnis? Oberst Kubica beginnt zu ermitteln und stößt dabei schnell auf zahlreiche Ungereimtheiten und gut gehütete Geheimnisse. Doch warum soll er trotz klarer Indizien plötzlich vom Fall abgezogen werden? Ist Kubica nach seinem "Unfall" tatsächlich noch nicht wieder fit genug für den Polizeidienst oder hat er einfach an den falschen Stellen, zu tief gegraben? Mit "Totenvogel" setzt der Autor Hans-Peter Vertacnik die Geschichte um den sympathischen, urigen Kriminalkommisar Kubica fort. Man kann das Buch aber auch sehr gut eigenständig lesen, ohne den Vorgänger "Donauwölfe" zu kennen, da es in sich abgeschlossen ist. Auch für mich war es der erste Kriminalroman des Autors. Am Anfang musste ich mich erst in die vielen Charaktere einlesen und musste durch die, für mich, ungewöhnlichen Berufsbezeichnungen (das Buch spielt in Österreich) etwas "sortieren". Das die Personen einmal mit dem Vornamen, dann wieder mit dem Nachnamen und dann wieder nur mit der Berufsbezeichnung angesprochen werden, macht es nicht einfacher. Wenn das "im Kopf Sortieren" aber einmal gelungen ist, findet man sich gut in der Geschichte zurecht. Schnell war ich gefangen in dem Netz aus mysteriösen Geldgeschäften, politischer Korruption, Erpressung, Eifersucht und persönlichen Intrigen.Hans-Peter Vertacnik war selbst ehemaliger leitender Polizeibeamter und wenn man aufmerksam liest, findet man interessante Details und Einblicke in die kriminalistische Arbeit. Er zeichnet Figuren mit hohem Wiedererkennungswert. Ich habe besonders Kubica in mein Herz geschlossen - auch wenn er mich mit seinen Ecken, Kanten und seinen Macken, vor allem mit seinem Trennungsschmerz um seine Ex-Frau manchmal etwas "genervt" hat. Aber sind es nicht gerade die kleinen Macken, die uns unverkennbar und liebenswert machen?! Sehr berührt hat mich auch die Geschichte um seinen Sohn Oscar und seine Freundschaft zu Wozzek. Ich hoffe wirklich, dass die Geschichte weitergeht und Kubica nicht in Pension geschickt wird. Denn dann würden mir "nur" noch die "Donauwölfe" bleiben - denn dieses Buch werde ich mir defintiv kaufen. Auch wenn ich damit die Geschichte wohl von hinten aufrolle. "Totenvogel" ist 2016 als Taschenbuch im emons-Verlag erschienen. Das Cover und auch der Titel sind für mich leider nicht sehr aussagekräftig. Vielleicht, weil ich die örtlichen Gegebenheiten in Wien nicht kenne. Ich vermute, dass es sich bei der Abbildung um das Dach einer bekannten Sehenswürdigkeit handelt, denn der Autor beschreibt im Buch immer wieder anschaulich die Plätze, in denen die Geschichte spielt. Das macht defintiv Lust auf Wien und vielleicht begebe ich mich irgendwann einmal auf Kubicas Spurensuche. Der Kriminalroman selbst ist in drei Abschnitte mit hundertvierunddreißig Kapiteln (auf zeihundertsechsundachtzig Seiten) eingeteilt. Er hat eine angenehme Schriftgröße, kurze Kapitel und ist hochwertig verarbeitet. So wie man es vom emons-Verlag gewohnt ist. Der Schreibstil des Autors lässt sich am besten mit den Worten: "flüssig, düster, direkt und männlich" beschreiben. Man findet sich schnell in die Geschichte und sie lässt einen nur schwer los, weil man auf die Auflösung hinfiebert. Meine Lieblingsstelle, die mir wohl immer im Gedächtnis bleiben wird, ist die, mit dem Lindenblütentee im Urinbecher im Krankenhaus. Darüber muss ich jetzt noch schmunzeln und deshalb darf sie nicht unerwähnt bleiben. Fazit: Ein kurzweiliger, aber anspruchsvoller, spannungsgeladener Regionalkrimi, der eindrucksvoll mit den dunklen menschlichen Seiten, um Macht, Kontrolle und Gier spielt. Mit komplexen Handlungssträngen, die erst am Ende zusammenlaufen und auf deren Auflösung ich wirklich hingefiebert habe.

    Mehr
  • Macht und Gier

    Totenvogel

    buecherwurm1310

    16. July 2016 um 14:48

    Innenminister Liebermann wurde ermordet. Potentielle Täter gibt es genug, denn Liebermann missbrauchte seine Stellung und seine Gier nach Geld und Macht war riesengroß. Auch Affären hat er jede Menge. Radek Kubica wurde lange durch eine Schussverletzung außer Gefecht gesetzt und macht ihm immer noch zu schaffen. Auch sein Privatleben läuft nicht rund. Nun aber wird er überraschend befördert und ist gleich für den Fall Liebemann verantwortlich. Bei den Kollegen macht er sich dadurch keine Freunde. Aber er will den Fall lösen, egal wie viele Widerstände es gibt. Es ist eine sehr komplexe Geschichte mit recht düsterer Atmosphäre, die uns der Autor hier auftischt. Aber es gibt auch Dialoge, die humorvoll sind und das Ganze auflockern. Kurze Kapitel und verschiedene Handlungsstränge sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Die Geschichte um Intrigen und schmutzige Machenschaften ist von Anfang an spannend. Dabei blieb ich bis zum Schluss darüber im Unklaren, welcher der vielen möglichen Täter mit welchem Motiv denn nun wirklich der Mörder ist. Die Charaktere sind sehr authentisch gezeichnet. Ich konnte mir also gut ein Bild von ihnen machen, aber sympathisch war mir keiner. Auch mit Radek Kubica hatte ich einige Probleme, denn im privaten Bereich lässt er es doch an Einfühlungsvermögen mangeln. Aber bei den Ermittlungen ist er beharrlich und zielorientiert. Ein komplexer und spannender Krimi mit Lokalkollorit.  

