Hans-Ulrich Treichel Mein Sardinien

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Inhaltsangabe zu „Mein Sardinien“ von Hans-Ulrich Treichel

Er ist unerlöst, unerlöst "wie der Tristanakkord", der junge Doktorand aus Berlin, und er leidet unter einer Italiensehnsucht, wie sie vor ihm höchstens Goethe kannte. Auf dem Rückweg von der Philharmonie, wo er als Türschließer arbeitet, betritt er aus Neugier eine italienische Bar auf der Schöneberger Hauptstraße, und auch wenn er hier nicht den Süden findet, "nicht Italien, wo die Mandolinen spielten und die Zitronen blühten", so findet er doch immerhin Cristina, eine Südsardin mit undurchdringlichem Blick, die am Aluminiumtresen und unter Neonröhren ihr Geld verdient. Wochen später wagt er eine schüchterne Liebeserklärung, und zu seiner eigenen Überraschung werden die beiden ein Paar. Als Cristina beschließt, nach Sardinien zurückzukehren, in ihren Heimatort Sant'Antioco im Süden der Insel, packt auch er seine Koffer, denn eine Trennung kann er sich nicht vorstellen. Und ist es nicht die Erfüllung eines Traums: künftig in zwei Welten zu leben, in Schöneberg und Sant'Antioco? Und irgendwann vielleicht dem Lärm der Schöneberger Hauptstraße und dem Berliner Novemberhimmel ganz zu entkommen? Mit wenig Gepäck und vielen Hoffnungen machen sich die beiden auf den Weg. Ein Reisebuch, ein Stück Autobiografie, vielleicht ein Roman - in jedem Fall aber eine Liebesgeschichte, die so schön und traurig ist wie die Insel selbst. Im vertrauten Treichel-Ton - heiter, ironisch, melancholisch - erzählt der Autor von seinem Sardinien und davon, wie es war, der Sehnsucht nach dem Süden zu folgen.

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  • Rezension zu "Mein Sardinien" von Hans-Ulrich Treichel

    Mein Sardinien
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    27. December 2012 um 14:59

    Man sollte nichts überstürzen. Schon gar nicht eine Übersiedlung in ein anderes Land, auch wenn es sich um Italien, das klassische Sehnsuchtsland eines Germanisten, handelt. Denn Sardinien hat mit dem von Goethe bereisten Teilen Italiens nicht viel zu tun. Das Leben des Protagonisten dümpelt in Berlin so vor sich hin. Er schreibt seine germanistische Abschlussarbeit, verdient sich als Türöffner in der Berliner Philharmonie etwas dazu und wohnt in einer Schöneberger WG. Alles ein bisschen langweilig auf die Dauer. Dabei hat Berlin so viel zu bieten, gerade, wenn man sich mit Literatur beschäftigt und die Schauplätze von Romanen besucht. „Die Orte und Straßen hatten eine Schutzhaut bekommen. Sie waren in gewisser Weise durch die Literatur geimpft worden.“ Das Buch spielt Anfang der 80er Jahre, das merkt man an den erwähnten Buslinien und der Beschreibung des Studentenlebens. Der Protagonist war, wie so viele, aus der ostwestfälischen Provinz nach Berlin geflüchtet, dessen Einsamkeit er allerdings noch schlimmer findet. „Aber wohin flüchtete man aus Berlin? Nach Hannover? Nach Tübingen? Gegebenenfalls nach Sardinien.“ Denn der Protagonist verliebt sich in die Sardin Cristina. Und die möchte das Angebot ihres Bruders, wieder nach Sardinien zurückzukehren, annehmen. Sofort wird der Plan gefasst, eine Weile zwischen Berlin und Sardinien zu pendeln, schließlich muss das Studium beendet werden, dann aber endgültig nach Sardinien überzusiedeln. Aber schon beim ersten längeren Besuch entpuppt sich Sardinien, gegen das Westfalen eine lebendige Metropole ist, als zu eng. Und auch die Beziehung zu Cristina entwickelt sich nicht so, wie erhofft. Was wird jetzt aus den Träumen? Ich mag den ruhigen Schreibstil dieses Autors sehr. Mit wenigen Sätzen und Worten schafft er es, die Atmosphäre fühlbar zu machen und einen in die Szene eintauchen zu lassen. Humorvoll und mit viel Einfühlungsvermögen in einen vermutlich teilweise autobiographischen Charakter wird eine leichtfüßige Liebes- und Reisegeschichte erzählt.

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