Hans-Werner Sinn

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Autor von Kasino-Kapitalismus, Die Basar-Ökonomie und weiteren Büchern.

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Ist Deutschland noch zu retten?

Ist Deutschland noch zu retten?

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Erschienen am 01.12.2004
Verspielt nicht eure Zukunft!

Verspielt nicht eure Zukunft!

 (2)
Erschienen am 08.05.2013
Die Basar-Ökonomie

Die Basar-Ökonomie

 (3)
Erschienen am 01.04.2007
Kasino-Kapitalismus

Kasino-Kapitalismus

 (3)
Erschienen am 12.05.2010
Gefangen im Euro

Gefangen im Euro

 (2)
Erschienen am 04.04.2014
Die Target-Falle

Die Target-Falle

 (2)
Erschienen am 08.10.2012
Der Schwarze Juni

Der Schwarze Juni

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Erschienen am 27.10.2016
Auf der Suche nach der Wahrheit

Auf der Suche nach der Wahrheit

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Erschienen am 21.02.2018

Neue Rezensionen zu Hans-Werner Sinn

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Rezension zu "Gefangen im Euro" von Hans-Werner Sinn

Ökonomische Gesetze lassen sich nicht aushebeln!
R_Mantheyvor 3 Jahren

Jeder der zahlreichen Versuche in der jüngeren Geschichte, es doch zu versuchen, endete in einer Tragödie. Auch wenn es die mediale Vernebelung immer wieder zu verhüllen versucht: Die Euro-Krise hat noch nicht einmal wirklich begonnen. Und auch sie ist das Resultat ökonomischer Unvernunft oder des Versuchs, fragwürdige politische Ziele bei gleichzeitiger ökonomischer Ahnungslsoigkeit erreichen zu wollen.

Das neue Buch von Hans-Werner Sinn, das eigentlich mehr ein langes Interview ist, zeigt die ganze Dramatik der Lage. Der Text besteht aus drei Teilen:

(1) Die Eurokrise verstehen - ein Drama in sieben Akten
(2) Die Krise dauerhaft bewältigen - ein sechs Punkte Programm
(3) Europa nach vorne denken.

Im ersten und längsten Teil befasst sich Hans-Werner Sinn mit dem Beginn und dem Verlauf der Krise, die bisher lediglich scheinbar erfolgreich und zu extrem hohen Kosten verschleppt wurde. Im Sprachgebrauch deutscher Politiker heißt das "Zeit kaufen". Sie kaufen nicht mit ihrem Geld und verschweigen geschickt, was sie wirklich tun. Wenn man Sinns Ausführungen gelesen hat, dann weiß man spätestens danach, dass die vor allem mit dem Geld der deutschen Steuerzahler gekaufte Zeit dazu genutzt wird, um privaten Gläubigern die Chance zu geben, das Spielfeld zu verlassen, damit letztlich der ganze Schaden wieder dem ahnungslosen Steuerbürger aufgehalst werden kann.

Hans-Werner Sinn nennt die offiziell verkündete Alternativlosigkeit dieser Politik "Pfadabhängigkeit". Dieser Pfad begann eigentlich schon mit Kohl Ahnungslosigkeit und führte zum Bruch des Maastrichter Vertrages durch fast alle Beteiligte. Doch erst mit dem Beschluss, das schon lange bankrotte Griechenland gegen jede Vernunft über Wasser zu halten, vollzog sich das eigentliche Drama. Die fatale Kaskade immer gigantischerer Rettungsversuche eines falsch konstruierten Systems begann.

Sinn zeigt, wie sich die deutsche Politik auf diesem Pfad von den anderen europäischen Nationen des Euroraums schrittweise immer weiter über den Tisch hat ziehen lassen. Auf diesem Tisch liegt nun nach Hans-Werner Sinn die goldenen Kreditkarte, von der deutsche Politiker ernsthaft glauben, dass sie nicht benutzt werden wird. Die Naivität des deutschen Regierungspersonals besteht aber nicht nur darin, sondern vor allem in dem Glauben, dass die anderen Beteiligten die deutsche Angst, Schuld am Scheitern dieses fehlgeleiteten Projekts zu sein, nicht weitestgehend ausnutzen würden.