    Mehr
  • Kubicas zweiter Fall - unbedingt zu empfehlen

    Totenvogel

    tweedledee

    11. July 2016 um 18:52

    Schauplatz Wien: Österreichs Innenminister wird ermordet, Oberst Kubica mit der Untersuchung des Falls betraut. Doch mit der augenscheinlichen Lösung ist Kubica nicht einverstanden, es gibt Details die ihn stutzig machen. Sein Chef ordnet an den Fall ad acta zu legen, doch er wäre nicht Kubica wenn er dieser Weisung folgen würde. Kubica lässt nicht locker und stößt auf die schmutzigen Geheimnisse des Ministers. Der zweite Fall für Radek Kubica hat mir noch besser gefallen, als sein erster "Donauwölfe", obwohl dieser mich schon begeistert hat. Der Krimi hat einfach alles, was man sich als notorischer Krimileser nur wünschen kann: Eine verzwickte und spannende Handlung, sympathische Protagonisten die sich entwickeln und einen sehr anspruchsvollen Schreibstil, der sich wunderbar locker lesen lässt. Dazu lässt der Autor immer wieder Informationen zu bekannten Orten oder Gebäuden in Wien einfließen, geschichtliche Details, die viel für Wien-Flair sorgen. In "Donauwölfe" musste ich mit Kubica erst mal warm werden, er ist kein einfacher Kerl. Seine Frau hatte den Koffer gepackt und war mitsamt Sohn Oskar nach London gezogen, weil Kubica seine Arbeit wichtiger als die Familie war, Kubica hat seinen Kummer und Stress im Alkohol ertränkt. In diesem Teil hat er seine Alkoholsucht im Griff, ist gesundheitlich aber nach einer Schussverletzung noch schwer angeschlagen. Kubica brennt darauf wieder zur Arbeit zu kommen und hat auch schnell einen brisanten Fall am Wickel: der Innenminister wird ermordet. Zu alldem kommen noch Intrigen, denn es gibt Vorgesetzte, die Kubica nur allzu gern in den Ruhestand schicken würden. Denn Kubica ist unbequem. Er bearbeitet einen Fall nach seiner Art, verbeißt sich darin, er sagt was er denkt und tritt damit einigen Leuten auf die Füße. Doch gerade das macht ihn auch so wahnsinnig sympathisch. Privat tut sich auch einiges bei Kubica, so bekommt er z. B. überraschend Besuch von seinem pubertierenden Sohn, was für einige Verwicklungen sorgt. Der Fall an sich ist so verzwickt, es gibt mehrere Handlungsstränge die erst ganz zum Schluss zusammen laufen, aber dafür mit einem Paukenschlag. Einiges kann man sich als aufmerksamer Leser zusammen reimen, aber der Drahtzieher hinter allem ist bis zum Ende unbekannt. Hans Peter Vertacnik hat hier einen grandiosen Fall entwickelt und mich mit dem Ende absolut überrascht. Der Fall ist komplex und einige Vorkommnisse sind leider nur allzu realistisch, genau das macht für mich einen guten Krimi aus. Es bleibt auch keine Frage offen, alles wird schlüssig geklärt. Fazit: Fesselnder Krimi mit viel Lokalkolorit, einer komplexen Handlung und einem sympathischen Protagonisten. Ich bin begeistert, freue mich schon auf den nächsten Fall.

