Hans Bankl Woran sie wirklich starben

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Inhaltsangabe zu „Woran sie wirklich starben“ von Hans Bankl

Woran diese - geschichtlich bedeutenden - Menschen "wirklich" starben, wie Krankheiten ihr Leben und Handeln beeinflussten, davon erzählt dieses außergewöhnliche Buch, das sich spannend wie ein Kriminalroman liest.

Das Buch ist für Menschen, die Interesse an Medizin und Pathologie haben hervorragend.

— SaintGermain

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    Woran sie wirklich starben

    SaintGermain

    03. August 2016 um 12:13

    Es ist allein der Tod, der John F. Kennedy und Lenin, Adolf Hitler und Jesus von Nazareth in diesem Buch vereint. Hans Bankl, der im Laufe seiner 25-jährigen Tätigkeit als Pathologe bei etwa 30.000 Leichenöffnungen zugegen war, hätte kaum gegensätzlichere Menschen in den Mittelpunkt seines Buches stellen können. Bankl betrachtet nur die Leidenswege der Menschen, da verschwinden die Unterschiede zwischen dem Kapitalisten und dem Kommunisten, zwischen dem Despoten und dem Erlöser. Am Ende unterscheiden sie sich nur noch in der Art ihres Todes. Sigmund Freud wird er zu einer elendig langen Qual, aus der ihn schließlich ein Freund erlöst. Kaiserin Sissi von Österreich wird Opfer eines Attentates und überlebt den Stich ins Herz kaum eine halbe Stunde. Adolf Hitler und Kronprinz Rudolf von Habsburg-Lothringen nehmen sich das Leben. An anderer Stelle offenbart sich der Fortschritt der Medizin. So wäre Friedrich von Schillers Tuberkulose heute nicht mehr todbringend, während auch die modernen Ärzte kaum etwas gegen die Leberzirrhose Ludwig van Beethovens ausrichten könnten. Je älter die Krankengeschichte, umso schwieriger wird deren Interpretation. Und so stellt sich insbesondere bei der Kreuzigung des Jesus von Nazareth ein seltsam ungewohntes Gefühl der Authentizität ein. Gerade die medizinischen Aspekte des Kreuztodes -- vielfach belegt durch Berichte der Evangelisten -- zeugen von dem allzu menschlichen Leid. Das eindrucksvoll recherchierte Werk ist weit mehr als ein Lehrstück der Pathologie. Zwar stehen die Krankengeschichten, die Todesumstände und die Rekonstruktion der Obduktionsbefunde im Vordergrund, das heißt jedoch nicht, dass es sich um ein Fachbuch der Medizin handelt. Im Gegenteil, die Texte leben von den Originaldokumenten und den Aussagen vieler Zeitzeugen. Die eigentliche Berühmtheit der Personen dringt somit in den Hintergrund. Hervor kommt ein menschliches Gesicht voller Tragik. "Woran sie wirklich starben" ist ein wirklich empfehlenswertes Buch. Es schildert nicht nur das unmittelbare Ende eines berühmten Menschen, sondern ebenso dessen Leben und Leiden.Auch für medizinische Laien eine interessante Lektüre, da alle Krankheiten und pathologischen Zusammenhänge gut erklärt sind. Allerdings wirklich lesenswert nur für jene mit gutem Magen, da auch die Obduktionsberichte und charakteristischen Krankheitsmerkmale genau geschildert sind. Ein weiteres kleines Minus sind die aufgelisteten biografischen Daten und Jahreszahlen jeder Persönlichkeit, da sie danach verpackt in die jeweilige Lebensgeschichte fast 1:1 übernommen werden.Dafür sind die Biografien außergewöhnlich gut geschrieben; sachlich und tatsachengetreu, aber nicht langweilig. Persönliche Schicksale und die psychologischen Hintergründe jedes Leidensweges sind ebenso mit einbezogen wie die medizinischen Fakten und Obduktionsprotokolle.Für Mediziner bzw. medizinisch Interessierte ein absolut empfehlenswertes Buch, das wissenswerte und ungewöhnliche Einblicke in historische Persönlichkeiten wie Adolf Hitler, Friedrich von Schiller oder sogar Jesus von Nazareth gewährt. Das Buch ist für Menschen, die Interesse an Medizin und Pathologie haben hervorragend. Trotzdem so geschrieben, dass auch ein Laie alles versteht.

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