Hans Dieter Zimmermann

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Lebenslauf von Hans Dieter Zimmermann

Hans Dieter Zimmermann, geboren 1940 in Bad Kreuznach, war Sekretär der Abteilung Literatur der West-Berliner Akademie der Künste von 1969 bis 1975. 1975 bis 1987 war er Professor für deutsche Literatur an der J. W. Goethe Universität Frankfurt a. M., von 1987 bis 2008 an der Technischen Universität Berlin. Er schrieb drei Bücher über Franz Kafka und gab 4 Bücher über die Prager deutschsprachige Literatur heraus. Er war Geschäftsführender Herausgeber der 33 Bände der Tschechischen Bibliothek in deutscher Sprache 1999 bis 2007, einer Initiative der Robert Bosch Stiftung. Er war Herausgeber zusammen mit Hans-Gerd Koch einer zwölfbändigen Werkausgabe von Max Brod. Er schrieb den Band Tschechien in der Reihe Die Deutschen und ihre Nachbarn. Weiterhin u. a. Literaturbetrieb Ost/ West. Die Spaltung der deutschen Literatur von 1948 bis 1998, Stuttgart 2000. Martin und Fritz Heidegger. Philosophie und Fastnacht, München 2005. Zudem eine Biographie über Heinrich von Kleist, Reinbek 1992, und eine über Theodor Fontane, München 2019. Orden des Tomas G. Masaryk durch Präsident Vaclav Havel 2000.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Hans Dieter Zimmermann

Cover des Buches Martin und Fritz Heidegger9783406528811

Martin und Fritz Heidegger

 (1)
Erschienen am 04.04.2005
Cover des Buches Kafka für Fortgeschrittene9783406510830

Kafka für Fortgeschrittene

 (0)
Erschienen am 18.03.2004
Cover des Buches Theodor Fontane9783406734373

Theodor Fontane

 (0)
Erschienen am 25.01.2019
Cover des Buches Verwandlungen9783830676850

Verwandlungen

 (0)
Erschienen am 19.09.2014
Cover des Buches Prag9783534594801

Prag

 (0)
Erschienen am 01.08.2014
Cover des Buches Heinrich von Kleist - Eine BiographieB00CCD488S

Heinrich von Kleist - Eine Biographie

 (0)
Erschienen am 01.01.1991

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Rezension zu "Martin und Fritz Heidegger" von Hans Dieter Zimmermann

Das Original und sein Bruder
Aliknechtvor 3 Jahren

In dem kleinen badischen Provinzstädtchen Meßkirch, das an der Ablach und hart an der Grenze zum Hohenzollerischen liegt, wuchsen die beiden Brüder Martin und Fritz Heidegger auf. Die Stadt liegt im Schatten eines Schlosses, das sich früher im Besitz der Grafen von Zimmern befand, und der großen Stadtkirche St. Martin. Dort war der Vater Mesmer und die beiden verrichteten ab frühester Jugend als Mesmerbuben Glockendienste an den sieben Glocken, die mit ihren unterschiedlichen Klängen den katholischen Tages- und Jahresablauf markierten. 

Die begabten Brüder wurden mit Stipendien nach Konstanz aufs Gymnasium und ins dortige Konradihaus geschickt. Martin Heidegger stieg  zu einem weltbekannten Professor der Philosophie auf, während Fritz am Konstanzer Gymnasium scheiterte und nach verschiedenen Zwischenstationen bei der Volksbank in Meßkirch über Jahrzehnte Geld verwaltete. Fritz entwickelte sich zu einem in der Stadt und ihrer Umgebung weithin bekannten Original und Fasnachtsredner und stand örtlich in hohem Ansehen, während man den geistigen Höhenflügen des Philosophen nur teilweise zu folgen vermochte. 

Die beiden Brüder verstanden sich über das ganze Leben hinweg aufs beste und unterstützten sich gegenseitig. Fritz fertigte auf seiner Schreibmaschine in jahrelanger Arbeit Kopien von Kisten voller handschriftlicher Manuskripte Martins an, die dieser niemand im Freiburger Institut anvertrauen wollte. Sie kamen auf diese Weise zu einer engen Zusammenarbeit über philosophische Themen und Fritz war gegen Ende des 2. Weltkriegs behilflich, eine große Zahl von Unterlagen in der nahen Burg Wildenstein, hoch über dem Kloster Beuron an der Donau, zu verbergen und sicher einzulagern. 

Der Autor Hans Dieter Zimmermann konnte  auf eine Vielzahl von Photos, Briefen und anderen schriftlichen Unterlagen und auf detaillierte Information von dem katholischen Priester Heinrich Heidegger, dem Sohn von Fritz, zurückgreifen. Das Buch beschreibt den Nachhall der schmerzhaften Spaltung in Katholiken und Alt-Katholiken, die in Baden recht stark waren, und berichtet über die Zeit des 1. Weltkriegs, der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus, dem Fritz reserviert gegenüberstand, während Martin sich davon hat anfangs begeistern lassen. Andere Persönlichkeiten wie der ebenfalls aus Meßkirch stammende ehemalige Konstanzer Stadtpfarrer und Freiburger Erzbischof Conrad Gröber und Hanna Arendt, die bei Heidegger in Marburg studierte und seine Geliebte war, werden auch gestreift. Ein schönes,  gut recherchiertes und informatives Buch. 

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