    Mehr
  • Ein starker Krimi

    Totenvogel

    Bibliomarie

    11. July 2016 um 16:01

    Radek Kubica, Polizeibeamter, kämpft an mehreren Fronten. Nach einer Schussverletzung im Einsatz noch nicht wieder ganz hergestellt, außerdem auf Alkoholentzug, möchte ihn der Amtsarzt in Frühpension schicken. Sein Kollege spekuliert auf seinen Posten, seine Frau hat ihn verlassen und ist mit dem Sohn nach London gezogen. Mit seiner Freundin läuft es überhaupt nicht rund, sein Sohn, möchte nicht mehr bei der Mutter leben – Radek hat das Gefühl, dass sein Leben  ihm grade um die Ohren fliegt. Dann wird der Innenminister ermordet, Kubica muss wieder ran. Er wird sogar befördert, was seine Kollegen mit Neid und Missgunst erfüllt.Die Geschichte ist schmutzig, der Politiker ließ sich schmieren und zwar nicht nur von einer Seite, Geld, Macht, Sex und Intrigen waren sein Antrieb.  Feinde hat er wie Sand am Meer. Für Kubica wird es nicht einfach, den Spuren zu folgen, es werden ihm immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen und seine Arbeit wird von vielen Seiten behindert. Alte Seilschaften, Politiker und Neider,  jeder will an den Fäden ziehen. Aber verbissen folgt er seinem Weg und lässt sich nicht aufhalten. Aber auch eine andere Seite hat Interesse an den Machenschaften des Ministers und so kommt noch ein Mitspieler zum Zug und der Fall wird nicht einfacher.Dieser Krimi ist vielschichtig, komplex – um nicht zu sagen kompliziert – aufgebaut. Verschiedene Handlungsstränge und Erzählebenen fordern die volle Aufmerksamkeit. Für mich nicht immer ganz einfach, dass Personen mal mit Nachnamen, mal mit Vornamen, mal mit Dienstrang genannt wurden. Da brauchte ich etwas Zeit um mich einzulesen und nicht die Orientierung zu verlieren. Aber hat man sich eingelesen, ist man gepackt und kann nicht mehr aufhören.  Die Verwicklungen von Finanz und Politik ist so realistisch geschildert, dass man um unsere Gesellschaft fürchten muss. Als ehemaliger Polizist weiß der Autor wovon er schreibt. Die Protagonisten sind real, tiefgründig und sehr lebensecht dargestellt, Sympathien konnte ich eigentlich für keinen der Hauptcharakter – außer für Kubica - entwickeln. Aber es ist halt auch ein schmutziges Geschäft, in dem der Roman angesiedelt ist. „Ein neuer Mensch hat sich entwickelt. Der oberflächliche, abgestumpfte, konsumorientierte Egoist, der an nichts glaubt außer an die Macht des Geldes.“ Dieser Satz kann als Grundaussage stehen. Wenn es nicht immer wieder diesen morbiden, schwarzen Wiener Humor gäbe, diese kleinen giftigen Einschübe, könnte man fast in Tristesse versinken. Überhaupt ist der Schauplatz Wien ein Lichtblick, wie die Stadt und ihre Menschen geschildert werden, hat mir gut gefallen.  Ich hoffe nur, dass die österreichische Realpolitik hier im Roman nicht gespiegelt ist, dass würde mir doch den Glauben an unsere Gesellschaft rauben, obwohl bei manchen Vorgängen….Ein stark geschriebener Krimi mit Tiefgang, gesellschaftspolitischem Anspruch und einer Spannung, die sich von Kapitel zu Kapitel steigert.      

    Mehr
  • Wer den Bogen überspannt ...

    Totenvogel

    mabuerele

    08. July 2016 um 17:18

    „...Der Wiener grantelt, der Wiener raunzt, aber dass er endlich einmal den Arsch hebt, auf den Tisch haut und etwas ändert, kommt ihm gar nicht in den Sinn...“ In einer tropischen Nacht in Wien findet ein hoher Beamter aus dem Wirtschaftsministerium einen Toten. Sechs Monate zuvor fährt ein Kurier mit einem Koffer voll Geld nach Liechtenstein. Nach Einzahlung erfolgt eine Information an den österreichischen Innenminister Liebermann. Die Firma Vienna Intersoft hat den Innenminister geschmiert, um an einen Großauftrag zu kommen. Doch eine zweite Firma hat mehr gezahlt. Der verantwortliche Abteilungsleiter erschießt sich. Hofrat Werner Witoldski, Geheimdienstchef der Republik Österreich, trifft sich mit der Abgeordneten Frederike Jung. Sie will ihre Kontakte spielen lassen, damit er seinen Job behält, denn Liebermann hätte den gern einer jungen Juristin gegeben. Nachdem Major Kubica bei seinem letzten Fall schwer verletzt wurde, möchte ihn der Amtsarzt gern in den Ruhestand schicken. Doch es kommt anders. Er wird Leiter der Mordkommission Wien und erhält den Rang eines Oberst. Allerdings lässt sein Vorgesetzter ihn unauffällig überwachen. Das sind nur einige Fakten, mit denen der fesselnde Krimi beginnt. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Es ist der zweite Teil mit dem Ermittler Kubica. Die Geschichte hat viele Facetten. Es geht um Korruption und Erpressung, um Macht und Geldgier, verratene Freundschaft und heimliche Liebschaften. Jeder belauert jeden. Das gilt nicht nur in der Politik, sondern auch im Polizeiapparat. Die komplexen und nur langsam durchschaubaren Beziehungen zwischen den Protagonisten sorgen für einen extrem hohen Spannungsbogen. Als Liebermanns Geldgeschäfte aufzufliegen drohen und er Erpresserbriefe mit den Worten „...Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird...“ erhält, werden selbst die Medien und Druck gesetzt und Dokumente gefälscht, weil nicht sind kann, was nicht sein darf. Den Erpresserbriefe sind Einzahlungsscheine beigelegt, ausgestellt auf humane und kirchliche Organisationen. Kubica allerdings lässt sich nicht beeinflussen. Der Oberst zieht im dienstlichen Bereich stur seine Linie durch. Ein Fall ist erst abgeschlossen, wenn alle Fakten glasklar auf den Tisch liegen, nicht wenn die neue Innenministerin ein Erfolgsmeldung braucht. Dabei hat Kubica auch noch Probleme in seinem Privatleben. Seine Dienstauffassung, die weder Freizeit noch Wochenende kennt, hat ihm schon die Ehe mit Anna gekostet. Wirklich abgeschlossen aber hat er mit ihr noch nicht. Hinzu kommt, dass Oscar, der gemeinsame Sohn, in England alles andere als glücklich ist. Margot, Kubicas jetzige Freundin, fühlt sich auch zu oft allein gelassen. Natürlich darf der polnische Pfarrer Wozzek nicht fehlen. Er bringt eine besondere Farbe ins Geschehen. Der Schriftstil ist dem Genre angemessen. Schnell wechselnde Orte und Personen beleben die Handlung. Die Örtlichkeiten in Wien werden ausführlich beschrieben. Ab und an gibt es fein dosierte sarkastische Bemerkungen zur österreichischen Mentalität, wie obiges Zitat zeigt. Die kriminologische Arbeit kann ich als Leser genau verfolgen, weil sie nicht nur detailliert beschreiben wird, sondern weil mich Kubica ebenfalls an seinen Gedanken teilhaben lässt. Das eher schlichte Cover passt zur Handlung. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Das komplexe Geschehen wurde logisch gekonnt aufgebaut und konsequent zu Ende geführt. Das Buch gab im Rahmen einer fesselnden Handlung einen interessanten Einblick in gut funktionierende Netzwerke von Politik und Wirtschaft.

