Hans-Ulrich Wehler Die Deutschen und der Kapitalismus

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Inhaltsangabe zu „Die Deutschen und der Kapitalismus“ von Hans-Ulrich Wehler

Hans-Ulrich Wehler hat mit seinem Buch ?Die neue Umverteilung. Soziale Ungleichheit in Deutschland? im vergangenen Frühjahr Stoff für Diskussionen geliefert und einen Bestseller vorgelegt. Der Historiker, dessen Deutsche Gesellschaftsgeschichte zu den herausragenden Werken der jüngeren Geschichtsschreibung gehört, versammelt in regelmäßigen Abständen seine wichtigsten Essays und Aufsätze. Einen Schwerpunkt des neuen Bandes bildet die Frage nach den historischen Erfahrungen der Deutschen mit dem Kapitalismus. Aber auch die Sarrazin-Debatte, die Zukunft der Sozialgeschichte und ein kritischer Rückblick auf die Generation 45 gehören zu den Themen, denen sich Wehler diesmal widmet.

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    Die Deutschen und der Kapitalismus

    michael_lehmann-pape

    03. March 2014 um 09:20

    Essays zu geschichtlichen Entwicklungen Der Titel dieses Bandes spiegelt bei weitem nicht den gesamten Inhalt wieder, sondern benennt nur eines der Themen, denen sich Wehler zuwendet. 20 kurze Texte. Kleine Feinheiten, Einblicke im Rahmen vieler verschiedener Themen findet der Leser zur Lektüre vor. Vom titelgebenden Essay über den „miserablen Stil der Sarrazin-Debatte“, von der Frage nach „Europas Preis der Freiheit“ zu einer „Ehrung für Fritz Stern“, von einer Betrachtung der „Generation `45“ über die „soziale Ungleichheit in der Bundesrepublik“ bis hin zur „neuen Umverteilung“ reicht dabei die Palette an Themen. Themen, die einerseits Historisches behandeln (wie die „Spiegel Affäre“, die „Vollendung des Rechtstaates“ oder auch „Das Hitler-Regime“) und andererseits ganz aktuelle Themen mit aufgreifen (Quoten Regelung, Primat der Sicherheit u.a.). Ebenso Themen, die einerseits teils ein „großes Ganzes“ in den Blick nehmen (Das Verhältnis zum Kapitalismus, das Hitler Regime im Gesamten, die Verhältnisse von Geschichtswissenschaft und Sozialwissenschaft und Geschichtswissenschaft und Politikwissenschaft) und Themen, die sich sehr konkret einer sehr eingegrenzten Frage zuwenden (nicht, ohne dabei allgemeine Rückschlüsse zu ziehen) wie in Bezug auf die Debatte im Thilo Sarrazin oder eben die Quote. Essays und Aufsätze in einem breiten Spektrum somit, welche das Buch dem Leser nahebringt. Texte in denen selbstverständlich die pointierte und dezidierte Meinung Wehlers deutlich erkennbar, teils durchaus auch als polemisch vom Autor selbst benannt, nach vorne tritt. Das Ganze thematisch grob geordnet nach „Problemen der deutschen Politikgeschichte“ (erster Hauptteil), nach „Problemen der modernen Geschichtswissenschaft“ (zweiter Hauptteil“ und „Verschiedenes“ im dritten Hauptteil. So findet der Leser, sprachlich nachvollziehbar und durchaus mit gewichtigen Argumenten versehen, von der Forderung der „Abkehr neoklassischen Wirtschaftsverständnis“ hin zur Renaissance der „deutschen Denkschule der Verbindung von Herrschaftsverband und Wirtschaftsverlauf“, über die Reflektion von Max Webers „Lehre von der charismatischen Herrschaft“ in Verbindung gebracht zu Hitlers „charismatischer Herrschaft“, hin zu einem „Plädoyer für die Quote“ ein vielfaches an reflektierten Themen, die sicherlich gerade in der Breite der Themen auf unterschiedliches Interesse stoßen werden. Gerade der zweite Hauptteil zu Grundfragen der Geschichtswissenschaft dürfte die Breite der Leserschaft nicht unbedingt interessieren, während die aktuellen Themen des dritten Hauptteils doch für die aktuelle Diskussion (gerade auch im Blick auf die zunehmende „Ungleichheit“) pointiert nachdenkenswerte Betrachtungen in sich vereint. Klar verständlich, teils polemisch, in der Meinung entschieden auftretend, schafft Wehler durchaus einen „Mehrwert“ an Meinung, der durchaus lesenswert, wenn auch nicht durchweg die gleichen Interessenten ansprechend, in diesem schmalen Band nun vorliegt.

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