Zu den sechs Akten, in denen Deutschland systematisch ausgespielt wurde, gehört auch die Bankenunion als letzter Bestandteil. In den Medien wurde dies als Rettung der Steuerzahler vor zukünftigen Belastungen gefeiert. Manchmal fragt man sich schon, ob dieser Kinderglaube ernst gemeint ist. In einigen Jahren sollen die europäischen Banken einen Fond mit 50 Milliarden Euro ansparen, der dann zur Rettung schon jetzt scheintoter Artgenossen genutzt werden soll. Das ist lachhaft, denn schon heute wird der Bestand an Ausfallpapieren auf das Dreizehnfache dieses Betrages geschätzt. In Wahrheit dient diese Bankenunion nur dazu, dass vor allem der deutsche Steuerzahlern nun auch noch ausländische Banken retten muss, obwohl er schon mit der Scheinrettung anderer Staaten überfordert ist, wobei das auch noch gegen abgeschlossene Verträge verstößt.

Der siebte Akt des Dramas steht aber noch bevor. Oder besser: Er läuft schon indirekt. Denn obwohl wir noch keine offiziellen Eurobonds haben, kann man Konstrukte der Eurorettung bereits als solche auffassen. Das wird in diesem Buch erklärt. Hans-Werner Sinn geht aber auch auf einen Aspekt der Eurobonds ein, der in der öffentlichen Diskussion völlig vernachlässigt wird. Er sagt: " Es ist die Stärke des marktwirtschaftlichen Systems, dass die Schuldner-Gläubiger-Verhältnisse auf der mikroökonomischen Ebene stattfinden und dass wir mit dem Zivilrecht ein Verfahren haben, diese Verhältnisse zu regeln und Streit zu schlichen. Etwas Vergleichbares gibt es auf der zwischenstaatlichen Ebene nicht." Und das ist ein entscheidender Punkt, an dem das sogenannte Friedensprojekt sich ins glatte Gegenteil verkehren kann. Sinn verweist in diesem Zusammenhang auf den amerikanischen Bürgerkrieg, vor dem es eine ähnliche Konstruktion gab.

Im zweiten Teil unterbreitet Hans-Werner Sinn dann Vorschläge, wie man die schwelende Krise jetzt noch zwar teuer, aber vergleichsweise glimpflich lösen kann. Die Kosten sind so oder so extrem hoch. Deshalb schlägt er einen radikalen Schuldenschnitt vor. Alles andere würde die Kosten nur noch weiter in die Höhe treiben. Ein solcher Vorschlag würde aber bedeuten, dass sich die deutsche Politik vom eingeschlagenen Pfad lösen müsste. So recht Sinn mit seinem Vorschlag auch hat, so unwahrscheinlich ist dessen Verwirklichung. Denn zuzugeben, dass man gescheitert ist, scheint undenkbar, obwohl es nun wirklich nicht mehr zu übersehen ist.

Auch Sinns Vorschlag, die EZB, die einst nach dem Vorbild der Bundesbank konstruiert werden sollte und in der diese Bundesbank nun völlig isoliert dasteht, einschneidend zu reformieren, scheint zunächst unausführbar zu sein. Die Machtverhältnisse sind schließlich im Augenblick für die Pleitestaaten ganz hervorragend organisiert, denn sie haben die Mehrheit in der EZB. Wenn die Verhältnisse in der EU nach ökonomischen Gesichtspunkten umorganisiert werden würden, so wie das im privaten Bereich üblich ist, dann stünde dies in krassem Widerspruch zur Gesamtkonstruktion der EU, die ja gerade darauf ausgelegt ist, ökonomische Machtverhältnisse und dabei vor allem die deutsche Industriemacht nicht widerzuspiegeln. Folglich wird das auch nicht geschehen.

Im dritten Teil bekennt sich Hans-Werner Sinn zu europäischen Integration. Er schlägt einen anderen europäischen Vertrag vor und sieht dabei die Kantonsstruktur der Schweiz als Vorbild. Für Schulden sollte es auch eine Hinterlegung eines Pfands geben, so wie das einige europäische Staaten, etwa Finnland bereits vorgemacht haben. Dass solche Vorschläge auf gespielte Empörung treffen, sagt doch nur eines: Die Schuldner haben überhaupt nicht vor, ihre Schulden jemals zurückzuzahlen. Wenn man das erst einmal begriffen hat, dann erschließen sich viele Dinge wie von selbst.