    Mehr
    • 11
  • Totenvogel - wieder ein Krimi der Spitzenklasse!

    Totenvogel

    Wildpony

    07. July 2016 um 13:20

    Totenvogel  -  Hans-Peter Vertacnik Kurzbeschreibung Amazon: Der Mord am ebenso charismatischen wie skrupellosen Innenminister schockt ganz Österreich. War es seine Gier nach Sex, Geld und Macht, die ihm zum Verhängnis wurde? Als Oberst Radek Kubica den Dingen auf den Grund gehen will, riskiert er alles – denn er lüftet ein Geheimnis, auf das er besser nie gestoßen wäre. Ein Innenminister und seine schmutzigen Machenschaften, ein Chefermittler, der zu tief gräbt – ein komplexer Kriminalroman mit Tiefgang.. Mein Leseeindruck: Ich habe mich unheimlich gefreut das es eine Fortsetzung mit Radek Kubica nun gibt, denn dieser Krimi damals hat mich wirklich begeistert. Und so war die Vorfreude darauf richtig groß und der geniale Autor Hans-Peter Vertanik hat mit diesem Fall noch einen drauf gelegt! Das war wieder Spitzenklasse und hat mich total gefesselt und begeistert. Kubica als Ermittler ist einfach große Klasse und ich freut mich für ihn das er nach seiner Verletzung nun den Posten als Leiter der Mordkommission Wien bekam. Aber es gibt auch andere Mitmenschen die ihn lieber "gleich im Ruhestand" gesehen hätten. Daher ist die Handlung voll gepackt mit Gaunerei und Intrigen. Von einem Spannungsbogen können wir hier nicht reden. Denn ein Bogen flacht auch wieder ab. Hier wurde jedoch die Spannung atemlos die ganze Zeit weit oben gehalten bis zum Schluss. Nicht nur der Fall Liebermann beschäftigt Kubica, sondern auch seine etwas problematische Beziehung zu Margot und die Noch-Verbundenheit mit seiner Ex-Frau Anne, die mit dem Sohn weit weg in England nun lebt. Und Kubica ist auch nur ein Mensch mit Gefühlen und Problemen und so finde ich die Figur Radek Kubica wieder großartig herausgearbeitet. Fazit: Wieder volle Begeisterung bis zum Ende und eine Riesen-Empfehlung für alle Krimifans. Dieses Buch müsst ihr unbedingt lesen. Es kann auch unabhängig vom ersten Teil Donauwölfe gelesen werden. Ich würde aber doch die Einhaltung der Reihenfolge empfehlen. Freue mich schon auf einen neuen Kubica.... und vergebe mit großer Freude 5 wohlverdiente Sterne!      

    Mehr
  • Spannender, tiefgründiger, politischer Krimi aus Wien

    Totenvogel

    Leserin71

    07. July 2016 um 11:05

    "Donauwölfe" war Hans-Peter Vertacniks erster Krimi um Oberst Radek Kubica. Mit "Totenvogel" liegt nun der zweite Band vor, der aber gut ohne die Vorkenntnisse aus dem ersten zu lesen ist. Und darum geht es:Radek Kubica sollte nach seinen Verletzungen eigentlich nur noch Innendienst bei der Wiener Polizei machen, manche meinen sogar, der Unbequeme sollte sich ganz aus dem Polizeidienst verabschieden. Als der Innenminister Österreichs ermordet wird, soll Kubica doch wieder ermitteln, aber nur so, wie es sich gewisse Kreise der Politik vorstellen. Aber Kubica wäre nicht Kubica, wenn er sich diesen Anweisungen beugen würde und ermittelt auf eigene Faust weiter, bis er auf ein Geheimnis stößt...Meine Meinung:Radek Kubica ist kein einfacher Charakter, er folgt aber stets seinem Sinn für Gerechtigkeit. Dass manch andere diesen Begriff von Gerechtigkeit weiter auslegen, interessiert ihn nicht. Sein Privatleben leidet unter dem Berufsleben, ich fühle mit seiner Freundin, möchte aber auch nicht, dass ein Mörder frei herumläuft.In drei Kapiteln mit insgesamt 134 Szenen erzählt Hans-Peter Vertacnik eine mitreißende, bedrückende Geschichte, die mich an der Integrität von Politikern zweifeln lässt. Durch die kurzen Szenen ergibt sich ein schneller Wechsel von Perspektiven und Schauplätzen, was dem ganzen zusätzlich Tempo verleiht. Gekonnt spielt der Autor mit einer Vielzahl von Personen, so dass volle Aufmerksamkeit beim Lesen gefragt ist und auch belohnt wird. Hatte ich mir doch manches schon zusammengereimt, war ich am Ende doch sehr überrascht! Danke dafür!Wien ist wieder einmal ein hervorragender Schauplatz!Sehr gerne gebe ich wieder 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung für alle Krimifans!

