Hans Dieter Stöver Der Sieg über Varus

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Inhaltsangabe zu „Der Sieg über Varus“ von Hans Dieter Stöver

2000 Jahre Varusschlacht Im Jahre 9 n. Chr. erlitt das römische Heer unter Kaiser Augustus eine katastrophale Niederlage gegen den ehemaligen römischen Offizier Arminius. Wie war es möglich, dass die Germanen die hochgerüsteten und zahlenmäßig überlegenen Römer besiegten? Was weiß man über die Protagonisten der Ereignisse? War Varus ein Versager oder wurde er geschickt getäuscht? Wie beeinflusste der Ausgang der Schlacht die weitere historische Entwicklung? Wo hat die Schlacht überhaupt stattgefunden? Tacitus meinte im Teutoburger Wald. Heute gilt Kalkriese nordöstlich von Osnabrück als möglicher Schauplatz. Doch die Schlacht um diese Frage ist noch nicht geschlagen.

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  • Rezension zu "Der Sieg über Varus" von Hans Dieter Stöver

    Der Sieg über Varus

    wolfschwerdt

    18. May 2010 um 16:09

    Die Germanen gegen die Weltmacht Rom, so lautet der Untertitel des Buches „Der Sieg über Varus“ des Historikers, Sachbuch- und Romanautors Hans Dieter Stöver. Im Mai 2009 erschienen, entzieht sich das Buch nicht nur zeitlich ein wenig der Konkurrenz der zahlreichen Bücher, die im Frühjahr zum 2000 jährigen Jubiläum der Varusschlacht auf den Markt gebracht wurden. Auch in seiner Form der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema, fällt das Buch ein wenig aus dem Rahmen. Schon Titel und Untertitel gerieren sich außerordentlich neutral. Keine Gegnerschaft zwischen Arminius und Varus wird da propagiert, da ist auch nicht die Rede von Schicksalsschlacht und auch nicht vom Sieg über das Imperium. Nein, es geht um den Sieg über Varus im Rahmen der Aktivitäten der Germanen gegen die Weltmacht Rom. Nüchtern ist die Darstellung der Ereignisse die mit dem Besuch des Germanicus auf dem Feld der Varusschlacht beginnt, aber keineswegs. Stöver bedient sich mit der szenischen Erzählung über die Ereignisse aus der Sicht eines Überlebenden der Varusschlacht, des fiktiven Sextus Pedius, eines Stils, dem man die Erfahrung als Autor historischer Kriminalromane anmerkt. Pedius führt in immer wieder in den Sachtext eingeblendeten Szenen den Leser ganz anschaulich und lebendig durch die wesentlichen Ereignisse des Germanien zur Zeit des Augustus, die vor, während und nach der Varusschlacht stattgefunden haben. Mit dem Besuch des Schlachtfeldes unter Germanicus im Jahre 15 nach Christus, werden bei Pedius die Erinnerungen an die Vergangenheit wieder wach. Und so beginnt die erzählte Geschichte mit dem Auftrag, ein Reiterstandbild des Augustus in die neue römische Zivilsiedlung Waldgirmes zu bringen, geht mit der „Beförderung“ zum Spion, der möglichst viel über die Stimmung der Germanen herausfinden soll weiter und endet bei den traumatischen Ereignissen der Varusschlacht, die Pedius als einer der ganz wenigen überlebt, um darüber berichten zu können. Als guter Beobachter zeichnet Pedius die Charakterbilder des Arminius und der anderen germanischen Führungspersönlichkeiten, aber auch des Varus. Der Leser, bekommt durch die Beschreibungen der alltäglichen Abläufe in den römischen Lagern und der Armee das Gefühl, dabei zu sein und die Situation und Ereignisse aus römischer, zeitgenössischer Sicht zu beurteilen. Und genau die zeitgenössische Sicht ist es, die es Stöver in seinem Buch hervorragend gelingt, darzustellen. Abseits jeden Pathos und jeder persönlichen Wertung setzt er mehrere stilistische Mittel ein, um den Leser einerseits spannend, andererseits sachlich und umfassend zu informieren. Der Leser wird nicht belehrt, er wird informiert. Und deshalb ist die Szenenhafte Erzählung um Pedius auch nur ein Teil des didaktischen Ganzen. Abgesehen vom in den Text integrierten Glossar, das die Fachbegriffe, die in den Pediusszenen fallen, erläutert, folgen den „Abenteuern“ ereignisbezogene analytische Sachtexte zu Fragen der Quellen, der Fakten, der geschichtlichen Hintergründe. Da erfährt der Leser viel über Logistik und Struktur der römischen Armee, insbesondere unter den speziellen Bedingungen in Germanien, über den aktuellen Stand der Archäologie, beispielsweise zur „Stadtgründung“ Waldgirmes, zum Prinzip der Romanisierung, natürlich noch einmal historisch gesichertes über die handelnden Personen wie Tiberius, Augustus, Varus, Arminius, Segestes, Germanicus, Drusus und andere mehr. Und die Behandlung der Frage nach dem Ort der Varusschlacht darf natürlich auch nicht fehlen, ist hier aber keine separate Pflichtübung, sondern ergibt sich zwingend aus dem Buchkonzept selbst. Das Buch ist auch dann empfehlenswert, wenn man sich bereits andere Bücher zu diesem Thema zugelegt hat. Denn es verbindet mit den Pediusszenen Einsteigerqualitäten, befriedigt mit den Sachkapiteln die Bedürfnisse interessierter und durchaus auch anspruchsvollerer Laien und bietet nicht zuletzt mit den Interviews zu besonderen Fragen auch noch fundiertes Spezialwissen. Stövers Interviewpartner sind nicht Irgendwer. Über Waldgirmes beispielweise spricht Stöver mit Dr. Dr. Armin Becker, unter anderem seit 2002 Mitarbeiter am Projekt „Waldgirmes“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Prof. Dr. Siegmar von Schnurbein, ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts mit Forschungsschwerpunkt Archäologie der germanischen Provinzen Roms, gibt Auskunft über die Bewertung der Varusschlacht und den Stand der Diskussion hinsichtlich der Provinzwerdung Germaniens. Wo hat die Varusschlacht stattgefunden? Diese Frage bespricht Stöver mit dem Stadt- und Kreisarchäologen in Osnabrück, Prof. Dr. Wolfgang Schlüter, ehemaliger Leiter des Forschungsprojektes „Archäologische Erforschung spätaugusteischer Militäroperationen im Engpass von Kalkriese bei Bramsche, Landkreis Osnabrück“. In vielerlei Hinsicht sehr interessant schließlich die militärisch- militärgeschichtliche Komponente der Varusschlacht, die Stöver mit Bundeswehrgeneral a.D. Dr. Klaus Reinhardt diskutiert.

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