Dieses kleine Buch bringt eigentlich alles, was gegenwärtig in der Krise der europäischen Kunstwährung liebend gern im Dunkeln bleiben soll, ans Licht. Der Autor erklärt dabei alles so klar, dass auch Laien es verstehen können. Entstanden ist so ein sehr erhellendes Buch, in dem auch ökonomisch und politisch vernünftige Lösungsvorschläge für einen Ausweg aus der Krise stehen. Natürlich werden sie mit dem gegenwärtigen Personal nicht verwirklicht werden, denn das käme einem totalen Gesichtsverlust dieser selbst ernannten europäischen Eliten gleich. Eines ist jedoch sicher: Die ökonomischen Gesetze werden sich früher oder später durchsetzen. Die Frage ist nur, zu welchem Preis.

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Rezension zu "Verspielt nicht eure Zukunft!" von Hans-Werner Sinn

"Vorschläge für mehr Langfristigkeit"
R_Mantheyvor 3 Jahren

Hans-Werner Sinn gehört zu den geistigen Vätern der Agenda 2010 des abgewählten Kanzlers Schröder, dem seine Partei den Schwenk in die angeblich falsche Richtung bis heute nicht wirklich verziehen hat, obwohl er Deutschland damit wenigstens ansatzweise in eine Position gebracht hat, von der es heute profitiert. Und zwar im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Staaten.

In diesem schmalen Büchlein zieht Professor Sinn nun Bilanz und mahnt neue Reformen an, um Deutschland noch viel nachhaltiger vom Weg in den Abgrund abzubringen. Denn dass das Land völlig unabhängig von der EU-Schuldenkrise dahin unterwegs ist, vermittelt allein der unverstellte Blick auf die demografische Entwicklung, wenn man diese gemeinsam und im Zusammenhang mit den noch vorhandenen Wohltaten des Sozialstaates betrachtet.

Aber das sind bei Weitem nicht die einzigen Probleme, die sich nicht dadurch in Luft auflösen, dass man sie einfach ignoriert. Der Inhalt dieses Textes lässt sich am besten durch seine Kapitelüberschriften verdeutlichen:

- Arbeit, Armut, Steuer - aber richtig!
- Energiewunde statt Energiewende - Aussteigen aus dem Ausstieg
- Familien, Mütter und Kinder nicht mehr diskriminieren
- Zuwanderung als Zeitbombe - den Sozialstaat vor dem Kollaps schützen
- Schule sinnvoll reformieren, aber nicht auf alles hören.

Professor Sinn wird in diesem Buch von Jens Schadendorf, einem der Herausgeber dieser neuen "Edition Debatte", befragt und antwortet in der gebotenen Kürze, in der manches vielleicht nicht so ausführlich und gründlich erklärt werden kann, wie es vielleicht nötig gewesen wäre.

"Der Politik genehm sind Wissenschaftler, die sich entweder mangels eigener analytischer Kraft oder aus Karrieregründen, wohlfeil der normativen Kraft des Faktischen beugen und der Regierung helfen, die selbst gesetzten roten Linien zu verschieben, damit man sie nicht überschreiten muss." Das liest man gleich zu Beginn des Textes. Sinn zählt sich selbst nicht zu dieser Gattung von Geistesgrößen und musste deswegen auch schon manche Beschimpfung ertragen, die unter Politikern offenbar zum guten Ton gehört.

Bereits an den oben genannten Kapitelüberschriften wird deutlich, dass Sinn in seinen Aussagen deutlich und nachdrücklich eine Abkehr von offenkundigen und vorrangig ideologisch begründeten Irrwegen verlangt und eine Hinwendung zu mehr Rationalität und Nachhaltigkeit fordert. Besonders seine Kommentare zur angeblichen Energiewende machen dies deutlich. Bei rationaler Betrachtung vermag Sinn nicht zu erkennen, wie man in einem hochindustriellen Land wie Deutschland die notwendige Energie im Wesentlichen aus Wind und Sonne erzeugen will, also mit Energiequellen, die keine Grundlast hervorbringen können.