    Mehr
  • Ein Sumpf von Intrigen und Korruption

    Totenvogel

    c-bird

    06. July 2016 um 16:25

    Wien in den frühen Morgenstunden. Ein Toter wird zwischen zwei geparkten Autos gefunden. Es handelt sich um keinen Geringeren als den Innenminister. Österreich ist schockiert. Den Fall übernimmt Oberst Radek Kubica. Er ist gerade erst wieder nach einer Verletzungspause zum Leiter der Mordkommission Wien ernannt worden. Seine Ermittlungen fördern jede Menge Dreck zu Tage. Innenminister Liebermann war involviert in ein Geflecht aus Korruption, Machtmissbrauch, Sex und Gier. Da mangelt es nicht an potentiellen Tätern…Es ist bereits der zweite Fall für Oberst Radek Kubica. Den Vorgänger „Donauwölfe“ kannte ich leider nicht. Dadurch hatte ich anfänglich Probleme mit der Vielzahl der Figuren, die mir nicht vertraut waren. Doch mit ein paar Notizen ging es dann und sobald die Charaktere gefestigt waren, wollte mich die Geschichte gar nicht mehr loslassen und ich mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Spannungsbogen lag die ganze Zeit hoch.Der Prolog beginnt mit dem Auffinden der Leiche im Mai. Danach springt die Geschichte ein halbes Jahr zurück und zeichnet die Ereignisse auf, die sich vor dem Tod Liebermanns ereigneten. Liebermann log und betrog wo es nur ging, Intrigen wohin man nur schaute. Doch die Obrigkeiten halten auch nach seinem Tod noch die schützende Hand über ihn, schließlich sind auch die anderen darin verwickelt. Kubica bekommt so manchen Stein in den Weg gelegt. Auch privat läuft es nicht gerade rund für Kubica. Mit seiner Freundin Margot liegt er im Dauerclinch. Hinzu kommen noch ständige Telefonate mit seiner Ex Anne, die mit dem gemeinsamen Sohn in London lebt.Ein wirklich gelungener Wien-Krimi. Nicht nur die Figuren waren gut ausgearbeitet und wirkten sehr authentisch, zudem hat der Autor auch jede Menge Lokalkolorit einfließen lassen. Sehr angenehm und kurz fand ich die Kapitel. 134 Kapitel auf 286 Seiten sprechen für sich. Dadurch wechselte nicht nur ständig die Perspektive, sondern man fühlt sich selbst angetrieben noch ein weiteres Kapitel zu lesen.Wer also eintauchen will in einen Sumpf von Machtmissbrauch, Affären und Gier, dem sei dieser Krimi dringend ans Herz gelegt. Unterhaltung vom Feinsten, einfach zurücklegen und genießen. Für das nächste Jahr ist ein weiterer Kubica angekündigt. Ich werde mich solange mit dem Vorgänger über Wasser halten.

    Mehr
  • zweiter fall des sympathischen wiener ermittlers radek kubica

    Totenvogel

    eulenmama

    06. July 2016 um 15:30

    darum geht es:kaum ist oberst radek kubica wieder im dienst, überrascht der mord am innenminister von österreich das land. innenminister liebermann der eiskalt und ohne gewissen seine ziele verfolgt,sei es bei frauen,geld,macht hat sich in seinen leben viele feinde gemacht.kubica gerät in die fänge dunkler machenschaften,deckt ein geheimnis auf,das besser verborgen geblieben wäre.sein gerechtigkeitsinn lässt ihn trotz warnungen,fast könnte man sagen drohungen aus mehreren richtungen nicht aufgeben.meinung:konnte mich hans-peter vertacnik schon mit seinen donauwölfen überzeugen,so hat er es auch bei totenvogel geschafft.ein angenehmer schreibstil und hochspannung lassen einen nicht mehr los.authentisch und absolut glaubwürdig,nimmt er einen mit nach wien. diesmal gehts um intrigen,affären,hochgestellter politiker,korruption aus allen richtungen,und schließlich mord.eiskalt ausgeführt.oberst kubica beweist einmal mehr sein außergewöhnliches talent beim ermitteln.privat geht leider viel schief.was mich besonders beindruckt,ist die präzise beschreibung der polizeiarbeit.mir gefällt auch mich der autor immer wieder an plätze von wien führt,ihre geschichte erzählt,cafes und vieles mehr. auch der lokalkolorit kommt nicht zu kurz.ein anspruchsvoller krimi mit  viel liebe für das detailfünf sterne gibt es dafür von mirund 2017 darf man sich auf eine fortsetzung freuen, ein wiedersehen mit radek kubica

    Mehr
  • Zahltag in Wien

    Totenvogel

    esposa1969

    03. July 2016 um 01:36

    Klappentext: Der Mord am ebenso charismatischen wie skrupellosen Innenminister schockt ganz Österreich. War es seine Gier nach Sex, Geld und Macht, die ihm zum Verhängnis wurde? Als Oberst Radek Kubica den Dingen auf den Grund gehen will, riskiert er alles – denn er lüftet ein Geheimnis, auf das er besser nie gestoßen wäre. Ein Innenminister und seine schmutzigen Machenschaften, ein Chefermittler, der zu tief gräbt – ein komplexer Kriminalroman mit Tiefgang.   Leseeindruck: Mit "Totenvogel" von Autor Has-Peter Vertacnik liegt uns hier ein Wiener Regionalkrimi vor, der an schmutzigen Machenschaften und Intrigen kaum zu überbieten ist. Ich liebe schmutzige Machenschaften - zumindest in Romanen - und Geheimnisse. Bei diesem Krimi fällt auf, dass dieser in drei Ober-Kapitel und insgesamt 134 Unterkapitel auf knapp 300 Seiten aufgeteilt ist, somit haben wir recht kurze Kapitel, die allesamt angenehm kurz und kurzweilig sind. Mir gefällt es, wenn die Kapitel immer nur wenige Seiten lang sind, auch wenn dadurch ein Perspektivenwechsel im schnellen Rhythmus stattfindet.Somit haben wir gleich zu Beginn mehrer Handlungsstränge von der de rgeübte Krimilese ja weiß, dass diese sich bald zu einem Gesamtbild zusammenfügen, insofern war ich schnell drin in den Geschehnissen. Der Schreibstil lässt sich absolut flott und flüssig lesen und obwohl ich den Vorgänger-Band "Donauwölfe" nicht gelsen habe, wurde ich schnell vertraut mit Oberst Radek Kubica. Mir ist auch gleich aufgefallen, dass der Wiener Lokalkolorit angenehm ausgeprägt ist, was mir sehr gut gefällt, denn wenn ich einen Regionalkrimi lese, möchte ich mich während des Lesens auch in der Region befinden. Das Cover ist schon sehr verheißungsvoll düster und sprach mich sofort an. Gerne möchte ich meine Leseempfehlung mit 5 Sternen aussprechen!   @ esposa1969   

    Mehr
  • Intrigen und glattes Parkett in Österreichs Innenpolitik ...

    Totenvogel

    Bellis-Perennis

    02. July 2016 um 11:18

    Wie schon in seinem ersten Wien-Krimi „Donauwölfe“ entführt uns Hans-Peter Vertacnik in die Intrigen geschwängerte Luft der Österreichischen Innenpolitik. Mehrere Handlungsstränge werden zu einem dicken Zopf geflochten. Man muss schon genau lesen, wer gerade welcher Fraktion und/oder Connection angehört. Der allseits unbeliebte Innenminister Liebermann wird erschossen aufgefunden. Der Verdächtigen sind viele. Zitat der Frau Gemahlin: „er hatte mehr Feinde als Haare auf dem Kopf“. Oberst Radek Kubica, noch nicht wirklich von seinem letzten Einsatz, bei dem er angeschossen wurde, genesen, muss wieder ermitteln. Man versucht mehrmals in kalt zu stellen, ist er doch einigen der Mächtigen schwer auf die Zehen getreten. Radek ist jedoch der beste Kriminalbeamte und darf vorerst ermitteln. Selbst Drohungen und verwanzte Büros halten ihn nicht wirklich auf. Dabei hat er eigentlich ganz andere Probleme: seine Ex-Frau Anne lebt mit dem gemeinsamen Sohn Oskar in London, hat aber für den pubertierenden Burschen wenig Zeit. Daher macht der sich, so mir nichts dir nichts, einfach auf den Weg nach Wien, um bei seinem Vater zu leben. Doch dessen derzeitige Freundin Margot ist wenig begeistert von diesem Familienzuwachs und stellt Radek vor ein Ultimatum. So kämpft Radek gleich an mehreren Fronten. Wird er das Geflecht der Korruption zerschlagen? Wie auch schon im letzten Krimi steht ihm Pawel Wozzek, ein polnischer Pfarrer mit Verbindungen zu Geheimdiensten und in die Unterwelt helfend zur Seite. Köstlich die Idee mit dem Medikament gegen Radeks häufigen Alkoholkonsum. Als Wienerin kenne ich natürlich die Schauplätze und schlendere mit den verschiedensten Figuren über den Kohlmarkt oder treffe Oberst Kubica auf dem Zentralfriedhof. Die Charaktere sind sehr gut gelungen und wirken authentisch. Ich kann den feisten Innenminister richtig gut vor meinen Augen erschienen lassen. Fett und schleimig, korrupt und sexbesessen – ein richtig liebenswürdiger Zeitgenosse. Nun, gut, sein Ende kennen wir. Niemand weint ihm eine Träne nach. Ich habe mich gut unterhalten und habe bei der einen oder anderen Szene lauthals lachen müssen. Als Beamtin sind mir die einen oder anderen Anzüglichkeiten auf die Politik und deren Vertreter nicht ganz unbekannt. Doch wollen wir hoffen, dass der Sumpf doch nicht ganz so schlimm ist, wie beschrieben.