Er prognostiziert, dass das Land gezwungen werden wird, von diesem sehr kostspieligen Irrtum abzugehen, zumal Deutschland wie ein Geisterfahrer unterwegs sei. Alle anderen würden mit zunehmender Geschwindigkeit in die Gegenrichtung fahren.

Eine ähnlich kontroverse Position nimmt Sinn bei der Zuwanderung ein. Es müsse endlich Schluss sein mit der Zuwanderung in die sowieso schon überlasteten Sozialsysteme. Man kann das mit einfachen Maßnahmen regeln, die allerdings Prinzipien der EU widersprechen. Stattdessen sollte man eine Zuwanderung in Arbeit fördern.

Natürlich werden Sinns Forderungen auf erheblichen Widerstand stoßen, weil sie kurzfristigen Interessen von gesellschaftlichen Gruppen und Gruppierungen entgegenstehen, die diese geschickt als Interessen aller tarnen oder hinter scheinmoralischen Forderungen verstecken. Für langfristig wirkende und den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechende Entscheidungen reichen leider weder das Verständnis, noch die politische Kraft und erst recht nicht das persönliche Rückgrat des handelnden Personals.

Am Ende des Buches findet man in einer Zusammenfassung Sinns Vorschläge für eine neue Agenda.

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W

Rezension zu "Verspielt nicht eure Zukunft!" von Hans-Werner Sinn

Die Konturen eines neuen „Zukunftsprogramms für Deutschland“
WinfriedStanzickvor 5 Jahren


 

Fast täglich meldet er sich in der Presse, im TV und mehrmals jährlich mit eigenen Büchern zu Wort und mischt sich ein -  der  rührige und kämpferische Ökonom Hans Werner Sinn, der das IFO -Institut  in München leitet. Sinn  war einer der maßgebenden Ratgeber Gerhard Schröders bei der Entwicklung und Durchsetzen der berühmten Agenda 2010, die Deutschland aus der Krise brachte und die nun von links wieder zur Debatte gestellt wird. Sinn hat zum Teil heftig sich gewehrt mit seinem ökonomischen Sachverstand gegen die seiner Meinung nach verfehlte Politik der Bundesregierung und der EU im Zusammenhang mit der Finanzkrise und der Eurorettung.

 

Nun legt er im Gespräch mit Jens Schadendorf, einem der Herausgeber der  „Edition Debatte“ im Redline Verlag, die mit diesem Buch startet, unter dem Titel „Verspielt nicht eure Zukunft!“ nieder, welche offenen Baustellen in Deutschland er neben der Eurokrise noch sieht und entwickelt auf wenigen Seiten und absolut verständlich so etwas wie eine neue Agenda, Reformen, die eine neue Regierung spätestens im Herbst dringend angehen muss, sollen nicht der Wettbewerbsvorteil Deustchlands, der Wohlstand seiner Bevölkerung und die Chancen der nächsten Generationen aufs Spiel gesetzt werden.

 

Immer mit dem Fokus, eine klügere Politik zu ermöglichen, macht er in folgenden Themenabschnitten Vorschläge für mehr Langfristigkeit:

 

* Arbeit, Armut, Steuer – aber richtig!

* Energiewunde statt Energiewende - Aussteigen aus dem Ausstieg

* Familien, Mütter und Kinder nicht mehr diskriminieren

* Zuwanderung als Zeitbombe - den Sozialstaat vor dem Kollaps schützen

* Schule sinnvoll reformieren, aber nicht auf alles hören

 

 

Man mag nicht mit jedem Vorschlag, den er macht, nicht mit jeder Idee, die er hat, einverstanden sein, Tatsache, ist dass Sinn hier in einem kleinen Buch, das man in zwei Stunden lesen kann, die wesentlichen Themen benennt und so etwas wie die Konturen eines neuen „Zukunftsprogramms für Deutschland“ zeichnet. Nun braucht es nur noch Politiker bzw. Regierungskoalitionen, die diese Themen mutig aufgreifen, so wie die Schröder-Regierung es vor über zehn Jahren getan hat.

 

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