    Mehr
    • 3
  • Hans-Peter Vertacnik – Totenvogel

    Totenvogel

    DianaE

    01. July 2016 um 12:37

    Hans-Peter Vertacnik – Totenvogel Nachdem die Nummer 2 der Mordkommission, Radek Kubica, nach einer Schussverletzung für mehre Monate ausgefallen ist und nun darum kämpft wieder zurück zur Mordkommission zu kommen, fällt auch sein Privatleben mehr und mehr auseinander. Mit seiner Freundin Margot streitet er andauernd, sein Sohn läuft von zuhause weg und mit der Exfrau Anne gibt es ständig Streit am Telefon. Als dann überraschend der Bescheid kommt, dass er nun zur Leiter der Mordkommission aufgestiegen ist, macht im das sein Leben auch nicht einfacher. Neider wollen ihm den Platz streitig machen, Kollegen sollen ihn bespitzeln und der Mordfall des Innenministers Liebermann gibt für jede erfolgreiche Antwort gleich drei weitere Fragen auf. Denn der Innenminister könnte nicht mehr Feinde haben bei seiner Gier auf Macht, Geld und Dominanz. Immer wieder stößt Kubica an die Grenzen des Möglichen und doch sucht er die Wahrheit, egal wieviele Steine man ihm in den Weg legt. „Totenvogel“ ist ein düsterer, spannender aber auch sehr komplexer Kriminalroman aus der Feder von Hans-Peter Vertacnik. Der Schreibstil ist fließend und eher salopp, was mir gut gefiel. Die düstere Grundstimmung des Romans wird immer mal wieder von den teils humorvollen Dialogen aufgelockert (ich sage nur Lindenblütentee im Urinbecher). Die Handlung ist sehr komplex, detailreich und die durch die Vielzahl der verschiedenen Charaktere und deren Amtsbezeichnung, sowie deren verschiedenen Sichtweisen manchmal auch verwirrend und anstrengend. Dennoch gab es auch viele Überraschungen, Wendungen, die Spannung wurde durch die kurzen Kapitel die ganze Zeit über aufrecht erhalten und es werden viele Täter/Opfer/Beteiligte und ihre Motive präsentiert. Die Charaktere sind detailreich, glaubhaft und authentisch beschrieben. In diesem Roman gibt es kaum eine Figur, die wirklich nur sympathisch war. Radek Kubica, jetzt die Nummer 1 der Mordkommission, war zwar sympathisch, fleißig, klug und zielorientiert, aber auch im Verhalten zu seiner Freundin Margot ein Dummkopf. Seine Ehefrau spukt ihm die ganze Zeit im Kopf, sodass er sich zu unbedachten Äußerungen zu seiner Liebsten hinreißen lässt. Auch beruflich geht er keiner Konfrontation aus dem Weg und setzt seinen Kopf durch. Margot erschien mir allerdings ebenso unsympathisch, sie zieht ihr Ding durch, regt sich über die ständigen Anrufe von Radeks Exfrau auf (teilweise auch verständlich), aber meistens nicht wirklich nachvollziehbar. Franz Dvorak bekommt einen Spezialauftrag, der ihm schon bald um die Ohren fliegt. Auch er ist ein Ermittler mit Ecken und Kanten. So könnte ich mit jedem der wahnsinnig vielen Charakteren weiter machen, jedoch hat jeder seinen Platz in der Story und rundet diese stimmig ab. Der Autor schafft es sehr gut, mit den vielen Charakteren zu jonglieren und sie gekonnt in Szene zu setzen. Die Handlungsorte sind ebenfalls gut beschrieben, sodass ich zu jeder Zeit das Gefühl hatte, mich gut zurecht zu finden. Ich hätte mir aber trotzdem eine Art Glossar gewünscht, wo die Figuren aufgeführt werden samt ihrer Amtsbezeichnungen, denn das ständige Nachsehen in meinen Notizen hat mich viel Zeit gekostet und den Lesefluss gestört. Auch hätte ich mir ab und zu etwas ruhigere Passagen gewünscht, um einfach mal zwischendrin Luft holen zu können. Nichtsdestotrotz ist es ein spannender Kriminalroman, mit einer guten Story. Das Cover ist düster, in dunklen Farben und aufwendig gestaltet. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 3 Sterne.

    Mehr
  • Zahltag in Wien

    Totenvogel

    melanie1984

    29. June 2016 um 21:12

    "Totenvogel" ist nach "Donauwölfe" der zweite Fall für Radek Kubica. Der österreichische Innenminister wir ermordet. Als Oberst Kubica in einem Sumpf aus Sex, Geld und schmutzigen Machenschaften zu wühlen beginnt, riskiert er alles. Denn er lüftet ein Geheimnis, auf das er besser nie gestoßen wäre. Es soll nicht nur bei einem Toten bleiben... Obwohl ich den ersten Teil (leider) nicht gelesen habe, konnte ich mich schnell in Kubica hineinversetzen. Er ist nach einem Dienstunfall noch angeschlagen, wird aber zum Oberst befördert. Er lebt für seinen Beruf, was immer wieder zu Auseinandersetzungen mit seiner Lebensgefährtin Margot führt. Außerdem hängt er noch immer an seiner Ex-Frau Anne, die mit dem gemeinsamen Sohn Oscar in England lebt. Kubica vermisst Oscar und würde alles für ihn tun. Kubica muss nebenbei noch gegen seine Alkoholsucht ankämpfen. Ganz schnell überrollen ihn nicht nur die privaten, sondern auch die beruflichen Geschehnisse...Zu Beginn hatte ich große Schwierigkeiten mit der Vielzahl an Protagonisten und musste konzentriert lesen, um die Zuammenhänge zu erkennen und dem Geschehen folgen zu können. Besonders gut gefallen hat mir der anspruchsvolle Schreibstil, der gespickt ist mit gesellschaftskritischen Äußerungen. Auch eine gute Prise trockener Humor durfte nicht fehlen. "Der Wiener grantelt, der Wiener raunzt, aber dass er endlich einmal den Arsch hebt, auf den Tisch haut und etwas ändert, kommt ihm gar nicht in den Sinn" "Der Österreicher ist ein Gemütsmensch. Der rührt sich nicht." (S. 141)Man merkt sehr gut, dass der Autor von seiner Arbeit als leitender Polizeibeamter profitiert. Die Geschichte ist in drei Teile und 134 kurze Kapitel geteilt. Jeder Teil beginnt mit einem kurzen Auszug aus dem Lukasevangelium. Hans-Peter Vertacnik gibt dem Leser einen tollen Einblick in die Geschichte Wiens, stellt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und die Kultur der Hauptstadt vor. Dabei scheut er sich auch nicht, die Bevölkerung hin und wieder auf die Schaufel zu nehmen. Für mich ist es dem Autor gelungen, einen komplexen Kriminalroman zu erschaffen, der mich wirklich fesseln konnte.Toller Plot und sprachliche Meisterleistung!

    Mehr
  • Wer hat den längeren Atem?

    Totenvogel

    Antek

    28. June 2016 um 18:43

    Der Autor hat mir mit „Donauwölfe“ bereits grandiose Krimiunterhaltung geboten. Ich war deshalb sehr gespannt auf den zweiten Fall für seinen Ermittler Radek Kubicas und ich wurde nicht enttäuscht. Es geht mit einem spannenden Prolog los, der davon berichtet, wie ein hoher Beamter aus dem Wirtschaftsministerium einen Toten findet. Dann springt der Krimi ein halbes Jahr in die Vergangenheit und erzählt die Vorgeschichte. Wie war der ermordete Innenminister Liebermann wirklich, welche krummen Geschäfte hatte er am Laufen und welche Feinde hat er sich gemacht? Auch auf welche Unterstützung er hoffen konnte, fehlt nicht. Klar, dass den offiziellen Stellen nicht daran gelegen ist, dass etwas Negatives über den Innenminister öffentlich wird und Kubica bekommt mehr als nur einen Stein in den Weg gelegt. Wird es ihm gelingen, diesen Mord und auch diejenigen, die in Verbindung dazu stehen, aufzuklären und die Wahrheit trotz aller Vertuschungsversuche ans Tageslicht zu zerren? Der Schreibstil des Autors liest sich flüssig und wirklich gut. Aber es handelt sich nicht um einen Krimi, den mal eben nebenbei liest. Besonders anfangs musste ich wirklich konzentriert lesen um die Zusammenhänge zu erfassen und später dann um diese im Überblick zu behalten. Richtig gut gefällt mir, dass es auch immer wieder etwas zu schmunzeln gibt und beim Lesen Emotionen wie Wut oder Entsetzen entstehen. Begeistert bin ich von den zahlreichen treffenden und ausgefallenen Wortbildern. So sitzt der Innenminister schon mal da, „als hätte man Buddha in einen Anzug gesteckt und ihm das Lachen verboten“ oder etwas ist so „sinnvoll wie eine Duschkabine am Großglockner“. Der Autor schafft mehr als gekonnt Spannung. Bewegt man sich auf den ersten Seiten noch in einer Art Nebel bis man das komplexe Netz an Korruption, Bestechung, Betrügereien und Affären durchschaut, liefert dies dann nach und nach immer mehr Verdächtige und mögliche Motive. Ich war unheimlich viel am Grübeln und Kombinieren und extrem lange ahnungslos, welchen der möglichen Täter ich favorisieren soll. Eine Gewissheit brachte schließlich erst das Finale. Mehr als gelungen ist der Sumpf an Korruption, Bestechung, Erpressung und Vetternwirtschaft dargestellt. Ich war stellenweise richtig geschockt. Umso wichtiger ist es natürlich, dass es Ermittler gibt, die sich dem Druck nicht beugen, sei dieser auch noch so groß. Hier ist Kubica ein richtiges Paradebeispiel, denn die Gegenseite zieht alle Register. Das Private kommt nicht ganz zu kurz, wird jedoch so knapp gehalten, dass es keinerlei Spannung raubt, eher im Gegenteil noch für zusätzliche Spannung sorgt. Die Charaktere sind sehr authentisch dargestellt.  Major Radek Kubica, der polnische Ermittler, der überraschenderweise eine Beförderung zum Oberst erhält, war mir ja schon im ersten Fall trotz aller seiner Ecken und Kanten, sehr sympathisch. Er ist ein ehrgeiziger, findiger und vor allem unbestechlicher Ermittler, der mit aufrechtem Rücken durch die Welt gehen kann. An seiner Frau Anne hängt er nach wie vor und auch sein Sohn Oskar ist ihm äußerst wichtig. Klar, dass das sein Verhältnis zu Lebensgefährtin Margot belastet. Sie tut mir leid, aber Kubica kann wohl einfach nicht aus seiner Haut. Er ist ein liebevoller Familienvater aber eben auch Ermittler durch und durch. Seinen Kollegen Dubica, der da Kubica nach einer Schussverletzung noch immer nicht ganz auf dem Damm ist, bereits auf seinen Posten gespechtet hat, mag ich eigentlich auch. Er verhält sich hier zwar nicht ganz korrekt, aber ohne den Fastfood Gourmet, dem selbst eine Obduktion nicht den Appetit verderben kann, würde wirklich etwas fehlen. Auch die Nebendarsteller sind überzeugend gezeichnet, beim selbstgefälligen Innenminister Liebermann angefangen, über den ehemaligen Religionslehrer Prahl, der den Politkern im Allgemeinen an den Karren fahren will, bis hin zu Pater Pawel Wozzek, der Kubica nicht nur wertvolle Informationen liefert, sondern ihn auch außergewöhnlich geschickt dabei unterstützt seine Alkoholsucht im Griff zu behalten. Dass dieser Krimi in Wien spielt, ist nicht zu verkennen. Hier wird nicht nur über den Kohlmarkt geschlendert, an Freuds Wohnhaus vorbei gegangen oder im Zentralfriedhof recherchiert, sondern man erfährt auch über Geschichte und Bedeutung dieser und zahlreicher weiterer Sehenswürdigkeiten. Die ganz besondere Schokolade aus der Manufactur Zotter, sowie weitere regionale Köstlichkeiten,  hätte ich auch nur zu gerne probiert. Alles in allem ein komplexer, hoch spannender Krimi, der bestens unterhält und seine 5 Sterne mehr als verdient.

    Mehr
    • 2
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks